Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1926)
- Date
- 1926-10-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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8 ÖttjöjEl« 1926. . - --- •-• •-—--—-—.-—-—- MfttelschuizWMe vom Sabbatünterrichts 311 unter* stützen./. Die,KHitzin.versicherte der Delegation ihre tatkräftigste Unterstützung. . Wie.der-.Mk.archerHLÄ-K^d^ vor einigen Men zu melden wußte, hat der rumänische Unterrichtsminister Petrovici. bereits in einer Verordnung den Dispens der jüdischen.Schüler in den Staatsschulen vom Unterricht an Sabbattagen unter Auslastung der Verantwortung für ÖDÜlItlÄ DkklNttWllgMS m UMMElkkMkk au\ bie <§chü/er verfügL Internationale Konferenz zum Schuhe der Ein- und Auswanderer. G e n f, 28. Sept. Am 6. und 7. September wurde in Genf eine Konferenz der Privatorganisationen abgehalten, die sich den Schutz der Ein- und Auswanderer in der ganzen Welt zur Aufgabe gestellt haben und in. Genf ein ständiges Büro besitzen. Es wurde u. a. über die folgenden Punkte beraten: Offizielle Anerkennung der Privatorganisationen zum Schutze der Ein- und Auswanderer durch die Mächte und den Völkerbund; Methoden der Zusammenarbeit der an der Konferenz beteiligten Organisationen in den verschiedenen Ländern; die Trennung von Angehörigen der Auswanderefamilien voneinander und die Maßnahmen zur Vermeidung solcher Grausamkeiten; Bekämpfung des betrügerischen Agentenwesens: Programm der nächsten Konferenz. An der Konferenz nahmen Vertreter von 40 Organisationen teil; von jüdischen Organisationen waren vertlBÜBni MMM fST iübff f Unngdkrekt): Eomtle des Dölsgations juivss, WM; Jewlsh Colonisatkon Organisation, Paris; American Council of Jewish Women, Newyork; Jewish Association for the protection of Girls and Women, London. In der Frage der offiziellen Anerkennung der Privatorganisationen wurde eine vom Emigdirekt-Vertreter Aberson eingebrachte Resolution angenommen, wonach das Exekutivkomitee der Konferenz beauftragt wird, sich mit der Verkehrs- und Transitkommission des Völkerbundes in Verbindung zu setzen, um eine Einladung' zur Teilnahme an den Arbeiten der Expertenkommission für den Schutz der Heimatlosen, sowie zu den anderen dem Schutz der Emigranten gewidmeten Konferenzen zu erhalten. In Bezug auf die Methoden der Zusammenarbeit der Privatorganisationen in den verschiedenen Ländern wurde eine Resolution Aberson angenommen, in welcher der Wunsch ausgesprochen wird, daß in jedem Lande eine beratende Kommission eingesetzt werde, die die Arbeiten auf dem Gebiete des Emigrantenschutzes in einem jeden Lande koordinieren soll. In der Frage der Verhinderung der Trennung von Familienangehörigen der Auswanderer wurde eine Resolution Presby angenommen, in welcher vor allem das Interesse der Konferenz für die kürzlich in den Vereinigten Staaten (vor allem im Senat) Alltags gstrstsnsn Schutzbestrsbungen ausgesprochen wird: ferner lenli Lte J?on|(ereng &le 9Iu|meri[am$«!l &er Ißigierungen aus die Frage hin, ob es wünschbar wäre, daß bei Ausstellung der Pässe eine eventuelle spätere Trennung der Familienangehörigen in Betracht gezogen werde. — Zur Beratung der Frage der Staatenlosen wurde ein Subkomitee gebildet, in welches von jüdischer Seite die Herren Lucien Wolf und Zvi Aberson hineingewählt wurden. PalSftiiro. Die Inquisition des Unglaubens. Jaffa, 29. Sept. Am Crew Suckoth kamen im Hafen von Jaffa Sendungen von Esr 0 gim zurück, denen die russische Zollbehörde die Einfuhr verweigert hat, weil die Esrogim der Ausübung des jüdischen Kultus dienen. Man glaubt sich um 400 Jahre in die Zeit der fpanijchen Inquisition zurückversetzt! Doch die Inquisition der Kirche predigte keine Menschengleichheit und keine Menschenverbrüderung, wie es das Sowjetruhland der Gegenwart tut. Es erweist sich wieder'einmal, daß die Unduldsamkeit des Unglaubens viel schlimmer ist als die DßS ElMtzMß. Das Vorkommnis beleuchtet gtrell die Uttterdrükk u n g der jüdischen Religion in einem Lande, dessen Juden vor dem Krieg die Kraft des jüdischen Volkes ausmachten. D e r 8 » r » r 1 i t Nr 41 Sei'r 7 Klagen der Jemeniten. Tel-Äwrw, 26. Sept. Aus der jemenitischen Siedlung Ir. Ganim bei Petach Tikwah wird uns geschrieben: Die Vereinigung der jemenitischen Juden in Tel-Awiw beklagt sich darüber, daß die zionistische Exekutive ihreni notleidenden und bedrückten Brüdern in Jemen keine! Einreiseerlaubnisse (Zertifikate) gibt, ungeachtet dessen, &if das b-ejt-e Merls(^enmatcrml für Pa» lÄfiiHA bilösn.. Mil zmsi Zähren Mvehl in ira ein Hilfskomitee, mit dem Zweck, Erleichterung der Aus-. Wanderung der Jemeniten nach Palästina zu erwirken. Wir glauben, daß eine solche Organisation auch in Deutschland am Plätze, wäre, um. den: frommen und fleizigen Leuten zu helfen. M. K. Umetila. Die Verminderung der Mischen Einwanderung in Amerika. Washington, 12. Sept. Der Generalsekretär des Arbeitsdepartements White gab eine Mitteilung über die Verminderung der Immigration nach den Vereinigten Staaten heraus, der zu entnehmen ist: Die Zahl der jüdischen Einwanderer ist in dm letzten 12 Jahren stark gesunken. Während noch im Jahre 1914 138.051 Juden in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, waren es in dem Jmmigrationsjahr 1. Juli 1925 bis 30. Juni 1926 nur 10.267 jüdische Einwanderer. Generalsekretär White teilte ferner mit, daß das Einwanderungsdepartement bereits die Maßnahmen zur Durchs rurt« des Plans de orißms im: tiöü. Ö3Q5 eine wettere Einschränkung Der Einwanderung für die Zukunft bedeutet, vorbereitet, so daß dieses Gesetz schon im kommenden Juli automatisch in Kraft treten wird. Ein amerikanischer Konflikt. Chicago, 31. August. Ein für die jüdische Allgemeinheit grundsätzlich bedeutungsvoller Konflikt ist hier zwischen der Hebrew- Free-School, einer Art Religionsschule, und der Wohltätigkeitszentrale der Chicagoer Juden ausgebrochen. Diese letztere, die in den Händen von Reformern ist, hat bisher der Schule eine größere Subvention gewährt, ohne auf den Unterricht Einfluß zu nehmen. Veranlaßt durch das, wie in Newyork so auch hier, bestehende jüdische Erziehungs-Komitee, hat nun die Wohltätigkeitszentrale die Zurückziehung ihrer Subvention für die Schule angekündigt, sofern der Schulvorstand Lehrstoff und Lehrpläne der Schule nicht den Anforderungen des Erziehungs-Komitees anpasse. Die Schule hat dies aus religiösen Gründen abgelehnt und gegen die Wohltätigkeitszentrale einen Din Thora angerufen, auf dessen Ausgang man gespannt sein kann. Inzwischen hat sich die Newyorker Presse mit der Angelegenheit ebenfalls beschäftigt und zieht mit bemerkenswerter Schärfe gegen V4Z MPH ZU ikOMlUMkUW, W EMWMfW heit der amerikanischen Orthodoxie zu unterdrücken, zu Felde. Das „Jewish Mormng Journal" schreibt: „Wir sind gewiß, daß die orthodoxen Juden schließlich die Reformer überwinden werden, und scharfe Beobachter unter den letzteren geben rückhaltlos zu, daß die Zukunft der Orthodoxie gehöre. Aber der Uebergang ist schwierig und dauert länger, als es sein müßte, weil diejenigen, die sich in der Rolle von Vertretern der Orthodoxie gefallen, die Prinzipien, die sie vertreten sollen, nicht mit genügender Festigkeit verteidigen. Wenn der Din Thora in Chicago in der jüdischen Welt zu einer Art Dayton- Prozeß werden würde, so könnte er dazu beitragen, die orthodoxe Judenheit Amerikas zu größerer Bewußtheit zu erziehen und ihr die Fähigkeit zu verleihen, ihre Unabhängigkeit und ihre Selbständigkeit sich zu erringen. Personalien. Brückenau, 7. Okt. Hier feiert im Kreise feiner Kinder der allseits beliebte, als echter Jehudi weitbekannte Bürger Joseph F i n st e r w a l d in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Möge 'vn ihm noch schöne, MWMMkk NlW Mlllkllr Mansbach, Sk. Hiinfsld. 3. Okt. Am 1. Oktober waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr Jakob Nußbaum das Amt eines Gemeinde-Aeltesten in hiesiger Gemeinde übernommen. Sein selbstloses Wirken und großes Ansehen, dessen er sich in weiten Kreisen erfreut, veranlaßten die Gemeinde, den Tag festlich zu begehen. Während das Borstsheramt -Fulda ein. Glückwunschschreiben sandte, hielt Hetr 'Lehrer S tei n--heim- Morg^NMttssdienst in der festlich -geschmückten Synagoge eins Festrehe, in der er/-rknkNützfend cinbie Hästhrä des Tages, zeigte, wie ein Führer^ in det Gemeinde fein 'soll,: unhMi« unser Jubilar -diese Ausgabe in den 25 .Jahren feiner Wirksamkeit'glänzend erfüllt hat. Die eigentliche. Feiex ging abends in dem nach Auflösung der.Schulstelle leider leerstehenden Schulhauses vor sich, wo Herr Lehrer Stein wieder der Gemeinde und seine eigenen Glückwünsche darbrachte und als Andenken einen mit Widmung verfßfM filBßMßn WM Mmllgtk. Mllll KM 818 genb zu i\)um Mcht uns kMMnls öle MM Qm® allerlei gelungene Vortrage. Sichtlich gerührt dankte der Jubilar in einfacher, herzlicher Weife allen, die ihn an dem Tage so sehr erfreut. Posen, 3. Okt. Herr Gemeinderabbmer Dr. Freimänn beging am Schmini Azevet seinen 60. Geburtstag. Herr Rabb. Dr. Freimann, der bekanntlich lange Jahre Rabbiner in Holleschau war, wurde nach dem Tode des unvergeßlichen Dr. Feilchenfeld dessen Nachfolger und hat sowohl in den Jahren des Krieges als denjenigen der Nachkriegszeit durch Umsicht, Tatkraft und eine keine Mühe und Arbeit scheuende jüdische Menschenliebe seine ganze Gemeinde für sich gewonnen. Herr Rabbiner Dr. Freimann gehört zu den besten Kennern der jüdischen Literatur des Mittelalters und hat sich durch eine Reihe von Editionen, zuletzt durch Einleitung und Durchsicht des von Wahrmann herausgegebenen Sefer Chassidim in der wissenschaftlichen Welt einen Namen geschaffen. Nordheim v. d. Rhön, 3. Okt. Die hiesige kleine Gemeinde ist von einem schweren Verlust betroffen worden. Frau Lina Schuster, die Gattin des Bernhard Schuster, ist von uns geschieden. Was sie in ihrem arbeitsreichen Leben an Werken von wn mb’m geleistet, ist auch entfernten Kreisen bekannt. Ihre Dienstbereitschaft, jedem Menschen, den sie kannte, irgend eine Liebestat zu erweisen, ist fast sprichwörtlich geworden. Immer bereit, Gutes zu tun, dem Armen und Reichen, dem Jehudi ob«* ■'■wi. war ihres Lebens Freude. Von ihrer echt jü- UsHr. MMMslM iBimtß Wm MM. Mi Ml bie Schwelle ihres chaufts trat. Eine unabsehbare Menschenmenge aus allen Kreisen der Bevölkerung gab der seltenen Frau das Geleite. An der Bahre entwarf der Bruder der Entschlafenen, Herr Lehrer Grünewald aus Schenklengsfeld, ein herrliches Lebensbild dieser seltenen Frau. Herr Lehrer Schloß aus Mellrichstadt widmete der braven Frau ebenfalls warme Worte des Gedenkens und pries namentlich die von ihr ständig geübte Mizwohmn-ii«na»* Herr Jacob Stein aus Schweinfurt dankte der Entschlafenen im Namen seiner Familie für zahlreiche, echt jüdische Liebestaten. Möge n"^n den schwergeprüften, hochbetagten Gatten trösten. .T'sxm >>« rmuwi miaooB— Vermischtes. Berlin, 4. Okt. Man schre.bt uns: Es ist wohl das traurigste Kapitel des Menschheitselends, daß es Mütter gibt, die nicht imstande sind, ihre Kinder zu ernähren, zu kleiden, zu erziehen und sie ewas lernen zu lassen, — die sich von ihnen trennen wollen, um sich selber wieder emporzuarbeiten und den Kindern die Möglichkeit geben wollen, in geordneten Verhältnissen, — gesunde Menschen zu werden. Es sind nicht die schlechtesten Mütter, die uns bitten: „Gebt mein Kind in gute jüdische Hände; ich kann nicht für es sorgen". Andererseits gibt es Frauen mit mütterlichem Empfinden, denen das Erlebnis der Mutterschaft versagt ist, die sich nach leinem Kinde sehnen, an dem sie und ihre Familie neue heilige Ausgaben zu erfüllen haben. Wir wollen Beiden helfen. fu<f^ert 9Ji«£fcec fü* bie uns gemetbetött ®trtber! All l!„Wr pir IS« für ü« Kftälta Mw! Wer an unserer Arbeit mithilft, bient dem Judentum. Zentralstelle für jüdische Adoptionsvermittlung des Jüdischen Frauenbundes. Vorsitzende: Frau Lina Mosheim. Geschäftsstelle: Elberfeld, Genügsamkertstraße 7. München, 4. Okt. Die wirtschaftliche Frauenschule in Wolfratshausen bei München, die feit Ostern eröffnet ist, bildet junge Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen heran und gibt ihnen die Grundlage zum Wirtschafts-, Sozial- und Lehrberuf. Es wird theoretischer und praktischer Unterricht in Haushalt, Küche, Garten und Geflügelzucht gegeben. Wolfratshausen ist die erste jüdische wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande in Deutschland und richtet sichin seinem Arbeitsprogramm nach staatlich vorgeschriebenen Lehrplänen. Der Ausbildungskursus ist zurzeit einjährig. Auf dieser einjährigen Grundlage wird dann die weitere Berufsausbildung aufgebaut. In diesem ersten Jahre werden ganz ausnahmsweise noch einige Halbjahrsschülerinnen ausgenommen. Die Schule wird in jüdischem Geiste streng rituell geführt. Die Lage der Schule ist landschaftlich schön und gesundheitlich günstig. Prospekte sind durch die Leitung der Schule zu beziehen. Hamburg, 5. Okt. Um den Feiertags-Gottesdienst am Roschhaschonoh-Feste in der Gemeinde Ahrensburg zu ermöglichen, hatte auf Anregung des Altonaer Oberrabblnats das Hamburger Deutsch-Jsraelrttsche Warsen-Jnstitut einige der älteren Zöglinge nach Ahrensburg be- [ TRoimefeldtsTee JOk» seif IOO Jahren bewährt von Millionen getrunken.