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Der Israelit · 1926-10-08 · Heft 41 (8.10.1926) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 41 (8.10.1926)
Date
1926-10-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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8. Oktober 1926 tung zwischen Otzthod^oxen und Nevlogen infolge des verfehlten. Kongresses staatsrechtliche Sanktion erhielt. Die MÄnisestation des Präsidenten der Budgpester HroWmeinde kann als erstes Dokument zur ÄnbaHnusig des gegenseitigen friödlichM Wrhalketis, mit' historischer Geüugtuung begrüßt Mrden. Es ist' ja offenbar, daß diese Manifestation: em feierliches Wfgeben der Geistesverfassung bedeutet, die in den Nachkon- Zurüäna^,me ' der ' schxmerzl.i^en'' MschitlhlrgUti^st, unter Änen/dse! rabMisMn^^ Autoritäten eines halben, ÄWchundertS zu 'leiden' hatten, als die versöhnenden ' Worte, die in diesem mutvollen Bekenntnis auch an die Rabbiner gerichtet sindl F r i' e d' l i ch e s 9t .e b e n e t n a n d e r s e in, b rüd erliche s Einv ern ehm ein g em e i n s a m e n Z i e l e n! Das ist. die Signatur der Tage, die zur Zeit in Ungarn gelebt werden. Man versteht 'endlich, daß man den falschen Weg^gegangen ist. Man sucht den richtigen Weg. Die erste Etappe aus diesem Wege ist glücklich erreicht Es wird ein historisches Verdienst von Dr. Alexänder Lederer bleiben, diesen Weg vorgezelchttet zu haben. LVochenrundschau. Zur Entwicklung der Gemeindegesetzfrage in Erez Jisroel Wir sind nunmehr endlich in der Lage, un- Qfym m mtem (SMa öiafgi fflattm Don Wortlaut des Berichtes zu unterbreiten, den die Referentin der Mandat-Commisston, eine schwedische Dame, Frau A. W i ck s e l l, der Commission in ihrer Sitzung vom 23. Juni ds. Js. über die Eingabe des Waad chair Aschkenasi und das Memorandum der Agudas Jisroel vom 11. Oktober 1925 erstattet hat. Jeder Kundige steht bei Vergleichung dieses Berichtes mit den aus zionistischen Quellen vor Monaten in die Oessentlichkeit gebrachten Nachrichten, wie wenig man sich auf diese privaten Veröffentlichungen verlassen kann. Richtig ist, daß die Mandat-Commission, wie zu erwarten war, ein endgültiges Urteil bis zu dem Zeitpunkt aufgeschoben hat, da ihr das neue Gemeindegesetz in endgültiger Form vorgelegt wird. Außerordentlich bemerkenswert jedoch ist nicht nur der Tenor des ganzen Berichtes, der, soweit be- Der Ssraeltt - ■ kansslt' HwerWMch. 'GlWyWpN''-AW' gefunden hak, sondern, sind, auch eine Reiheyon wichtigen Einzelheiten. Zunächst ist e§^ erfreulich festzustellen, daß die besonders' bösgxjige Absternpe? lunst dex.:Sonstenf-ßlsts'chen GemMde und der pälästinensischey unabhängigen Orthodoxie als „S e k-t e^ ein — sicherlich nicht ungern benutztes — Mißverständnis der zionistischen Berichterstatter darstellt, Der englische Ausbruck „secti ö n“ , unb eberifö sect. £>eb,exx£et-rttc£>i;5 roexier C I O II 1 MM «et( « »*)» »»«»« . . .;. i als Gr upp s oder Abt ei tun g. Das erhellt ja schon, ohne weiteres , daraus, daß die Verichterstatterin die römischen Katholiken, ebenso wie 'die Protestanten, sowohl als.. 8«etioN" als auchals „sects" innerhalb der Christenheit bezeichnet hat. Doch dies nur nebenbei. Das Wichtigste, ist die aus dem Berichte klar hervürgehönde Erkenntnis, daß schon der Ans p r ü ch he r Juden auf gle i ch b e r e ch - t i g t e Behänd l u n g mit d'e n C h r.i st e n in Palästina unbedingt die moral i s che Rechtfertigung desAnspruchs der Sonnenfeld'schen Gemeinde in s i ch b i r g t. Es ist ebenso sittenwidrig und stellt einen ebenso großen Gewissenszwang dar, orthodoxe Juden g e g e n ihren W i l l e n mit rein Nllliolllll MilchstM. Dir iTDcmcfcrtcn MMM jüdischen Gesinnung baren Elementen in eine einheitliche religiöse Organisation zusammenzwängen, wie die einheitliche Organisation einer christlichen Religionsgemeinschaft mit römisch-katholischen, griechisch-katholischen und protestantischen „congregations". Die Berichterstatterin hat klar erkannt, daß hier dem einen recht, was dem andern billig ist. Endlich sei auf einen Hinweis aufmerksam gemacht, der besonderes Zeugnis ablegt für den Ernst, mit dem die Berichterstatterin ihre Aufggtzs mßßmffm hat, Mi HinwM MlM aus denjenigen Punkt, in dem sich die jüdische Religion von den in Westeuropa herrschenden Religionen grundlegend unterscheidet: das religiöse Moment durchdringt grade beim jüdischen Volke schl echterd ings d as gesamte kommunale Leben, einschließlich dessen so hat Frau Wicksell mit Recht bemerkt, was „w i r gewöhnt sind, als bloße politische o d e r m u n i z i p a l e Funktionen z u b etrachten". Dies ist der Kernpunkt des ganzen Problems. Denn auf dieser Tatsache beruht im tiefsten Grunde der historische Anspruch der orthodoxen Judenheit, ein vollkommen unabhängiges, d. h. ausschließlich dem Diktat der Thora unterworfenes Gemeinschaftsleben zu entfalten. Aus dem Prinzip 3^41 SW'8 tesl h e iT tzrWen sich nur die n e a a t'i v,e n Forderungen, des großen BefreiusitzAgnlpfes öex palästinensischen Ürthodoxie, positiv jedoch ist es das Sehnen nach, freier Entfaltung eines allumfass e n d e n / K,u 1 t ür elles und P o l i ti - sich es,' Derwaltungs- und Erziehung s w e f e n m i t d e M e w i g l e b e n d i - g en, Go t t e s g eist e d u r. ch d r i n g e n d e n £ b xxx m un ct l e n fi e b e rt ’s. 3aruni tji ber Kampf iit Erez Jisroel, in demjenigen Lande, das ja die eigentliche Heimat des jüdischen Geistes bleiben und werden will, von ganz anderer, weittragenderer Bedeutung als etwa m England oder in Deutschland. Darum auch kämpft die palästinensische Orthodoxie nicht bloß um Kult u s freiheit, sondern um ö f f e n t l i ch - r e ch tjiliche Anerkennung ihrer Gemeinch ä f t, die nun einmal, für die Seele der Heranwachsenden Jützend von starkem sittlichen Einfluß ist. Das Referat der Frau Wicksell, die diesen Dingen bisher doch sicherlich ganz fern gestanden hat, gibt die tröstliche Zuversicht, daß alle objektiven Beurteiler jüdischen oder nichtjüdischen Glaubens, sofern sie nur bemüht sind, sich von etttfetUjje* 3t<mtf4tf<4>ex? (EmflellimQ frei 31t getiten, .. ... .... ’ 1 * 5C * “ allmählich zur Erkenntm? der wahren Sachlage durchdringen werden. Er hat nur die Raffe gemeint . . . Die „Flamme", ein in Bamberg erscheinendes obskures Antisemitenblättchen, behauptet, Talmud und Schulchan Aruch erlauben, ja, gebieten den Juden, nichtjüdische Frauen zu schänden, und sie fälscht dabei eine Statistik, Um nachzuweisen, wie getreulich die Juden von heute in Deutschland diesem Gebote folgen. Von zuständiger jüdischer Milk Kikö TMsngkiSk M ökk MsslssnKWschüft Mattet. Dis Antwort des Ersten Gtaats^- anwält in Bamberg tautet: „Anz. Verz. D. 741/26 : Der Erste Staatsanwalt für den ' Landgerichtsbezirk Bamberg. Bambergden 24. August 1926. Der beanstandete Aufsatz in Nr. 23 der „Flamme" stellt die Behauptung auf, „die rabbimsche Lehre mache die Schändung nichtjüdischer Frauen und Mädchen zur Pflicht und zum religiösen Gesetz". Er enthält also einen Angriff auf eine Lehre der jüdischen Religionsgemeinschaft. Der § 166 StGB, will aber nach seiner Fassung und Entstehung nicht die Lehre der Religionsgemeinschaften, sondern nur die Gesellschaft selbst und deren Einrichtungen gegen beschimpfende Angriffe schützen. Nach ständiger Rechtsprechung ist die Lehre nicht als Einrichtung im Sinne dieser Bestimmung zu wachten. Ein Angriff gegen einen Lehrsatz verstößt daher nicht gegen 8 166 StGB, (siehe Entscheidung des Reichsgerichts vom 4. Februar 1896, Entsch. Band 26, S. 436). WKMMnsm mm f? MllM, Prozesse zwecklos, eine Renovierung uninögliw iss. Eine neue Synagoge mutz an Stelle der alten erstehen. soll nicht anders die noch pulskräftige Gemeinde, ohne Zentrum, ohne Lebensnerv selbst in Verfall geraten. Die Baupolizei wacht bereits mit scharfem Auge über die Gefahr und völlige Schließung ist nur eine Frage von Wochen oder Tagen. Was soll geschehen? Die Gemeinde Dieburg zählt heute noch einige und vierzig Familien, unter denen die Steuerzahler, oder gar die kräftigen Steuerzahler gezählt sind. Diese wollen mit ihrer Opferleistung bis zum Aeutzersten gehen. Sie wollen 23—30 000 Mark aus eigenen Mitteln für den Synagogenbau aufbringen. Das ist. ungefähr ein Drittel von den Gesamtkosten. Wer leistet den großen Rest? Es handelt sich, das sei besonders bemerkt, nicht etwa um eine Gemeinde, die sich eine Synagoge zum Luxus auf Anderer Kosten errichten möchte. Es ist eine Gemeinde, die mit täglichem Gottesdienst, mit gutem Religionsunterricht, mit einer zuverlässigen Schechita, mit fast ungeteilter Sabbatheiligung, mit einem Lehrer, der, aus der alten Würzburg-Höchberger Schule hervorgeg.angen, feit 3ö Jahren im Sinne dieser Schule lehrt und wirkt, mit allen EiniiÄwnsm fflft MiMMss Gemeinde, ein Stützpunkt öes orthodoxen Landbezirkeo von Darmstadt ist. Wie sollte aber der heute noch kräftige Körper weiter leben und gesund bleiben, wenn mit seiner Synagoge das Herz zu schlagen aushört?! Wir wissen, es gibt in der großen Stadt näherliegende Rot zu lindern, es muß vielfach mit dem Nötigsten ausgeholfen werden. Aber darum sollte uns der Schrei einer guten, ihre Pflicht tuenden Gemeinde, nach dem geistigen Brot des Tages nicht unberührt lassen. Wir haben noch Bevorzugte, die f?!} Qbo6oteferi>en ein 22TeI,r Jür ®Ieibenöes erübrigen. Hier w«re für ein indisches Mae'z'enäiew' tum Gelegenheit geböten, an einem iüdischen Kulwrdenkmal mitzuarbeiten, das nickt aus totem Erz und Stein besteht, sondern von dem Leben ausgeht für Land und Stadt. Es werden beute alte Synagogen ausgegraben, in Persien, in Klein-Asien, sogar in China, man läßt sich etwas dafür kosten. Ls wäre am Ende e.ne ebenso edle Tat, eine noch bestehende Synagoge in noch blühender Gemeinde vor der Verschüttung zu retten. Auch wenn sie in Dieburg bei Darmstadt liegt und nicht in Honkong in China. Aber es soll hier kein Vorwurf erhoben, sondern, nur die Aufmerksamkeit aller, die es können, auf diesen Punkt gelenkt werden- Es unterliegt keinem Zweifel, daß es nur dieser Anreaung beduste. In Dieburg hat ein tatkräftiger Vorstgnd, an dessen Spitze auch ein in Frankfurt und anderswo wohlklingender Name ftebt, die Sgche in der Hand. Damit ist auch die Stelle gezeigt, an die materiell begüterte und ideal veranlagte Interessenten zum Zwecke dieser Wiederausbauarbeit im schönsten Sinne sich wenden möchten. —tz. ir!3j?n nrm Im Anschlüsse an vie so überaus interessanten Ausführungen des Herrn Dr. B. C. in Nr. 39 möchte ich wenigstens dazu beitragen, denjenigen Herren, welche diese schwierigen Berechnungen machen wollen, einen Teil Arbeit dadurch abzunehmen, daß ich die riahre 5715, 5/42, 5766. 769. 58 i3, 5840, 5864, 5891, 5918, 5962, 5989, 6013, 6016, 6060, 6087. 6111, 6114, 6138, 6165, 6209 und 6236 als diejenigen zwischen 0688 und 6250 feststelle, in welchen fragliche ,t»!VT Dorltorrirneir Btctixitj als geinö^nlic^e ^|a^rc mit ber iT3Ä mrap' einem Hchalstahre folgen. Diese unmittelbar vorhergehenden Schaltjahre haben ausnahmslos nur die eine rr^nn also nvv 21^ am raff- Wie selten auch innerhalb dieser Constellationen die b"bpn rea rnn nötig wird, mag die Tatsache zeigen, daß zwischen 1758 (5519) und 5C88 (1927) auch die Jahre 5566, 6593, 5617, 6644 und 6671 diese Reihenfolge der nisr’aj? hatten, ohne trspn i"va nötig zu machen. Leopold Mosbacher. Das teuerste Buch der Welt. Rach langwierigen, viele Monate dauernden Verhandlungen ist endlich die zweiundvierzigzeilige aus Pergament gedruckte Gutenbergbibel des Benediktmerstifts St. Paul im Lavanttal (Kärnten) verkauft worden. Der Preis beträgt ohne Spesen rund 1200000 Rmk. De?Käufer ist der bekannte Sammler Dr. OttoF. Dollbehr inRew-Bork. Der Kauf erfolgte durch die FirmaI. Kaufsmann. Verlag und Antiquariat in Frankfurt a. M., deren Inhaber Dr. Felix Kaufs mann, die Verhandlungert |>erf0nlicq an Örf xtrtb Stelle abfcfjlofj. Hrrtzrrt Nrichn??, in Wir furter Zeitung" mtttettr, war die Konkurrenz der deutschen, englischen, italienischen und amerikanischen Händler eine sehr scharfe. Zahllose Telegramme und Reisen erfolgten, der Bibliothekar des Stiftes mutzte sogar auf seinen Urlaub verzichten, der stille, lieblich gelegene Ort war das Ziel aller bedeutenden Antiquare diesseits und jenseits des großen Wassers. Was die 42-zeilige Gutenbergbibel betrifft, das kostbarste Kleinod des Buchdruckes, so wäre zu er-

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