Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 39 (21.9.1926)
- Date
- 1926-09-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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2L September 192c An diesem Vorfall ist kein wahres Wort. Weder dem Metzgermeister Reis noch dem Lehrer Siegmund Marx in ö£eln(>aufen tf£ aud) nur non einem ähnlichen Vorfall während ihrer langjährigen §at!g^e!t *m Gelnhausen etwas bekannt. Außerdem haben sämtliche n'chtjüdischen Metzger von Gelnhausen, die täglich beruflich im Schlachthaus zu tun haben, durch Unterschrift der Gemeinde Gelnhausen bestätigt, daß sowohl dieser Vorfall .frei erfunden ist, als daß auch niemals etwas Aehnliches im Schlachthaus Gelnhausen sich ereignet hat. Unter den Unterschriften befindet sich auch diejenige des Obermeisters der Metzgerinnung Gelnhausen. Die Israelitische Gemeinde Gelnhausen hat in ständiger Fühlungnahme mit dem Zentralverein die erforderlichen Schritte wegen dieser Verleumdung eingeleitet. Von dem Ergebnis werden wir an dieser Stelle Mitteilung machen. Ein Memorandum der jüdischen Gemeinden Ungarns. Budapest, 8. Sept. Die Zeitung „Egyenlöseg" veröffentlicht ein neues, in sehr scharfem Tone gehaltenes Memorandum der jüdischen Gemeinden Ungarns an die Regierung, in welchem die Abschaffung des Numerus clausus gefordert wird. (ITA). Psleir. Die Ritualmord-Propaganda in Polen. Warschau, 14. Sept. In Dobczyn wurde von den antisemitischen Kreisen im Zusammenhang mit einem ermordeten Zigeunerk i n d Ritualmord-Propaganda hervorgerufen. Es fanden .in Dobczyn tumultuöfe antijüdische Exzesse statt, wobei zahlreiche jüdische Bürger mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Seitdem .in Dobczyn verstärkter Polizeidienst eingesührt ist, herrscht dort Ruhe. Dagegen fanden in dem benachbarten Städtchen G o l u b mehrere Tage hintereinander Ausschreitungen gegen Juden statt, wobei MMm Büroer Köm NMMMn mrlMMio s*? Zigeuner, bte froh find, bött Verbacht b^tf Mbkdschllld bbll sich abwälzen zu können, wandern in der Gegend umher und Hetzen überall die christliche Bevölkerung gegen die Juden auf. Schuld an den antijüdischen Ausschreitungen ist ein gewisser Teil der polnischen Intelligenz. Der Bürgermeister von Golub nimmt offen Partei gegen die jüdischen Bürger; seine Gattin nähte persönlich das Totengewand für das Zigeünerkind. Der Stadtarzt, Dr. Czifzewfki, erklärt, festgestellt zu haben, daß dem Kinde Blut abgezapft worden ist. Christliche Kaufleute kleben in die Auslagefenster ihrer Geschäftsläden Pogromaufrufe. Die Juden des Städtchens wagen es nicht, die Straßen zu betreten und haben auch während der Roschhaschonoh-Tage die Synagoge nicht besucht. in Palästina, da Palästina doch im Vergleich zu den anderen südlichen Ländern, einschließlich Korfus, als Land der Esrogim den ersten Platz behaupten wird. Kalender. Wie immer, sind zu Rosch Haschonoh mehrere Buch- und Wandkalender erschienen. Als guter alter Freund grüßt uns, schöner und farbenreicher wie sonst, der Abreißkalender des Waisensonds der Agudas Jisroel in der Schweiz. Der Kunstdeckel, an dem die Abreißblätter mit allen nötigen kalendarischen Angaben hängen, zeigt Waisenhausgebäude hinter Palmen- und Baumgruppen. Nach jedem vierten Blatt mahnt ein eingelegter Einzahlungsschein an die Entrichtung der SJionatsfpenöe. Soqar eine SSarmisrooIi.JEatelle, Singaten " ll 8 . ' , J rm £ Über Kibbusch Gsrvvnvh der- <rrrc^ Wandschmuck seinen Zweck erfüllende Kalender. Der Jüdische Frauenbund schenkt seinen Mitgliedern und Freunden einen in Blockform gehaltenen Kalender, der neben dem kalendarischen Inhalt eine reiche Fülle von Kunstblättern bietet. Wir sehen die Glücke! von Hameln, symbolische Bilder von Max Lieberrrrann, Ernst Oppler, Budko, Abel Pan und anderen, auch vortreffliche bildliche Darstellungen aus dem Leben in den verschiedenen Heimen und Instituten des Frauenbundes. Das Ganze ist mit viel Liebe und Geschmack zusammengestellt und als Agitationsniittel für die gute Sache von größter Wirkung. Die Agudas Jös ro e l-I u g e nd gru p p e in Wien brachte Luachblätter heraus, in denen der literarische und belletristische Teil den kalendarischen weit überwiegt. Neben orientierenden Mitteilungen und agudapolitischen Aufsätzen finden wir darin Artikel von Isaak Breuer, Dr. Deutschländer, M. Löwy, Brarft Israelit Nr. 39 Seite 7 Huftlau*. Eine Synagoge in einen Arbeiter-Klub umgen>äii$llt. Kiew, 8 .Sept. Nach einem erbitterten Streit, der mehr als drei Jahre an gedauert hat, hat der Kiewer Stadtrat beschlossen, die beühmte Kiewer „Chor-Schul" in einen Arbeiterklub umzuwandeln. Der Beschluß wurde nun unmittelbar vor den hohen jüdischen Feiertagen publiziert. — In fast allen Konferenzen der jüdischen Arbeiter und Handwerker wurde die Umgestaltung der Chor-Synagoge in einen Arbeiterklub, gefordert, indem darauf hingewiesen wurde, daß die Arbeiterschaft und insbesondere die arme Handwerkerschaft eines Bildungshaufss ermangelt und ihre Kulturtätigkeit in ganz unzureichenden engen und finsteren Räumen ausüben muß. Erst jetzt aber wurde der 2Siöer|tan& Der ^c^örDen be|ieat un£> tsi-e geforderte llm= MtalUMK vollzogen. Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage hat sich Tel- Awiw gerade diesen Sommer sehr verbessert. Zwei große Hotels ersten Ranges sind errichtet worden. Der Strand 8Wl! iMftfMÄ MMllMMW m MUkllWMl des Publikums. Zahlreiche Straßen wurden asphaltiert. Tel-Awiw hat zum. Wohnen bedeutsame Vorzüge gegenüber Jerusalem mit seinen holprigen Straßen, seiner staubigen Luft, seinen großen Entfernungen. Tel- Awiw kennt keinen Staub, hat eine kräftigende, reine Seelüft'und eine Fülle gesunden Wassers. Wer Geld besitzt, braucht in Tel-Awiw keine der Errungenschaften der Neuzeit zu entbehren. Merkwürdig ist, daß auch die Institutionen der zionistischen Verwaltung, die in Jerusalem nicht nötig sind, dorten mit ihren Beamten in arabischen Häusern zur Miete sind, während in dem jüdischen Tel-Awiw hunderte Wohnungen leer stehen. Jeder Zuwachs in Tel-Awiw bedeutet eine 23erme^rung Der mateiriellerx jübtfdjert Äraft in WlWnü in Jerusalem raqji. Vor einem Schochtim-Streik in Rewyork. Newyork, 6. Sept. Der 7000 Mitglieder zählende Verein der Schochtim in Newyork stellte dem Geflügelhändlerverein die Bedingung, daß jedem Schachet wöchentlich 60 Dollar zu zahlen seien, widrigenfalls die Schochtim sich genötigt sehen werden, in den Streik zu treten. ItolSftiiM». Rückwanderer. (Bon unserem Korrespondenten). Tel-Awiw, 5. Sept. Das Anwachsen der Rückwandererziffer zeigt die katastrophale wirtschaftliche Lage. Vorige Woche haben vom Hasen Jaffa aus etwa 500 Juden das Land wieder verlassen. Zahlreiche dieser Enttäuschten haben ihr Vermögen zugesetzt. Zahlreiche haben infolge Arbeitslosigkeit gehungert, bis es nicht mehr ging ... An und für sich wäre noch manche Arbeitsmöglichkeit bää _ üb® Ml für 31D0IL iso miro m m Chaussee Tel-Arviw—Petach Tikroah von einem Ünternehmer gebaut, der keinen jüdischen Arbeiter beschäftigt. Zur Illustration der wirtschaftlichen Lage diene die Tatsache, daß die Stadt Tel-Awiw im vergangenen Jahre in den Monaten April bis August 6500 Pfund an Baugebühren vereinnahmte, während in diesem Jahre nicht einmal der zehnte Teil dieser Summe erreicht worden ist. Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß von September ab die monatlichen Ausgaben der Stadt um 3000 Pfund verringert werden müssen. Bisher hat die Stadt von der Regierung keinerlei Zuschuß erhalten, weder für Schulen noch für Polizei, noch für Gesundheitswesen. Auch die Leitung des Misrachi hat das Bestreben, alles in Jerusalem zu konzentrieren. So wäre sein Lehrerinnenseminar zweckmäßiger in Tel-Awiw, das eine orthodoxe Mädchenschule hat, während in Jerusalem für das Seminar der Unterbau fehlt. Briefkasten. A. <L. An Rabbiner Klaff in Salanty, Litauen. Aavv. I. Gordon. ZZonrnemonly. Wir nehmen und bringen berichtigend zur Kenntnis, daß das nw ’atorr NJfi ’Nn sich nicht auf inTJotn warn? bi bezieht, sondern aus die erste Mischna: an ptnED (:'i *p) pnan* Sicherlich liegt der Fehler bei uns und nicht bei nnaw *t,nö '> Familiennachrichken. Barmizwo: Harry. Sohn des Herrn Max Weinberg und Frau Bettt geh. Herzberg. Fulda, Bahnhofstraße S. nnwna raff- - Siegfried, Sohn des Uerrn Jac. E. Eisenmann, Frankfurt am Main, Grünestraße ^2. rptznnn 'W- — it«ff 7j MnnßfpN a, M., rrfiria fiai" Synagoge Friedberger Anlage Siegbert, <Soyn des Herrn Gustav Ansbach, Köln a.Rh., Engelberlstraße 7. U'VNia 'S. Vermischtes. Fulda, 19. Sept. Kürzlich war ein Jahr verflossen, seitdem im Kreissiechenhaus dahier eine jüdische Abteilung für Alte und Sieche eingerichtet wurde. Bis jetzt sind 9 Insassen untergebracht, die von den Schwestern in rührender Weise gepflegt werden; die Leiterin der jüdischen Abteilung versorgt ihre Schützlinge vorbildlich. Das Kuratorium gibt sich alle erdenkliche Mühe, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Wilhelmshaven ,15. Sept. Am Sonntag, den 3. und Montag, den 4. Oktober findet in Norden (Ostfriesland) tislava, Dr. M i ch a l f k i, Karlsruhe, Jacob Rosenheim, S. Schachnowitz und A. Weiß. Der kalendarische Teil enthält alles, was von einem Kalender erwartet werden muß. Einige eingestreute Illustrationen erhöhen den künstlerischen Wert der Luachblätter. laufen, daß sie glauben, irgend eine jüdische Instanz könnte die Verpflichtungskraft der Gottesgebote aufheben. Wenn nun Budapest im Städtekampf gegen Berlin verliert, wissen wir, wer schuld ist — der Iomkippur. (Völkerbund und Roschhaschono.) Nicht allein wir brachten die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und die Reden Strefemanns und Briands mit unserem Roschhaschono in Verbindung. (Siehe Wochenrundschau der jüngsten Nummer.) Auch andere taten es. So schreibt das Ludendorfffche Organ in München, „Völkischer Beobachter": „Wer den vollständig jüdischen Ritus der Freimaurer kennt, wird sich nicht darüber wundern, daß Deutschland am 1. Tischri in den Logenbund ausgenommen wurde und daß es den Ratssitz als jüdisches Reu- MkMsHM MWM XDas?l (Athleten sind keine Hungerkünstler.) Mt der rührend naiven Objektivität, mit der die ITA. Gutes und Böses, Jüdisches und Antijüdifches, Ernstes und Lächerliches behandelt, bringt sie in ihrer Ausgabe vom 20. September folgende Nachricht aus Budapest: „Budapest, 17. Sept. (ITA) Budapester Sportsvereine ersuchten die Budapester Israelitische Kultusgemeinde, vier jüdischen Athleten Dispens vom Fasten am Jom Kippur zu erteilen, weil sie am Sonntag nach Jom Kippur an dem Athletischen Städtekampf Budapest gegen Berlin teilnehmen. Das Rabbinat hat dieses Gesuch abschlägig beschieden und fügte hinzu, daß bei dem vieljährigen Training der Athleten das Fasten ihre Leistungen nicht beeinträchtigen werde. Ein Fasten-Dispens kann nur kranken Personen erteilt werden." Soweit sind also bereits die jüdischen Kraftmeier und Schnelläufer vom Wissen um das Judentum wegge- (Schade!) In einem Abteil der russischen Bahn zur Zarenzeit sitzt ein Offizier mit einem Hunde. Ihm gegenüber ein Jude. Der Offizier spielt mit dem Hunde, den er scheinbar sehr liebt und nennt ihn, um den Juden zu kränken, M o s ch k e. „Na, wie gefällt Ihnen mein Hund?", wendet sich schließlich der Offizier an den Juden. „Ein vortrefflicher Hund," sagte der Jude. „Schade nur, daß er einen jüdischen Namen trägt, er hätte sonst Offizier werden können . . . (&oman tmb Feuilleton siehe 'Illustrierte Beilage.) Wochenkalender. vom 23. Sept. bis 2. Okt. 1826. ' vom 17. - 24. Tischri 5687 Samsrag Sep. 25 17 Sonntag 26 18 Nontag 27 19 Dienstag 28 20 Mittwoch 29 21 Donnerstag 30 22 Freitag Okt. 1 23 Samstag 2 24 tyian Vm nap isivn Vim o dv> " " 'X " " " ", " pb'van any naswin ms? ,rat7 nVnp mw nnw vinn panaa rwma Mauled: Dienstag mittag 11 Uhr 42 Minuten.