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Der Israelit · 1926-09-16 · Heft 38 (16.9.1926) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 38 (16.9.1926)
Date
1926-09-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 18 / Zugend und Thora. Werbewoche in Breslau. In großen Lettern lenkten diese beiden Worte auf den Anschlagsäulen unserer Stadt als Motto die Aufmerksamkeit der Breslauer jüdischen Bevölkerung auf die von der hiesigen Agudas rocl Sugiitf awf ^nv^unQ b&¥ ac-,r^, T, D perättstsltötsn Werbewoche. Schon die am Montags stattgesundene Eröffnungsfeier, die unter. E besonderen Parole „Rettet die Jugend sür die Thora" stand, gestaltete sich zu einer imposanten und machtvollen Kundgebung für die Idee der Agudas Jisroel. Begonnen wurde die Feier durch einige hebräische Gelänge, »orgeiragen non einem Kinder«Hor> her sich aus Schülern uni) Schülerinnen her hiesigen jüdischen Schulen zusammensetzte. Es folgte ein Prolog „Israels Segen" nach einer bekannten Erklärung von Dr. Ehrentreu, der in eindring lichen Worten auf die Pflicht der Eltern, das Thoralernen in der Erziehung, voranzustellen hinwies. Mit markanten Worten auf die Bedeutung der A.J, und die hohe Ausgabe, die der Jugend bei der Bemirklichung dieser Ziele zu alten, fiiid|enö, begann die Rehe der Redner Wreschner, durch die Eröffnungsansprache, in der - er die zu Hunderten erschienenen Gäste, insbe- ^anbere dis ^errett Utabbiner, die Vertreter der verschiedenen Vereine unh Kuratorien, 8chulen und Presse aufs herzlichste begrüßte. Er gedachte weiter in kurzen Worten der Verdienste des vor wenigen Wochen dahingegangenen Agudoführers, Herrn Rabbiner Dr. Salomon Breuer s. A. Die Versammlung ehrte auch ihrerseits durch Erheben von ihren Plätzen das Andenken dieses großen Toten. Als Vertreter des Gemeinde rofeHnais miß des bissigen Bes Sin tegruj^le nttttUiel)r HZ!?!? Simon sohn die Bestrebungen der gesetzestreuen Jugend und richtete einen besonders eindringlichen Appell an die anwesenden Eltern und nicht zuletzt auch an di^'Jugend, nicht nur durch das Thorastudium, sondern durch eine dem Geiste und den Geboten der Thora entsprechende Lebensführung sich auszuzeichnen. Ihm folgte Herr Rabbiner Dr. Cohn als Vertreter der Agudas Jisroel Ortsgruppe Breslau, der, anknüpfend an die enge Verbundenheit von uschmartem waassissem auf die gedeihliche Zusammenarbeit von Orts- und Jugendgruppe hinwies. Mit warmen Worten übermittelte sodann Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt, der Direktor Der Breslauer Oööertn illDWm MM öik Wrllkommsgrüße der Jungen und Jüngsten der Breslauer gesetzestreuen Judenheit. Herr Dr. F r e y h a n überbrachte für den Bund Jüdischer Akademiker und insbesondere für die Vereinigung Jüdischer Akademiker Breslau als Abgesandter des älteren Bruders der jüngeren Schwester ebenfalls feine besten Wünsche für den guten eVrlauf der geplanten Werbewoche. Ihm schloß sich Dr. Siauf als Vertreter her Csra-Örga- TriffftipTT ^e|c^urwrt anf um in einer bei 9ucje«& und Alter gleichermaßen mit Beifall ausgenommenen Ansprache auf die enge Verbundenheit der Esra-Jdee mit der Parole „Jugend und Thora" hinzuweisen. Ihm folgten als letzte Begrüßung kurze Worte des Vertreters des Verbandes der Ostjuden in Breslau. Nunmehr begann unter gespannter Aufmerksamkeit der anwesenden großen Versammlung Herr Wolf S. Jacobson-Hamburg seine groß angelegtes Referat über dieJdeeundOrganifation der Agudas Jisroel. Unter Ausschmückung durch zahlreiche Midraschim wies der Festredner in begeisterten und begeisternden SBorien darauf ^tnf baß 9u<jen& Ün&e Silier gleichermaßen nur die Lehren der Thora auszuüben haben, um die gewaltige Idee der Agudas Jisroel zur Verwirklichung zu bringen. Dementsprechend stellt die Agudas Jisroel die Lehrer der Thora an die Spitze ihrer Organisation, um ihr Wort trotz ihrer angeblichen Weltfremdheit in D er 3 s r a Bl ä t eilt < e r .. ihrer Erhabenheit wechselnden Zeitgeist zur Richtschnur 'ür sämtliche Beschlüsse der Weltorganisat'^ machen. Mit dem Appell schloß Herr Jacobson unter tosendem Bestall 0cr Versammlung seine Festrede. Der ^uer der Versammlung dankte in kurzen herzlichen Worten Herrn Jacobson und allen.denen, die zu dem Gelingen des Abends beigetragen wies weiter auj die tm ßan|e der Werbswochö zum Zwecke Der materiellen Markung der Organisation veranstaltete Haussammlung hin. Mit dem Ruse „Rettet die Jugend für die Thora" schloß er den Reigen der Ansprachen. Ein von Herrn Kantor Topper unetr Klavierbegleitung vorgetragenes hebräisches Lied gab dem bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterlassenden Abend einen harmonischen Ausklanß. Mit SpättttUttZ 1M& EMSVtllllg siöht Dio Breslauer Judenheit den weiteren angekündigten Veranstaltungen der Werbewoche „Jugend und Thora" entgegen. Breslau. Im Rahmen der von der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Breslau veranstalteten Werbewoche „Jugend und Thora" fand am Freitagabend unter der besonderen Parole „Die jüdische Jugend Deutschliuids und Erez Jisroel" eine zemtliche Zutott, Rehr als hundert Iamen und Herren amenun »m r Bewirtung Sorge trugen. Rach einer kurzen Begriißungsanfprache des Vorsitzenden und den Gesängen einiger Semiroth gab das Mitglied der Jugendgruppe, Herr MM v F I tt U &) mm MWMHM ”&er Tfne Reisserndrücke in Erez Jisroel. In anschaulicher und oft ergreifender Weise erzählte er von dem Leben und Treiben des alten Jifchuw, der neu eingewanderten Aulim und auch der vielen Fremden, die das heilige Land bewohnen. Die vorgerückte Stunde zwang die Leitung, das Programm vorzeitig abzubrechen. Der Sabbatnachmittag vereinigte wiederum in den Vereinsräumen eine große Anzahl von Mitgliedern und Freunden der Gruppe zu einem Drofchovortrag des Herrn Hirsch Merkin, Leipzig. In einer mehr als einstündigen Ansprache verfiartb «s ^err SÜh&irtxn f)f± txrxL jolxrrtrt Bittrcl) .UllUU. legungen seine Zuhörer zu fesseln. 2>ie §<hlußveransialtung der Werbewoche bildete der Sonnabend abend veranstaltete Dlskussionsabend, dem die besondere Parvle „Die j ü d i s ch e I u g e n d f ü r A g u d a s I i s r 0 e l" gewidmet war. Diese Veranstaltung erfreute sich ebenfalls eines sehr starken Zuspruchs seitens der Breslauer gefetzestreuen Kreise. Das Hauptreferat hielt Herr Hirsch Merkin, Leipzig, in dem er nochmals in eindringlichen Worten auf die große Bedeutung der Jugenderziehung im Geiste der Thora hinwies. An diese Ausführungen chloß sich eine lebhafte Diskussion, an. der sich Hexr N 0 t k 0 p f unter Hinweis auf die Erziehungsverhältnisse im Osten, Herr Dr. Stark und Herr Dr. E. Freund unter Hinweis auf die Ziele und Zwecke der Esra-Organisation beteiligte. Der Leiter der Versammlung, Herr Kurt Schneller, erwiderte den einzelnen Rednern. Mit einem warmen Appell an die Breslauer jüdische Jugend stk>l„tz £>err Msrkin gegen Mitternacht die eindrucks- BÄüi Mvssuu»lu»z iut& zugUH w WVwwllLö. Mo Qino 'tarte Aesllgung der Ideen der Agudas Jrsrasl-Jugsvdorganifation in Breslau bedeutete. Vekh Jakob in Polen. Von Sara Rosenöaum-Z3am6erger in Arankfurt. PINN» 1^'1X2 ixnpj »Vs ’kt» 2'2v 'XV -11»xn NL bv *|Vmi 1X2' „Erhebe deine Angen nach allen Seiten unb siehe! Tie «tte versammeln fi^, lommen Helm zu Dir, Deine Söhne finds, die aus der Ferne heimkommen, und Deine Töchter, die wieder Dir zur Seite erzogen werden!" Ist es nicht, als ob beim Hören des Prophetenwortes des heutigen jntf' das Mädchenschulwerk, das im Osten im Werden ist, in der ganzen Größe seiner Hoffnung vor unsrer Seele lebendig wird! Beth Jakob! Was unter diesem Namen enttand, was Gewaltiges unter diesem Dache lebt und wirkt, davon weiß man bei uns im Westen, ja auch drüben im Osten selbst, noch viel zu wenig. Vor wenigen Jahren noch die heiße Sehnsucht nur einer für ihre jüdischen Schwestern ginnten FrM dzn Tvrllm zinrs WkllMM Herzens, das Ziel eines starken, begeisterten Willens, ist das Mädchenschulwerk Beth Jakob heute ein täglich mehr und mehr erstarkender Baum, der Ast um Ast, Zweig um Zweig, Blatt um Blatt ansetzt, wächst und blüht und köstliche Früchte reift. . J6. September 1826 „Sie alle versammeln sich, kommen heim zü Dir!" Ja, in die Ferne, in die Fremde waren siö gegangen, die Töchter frommer Eltern, täglich weiter, ferner fort von diesen. Von der sich auf die Knaben konzentrierenden Erziehung vernachlässigt, sich selbst überlassen, suchten sie Anschluß, an fremdes Wissen, fremde Bildung, fremde Kul- ±ur, unb verloren ben Weg zurück. Wohl gehßti die Söhne des Ostens den behüteten Weg gsim Cheder, zur Jefchiba, von da zur Chuppo., Mit wem? Wo sollen die Frauen dieser Jünglinge, wo die frommen Mütter künftiger Generationen zu suchen, zu finden sein? Und auf diese bangen Fragen antwortet heute Trost und Hoffnung Beth Jakob: is *]'n32t n3»xn» „Deine Töchter, die wieder Dir zur lvöllö mwn rnorDen." Tißbzlg Tchlllßll MW führ umfaßt heute schon Veth Jakob in Polen, in denen Tausende von jüdischen Kindern zu echten jüdischen Töchtern mit Wissen und N31»X erzogen werden, fünfzig junge Mädchen von 16 bis 20 Jahren, voll Feuer und Begeisterung für. die heilige Sache unseres Volkes werden heuteim Seminar und Internat zu Krakau zu künftragen von dein hohen Beivußtsein ihrer heiligen^ jüdischen Wissens, Verbreiierin wahrer m jti: fein. Man muß einer Schulstunde im Seminarbßigßwohlll hllüßll, um Zll sßPll, miß sßfl llßrr ankert im Heiligsten diese jungen Menschen sind; man Muß einen ratfmt Internat miterlebt haben,, einen mW' der diese Menschen eint zu einer einzigen großen Familie, der sie hinaushebt über das Primitive der durch materiellen Grenze bedingten Enge, man muß mui '*rn aus dem Munde der hingebungsvollen. Leiterinnen und' der begeisterten Schülerinnen gehört haben '*dt iTiinr Dir Dtraeiren rairrn motttem bub disf wsiblichs Jugsnd am Wsrk ist — und man darf voll Hoffnung fern über die Früchte dieses historischen Geschehens. Schwer lähmt natürlichdie materielle Not den glühenden Willen. Man möchte dem Internat auch den paffenden äußeren^ Rahmen wünschen, ein eigenes Heim mit Raum,. Licht und Luft, um diese jungen Menschen auch körperlich zu ertüchtigen undzu ihrem schweren: Beruf zu rüsten. Edle FreUÜde sind am Werk,, möge ihr Eifer mit Erfolg gekrönt werden, damit nach innen und außen fest verankert stehe: Beth Jakob, das Haus unserer Hoffnung:. BeMhrungspuntte d« psstllvön Wölka«schau«nssn. Nathan Birnbaum hat. oft daraus hingewiesen, wie sehr die heutigen Zeitläufte eine Einheitsfront aller derjenigen, fordern, die im Gottesgedanken den zentralen, alles beherrschenden Mittelpunkt ihrer Weltanschauung erblicken. Im Sinnedieses Birnbaumschen ' Postulats veröffentlichen wir die nachfolgenden: Ausführungen,, obgleich wir nicht bezweiflndaß sie von- . pfeixSyo-rrctFtortciX&it (3-ö^tt.friM-t. b&r Ägll-- werden können. Vor UNS^liegen Zeitungsberichte'über die auf )em 65. deutschen Katholikentag in Breslau ge-^ Mtenen Reden; vor uns liegen einzelne der anläßlich der Werbewoche der Agudas Jisroel I. O. ungefähr zur gleichen Zeit erstatteten Referate. Es fei erlaubt, einiges aus diesen Reden hierwiederzugeben; man erkennt, daß religiös eingetellte Menschen, gleich welchen Bekenntnisses, zir gleichen Erkenntnissen, oft auch zu fast übereintimmender Formulierung dieser Erkenntnisse, gegangen. Ueber die Ueberwertung sportiß)ߥ SßiitunQßn unD MillMllMm Dir der Kult ber Leibespslege tm Gefoltze haßen kckNtt, äußerte sich einer der Führer des Katholikentages: „Wenn heute die Zeitungsberichte der ganzen Welt widerhallen von Len Namen derer,!)ie bei irgendeinem körperlichen Sport siegten, gleichsam als wäre damit eine neue Kulturepoche-

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