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Der Israelit · 1926-09-07 · Heft 37 (7.9.1926) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 37 (7.9.1926)
Date
1926-09-07
Page
– (sequence 19)
Language
German
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7 mumm me Hit Otmiit Nr. 37 mit 13 An affe unsere Mitglieder richten wir hierdurch die dringende Bitte, es uns durch reichliche Spenden zu ermöglichen, unseren Verpflichtungen nachzukommen. Gleichzeitig bitten wir diejenigen Mitglieder, welche mit dem Mitgliederbeitrag für das dritte (Quartal (926 noch im Rückstände sind, uns diesen baldigst zukommen zu lassen. Ter Vorstand des Vereins füe die judijcfien Jntevetfen Jlfieinfands (8. D.) 3. fl.: S. , Rendant. Postscheckkonto Cölln 5o648. eine schöne Ankunft des BLlkerlevens dis Asitsn «hn?Ni in denen affe Menschen öe« einzigen Gott anerkennen und sich in Seinen Schutz begeben. Laßt Euren Kindern die Freude, die Sukkoth zu bauen und zu schmücken und denkt daran, daß es Taurohgebot ist, eine Sukkoh zu errichten. Die Preise für den Lulowstrauß sind wieder normal. Benutzt man aber schon ein Lulow des Vorjahres, dann müssen Hadassim (Myrten) und Arowaus (Bachweiden) und Esrog doch frisch sein. Und Hadassim und Esrog machen den Preis für den Feststrauß aus, das Lulow kostet nicht viel. Darum kann sich jedenfalls die Gemeindekasse alljährlich einen frischen Strauß leisten. Wenn man die Sukkoh mit Matten deckt, so müssen diese eigens zum Zweck, als Bedachung zu dienen, hergestellt sein. Man kann dazu nicht Gewebe oder Geflechte verwenden, die als Fußmatten oder Fensterschutz fertig gekauft werden können. Dkk Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands im Sommer 5686. Im verflossenen Halbjahr hat der Verein ein gutes Stück Arbeit geleistet. Außer den im Turnus sich wiederholenden allwöchentlichen Besuchen in den angeschlossenen Gemeinden wurden vier große Vezirkstagungen abgehalten. In Cleve für den linksrheinischen Bezirk Düsseldorf. Das Thema des Referates lautete: Soziale Tagesfragen im Lichte des jüdischen Religionsgesetzes. In Mayen für die dortige Gegend. Als Thema wurde gewählt: Der bewußte Wille in der jüdischen Geschichte. In Aachen für den dortigen Stadt- und Landbezirk mit dem Thema: Die Motive unserer Handlungen. .Die letzte Tagung fand in Dinslaken für die rechtsrheinisch belegenen Plätze des Regierungsbezirks Düsseldorf statt. Als Thema war gestellt: Unsere Verteidigung. In Cleve hatte sich der Frauenverein unter Führung ferner rührigen LorMiMn man Mnboron um dm Erfolg der Tagung bemüht. In Mayen hatte die energische und umsichtige Leitung des Mitgliedes unseres Ehrenrates, Herrn Juda Hartmann mit Unterstützung des Vorsitzenden der Gemeinde, Herrn Treidel, eine großzügige Tagung veranstaltet. Frau Nathan Rosenthal bewies durch den Mund von Fräulein Hartmann, daß ihr Pegasus sich nach jugendlichen Frohsinn und Anmut bewahrt hatte. In Aachen wirkt in bescheidenem Sinn jüdischer Königstöchter eine jener pflichtgerechten Frauen, denen ihr Volk so oft schön die geistige Erlösung dankte. Ihr Gatte, das Mitglied unseres Ehrenrates, Herr Dr. Saul, versteht es immer wieder, ein ernstes Interesse für die Sache unseres Vereins in der alten Kaiserstadt Aachen zu wecken und zu erhalten. Die auf vornehmer Höhe stehende Tagung zu Aachen legte davon schönstes Zeugnis ab. In Dinslaken hatte der der dortigen Ge- Mitöe WlslW mm mummm duqil üllü Waisenhaus unter Führung seines zielbewußten nrnrbtgen Getiers, des SQfitigltebes unseres Borstand es Herrn Direktor Sr. Noihfchild, die Tagung mit munterem Rahmen zu umgeben verstanden. Die schauspielerischen Darbietungen der Zöglinge des Waisenhauses erfreuten den großen Kreis der Teilnehmer. Lukullische Genüsse im Saal der Tagung als auch die Krönung der Tagung mit der Bewirtung der Gäste in den weiten Gärten des Waisenhauses in rosiger Abendstimmung bei herrlichem Wetter in würziger Luft, umgeben von gesunden und muntern Kindern, die ihr Elternhaus hier wiedergefunden haben, gaben der Versammlung'Stimmung und sichern ihr eine nachhaltige Erinnerung. Der Zrüeck dieser - Tagungen ist die zwanglose Zusammenkunft und freundschaftliche Fühlungnahme all der Familien der Rheinprovinz, für die das jüdische Bewußtsein ein lebenswichtiger Faktor im Denken Und Fühlen und Handeln ist. Ihr Sinn ist die Belebung des jüdischen Empfindens an einer jüdischen Tafel, bei einer froh gestimmten ms» bw rmio die darum in her- »orragenbem Sinne eine «ril£» Vts- »naw genannt zu werden verdient, weil die Absicht sie dazu erhebt, weil Unterhaltung über Tauroh im Mittelpunkt der Versammlungen steht. Darum ist die zahlreiche Teilnahme der Vereinsmitglieder aus der Stadt von großer Bedeutung. Sie geben das Beispiel der gewöhnlichen, selbstverständlichen täglichen Lebensführung. Ihnen ist die einfache Mahlzeit nicht seelenlose Körperpflege. Auf dem Lande kennt man häufig kein^iav UUd keine wu mehr. Auch das Genießen zeichnet den jüdischen Menschen nicht mehr aus. Darum sind die Tagungen alsAnschauungsunterr i ch t darüber, wie die Führung eines jüdischen Menschen auszusehen hat, für den Verein unentbehrlich. Wer sich an ihnen beteiligt, unterstützt und erhöht die Mizwoh, der Tauroh Geltung in einem Kreis zu verschaffen, für den er, weil er für ihn erreichbar ist, mit verantwortlich bleibt. Nachrichten. ffOllL ülDlfi NMlMÜ i)0t AUS» fli? 8a« WM. gegangenen Frankfurter Rarv, Herrn Rabbiner Dr. Breuer ‘irp'iST veranstaltete der Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands in Verbindung mit der Talmud Tauroh am Abend des 11. Aw zwischen nnns un&any» eineniaon* In Anknüpfung an V. 4,7 'idi ‘ma ■na '» '2 legte Herr Rabbiner Dr. Wolf seinen Ausführungen den Midrasch (Rabb.w->2-l2,6) zu Grunde w ma^n daß bei drei Gesetzen die unmittelbare Aufeinanderfolge ihrer ausführenden Handlungen die innige Verbindung von Theorie und Praxis zum Ausdruck bringe. Im öffentlichen Wirken, in seinem patriarchalischen Familienleben und der lauteren persönlichen Lebensführung haben wir den Abschluß eines vorbildlichen Daseins zu beklagen, das mit innerer Stärke absolutester Unabhängigkeit äußeren Einflüssen jeder Art gegenüber eine kindlich reine Herzensgüte und eine seltene Selbstheiligung verband. Weil seine nrr-,' weit größer als seine MM I8H8IJ mmmv Breuers «k \snsv Rocher de bronce in unserer Zeit unentwegt über den Sturmfluten der Politik emporragen. an dem die Brandung hvchgehenyer zerschellte. Dr. Breuer ysi hatte darum an seinem Amt schwer getragen, weil Kampfesmüdigkeit und Friedenssehnsucht nach erlangtem Siege seines großen Vorgängers in den Herzen Platz gegriffen hatte. Es ist die gleiche Erscheinung dabei wahrzunehmen, wie sie in der Fahnenflucht der erlahmten Massen nach Erwirkung der Emanzipation beobachtet wurde. Erst wenn von der anderen Seite die Reaktion gegen die Erschlaffung der Kräfte etnsetzt, gewahrt man, daß die Waffe so lange nicht aus der Hand zu legen ist, als die Selbstbescheidung auf der anderen Seite nicht ausgesprochen wurde: •»aron ns '2 “|n*?iz?K 8*?- In anderen Ländern, in denen der Liberalismus liberal ist und darum auf dem Taurohgebiet rückhaltlos die Leitung der Taurohinstitutionen selbstverständlich denen überläßt, denen Tauroh in Theorie und Praxis Herzenssache ist, da herrscht Frieden. Wo aber die Politik der jüdischen GeMeiydestuke tm ansgesprochenen Gegensatz Zur Betätigung in öffentlicher Landespolitik fleht: hier sozialistisch-liberal, dort hyperreaktionär, und das lediglich aus Gründen der steuerlichen Macht, da kann kein einseitiger Friede zugemutet werden. Da täuscht man sich in der Ehrlichkeit des Gegners. Einzelne und persönliche Konzessionen an den Gegner bedeuten kein Verlassen des Prinzips. Darum blieb Rabbiner Dr. Breuer fest. Die Geschichte wird ihm diese Starrheit danken. Wer weiß, was geworden wäre, wenn ein nachgiebiger Charakter den Rabbinatsstuhl Frankfurts eingenommen hätte! Jeder Zoll von Breuer war Charakter, der keinen Lockungen und Ehrungen zugänglich war, Drohungen und Schmähungen verachtete. Seine Größe war nur möglich von der Höhe der Taurohwarte aus, auf der er stand und von dem Bewußtsein der Verantwortung, von dem er durchdrungen war. Wahrheit und Wahrhaftigkeit war ihm natürlich angeborene Tugend. Ihn schauderte vor Falschheit, Lüge und Kommödiantentum. Seine Vorträge nno DelebrniMn rmrnten mir in M Mm Wobitmbm nicht genießen, aber der Glanz seines Wesens erstrahlte über die Grenze seiner Stadt hinaus und auch der Fernste konnte sich in ihm sonnen. Nun, da die Verklärung den Streit der Parteien um die Persönlichkeit verstummen lassen muß, erscheint der Pflichtgerechte als leuchtender Stern am Firmament der Geschichte, als ein Lichtschein nicht kleiner Ordnung im großen Heer derer, die der Menschheit das Dunkel der Zeiten erleuchtet haben und ihr den Sinn des Seins und Sollens offenbarten. Gemünd (Eifel). Am 19. Elul beging das Ehepaar Aron Wolff und Frau Veilchen geb. Klebe (Rhina) das seltene Fest der Goldenen Hochzeit in voller Rüstigkeit des Körpers und Klarheit des Geistes. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Teller, hat sich um das Zustandekommen des Festes bemüht. Wohltuend wirkte die lebhafte Beteiligung der QÖlt36tt SBöOofferuitg, bte obenbs einen ^arfelgug!>arörachte. 5er Bürgermeister an Der Spitze Des Magistrats überbrachte die Glückwünsche und die

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