Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 37 (7.9.1926)
- Date
- 1926-09-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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N Ser litimi Nr. 37 Seite 8 neu, daß eine Blutstockung (Thrombose) mit ihren gefährlichen Erscheinungen — Blutleere einest Gehirnteiles — eintreten könnte, besonders, wenn durch die Wasserentziehung heim Fasten der Blutdruck gesenkt würde. (Vgl. Fall 1.) Ich ordnete, um diesen Gefahren zu begegnen, an, daß Herr Krause fastend im Bette bleibe, und einigernale am. Tage, kleine Wasserportionen durch den Mastdarm zugeführt. erhalte. Damit schien mir die Gefahr der Thrombose ausgeschaltet. Tatsächlich hat Herr Krause einige Jahre hindurch auf diese Weise gut gefastet, und er war Doller Dankbarkeit für diesen Rat, der ihm das Fasten ermöglichte. Er hielt dieses Vorgehen für einen völligen irvn und den Einwand, der von anderer Seite erhoh c rt t» lt Y;b e , .b öl A 'bas G e b o t ö O itöfty»! ozpnwai n« d u durch verletzt wevW, f ü r völlig ab weg i g, . 3. Ein dritter mir mitteilenswerter Fall lag folgendermaßen: Ich wurde, an einem, Jomkippur um die Mittagszeit zu einer sonst gesunden, jungen Frau, gerufen, die mit heftigsten Kopfschmerzen und sich immer wiederholenden Ohnmachts- «nwandlungen aus Schul nach Haufe gekommen war. Ich traf sie in einem Zustande an, der kaum darauf hoffen ließ, daß man ohne Darreichung non Nahrungsmitteln, und Medikamenten auskommen würde. Durch Applikation von einem Wafseremtzuß, der später noch einmal wiederholt wurde, schwanden die Erscheinungen, die so. bedrohlich ausgesehen hatten. Es wurde gut ausgefastet. Das eingeführte Wasser war vom Darm .aufgesogen worden und hatte den Zustand von Blutleere des Gehirns, beseitigt. Ich hoffe, daß diese. Mitteilungen schon zu diesem Jomkippür bei der Entscheidung über die Möglichkeit zum Fasten manchem einen guten Dienst leisten werden. Wenn fiß au© anDorßu AßMlb mavinku und Laien Veranlassung geben werben, ihre Erfahrungen zur Kenntnis zu bringen, und wenn eine kritische. Beurteilung dieser Mitteilungen von dazu berufener Seite erfolgt, so dürfte der Heilighaltung des heiligen Tages im Sinne des Thoragesetzes ein kleiner Dienst geleistet sein, und die beiden Vorschriften mjwn nx ojnaffv ynb arhaw:n dann in Einklang gebracht werden. ' Was soll aus unseren Töchtern werden? Von Wäthair öar ZKeir in Arankfurt a. W. ' (Schluß.) Bei weiterer Betrachtung des Problems begegnen wir der eigentlich merkwürdigen Erscheinung, daß, während andere Pflichtausgaben unserer Religion die Einfügung in die Erfordernisse sowohl althergekommener als auch neuerer Praktiken der Gemeinschaftsarbeit a n s o z i a l e n P r o b l e m e n längst vollzogen haben, die M izw oh H a chn o s a t h K a l o h , . brzm. du EbUNa Ußi SEßflß5 zur in» ge h u n g von Ehen der Anwendung dieser Praktiken fast noch vollkommen entbehrt. Wir sind uns wohl bewußt, daß die im Sinne dieses Gedankens zu erhebende Forderung der Wahrnehmung von Eheanbahnungen durch Einrichtungen der Gesamtheit zunächst manches Bedenken Hervorrufen wird. Jedoch mit Unrecht! Die Zuhilfenahme gewisser Vereinigungen soll ja nur dort einsetzen, wo die Möglichkeit des Zustandekommens von Ehen auf den bislang gepflogenen Wegen nicht besteht. Ein Eingriff z. B. in die Tätigkeit beruflicher Ehevermittler ist also keineswegs geplant. Diese werden, kraft des Vertrauens, das sie genießen, sich auch ferner des Zuspruches begüterter Kreise zu erfreuen haben, während die beabsichtigten Einrichtungen in der Hauptsache Minderbemittelten zu dienen bestimmt wären. Wir sollten jedoch die Mizwoh der Ehestiftung nicht mehr lediglich dem Einzelnen oder einem kleinen Kreise von Einzelnen überlassen, sondern sie in Hinsicht auf die in der Diaspora sich stetig mehrenden Erschwernisse als Klall-Aufgabe betrachten! Wir müssen den Mut haben, mit Vorurteilen aufzuräumen, die einer sinngemäßen Begründung entbehren. Welche Einrichtungen kämen nun für diese Mizwohtat in Betracht? Wir glauben, daß hierfür in erster Linie die bestehenden jüdischen F r a u e n ne re i n i g u n g e n zur F ü hrung berufen sind. In engem Anschluß an die Gemeinden sollten die Frauenvereine und Frauenlogen, und wo solche nicht vorhanden sind, ein Stamm ideal begeisterter Frauen V e r m i t t - lungs- und Beratungsstellen für Eheanbahnungen, die in einer leitenden Zentrale zusammenzufassen'wären, ins Leben rufen. Die alsdann den männlichen und weiblichen ThekättZidLtätt gMtßNß MWiHM aus der großen Masse je nach Geistesemfteüung und sonstigen Erfordernissen geeignet wählen zu können, dürfte viele in dieser Beziehung bislang Rat- und Hilflose das Gewünschte finden lassen. Daß sich eine solche Einrichtung auch insofern nützlich, erweisen würde, dem Notbehelf des Eingehens von Misch e h en ent g eg en zu wirken, dürfte keinem Zweifel unterliegen. Der Vorgang der Handlung könnte sich etwa so gestalten, daß Gemeindemitglieder direkt oder indirekt vertrauliche Mitteilungen über, ihre die Ehe eingehen wollenden Angehörigen und Bekannten an eine der Vermittlungsstellen gelangen lassen, die ihrerseits geeignete Ehegatten in Vorschlag bringt und ein Sichkennenlernen anbahnt. Es ist selbstverständlich, daß mit einer der Sache würdigen Delikatesse und jeder erdenklichen- Schonung des Feingefühls verfahren ' werden, müßte. Im weiteren Verfolg dieser Ziele sollte an die Bildung von Nachweisstellen für Ui? U Ö 8? *? 8 — * * * T * «*' r»r- Errichtung von jÜDischen Darlehenskassen zur Gründung von Hausständen geschritten werden. Auch diese Zusammenfassung von Einrichtungen würde die Aussicht auf eine Ausdehnung auf das Ausland und in der Folge die Einleitung jüdischer internationaler Heiratsgelegenheiten in sich schließen. M a n b.-e ginne zunächst mit der Errichtung von Eheanbahnungs- und Beratungsstellen, (es wäre hierfür noch eine etwas gefälligere Bezeichnung zu suchen), die auch ein Betätigungsgebiet für Mädchen als Mitarbeiterinnen in der Organisation eröffnen. Wie erhebend wäre es, wenn die hilfsbereite, selbstlose Hingabe für das Wohl der Mitschwestern — und Brüder einem solchen Mädchen die Zuneigung und Wertschätzung eines Mannes gewinnen ließe, der sie dann selbst zur Ehe führte. Korrespondenzen « ßacbricbten. Deutscher Reich. Zu den Berliner Repräsentantenwahlen. Ber l i n-, 5. Sept. Die Entscheidung des Polizeipräsidenten in Berlin über die Gültigkeit oder Nichtgültigkeit der am 16. Mai d. I. stattgefundenen Repräsentantenwahlen ist noch nicht gefallen. Wie der JTA-Vertreter erfährt, ist dies zum Teil dem Umstand zuzuschreiben, daß eine Reihe der für die Entscheidung zuständigen Beamten sich im Sommer teilweise auf Urlaub befunden haben. Im übrigen soll der Herr Polizeipräsident von Berlin wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit Weisung gegeben haben, eine Entscheidung nicht in . seiner Abwesenheit zu fällen. Da der Polizeipräsident jetzt von seinem Erholungsurlaub zurückgekommen ist, so wird angenommen, daß schon in. den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen wird. Möglich ist aber auch, daß das Polizeipräsidium mit Rücksicht auf die grundsätzliche Bedeutung der ganzen Angelegenheit nicht selbst entscheidet, sondern mit seinem Votum die Akten der Ministerial-Instanz, vielleicht auf dem Wege über das Oberpräsidium der Provinz Brandenburg, überreicht und die Entscheidung dem Minister überläßt. Es läßt sich heute noch nicht übersehen, welcher Weg vom Polizeipräsidenten für richtig gehalten werden wird. . ringatm. Traurige Lage der ungarischen Ieschiwos. Raab, 29. Aug. Das Zentralkomitee für Förderung der Ieschiwos in Ungarn (Tomche Ieschiwos) in Györ (Raab), dem die Erhaltung von 58 Ieschiwos mit 1700 Bachurim in Ungarn obliegt, erließ einen von den führenden Rabbinern Ungarns Unterzeichneten Aufruf zur Linderung des gro- 8tß MIM M M UlMsWm AMM'e, — TOie es im- Ausruf hMl — Än wahren EiNM des Wortes Brothunger herrscht. Der Verein wendet sich an alle, denen an der Erhaltung der Thora gelegen ist, mit der Bitte, den notleidenden Thora-Lehrstätten zu Hilfe zu kommen. - - Konferenz von 150 jüdischen Gemeinden der polnischen Randsiaaken. Wilna, 3. Sept. Die jüdische Gemeinde von Wilna hat für die Zwischentage des Sukkoth-Festes die jüdischen Gemeinden in den polnischen Randprovinzen (Wilna, Nowögrudek, Polessio, Wolhynien, zum Teil Bialystoker Distrikt) einberufen. Es werden sich ungefähr 150 jüdische Gemeinden an der Konferenz beteiligen. Juden in der Tschechoslowakei von Ausweisung bedroht. : h Zahlreiche jüdische Familien im Bezirk Nahova. insbesondere in der Stadt Äassina sind in Gefahr, aus der Tschechoslowakei ausgewiefe-n zu werden, da die Behörden ihnen die Staatsbürgerschaft der Tschechoslowakei aberkannt haben. Es handelt sich durchwegs um Familien, die schon seit 30 bis 60 Jahren in dieser Gegend wohnen und deren Söhne in der Tschechoslowakei Heeresdienst leisten. Die meisten der von Ausweisung bedrohten Familienoberhäupter sind sogar in dieser Gegend geboren, trotzdem werden sie von den Behörden gezwungen, sich ungesäumt Polenpässe zu beschaffen, damit man sie dann als Ausländer ausweifen könne. (ITA.) Die ausländischen Jaden in Paris. Paris, 1. Sept. Die in Paris erscheinende „L'Universe Jsraelite" beschäftigt sich in ihrer letzten Nummer mit dem Problem der ausländischen Juden in Paris im Zusammenhang mit den jüngst im von Juden bewohnten Viertel Belleville statigesundenen antijüdischen Ausschreitungen. Es besteht durchaus un Problem der ausländischen Juden in Paris, sagt die Zeitung. Aber die Pariser Bevölkerung ist im ■allgemeinen iniclfigcnf unbgufariig, -cs toürbe mogltcfj fem, sie VaNwel auMttärm, wev w? MiMn ten sind: sie würde sodann diesen gegenüber Mitgefühl und Sympathie bekunden. Dies ist die Pflicht der Presse. Insbesondere müsse sich die zwecks Herbeiführung einer Annäherung zwischen französischen und ausländischen Juden vor kurzem gebildete Gesellschaft „Trait-d'Union" eine Aufklärung der Oeffentlichkeit. zum Ziele setzen. Wochenkalender. vom 11. — 18 Sept. 1828. I vom 3. — 10. Tischri 5888 Samstag Zep. 11 11’MN 3 ’iwn mw ra» Sonntag 12 4 rr^na dis Montag 13 5 Dienstag 14 ' 6 Mittwoch 15 7 Donnerstag 16 8 Freitag L7 9 1122 Ol’ aisr Samstag 18 10 1123 Dl’