Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 37 (7.9.1926)
- Date
- 1926-09-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Nr. 37 erfüllen: snt rr-ip' pns’3 '2 denn dann werden die Kinder 5pT sein, immer währende, gedeihende Saat, die nie ausstirbt. Am n"*v da die Frauen sich in den Synagogen und Bethäusern versammeln, um Gott für ihr Wohlergehen und das ihrer Kinder anzuflehen, erschallt (aus dem isiuOder Mahnruf einer unserer rnnaX' unserer Mutter Rahel: ■>*? N2N- Jüdische Frau bringe mir deine Kinder. Denn dies ist deine Bestimmung, deine Pflicht, und — dein Glück. Zur Frage des Fastens am 2182 21' beim kranken. Von Dr. med. War tzatvary in Merlin. Das Verbot der Nahrungsaufnahme am m» mss hat feine Grenze, wenn durch die Nahrungsentziehung das Leben gefährdet wird, ja sogar rvknll lllls ykf %? r « $ t WNiM, öas Lkbm könnte durch das Fasten gefährdet werden. Nj?11 N32v ron 12 V'2- Es bedeutet für den gewissenhaften Arzt eine schwere Verantwortung, wenn er den seinem Schutze anvertrauten jüdischen Menschen beraten und für ihn die Frage entscheiden muß, ob er fasten soll oder ob ihm das Fasten verboten ist. Diese Entscheidung ist in vielen Fällen um so schwerer, als der Arzt nur auf eigene Erfahrungen und auf theoretische Ueberlegungen, die er selbst anstellt, angewiesen ist, da es meines Wissens keine Literatur gibt, in der gewissenhafte Aerzte ihre Erfahrungen über die Folgen des Fastens beim kranken Menschen gesammelt haben. Die folgenden Ausführungen wollen die Anregung dazu geben, eine solche Literatur zu schaffen. Es ist eine schöne Aufgabe für die „Freie Vereingung für die Interessen des orthodoxen Judentums" eine Zentrale zu sein, die Berichte von Aerzten über ihre diesbezüglichen Erfahrungen enig&genfiutieijtrtert ttrtb |te gu :perö^|eniti(ijen. Eine Diskussion, bei der andere Aerzte und Rabbinen, bezw. m'vhri zu Worte kommen, muß sich anschließen. So wird eine Literatur entstehen, die dem einzelnen Arzte über die eigenen Erfahrungen hinaus^ein Berater sein wird bei der Entscheidung tu Fragen: 1. Fasten oder nichtfasten? 2. Genügen v'iiv'V oder genügen sie nicht? 3. Kann man den aus dem Fasten resultierenden Gefahren durch Zuführung von Flüssigkeit, in anderen Fällen von Nährmitteln vom Mastdarm aus mit genügender Sicherheit begegnen, so daß die Darreichung vom Munde aus vermieden werden kann? Wenn dann genügend Material vorliegt, _Der 8 » r » » i t I müßte eine Kommission aus Rabbinen und Aerzten zusammentreten, die unter Würdigung des Tatsachenmaterials und der sich anschließenden Diskussion einen Leitfaden herausgibt, der dem Arzte unter Würdigung des Einzelfalles, also nicht in schematischer Weise, die Abgabe seiner Entscheidung erleichtert. Um die Art, wie ich mir derartige Berichte an die „Freie Vereinigung" denke, zu illustrieren, möchte ich aus meiner mehr als 25jährigen Erfahrung drei Fälle Mitteilen. 1. Dieser Fall liegt wohl 15 Jahre zurück. Eine etwa siebzigjährige, noch ziemlich rüstige, gut genährte Dame in Posen hatte zuweilen Schwindelgefühl, das den Verdacht erregte, daß eine Verkalkung der Blutgefäße des Gehirns bei ihr vorhanden fei. Ich habe ihr deshalb das Fasten verboten. Die fromme Frau wollte aber doch fasten: sie erklärte sich nur bereit, unter Ver- Zkcht älls der §rjnagoge jxn gu fasten. Sie bat mich, sie am Fasttage zu Hause zu beobachten. Ich besuchte sie einigemal am Tage, was mir um so leichter siel, als ihre Wohnung im Erdgeschosse und ganz in der Nähe unserer Synagoge lag. Bei allen Besuchen konnte ich feststellen: „das Fasten geht glänzend". Sie hat dann auch gut angebissen, ohne daß irgend etwas Krankhaftes sich zeigte. Aber etwa eine Stunde nach dem Anbeißen wurde ich zu ihr gerufen, da sich eine leichte Schwäche in einer Hand zeigte. Am anderen Morgen war diese Hand unbeweglich und die Schwäche erstreckte sich auch auf den ganezn Arm. Etwas später kam das Bein derselben Seite heran. Es entwickelte sich langsam zunehmend eine Lähmung der ganzen Körperhälfte. Nach etwa 14 Tagen war die Frau nicht mehr unter den Lebenden. Wie haben wir uns diesen traurigen Fall zu erklären? Offenbar war die Todesursache eine langsam zunehmende Verstopfung von Blutgefäßen des Gehirns (Thrombose). Am Fasttage fdüft, an Dem noö) reinerroi KrlmkMLör'schöinungett nacfymeybav waren, hatte sich aber doch schon in einem durch Verkalkung stark verenget-! ten kleinen Blutgefäße eine minimale Gerinnung gebildet. Der Verschluß des Blutgefäßes durch diese Gerinnung war noch kein vollkommener, so daß der zugehörige Gehirnteil noch mit etwas Blut versorgt wurde. Die Entstehung dieser Gerinnung erklärt sich aus der Wasserentziehung und dem daraus sich ergebenden geringeren Blutdruck. Diese Gerinnung war die Veranlassung, daß neues Fibrin sich ansetzte und das Blutgefäß völlig verschlossen wurde. In diesem Moment, der nach dem Anbeißen lag, bekam dieser Gehirnteil gar kein Blut mehr und hiermit trat die erste 7.Sep'tember1926 Lähmung ein. Mit der, Zunahme des Blutge-- rinsels im Gehirn und des yöm Blützufluß. abgeschnittenen Gehirngebietes nahm die Lähmung, imer mehr zu, bis zur völligen Lähmung einer ganzen Körperhälfte 'und bis zum schließlich eintretenden Tod. So war in diesem Falle das Fasten zur direkten Todesursache geworden und bis zu meinem. Lebensende wird mich dieser traurige Ausgang, bedrücken. Und die Lehre dieses Falles: Bei jedem Verdacht auf Verkalkung, von Gehirngefäßen muß man daran denken, daß durch, die Wasserentziehung des Fastens der Blutdruck sinkt und die Gefahr besteht, daß hierdurch eine Thrombose von Gehirngefäßen entstehen kann. Wenn es gelingt, durch Darreichung von häufigen Klyftieren mit kleinen Wasserportionen oder durch. Verabfolgung von sogenannten Tropfklystieren den Blutdruck in seiner normalen Höhe zu erhalsr slykinl ötefe MWreillMlle 388 MstMS üUSgeschaltet.. Dress UsberleAung leriete mxdj bei Beratung des zweiten mitzuteilenden Falles. 2. Ich teile diesen Fall mit dem Namen des Patienten mit,, weil ich weiß, daß ich diese Mitteilung im Sinne des teuren Mannes mache, der leider nicht mehr auf Erden weilt. Es handelt sich um meinen hochverehrten Lehrer, den Dajan Krause in Posen, der ja seine späteren Jahre in Frankfurt a. M. verlebte. Am Rüsttage zum Jomkippur des Jahres 5679 (1918), als ich gerade zum Kolnidre nach Schul gehen wollte, wurde ich zu ihm gerufen. Er war bei der Schlußmahlzeit durch einen Schlaganfall betroffen worden. Ich fand ihn feiertäglich angezogen in bewußtlosem Zustande mit völliger Lähmung einer Körperhälfte vor. Mit Hilfe seiner Angehörigen brachte ich ihn ins Bett. Die ganze Gemeinde Posen war in Erregung, da ernsteste Sorge um die Erhaltung des teuren Lebens dieses hochverehrten Mannes bestand. Natürlich war an diesem Jomkippur vom Fasten keine Rede. Wir erlebten die große Freuds^ daß drs fc^merel't Qäfytntxrt^s^!m ßaufe bes Tages zürückgingen und am Jomkippur-Ausgang fast völlig beseitigt waren. Er erholte sich langsam, so daß er seinen 80. Geburtstag etwa 6 Wochen später in körperlicher und geistiger Frische begehen konnte. Als dann der nächste Jomkippur herankam, war die Bestimmung zu treffen, ob er fasten sollte. Durch den überstandenen Schlaganfall war der Beweis erbracht, daß er an Verkalkung der Blutgefäße des Gehirns litt. Die Lähmung, die glücklicherweise sich völlig zurückgebildet hatte, war ja sicher durch eine Blutung aus einem verkalkten Blutgefäße ins Gehirn hervorgerufen worden. Ebenso wie damals eine Blutung infolge der Verkalkung erfolgt war, mußte man mit der Möglichkeit rech- Vekanntlich wird der Feftabfchnit am (niv 'nnrr) mit einem andern vorgelesen als der Abschnitt, der zu nrua verlesen wird. Letzterer wird wie jeder Thoraabschnitt an gewöhnlichen Sabbat- und Festtagen verlesen, während die der Abschnitt mv 'in# mit einer ergreifenden Melodie und einer Stimme, die Trauer verrät, verlesen wird. Auch dafür ist scheinbar nirgends ein Grund angegeben. Der wahre Grund dürfte im Talmud (Traktat Sabbat) zu suchen sein. Dort heißt es: Das ganze Volk weinte i'mnsV/s!?' d. h. wegen der Farnilieir *Tr»*isr» iiosasr- Me nr’-ifr msrnsf oerjefeit. Äus Grunde darf gerade dieser Abschnitt, der die Jimy enthält, nicht mit einer ergreifenden Melodie verlesen werden, um nicht den Anschein zu erwecken, als trauern wir wegen der ftvny 'Dv'N.**) Meines Feuilleton. Etwas über Slichaus. In diesen Slichaus-Tagen dürften einige Worte über das Slichaus-Sagen angebracht erscheinen. Wohl in den meisten Orten Deutschlands dürfte man zwischen 5 und 6 Uhr „Selichaus gehen". Viele finden dies zu früh. Sie bedauern und bekämpfen diese Störung des süßen Morgenschlafes. Man kann ja später anfangen. Die dadurch verlorene Zeit bringt man durch Beschleunigung des Tempos im Selichaus-Sagen ein. Es ist der heutigen Generation meist gar nicht mehr bewußt, **) AUS ft-E »mm. daß unsre Lehrers") gerade bieipsn niivvx, die Zeit vor Tagesbeginn als pm nsr für diese Gebete geeignet fanden und festsetzten. Das besagen die klaren Bestimmungen in allen die Normen für unfern Lebensweg enthaltenden Schriften unserer großen Führer So verstehen wir z. B. auch, daß darauf hingewiesen wird, der Vorbeter solle — der rvnn *"■> wegen — sich mit dem Tallis umhüllen, obwohl es eigentlich nicht die Zeit für Zizis sei ütx'3 t»t irü n^b) und daß empfohlen wird, der Vorbeter solle (wegen des 0222 pso) den Tallis eines andern nehmen. Denn unsere Vorderen sind wie in allem so czixd? ^!er! ir ben 2tnorimtiTTgen iljtrefr Ü8snl8l> „U«{ re SSäier fiab-en es imj WIS MM lMgt vor Lag den Weg ins Gotteshaus fand, um sich in der „Zeit des göttlichen Wohlgefallens" mit der Gesamtheit der jüdischen Brüder im Selichaus-Gebet zu vereinen. Daher sagt man am rriy in den Selichaus prnn, „wenn bis dahin noch nicht Tag geworden". (So Fürther Minhag, wie es scheint auch -101' ]xx2 mn, s. a. cnp '*nnnach piaS auch wenn die Slichaus sich in den Tag hinein ziehen). Am pflegten manche nach beendigten Slichaus Kapporaus zu schlagen, vor Tag. (M. F.) Und das in 7i2Vrr,wo 2"i'7viel Selichaus gesagt werden wie am my. (Das aus im erwähnte Essen der jungen Leute am msr vor Tag dürfte auch nach den Selichaus stattgefunden haben.) Eine Folge des späten Slichaus-Beginnes ist ein anderes Unrecht. Jmnrmv ’xxi»2 iiwsfinden sich die Stellen Dj?yi3 „wenn sie flehen in der Nacht" unbJvMa rnvva „wenn sie vor Dir stehen in den Nächten". Schon der u'istf vvv (im nvrk t]Vx weist darauf hin, daß dies höchstens noch gerechtfertigt werden könne, wenn wenigstens vor Tag mit den Slichaus begonnen wurde. Andernfalls «väre es eine Unwahrheit. (Vielleicht sollte dann geändert werden in nxxa opyraanö ntfnpna otaya-) Noch auf ein anderes fei hier hingewiesen. Es muh früher fast allgemein gewesen sein, daß man in der Selichauszeit die 10 Tage fastete. Daher ja die Mindestzahl von 4 Selichaus-Tagen vor n~v Daher wird in vielen Slichaus der Tag als Fasttag erwähnt oder c>ix) S., msa "ipiv (Rdth. Nr. 21)fpvn —iSais (Nr. 30) cni2^nnöi?(31)Dixiiznp(32)iT>3s?m ...oix (33)01x2 v'vyvv (48 Dix isnp (71) (78). Wer nicht fastet — und das dürften heutzutage die meisten sein — muß die Stellen entsprechend ändern. Bei Neuauflage'sollte Vermerk und entsprechende Umformung beigedruckt werden. Die mrvn '*?o 212X (28) darf nur gesagt merbert, mann 10 sastsn. Mlicr m in limm WimmiM öM l»E Min wttnjon lMMseiw. Dann Dürfen m mwj»» d. h. 3V1' und d'qx rix 'x (wie natürlich auch v'ipl nicht gesagt werden. Ebenso sollen die Stellen, wo sie erwähnt werden, ausgelassen werden (wie Ende Nr. 47, 48) und auch die Gebete in aramäischer Sprache:'vvi mv undxwva '2 >p»- Sehr schlecht kommen gewöhnlich die B'pioo vor deneinzelnen Slichaus weg. Der '"X212 im Namen eines ipr erklärt uns aber, daß diese B'pios die Grundlage seien, deren Gedanken dte Slichaus dann nur ausführten. Jene «npn 11122' diese von Späteren verfaßt. Darum sei es Unrecht, diese Dichtungen schön zu singen und jene- Verse schnell herunter zu sagen, als oh man nicht schnell genug damit fertig werden könnte.- Uebrigens zeigt ja schon die ständige Wiederholung der o’pioB ihre Wichtigkeit, nach der jüdischen Maxime DYip mn Tin irxen Tin- Mögen wir diese Mahnungen unsrer „Alten" beherzigen. N'S nnx pxit vri’iq"3&- (Warum?) Warum sind vor der 22x2 hrr NN'hv> v'Vvri fs ksine 2'pivs? 2. Tiy 812h ^218 i'rr chv ist offenbar gegen Bedrückung durch die Türken (toats*) gerichtet. Wie kommt sie zu uns? . Jvri.