Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 37 (7.9.1926)
- Date
- 1926-09-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Bilbung einer jüdisd»s» (Semi’mie m -Snenos HU??* Buenos Aires, 7. August. In Anbetracht der fortschreitenden Vermehrung der jüdischen Einwohner in Buenos Aires wurden vorbereitende Schritte zur Bildung einer auf demokratischer Wahlgrundlage stehenden jüdischen Gemeindeorganisation getroffen. Der Statutenentwurf wurde bereits fertiggestellt. (ITA.) Der Ausbau des Hafens in Jaffa. Jerusalem, 9. August. Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Palästina-Regierung beschlossen, für den Ausbau und die Erweiterung des Hafens in Jaffa 115.000 Pfund bereitzustellen. Die Arbeiten werden in kurzer Zeit.in Angriff genommen werden. Die Stadtverwaltungen von «rrd rasröen auch ihrerseits wnäHU lilhe Summen für den Hafenbau beisteuern. Die Stadtverwaltungen von Jaffa und Tel-Awirv haben bekanntlich im Jahre 1924 eine aus Juden und Arabern bestehende Delegation nach London entsandt, um beim Koloniemninister Amery für den Bau des Hafens in Jaffa zu intervenieren. Der frühere Direktor des Handels- und Jndustriedepartements der Palästina Regierung, Colonel Solomon, hat in diesem Zusammen hang darauf hingewiesen, daß Jaffa der bevölkertste und gegenwärtig gesundeste Teil Palästinas und auch der Hafen für Jerusalem ist. Personalien. Nürnberg, 3. Sept. Kurz vor «ren •<: na» '«xi» wurde u"fer.?r ®emdnöe mm tmtrimfirtr MM entrissen, Tttnon Kohn ii hauchte feme rein& äus. Noch einige Tage vorher hatte der Verblichene das Glück, seine dritte Tochter unter die rum zu führen und trotz des durch einjährige Krankheit geschwächtest Körpers nahm Simon Kohn W noch feine ganze Willenskraft zusammen, um dieses Fest mit einer - ixo ■?» nnn» zu begehen, wie sie nur einer tiefen Gottesfurcht und wahren Frömmigkeit entspringen kann. Was Simon Kohn bn für die Nürnberger Kehilloh bedeutete, läßt sich nur schwer in wenigen Zeilen schildern, er fehlt uns überall in feinem vielseitigen Wirken im Gemeindeleben, das er auf mannigfachste Art mit aufbauen half, das er belebte und befruchtete. Dem Mosaikbild unserer Gemeinde fehlt ein Edelstein und es weist eine klaffende Lücke auf. Vor etwa 40 Jahren kam Simon Kohn V"r jung an Jahren, doch erfüllt von tiefer nav und reich an Thorawissen, das er sich an den berühmten Thoralehrstätten Ugnarns und im väterlichen Haufe erworben hatte, nach Nürnberg und setzte sich mit seinem ihm eigenen Eifer, verbunden mit persönlicher Liebenswürdigkeit für Verbreitung des Thoralernens in Nürnberg ein. Buchstäblich aus den Häusern holte der Verblichene jüdische Männer herbei zum Thoralernen und seine höchste Freude und sein größter Stolz war, Thora zu verbreiten in Lehre und in Tat. Und in gleicher Weise pflegte er auch das Thoralernen o'a-n für die Jugend in einer fast 25jährigen gesegneten Lehrtätigkeit im Verein Chewras Bachurim. Sein Chumisch- und Raschischiur war der Anziehungspunkt einer zahlreichen Zuhörerfchar^ die gerne feine mit großer SGBärme unb SBegeijierun j ^4«w rrntz feirrexr »NeMOM StMUhMllMIl lllUstM. um so mehr, als Simon Kohn b"\ auch keine Gelegenheit versäumte — ob bei einem Sium oder am Simchas Thora — sich mit der Jugend zu freuen und sie zu erfreuen. Unvergeßlich wird auch jedem die Erinnerung an Simon Kohn bn bleiben, wem es vergönnt war, denselben an den d'nto 0'»' als zu hören. Wenn Simon Kohn b"i mit seiner weichen, zu Herzen dringenden Stimme das Kadifch zu Minchäh am 2"' begann, da schlugen alle Herzen stärker zur heißen Andacht und wenn er dann unter Weinen und Schluchzen die m -mv nn^o als Gebet emporsandte und für das Wohl seines tos und ganz Israels flehte, war alles tiefergriffen von der Wärme und Inbrunst seines Gebetes. Tief betrauern wir den Heimgang dieses wahrhaft frommen Jehudi, dessen ganzes Streben war, die heiligen Thoragesetze in Wort und Tat zu verwirklichen und dem es vergönnt war, mit Hilfe seiner braven und gotterfürchtigen Gattin seine Kinder zu guten Jehudim, die in seinen Wegen wandeln, zu erziehen. Die Bestattung Simon Kohns bn fand in Höchberg statt, wo die Herren Rabbiner Dr. Klein-Nürnberg und Rabbiner Dr. Hannover-Würzburg, die Söhne des Verblichenen, für die Verwandten sein Schwiegersohn, für m mas 3§mi mmüm fm WMM Vr. Töch— und fßPflöf ein Völllitötzii des Thewras Vachurrnr Nürnberg, den schweren Verlust beklagten. Auch wurde nach Beendigung dernvav der Verblichene in seinem eigentlichen Wirkungskreis in Nürnberg durch einen Hesped des' Herrn Rabbiner Dr. Klein in der Synagoge Essenweinstraße unter zahlreicher Beteiligung feine^.iefe« Fkryn llNb ln crgirifkllr wn Worten der Kl«W übN 'Veit schwerell Derlust nochr mals Ausdruck gegeben. Altona, 5. Sept. Am rrm 'a 'd rat? konnte unsere Gemeinde das seltene und schöne Fest des 50jährigen Dienstjubiläums des in jugendlicher Kraft und Stimmsülle wirkenden Oberkäntors, Herrn W. Na thans 0 n feiern. Unser nn, an der russischen Grenze geboren, fand eine gründliche talmudische Vorbereitung in der Telscher Jeschiwah, erhielt sehr jung die n^a~ .als um» und erhielt eine hervorragende Chasonusausbildung in Breslau, von wo er als knapp Zwanzigjähriger nach Ostrowo berufen wurde. Sein prachtvoller Bariton machte ihn bald - berühmt. fo daß er schnell avancierte, und nunmehr 50 Jahre unter drei Rabbinern bei uns amtiert als der würdige Dolmetsch der Kwonaus einer von ihm in tiefer Erschütterung an den göttlichen Thron hingerissenen Gemeinde. Bis vor kurzem fungierte er noch als hochgeschätzter pmiai nnnia orrn?- Zur Einleitung der Feier erschien ein Begrüßungsartikel unseres verehrten Oberrabbiners '"a im Hamburg-Altonaer Gemeindeblatt, der die Bedeutung des echten Chafon für den hervorhob. Tatsächlich ist SS ein ffierbtertfi bes Syevrro ^l-atbartfohn^ d-erk her strillsfter UNd aller schon gealtet zu haben, daß in 50 Jahren nie die Neigung zu einer Neuerung in irgend jemand auf kommen konnte. Seine freundliche, warmherzige und doch ihrer Würde bewußte Persönlichkeit ließen ihn zum Freund, ja zum Mittelpunkt der ganzen Gemeinde wer den. — Am na«? des Jubeltages selbst wurde er durch Predigt, feierliche Einholung und Tehillimeinlagen des Chors in der geschmückten und von freudiger Menge dicht gefüllten „großen Schul" gefeiert. Am darauffolgenden Sonntag hatte eine große Anzahl Freunde und Depu tierte der Nachbargemeinden usw. Gelegenheit, einen Festabend mit dem Jubilar zu verleben, der durch von nun gewürzte Reden und die Darstellung der Oppen Heinrichen Bilder durch Lebende, umrahmt von Reim und altvevtrautem Sang festlich gestaltet wurde. Dem verdienten Manne wünschen wir herzlichftv"v«r? Hesped in der Agudas Iisroel-Qrls-ünd^ Iügend- SsMffss, Die Reihe der HespMni auf den granlfurkr Rau, schloß Sonntag Abend die Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe mit einer Veranstaltung in der vollgefüllten Aula der Realschule Am Tiergarten ab. Als Redner war Herr Rabbiner Dr. Emarmsl Carle buch aus Köln gewonnen, der in rhetorisch meisterhafter und von innerer Wärme getragener Rede unserer Trauer- Ausdruck gah. Als einer der ersten Schüler der hiesigen Jeschiwa zeichnete er an Hand vieler Bibel- und Talmudstellen Persönlichkeit, Charakterbild und Lehrmethode des großen Meisters. Er schloß mit Änem Aufruf zur Thora. Die Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe nahm diesen Anlaß wahr, um noch ebnen anderen großen Toten zu ehren, Rabbi Mejir Simcho Dwinsk. Der zweite Redner des Abends, dem diese Aufgabe zusiel, entwarf in großen Zügen ein Lebensbild des verstorbenen Seniors der östlichen Gaonim, skizzierte kurz seine Werke Und schloß mit der-Hoffnung, daß., die beiden Thorafürsten, die — um mit dem Pismon des heurigen Jomkippur zu sprechen —-m«na mvia »'x ovn enp> als »ris in triefen YfstGsg L«MlI DtCUCII MllltzM. Oberkantor Pr i ssalh 0 w l lf ch Mg üllMUf 'N und die überaus stimmungsvolle Traüerkund- - lgebung klang in Maariw-Gebet aus. Briefkasten. T 8. SU viiSi Taste mtr e n mchtsüorfcher Hacker, daß er ln den Teig des Weißbrots ebenso wie bei den Brötchen Fett (»halb Butter, halb Margarine ) hinein tue. Da das of t Vorkommen dürfte, gebe ich Ihnen Höst anheim. Ihre Leser hierauf aufmerksam zu machen". — Es wäre festzustellen, ob sich die Sache auch anderswo so verhält? Familiennachrichten. Barmt zwo: Joses Marke!, Schabbos Tfchuwo Synagoge Waisenhaus. Frankfurter Berichte. 40 jähriges Jubiläum des Herrn Simon Unna. Am Kian ’a ’v feierte der allgemein beliebte und geachtete Lehrer und Kantor Simon Unna fein 40jähriges Jubiläum als 7'» in der Synagoge der Israelitischen Männer- und Frauenkrankenkasse. Im jugendlichen Alter von 19 Jahren wurde Herr Unna im Jahre 1882 an die damals gegründete Religionsfchule berufen, an der er noch heute an hervorragender Stelle wirkt. Im. Jahre 1886 übernahm er dann noch die Stelle als Vorbeter in der sogenannten K i p p e st u b ', an der er nun seit 40 Jahren in seltener Pflichttreue waltet. Sein Vortrag als map t>j?a ist von ganz besonderer Kor- MtM, 2ötr mm Unna an Den w mal g&ßM IinD DßlOlinÖßFt tzllk, Ü8F W!iÄ MHt vergessen, mtl rnelch Innigkeit er es versteht, ferne Zuhörer ln den Geist der Pijutim und Gebete zu versetzen. Seit vielen Jahren benützt er nach Schluß der n>'§:-Gebetes die noch übrig bleibende freie Zeit zu einer begeisternden Ansprache. Zu Ehren des Jubilars veranstaltete in der festlich geschmückten Synagoge R echneigrabenstraße an xian ’a 's die Verwaltung der Vereinigten Krankenkassen einen Festgottesdienst. Namens der Vorstände begrüßte Herr Dr. Felix Kaufsmann den Jubilar, seine seltene Pslichttreue und sprichwörtliche Pünktlichkeit betonend. Seine von warmer Anerkennung getragenen Ausführungen für die Tätigkeit des Herrn Unna und für feine in ihrer 'chlichten Vornehmheit einzigartige Vortragsweise klangen aus in Worte des Dankes. Für die Besucher der Synagoge sprach Herr Max G. Adler Herrn Unna den Dank für seine seltene Tätigkeit aus. Seine Ausführungen fußten auf dem .210s naina ru» tryans oans (Er schloß mit den Worten des -p'a» 'vden Beistand des Allmächtigen für den Jubilar und feine Familie sowie für die ganze Gemeinde erlehend. Der Jubilar erwiderte in feiner bekannten bescheidenen Art und dankte für die zahlreichen Beweise treuer Anhänglichkeit an der Hand eines wunderschönen Mides Höchsten für feine Gemeinde twirief. Der Schwiegerohn des Jubilars, Herr Oberkantor Efchwege aus Würzburg, trug zu Beginn und zum Schluß der offiziellen Feier paffende Psalmgesänge vor. Vorträge in den Tfchuwo-Tagen. Am kommenden Sabbat findet der Vortrag des Liwjath Chen, nicht wie üblich, nach Mincho, sondern in Gemeinschaft mit Mekor Chajim, eine Stunde v 0 r Nacht (präzise 6.45 Uhr) statt. Thema: „Aus dem Tschurvakapitel des Maimonides." Bon Sonsttag morgen wird wahrend der ganzen naisn '»-> je nach dem Morgengottesdienst im Mekor Chajim (Hörfaal Friedberger Anlage) aus dem Jomkippur-Kapitel des ins "n gelernt. Im Beth HamiÄrafch Ostendstraße hält Rabbi Mosche Karpel Samstag nachmittag 5 Uhr eine Tfchüwa- Drofcho. Mitteilungen. Als -Gabe für die ehernalissrr Schülstmtb Schüicriiffiin Der UnlMiSLMMM %ui 9IlNI5Wft1Ischäsl ist das zraerte Heft der „Mitteltungen" erschienen. Der leitende Artikel gibt Zeugnis vom Echo, das die erste Nummer gesunden hat. Es folgen Auffätze Und Mitteilungen, auch eine hübsche Schilderung früherer Prüfungen und Schulfeiern von Prof. Dr. I. H. Bondi. Den Schluß bilden Nachrufe auf. Rabb. Dr. S. Breuer und Prof. A. Weyl Schlußveranftrittuiia, der Wer-ewoche. Weniger zahlreich als bei den ersten Veranstaltungen, aber nicht minder interessiert und aufmerksam lauschte das Publikum am Sonntagabend zum Abschluß der Werbewoche in der Aula Am Tiergarten den Ausführungen des Herrn Hermann Schwab aus Halberstadt über d i e A g u d a i n P 0 l e n. In feiner ruhigen fachlichen Art entwarf der Redner ein Rundbild über die Lage der Aguda in Polen, wo sie, nicht wle bei uns, als Sache einer Partei von den Anderen angesehen wird, sondern eine echte rechte Volksbewegung ist, die das wirtchaftliche und politische Leben, ebenso intensiv wie das religiöse beherrscht. Ein anschauliches und durchaus er- 'reuliches Bild entwarf er uns von den Chedwfchulen, weniger erfreulich war zu. hören, daß die Schüler, die Gedenket der Oeheimraf Dr. Rosenbaum Heilmil Mm hsrannahendcn il^n ETiH Möge jeder, der sich seiner Gesundheit erfreuen‘darf, ein Scherflein zur Linderung der Leiden seiner Brüder beitragen. Gell. Spenden auf Postscheck-Konto 50110 des Kassiers Gustav Mosbacher, Frankfurt am Main. r Carl Kovatschek G. m. b. H. PELZE in allen Preislagen Umarbeitung - Neuanfertigung Goetheplatz 1 Tel H. 3936 (Die heutige Nummer umfaßt 20 Setten.)