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Der Israelit · 1926-09-07 · Heft 37 (7.9.1926) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 37 (7.9.1926)
Date
1926-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der I s ra tl t t 7. September 19&6 gen und Empfindungen auf Schritt und Tritt mit feiner Einfühlungsgabe folgt. Dieser Tatsache Hat die heilige Schrift einen tlassischen Ausdrück verliehen:-n?ip3 ynw mw p iaKü n2?8 "o „Was auch Sara Dir sagt, höre auf ihre Stimme!" Höre auf sie, auch wenn Du nicht verstehst, was sie fordert, wenn Du nicht einsiehst, warum sie gerade diese Bitte an Dich richtet. Willst Du, daß Äizchgk Dir nicht ftMd wird mm DsmagL Dann lasse Sara Mitwirken an der Erziehung, sie, die als Mutter dazu berufen ist, weil sie bester als Du die Sprache Deines Kindes versteht. Aber noch mehr personifiziert sich das mütterliche Feingefühl zu anschaulicher Lebendigkeit in unserer Stammutter Riwka. Wie unergründlich tief das Mutterauge dringt, wie fein es Gut und Böse zu unterscheiden weiß, schildert uns die Erzählung von der Behandlung ihrer Söhne Jacob und Esau. (Gen? 25/28). ' ap?jr nsc rnnw npm- Nicht so pnr>: er liebte den i'M' der es verstand, durch Worte Herzen zu fangen, Jizchaks Augen waren geblendet — to'Tn leiten die Blindheit von den Tränen derniVn^n^aher, die sie bei der mpsr in v^L'-Augen fallen ließen. Seine väterliche Liebe und Innigkeit ließen keinen Zweifel in ihm aufkommen, daß auch sein älterer Sohn, gleich ihm, die Forderungen Gottes, dem er sein Leben auf dem Berge opfern wollte, mit Freude erfüllen würde. npn aber durchschaute die Verstellungskünste. Sie wandte sich von dem prahlerischen, heuchleri- Ein großes Wort Hoven unsoro Westen gksprvi chen: „Am rrn wurden bedacht Sara, Nahel und Chanah!" Am N"i ist die jüdische Mutter geboren. Der ernsten Lebensbetrachtung und Gottgeweihtheit, wie sie der nivn lehrt, verdankt der herrliche Typus der jüdischen Mutter sein Dasein. Unsere Zeit befaßt sich gar viel mit dem „unwürdigen" Zustand, in dem die Frauen leben, und fordert als Heilmittel Emanzipation der Frau, Befreiung aus Versklavung und Entrechtung. Es scheint aber, daß die moderne Frau durchaus nicht die Sklavin des Mannes ist, eher umgekehrt: Der Mann läßt sich von der Frau beeinflussen. Aber die Frau ist in der Tat dann erniedrigt und entwürdigt, wenn sie Gegenstand männlicher Willkür und männlichen Leichtsinns ist. Wenn sie ihrer natürlichsten Bestimmung, ihren heiligsten Zielen untreu, abtrünnig wird, gewinnt blinde Leidenschaft anderer über sie die Herrschaft. Ja, die Frau hat mehr als das andere Geschlecht darunter gelitten, daß Sinnenlust und sündhaftes Begehren zum herrschenden Faktor im Leben der Familie und Gesellschaft geworden sind. 10. Denn mögen mein Vater und meine Mutter mich verlassen, so wird doch der Allgütige mich einsammeln. Dem Könige David war das niederschmetterndste Geschick widerfahren, das Menschen beschert sein kann; er hatte nämlich während der Kämpfe um seinen Thron seine Eltern, um ihnen diese Lebensunsicherheit zu ersparen, außer Landes geschickt und hatte vernommen, daß sie auch dort Opfer des Hasses seiner Feinde geworden waren. So war ihm die Erfüllung des heitzgsten Gebotes der Menschenliebe, des Gottesgebotes der Elternehrung aufs furchtbarste mißglückt. Da er sich abef hierin frei von jeglicher Schuld wußte, so empfand er sich selbst nach solch scheinbar gottverlassenem Geschicke als eingesammelt vom Allgütigen. Nach wie vor konnte David mit den Worten des 18. Psalmes beteuern, daß er nicht von den Wegen seines Gottes nachlässig gewichen, sondern sie ständig gehütet und sich selbst.den unbegreiflichste Anordnungen o'pn des Allgütigen gefügt habe. Durch kein Mißgeschick und keine Verhöhnung ist eines Juden Bewußtsein der Wohlgefälligkeit seiner Unschuld vor Toll zu Wti)üMn; Dm m lnMsoimrk unserer lshnmsralssindlichsn Mt gesagt. Noch Vieles haben aus diesem Verse unsere Weisen ermittelt. Dem Könige David war gar oft durch Spötter seine moabitische Abstammung vorgehalten worden, um ihn zu kränken. Gott habe erwidert: „Gefunden habe ich meinen Diener David "i~v -w 'mot«: wo gefunden? In Sodom, wo Ruts und Moabs Ahnherr Lot errettet wurde und hätte ich einen Mann von noch dunklerer. Abkunft erwählt und er hätte gleich David sich bewährt, ihr müßtet ihm huldigen." Deshalb konnte David sprechen: „Hätten auch mein Vater und meine Mutter mich verlassen, wäre ich ein Aufgelesener, — auch dann könnte der Allgütige n' der Naturbezwinger, mich zu seinem Dienste befähigen und einsammeln zu den Fromm- Nun soll das weibliche Geschlecht befreit werden, die Ketten sollen ihm abgenommen werden. Wohin aber wird der Weg gehen? Von der Küche in die Fabrik, von der Kinderstube in das Büro? — Diese „Befreiung" ist schlimmer als die bisherige Knechtung, der „Aufstieg" ist in., Wahrheit ein furchtbarer Sturz. Eine solche Entwicklung lauft auf Verfall jeder wahren Kultur und NMMM MMZ) l-mö ksstftt, sittlich? M?^schbn LegmnM', das eittZusöhön. Das Judentum hat das Problem der Emanzipation der Frau in gewissem Sinne gelöst. Einmal hat es die absoluten Vorzüge des Weibes rückhaltlos anerkannt, ja, sogar gegenüber dem ersten Propheten, Abraham, hat Sara den Vorzug der praktischen Autorität. Ihr strikt zu folgen — hat Gott ihm zur Vorschrift gemacht. Und wahrlich, auch die andern großen Mütter haben den Vorzügen ihres Geschlechts in hervorragender Weife Ehre gemacht. Zum Vers: npy nrr raniK npan — bemerkt der Midrofch z. St.: itop nvnw anw „Sie hörte seine Stimme beim Lernen". Sie lauschte auf seiner Seele zarte Schwingungen, die Aufrichtigkeit und Hingebung, mit der er nmn lernte. Die große Kunst, an der Stimme des zarten Knaben die künftige Größe des Mannes zu erkennen, aus den Tönen seine Seele zu fühlen — war die Gabe unserer zweiten Stammesmutter, die sie auf ihre Töchter vererbte . . . Auch sieht den. Zweck ihres Daseins in der Erfüllung ihrer Mission. Sie spricht zu ihrem fw UM alles lievkiMn Ttannr: „MlM mir Aöhn?, forrft sterbe rch.^ Hlär ßtÜÄst sich Mit llTte gestüm das Sehnen der jüdischen Frau, der Wunsch nach Mutterschaft Bühn. Und rnn; — ihr Gebet ist Zeuge ihrer Frauengröße: „Denn Chana liebte er. Und er sprach: „Warum weinst Du, warum ißt Du nicht, und warum bangt Dein Herz, bin ich Dir nicht besser als 10 Söhne." Aber sie weiß, daß des Weibes Aufgabe das Kind ist. Und sie tat ein Gelübde: „Wenn Du das Elend Deiner Magd schaust, und mein gedenkst und mich nicht vergißt und mir Nachkommenschaft, gute Nachkommenschaft (to'mmrnn '"SV — D'ip'jk vil) gewährst, dann werde ich ihn Gott geben alle seine Tage." So flehte sie, aber nur still. „Und Chana sprach zu ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, und ihre Stimme wurde nicht gehört." So klang das Gebet einer jüdischen Frau, was nützt ihr die Liebe des Mannes, wenn sie ihre Aufgabe als Erzieherin nicht erfüllen kann; sie bleibt doch die arme elende Magd des Mannes. Und was nützen ihr die Kinder, wenn sie nicht gut sind. Sie bleibt die Magd und Sklavin sten." Oder mit den Worten des einundfünfzigsten, des Psalmes der Buße und Reue: v»2v Dirmi rnncn nssn nas ,->»r ’nnarr somi 'n^in i'.iya p r'/vai '302211 nnvrri 2mn ’jsann -357’Yin „Mag selbst (vgl. ’^ap’ 'v) in Sünde ich gezeugt sein und in Fehltritt meine Mutter mich empfangen haben; mag es wahr sein; — du hast am Innersten Wohlgefallen und machst im Verschlossenen Weisheit mir kund, reinigst mich mit Psop, daß ich rein werde, wäschst mich, daß weißer als Schnee ich sei." Der Wille zum Guten und die Möglichkeit zu gottgefälligem, schuldlosem Lebenswandel lebt selbst in deren Gemüt, die in Sünde gezeugt wurden. Erheben sie nur, um nicht i'mirr p'i'277i'ni2Rmit ererbter böserGewohnheit behaftet zu sein, bußwillig ihren Sinn zur Erfüllung des Gottesgesetzes, kommen sie nur, um rein zu werden, so wird ihnen Gottes Hilfe zuteil. — Zur untersten Stufe der Th ora-Erfüller rechnet v 22>n jv>mn im rvmy -wv o'p^Rn (Kap. 4.) jene, welche d i e Gebote der Thora als mairrv Dm a\ima>? Dnnsa betrachte». als unoerbtithtid) eingebürgerten 3^ attona!gc!irau£^, u m et en e r e rt e t»! | 2 Verpslichtungskraft gu leugnen nponn n’xant? ’jgn Um so wichtiger war es für den königlichen Sänger David, als erhebendstes Erlebnis aller seiner Geschicke immer wieder das zu erwähnen, daß des Allgütigen freie Gnade jedem, der sie durch Betätigung freien Willens sich erwarb, leuchtet und unter freier Naturbezwingung aufwärts ans Licht hilft. Daran beirrt ihn selbst das herbste Geschick nicht. (Schluß folgt.) __ Nr 37 Seite 9 ihrer Kinder. Frei wollte sie werden — durch Mutterschaft, durch die Freude, ihr Kind nach Gottes Willen erziehen zu dürfend ^3 'f? 'virui T»n* Und Gott gewährte ihr ihren Wunsch. Da lautet ihr Dank: „Um diesen Knaben habe ich gebetet ... Meine Seele frohlockt zu Gott ..." Das Herz der Frau findet sein Glück in der Gottesfreude, nur in ihr! Ohne Gott ist ihr Herz oer* öbetj es set>lt ii»rn ber schönste unb tiefste 2IliS= Druff. Ja, am ,n*n wurden rum ton bedacht. Am n"-> haben die großen jüdischen Frauen ihren Beruf erkannt. Am rn ist ihnen die göttliche Erleuchtung zuteil geworden, und sie wußten, was Frauenwürde heißt. Und wir verstehen die Worte unserer Mutter ton: Ol» niw 281 D'ia nnn — schaffe Mir die Möglichkeit, meinen Beruf auszuüben, lasse nicht in mir verkümmern die Gabe, die Gott der Frau, speziell der jüdischen Frau verliehen hat. Am rri entscheidet sich das Schicksal der jüdischen Frau. Will sie ihre Rechte erwerben, dann muß sie gleich mn sprechen: na ’a^ Ihre schönste Rolle hat ihr die nun zugewiesen. Helferin zu sein am Bau des Hauses, mitzuwirken an der Festigung des jüdischen Volkes und die junge Generation zu formen. Verkennt sie ihren Platz und ersaßt nicht ihre Aufgabe, dann ist ein trauriges Schicksal ihr Teil, schlimmer als der Klageruf, den man oft vernimmt, über Entrechtung. -am nn»'3Sie stirbt als Mensch — als Weib! So ist her Entschsidungstag der Frau. fl? Ullht!|res 9Jlartrtes |o jtilf sie, so muß sie seine Ratgeberin werden. Duldet die moderne Frau nicht, im Hause bloß als ein Dekorationsstück zu gelten, dann muß sie — die Seele des Hauses werden. Und sie kann es. Sie hat es nicht schwer. Sie braucht sich nur auf ihre natürlichen Anlagen zu besinnen, und sie hat ihre Stellung erkannt. Als Künstlerin in der Erziehung hat sie Gott selbst gerühmt. Und so sei ihr Teil: Die Lenkerin der Jugend zu sein, dem Haus die n*rn' naun zu geben und dem Mann treu zur Seite zu stehen. Gott sprach: ntopa vaiv n-w narrri nw8 Das Bestimmungsrecht ruh? , in der Hand der Frau. Ein Reich des Friedens und des Glückes hat sie Gott berufen zu schaffen. Dort soll sie Herrscherin sein im Namen Gottes. Weh ihr, wenn sie tyrannisch und eigenwillig, gegen die Natur und das göttliche Gesetz, die Rechte ausnutzt. Heil ihr und dem Mann, dem Haus und dem Volk, wenn sie innerhalb der Grenzen des Geziemenden, die Richtung weist und tätigen Anteil am Leben nimmt. Der Segen wird sich erst ganz an den Kindern entfalten — es wird sich Glossen?' Von Rabbiner Dr. Felix Kanter in Zwiltau (Mähren). Die Hymne |vj -pw i?p^> wird am ersten Tage nmn wrn im rrnmv zezitiert, am zweiten Tage im rsvia und am niM di' wiederum im nnmv* Ein Grund wird nirgends angegeben. Es hängt dies sicherlich mit der xmiVs zusammen, in welcher Zeit N"'wn das Weltgericht abhält.In Aboda Sara 3b heißt es p awr m'3V "im zweiten Drittel des Tages« hält Gott das Weltgericht ab. Diese Zeit fällt mit unserm »ivia-Gebet zusammen (vergl. Tossaphot s. 0. ni'320» Nach einer andern Ansicht findet das göttliche Gericht im ersten Drittel des Tages statt, entsprechend der Ziit, in der wir das n'nnlV^Gebet vverrickten (das. 4b ms'8)* Aus diesem Grunde — da diese Frage nicht entschieden ist — rezitieren wir diese Hymne, die sich aus das göttliche Gericht bezieht, einmal zu lrrtb bas anbere 9Kal 511 ^rrt -pgj g-p ^rngegen,!>er ganz mit £>em Weltgericht ausgefüllt ist. verrichten wir dieses rn -niv fajon in aller Frühe (zu mim?)» - Aus dem angeführten Grunde ist auch erklärlich. weshalb wir am nidd dl' in allen mtosn ausschließlich die nwnp von noia verrichten (auch zu nnrnv und seibst zu nm»). Es hängt dies damit zusammen, daß dieser Tag ganz dem pn gewidmet ist: und in der nsmp von rpia beten wir idipaa d'anna tb» «in* Vergl. Tossaphot a. a. O. s. v. rii'3V. *) Vergl. Israelit No. 30 vom 22. Juli.

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