Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1926)
- Date
- 1926-08-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 35 Problem, was bis dahin keines war: ist das System „Talmud Thora im Derech Erez" ßtwa nicht stark genug als Instrument, um in den Erziehungsobjekten die unverminderte, hingebungsvolle, urwüchsige, kernhaste Vätersrömmigkeit zu tMeefew unb 311 erI>o;liert9 (Es |o ipielien xxtixr uns pur, gu, ryyrauf dtr große Brister vei'' wies, Latz sich in Deutschland nur ein Zehntel Gottgeweihter in jedem neuen Geschlecht erhält, während neunmal so viel dem Abfall anheimsällt. Wohl ist dem gesetzestreuen Judentum nur schwer zurückzugewinnen, wer mit ihm gebrochen hat; allein es entwindet sich ihm von Jahr zu ^ahr aus gutjüdischen Häusern ein nicht unbeträchtlicher Teil Söhne und Töchter im Alter zwischen achtzehn und fünfundzwanzig Jahren. Sollte unser System etwa doch einen Fehler haben? Nein, nein! Nicht an dem Lehrgrundsatz Talmud Thora im Derech Erez scheitern diese jungen Juden, sondern anderun genüge nden Beachtung und Befolgung der Erziehungsregel. Schulen und Eltern sind dafür verantwortlich zu machen. Es wird Talmud Thora und Derech Erez getrieben, min nivbn px *]*m aber nicht px *|*n osr min *na^n* Die beiden Lehrzweige wirken sich neben einander aus, statt in inniger Verbindung mit einander. Ein paar Beispiele zur Verdeutlichung: In der Naturkunde werden die Erde und die anderen Planeten im Kreise um das Zentralgestirn, die Sonne, gszsigt^ btefe als frxstshsrrd; urtb in ier hört l?as> Üvnfc hyU HvfUU Lbv sinkenden Sonne ein Halt gebieten. Würde der Naturlehrer anfügen, datz trotz Kopernikus' Entdeckung es keinem Menschen einfällt, anders als vom Sonnen auf- und vom Sonnen Untergang zu sprechen; und wiese der Tnach-Lehrer auf die Tatsache hin, daß die Heilige Schrift sich zur Belehrung der Menschen bedient und ihrer Ausdrucksformen, so wäre dem Schüler ein von der Bibelkritik aufgerichtetes Strauchelwerk aus dem Wege geräumt. Der Geologe, der für die Entstehung eines Steinkohlenfeldes die Jnflationszahl von sieben bis acht Millionen Jahren anzugeben hat (Bergius), brauchte nur hinzuzufügen, daß die Errechnung zwar hypothetisch richtig ist, daß aber Kohle aus Holz unter starkem Druck in ein paar Tagen kristallinische Form annimmt, also zur Steinkohle wird, daß demnach vulkanische Einflüsse bei der Erdschöpfung denjenigen Druck hervorgebracht haben, der nötig ist, UNI dis sisbsn bis SJiilltortert ctix^ d«s m«fj von fahren aufguwerten. Der GesltzllHlslehrer, der bei der Besprechung der großen Eroberer aus das verweist, was Rabbi Jehudoh in Raws Namen, Vowo baßro 74 b, sagt, und den Ausspruch nach S. R. Hirsch (Ges. Schr. V S. 11 ff) erklärt, senkt in Herz und Verstand seiner Zöglinge einen Schatz von Emunoh zum Lenker der Weltgeschichte, V? dVb? jvo^n— Es kann der Sprachlehrer „haben" und „ist", avoir und est, to iravs und 13, habere und esse auf den Grundbegriff Happen, und Essen zurückzuführen und der Klasse verständlich machen, daß der Geist der Heiligen Sprache keine solchen Hilfszeitworte für die Besitz- und Genußvergötterung geprägt hat; und es kann der Lehrer der hebräischen Sprache in dem felsenfesten Vertrauen auf die über alle Angriffe sieghafte Wissenschaftlichkeit der S. R. Hirsch'schen etymologischen Methode bauen in dem Bewußtsein, daß sie anpn nrn entstanden ist (Ges. Schriften V, S. 147). Wer als Deutsch-Lehrer bei der Faust-Lektüre (womöglich nebst Max Letteres Uebertragung ins Hebräische) Leo Deutschländers „Goethe und das alte Testament" benützt und beim „Prolog im Himmel" das erste Kapitel Jjow hinzuzieht, der weckt damit jüdische Freuds, tvis ÜtzöPßÄUtzh Zllch m den ixnleren Deutsch-Stunde zu einem reichen Quell für Nil»» rmbv gestaltbar ist. Viel dauernden Halt kann die trat? nxT der Kinder gewinnen, wenn unsere sich mit weltlichem Wissen versehen und unsere Profanlehrer min ■»» sind. Daß beide Lehrer-Kategorien bisher nicht Hand in Hand arbeiteten, ist der eine Fehler. Den zweiten Fehler r t t fl 111 < 1 «t IRosch-hafchono-Glückwünsche I können in drei Größen veröffentlicht werden: |j Größe I 10 Zeile« 1 srurltig 3« Mk_ 1.— W II iS 1 fottitig M Mt. 0.— B Größe III 10 Zeilen 2 spaltig zu Mk. 8 — Die Beträge wolle man aus Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte, die bis zum 3.,September in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-hafchono-Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel abzulös e n wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von zwei Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im Sammelinserat beifügen. Frankfurt a. M. Verlag des Israelit G. m.b.H. begehen die Eltern und die älteren Freunde: sie überlassen die jungen Leute den Büchern, die ihnen in die Hand fallen. Nicht als ob man versuchen sollte, die Jugend bei der Wahl der Lektüre zu bevormunden — der Versuch würde meist scheitern. Wohl aber ist es erheblicher Opfer an Zeit und Mühe wert, gleichzeitig mit dem Heranwachsenden die Bücher zu lesen, die er wählt, sie mit ihm zu besprechen, darin das etwa Thoragsmäsis DmmimiMm unv ßss llnWM MusUlU;; und zu geißeln. Auch hier sei statt theoretischer Auseinandersetzung auf ein greifbares Beispiel hingedeutet. Gegen die Ehe, eine Institution jüdischen Ursprungs, wird seit vierzig Jahren von den Moralphilosophen des Abendlandes angerannt: War Ibsens „Nora" eine Apologie des Ehebruchs, so sind Dutzende von Neuerscheinungen während der letzten beiden Jahre zur Verherrlichung dieser Schande, zur Verdammung der Ehe überhaupt geschrieben worden. Nehmen die Aelteren Teil an der Lektüre der Jungen, legen sie ihnen dar, daß so viele moderne Ehen nur deshalb unglücklich verlaufen, weil sie im Augenblicksrausch ohne Erwägung der Bedingungen für die zukünftige Harmonie eingegangen wurden, zeigen sie ihnen im Geiste der Thora den Zweck und das Ziel jüdischer Ehen auf, rücken sie ihnen das Vorbild von Jizchoks Eheschließung vor Augen (I, 24, 62—67 und S. R. Hirschs Kommentar dazu) — so retten sie einen Eckpfeiler des Judentums bei dessen JußüllÖ ÖBP llsisillllrHern Änstrrrrn. Safmwb t m Derech Erez ist das Mittet dazu. Es ist schon so, wie es in ähnlicher Art Mendel Hirschen in der Newiim-Stunde als Interpret seines großen Vaters auszusprechen pflegte — nicht obwohl, sondern w e il wir die Thora lieben, müssen wir (im Westen) gebildete Menschen sein. mriDwn o?rw nsm’w px pi □$? min nw *'2 '2 nax .sw G. G. Korrespondenzen « ßacbrlcbten. Die Thora-Lehranstalt Frankfurt a. M. ' Frankfurt a. M., 19. August. Vom Kuratorium der Thora-Lehranstalt geht uns folgender Auszug aus einem Bericht über den Lehrbetrieb der Jefchiwa während dieses Sommerfemesters zu: -Sie Se|tf,iroa mürbe irrt ¥BIi TO Ö)Dr rsm scsuchl. Davon ramm aus Frankfurt M. aus Deutschland 22, Ausländer 19, zuf. 70 Hörer. Mit dem Ende des Wintersemesters gingen ab aus Frankfurt 17, aus Deutschland 11, Ausländer 4, zus. 32 Hörer. Es verblieben aus Frankfurt 12, aus Deutschland 11, Ausländer 15, zuf. 38 Hörer. Der größere Teil der Abgehenden wandte sich dem kaufmännischen Berufe zu, jedoch ging einer zur Universität über, einer trat ins Kölner 26 August 1826 Seminar, drei in die Oberrealschule ein, während einer die Jefchiwa verließ, nachdem er den Soferberuf erlernt hatte. ' . Die.abgehenden Hörer verliehen größtenteils mit recht erfreulichen Resultaten die Anstalt. Zu den für die ab. ge^rrgerrerr iöadjuvjm SMiMÜM 1 THMNN me Den Zusammenhang Der ehemaligen Vachueim mit der Jefchiwa und ihre Fortbildung erstreben, sind zwei weitere hinzugekommen. Zum Teil hüben die abgegangenen Bachurim Privat-Schiurim sich eingerichtet. In. den Abendstunden zeigt ein Besuch des großen Hörfaals, wie vielen ehemaligen Bachurim der Aufenthalt in der Jefchiwa lieb geworden ist. Bemerkenswert ist, daß die Zahl derer, sowohl aus Frankfurt als auch aus Deutschland, die länger als ein Jahr die Jefchiwa besuchen, in Zunahme begriffen ist. Mit dem Beginn des Sommerfemesters traten ein aus Frankfurt 11, aus Deutschland 12, Ausländer 2, zuf. 25 Hörer. Daß die Zahl der neueingetretenen Hörer aus Frankfurt gegenüber der vorjährigen zuücksteht, hat vor allem seinen Grund darin, daß eine Anzahl von Abiturienten unserer Schule dieses Jahr (im Gegensatz zum vorigen Jahr) auf eine Vollanstalt übergingen, um zunächst ihr Abitur zu machen. Es ist zu erwarten, daß diese Schüler als Abiturienten später zur Jefchiwa übergehen werden. Es fei bemerkt, daß auch diese Schüler größtenteils an einem von der Jefchiwa unterhaltenen Schiur teilnehmen und fo auch für sie der Konnex mit der Jefchiwa erhalten bleibt. Die Zahl der Hörer aus Deutschland ist auf der Höhe ^£>t£c&e"- üer r?fJ- Ml M MlMMlWll MD um Ausland tonnte öle JsWwn aus wirtschaftlichen Gründen keine Anmeldung berücksichtigen. Zwei Neueingetretene erhalten sich selber. In der obersten Gruppe der unselbständigen Hörer hat die Jefchiwa in diesem Jahr (zum ersten Mal) Rücksicht zu nehmen auch aus solche Studenten, die' das zweite Jahr auf der Jefchiwa sind und denen gestattet wurde, einen Teil der Vormittagsstunden Vorlesungen an der Universität zu hören; sie sind dafür den ganzen Nachmittag und Abends auf der Jefchiwa. Für sie mußten nachmittags Sonderbesprechungen der Schiurim eingerichtet werden. Durch diese Gestaltung des Lehrbetriebs ist auch die Möglichkeit geschaffen, daß an diesen Schiurim auch außerordentliche Hörer teilnehmen. Zurzeit wird von 4 Hörern hiervon Gebrauch gemacht (drei Studenten, ein Kaufmann). Die Zusammensetzung der unteren Gruppen ist nicht ganz gleichartig, da die Jefchiwa sich nicht entschließen kann, selbst Anfängern aus Deutschland die Aufnahme zu versagen. Wo die Vorkenntnisse gar zu gering sind, langen M MH von Dm Wem priDöte löil. für Deren Kosten sie nufkomrnsn müssen, um so den betrieb nicht allzu sehr zu belasten und zu erschweren. Für diese Gruppen ist seit diesem Sommer die Einrichtung getroffen, daß von den Schülern erwartet wird» daß sie sich auch außerhalb der für die Schiurim festgesetzten Zeit (die sich aus 8—1 und 3—5 erstreckt) in der Jefchiwa zur Wiederholung und Einprägung des Gelernten in den Abendstunden (oder späten Nachmittagsstunden) zusammenfinden. Hierbei führt zurzeit ein erwachsener Bochur je eine Woche die Ausiicht. Je mehr der Lehrbetrieb in den zurzeit bestehenden 3 Gruppen der unselbständigen Höver durch den Wegfall eines Dozenten erschwert ist, desto wichtiger sind häufige, regelmäßige Verhöre (Prüfungen), die wöchentlich in jeder Gruppe abgehalten werden. In der Gruppe der selbständigen Bachurim hat die Zahl der Bachurim, die Jore Dea lernen, um sich zur Haurooh oder Schechitoh zu ertüchtigen, zugenommen. Wöchentliche Prüfungen und Besprechungen des Gelernten wollen auch hier den Eifer wacherhalten. Dank gebührt auch den Schochtim, die sich der praktischen Unterweisung zur Verfügung gestellt haben. Wochenkalender. vom 28. August bis 4. Sept. 1938 / vom 18. - 25. ffillul M88 & 28 svun •q 18 Sonntag , r» » 3 29 19 Montag K 30 20 Dienstag 31 ,'21 Mittwoch Sep. l - |22 Donnerstag 2 ' j?3 Freitag 3 , 24 Samsrag 4 °’?n25