Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1926)
- Date
- 1926-08-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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vlätter, ringen geistig und wirtschaftlich schwer um ihre Existenz. Sie wenden sich durchaus nicht nur an unseren Bund, vielmehr an die gesamte gesetzestreue Jugend, so daß sie glauben, die Hilfe der Öffentlichkeit im Interesse ihres Weitererscheinens anrufen zu dürfen. Die wirtschaftliche Hilfe des Erez-Äisroel - Amtes wurde, wie ebenfalls Freitag MMN Dcricoitt nmrDi in MW MMW Fällen in Anspruch genommen. Um so mehr war man bemüht, durch Verbreitung des Erez- Jisroel-Gedankens im Bunde auf dem Wege der Erziehung der einzelnen dahin zu wirken, daß Erez Jisroel persönliche Angelegenheit jedes Esräers wird. In Rundschreiben wurden den Gruppen Vorschläge zur Erez-Jisroel-Arbeit gemacht und eine Stoffsammlung im ersten Teil des Sammelheftes „Erez-Jisroel" im Druck vorgelegt. An mehreren Orten wurde in diesem Sinne Jfegxelle MgkWtM fast in allen Gruppen wurden entsprechende Themen in Vorträgen und Heimabenden behandelt. Wenn diese Erziehungsarbeit richtig verstanden und fortgeführt wird, so wird ,tjd bald eine stärkere Wendung zur praktischen Erez- Jisroel-Tätigkeit möglich und nötig fein. Nach herzlichen Begrüßungsworten seitens des Herrn Rabbiner Dr. Auerbach '"j und des Herrn Wolf S. Jacobsohn für den Keren Hatauroh und dem O. V. der A. I. I. O. und kurzer Generaldebatte, brachte der Nachmittag getrennte Sitzungen von Jungens und Mädchen, in denen n\ mnm BBicmt Der reifnu den Jugend" behandelt wurden, bei den Mädchen „Probleme der modernen Fra u". Bei der Auswahl des Tagungsortes war der Gedanke an ein geschloffenes jüdisches Milieu, insbesondere am Schabbos mitbestimmend. Der Freitagabend, die omsra des Schabbosmorgens, die num des ersten „Esrarabbiners", alles war Esraarbeit und Esraleben. Für den Schabbosnachmittag war eine Erez Jisroel-Debatte angesetzt. Denn wenn auch, wie einleitend ein Mitglied T-es Erez-Jisroel-Amtes berichtete, der Bundestag des vorigen Jahres, recht weitgehende Beschlüsse bezüglich der Erezgfsllfft fjflfj sö M 00® Btr Mkgk Jisroel-Gedante noch bei weitem nicht in dem erhofften Maße Gemeingut geworden. Deshalb sollte der diesmalige Bundestag die Fragestellung losgelöst von organisatorischen Gesichtspunkten lediglich als Thema der jüdischen Weltanschauung in ihrer ganzen Größe den versammelten jungen Menschen zum Bewußtsein bringen. Es darf gesagt werden, daß dies gelungen ist. Die Diskumon lrWlllliMM sich um dm Wdanksn dss jüdischen Heimes in Erez Hisroet, m dem es Möglich sein soll, jüdisches Leben in ungetrübter Reinheit, in jüdischer Gemeinschaft zu verwirklichen. In vielerlei Variationen wurde dieser Gedanke behandelt, sei es vom nationalreligiösen Gesichtspunkte aus, der Judentum als Gemeinschaft konstituierende Religion und darum als än Land fordernd betrachtet, sei es vom individuell religiösen, der aus der Not der unjüdischen Lebens- und Berufsauffassung in unseren Ländern, chuzoh Loorez, sich nach Auslebung der Thauroideale auf heiligem Boden sehnt, sei es vom Gesichtspunkt des Choluz, der morgen schon übersiedeln will und um die Seele seiner Genoffm wirbt. Nur ganz sporadisch tauchts Gedanke auf, daß „Ereg Bisroel nur eine Mizwoh von den vielen" sei, und darum nicht in den Vordergrund zu treten habe. Auch die Erziehungsmethode des Bundes auf diesem Gebiet wurde mit Rücksicht auf die in dem vergangenen Jahr zu Tage getretenen Tendenzen, soweit es im Rahmen einer Weltanschauungsdebatte möglich war. diskutiert. Während sich die einen mit der allgemeinjüdischen, sittlichen Ertüchtigung der Persönlichkeit zufrieden geben wollten und alles weiters lli8 öZWsrfen, giaich?p «n&eve, auf die in reichem Maß zur Verfügung stehenden Veranschaulichungsmittel aus pädagogischen Gründen nicht verzichten zu dürfen. Man könne nicht ständig jungen Menschen nur predigen, was Erez Jisroel von ihnen verlangt, man müsse es ihnen, will man praktische Erfolge erzielen, in seiner lebendigen Gegenwärtigkeit zeigen, Reiseschilderungen, Geschichte, Landeskunde und Aufbauprobleme berücksichtigen. Als ein solches Mittel. unsere Ideale zu lebendiger Anschauung zu bringm, murbö au® Bitz Pflögs Mi» MMchW Sprache bezeichnet, und es machte auf die Teilnehmer des Bundestags sichtlichen Eindruck, daß gerade diese Forderung auf einen Zuruf hin in hebräischer Diskussionsrede vertreten würde. Nachdem man mit Gesängen nmyo tfiVw gehalten, waren in später Nachtstunde noch Alltagssorgen zu besprechen: Die Kooptierung von neuen Mitgliedern in die Bundesämter. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der jüdischen „Bildung". Er wurde mit einem Referat über die im Bunde vertretenen Erziehungsmethoden und den vom Limud-Amt ausgearbeiloton MMtLplsn gmgÄlailal. DU MÄultUu (Erziehungsmethode stelle, so wurde gesagt, dem Esräer die absoluten jüdischen Forderungen fertig gegenüber, und überlasse es ihm, sich mit ihnen im einzelnen abzufinden. Die induktive Methode jedoch gehe Schritt für Schritt vor und suche den Einzelnen allmählich für alle Teile des Judentums und zum Schluß für die Unterwerfung unter seine Autorität als ganzes zu gewinnen. Als eine Ausarbeitung der letzteren Methode gibt sich auch der vorgelegte Arbeitsplan, der um die Gruppenarbeit nicht zu schematisieren weit mehr Stoff als zu bearbeiten möglich ist, bringt. Die sich hieran anschließende Diskussion brachte die Anerkennung der Redner — auch der Gäste — M ölksk Arbm vcZ mmmnmitm Zum mm ruck, im einzelnen einige Verbesseruugsvorschläge. Anschließend nahm der Bundestag zwei wissenschaftliche Referate entgegen, die zeigen sollten, wie die Angaben des Arbeitsplanes nach Tendenz und Stoffauswahl im Esra, etwa in den oberen Gruppen und Führerschaften, behandelt werden sollten. Dr. Ist Grünfeld-Hamburg refeworden sollten. Dr. Jsi Grünfeld - Hamburg iiEer „Qu&ertiurrt «lsrsllgrös^ oder soziale Gemeinschaft". Es wurde gezeigt, wie die Auffassung des Judentums als reine Religion ohne gemeinschaftsbildende Funktion eine Verkümmerung alten jüdischen Lebens ist, wie vielmehr die Halocho ihrem Wesen nach die Nation als Gefäß ihrer Realisierung stiftet. Die Gedankengänge des anderthalbstündigen Referats, das den Beifall der Anwesenden in hohem Maße fand, im einzelnen auch nur aufzuzählen, überschreitet den Rahmen eines Berichtes. Es muß auf die nächsten Nummern ber Esraführerblätter verwiesen werden. Ein gleiches gilt für das nun folgende Referat von Ari Wohlgemuth, Leipzig, über: ,r ® t e e jo r m f eine hl ft arisch?? V spektive", das in großen Zügen die geistesgeschichtliche Entwicklung des von der Moderne beeinflußten europäischen Judentums, ausgehend? von Mendelsohn bis in unsere Tage zeichnete. .Mit Schlußworten und Gesang wurde Sonntag nach-' mittag die Tagung beendet, die zwar aus äußere organisatorische Bedeutung verzichtet, jedoch sicherlich mit Nachdruck allen Teilnehmern die erzieherischen Tendenzen des Esra eingeprägt hat. Das Eehrguk „Hirfchyof". Inmitten einer herrlichen Odenwald-Landschaft liegt, dem Auge des von der Ferne kommenden Wanderers einen selten schönen Anblick bietend, auf einer von dem Orte Falken-Gesäß sanft ansteigenden Anhöhe, ein mächtiger Gutshof, welcher der gesamten Umgebung ihr Gepräge gibt. Dieses Besitztum, welches einen Komplex von etwa 200 Morgen — teils Ackerland — teils WgMMtt — umfaßt; murDe im MMIWMN Jahre von der Palästinazentrale durch die hochherzige Stiftung eines ihrer prominentesten Mitglieder erworben mit der Zweckbestimmung, junge Wsetzestreue Aulim im landwirtschaftlichen Beruf für ihre spätere Uebersiedlung nach Erez Jisroel auszubilden. Das Gut mit seinen fast neuen Gebäuden war für die Errichtung eines Lehrbetriebes geradezu prädestiniert. Im Frühjahr wurde der Betrieb mit elf Eleven eröffnet unter der Leitung eines erstklassigen Fachmannes. Die jungen Leute kommen fast ausschließlich aus städtischen Berufen, und es P -i-e p MN; mit mtKßcm MM m vom frühen Morgen bis ZUM Abend ihre Arbeit verrichten. So schwer auch manchem von ihnen die berufliche Umstellung fallen mag, sie alle sind von dem einhelligen Willen durchdrungen, ihr Ziel zu erreichen in dem Bewußtsein, das in den letzten Jahren imme brennender gewordene Problem der Berufsumschichtung der jüdischen Großstadtjugend für ihre Person gelöst und den mit dem Aufbau von Erez Jisroel untrennbar verbundenen Beruf des bodenständigen Bauers erwählt zu haben. Ferner trägt der unter den Eleven herrschende kameradschaftliche Geist nicht wenig dazu bei, daß sie sich in ihrem neuen Milieu wohl und glücklich fühlen. Bon vornhsrsin hat L!s Palästincrgsntvals ifyzr Augenmerk Züchtet, den jungen Leuten nicht nur Fachkenntnisse Zu vermitteln, sondern auch auf ihre religiöse und geistige Weiterbildung bedacht zu sein. Einer der Eleven, welcher über gründliche jüdische Kenntnisse verfügt, lernt mit seinen Kollegen nach getaner Arbeit in verschiedenen nach Vorbildung und Wissen eingeteilten Gruppen und zwar Dinim, Mischnajoth, Gemoroh und T'nack). Dank dem Cntgegenkomm^g m der Nachbarschaft gelegenen Gemeinde Werfelden, die dem Gute freundlicherweise eine Sefep Thora zur Verfügung stellte, konnte auch ein ordnungsmäßiges Minjan eingerichtet werden. Die Lehrzeit der Eleven dauert zwei Jahre. Während dieser Zeit werden sie in allen Zweigen der Landwirtschaft, Milchwirtschaft und des Gartenbaues ausgebildet. Als Entgelt für KE und Logis zahlen die Eleven einen mäßigen Beitrag pro Monat. Obwohl, wie bereits gesagt, die Anlage des Gutshofes für einen landwirtschaftlichen Lehrbetrieb außerordentlich geeignet ist, so fehlt doch noch manches bis zur völligen Installierung und Ausstattung desselben^ gumal ein Qehrgus c^f Yjff komplizierterer Basis geführt werden muß als ein gewöhnlicher Gutshof. Freunde und Gönner' unserer Arbeit haben uns bisher geholfen, um mm PoSfecheck-Konien - des Keren lleioreL in ßenbcLlani, llnnibarg Nr. 24 753 (P. Seh. A. HäbAui‘4). Keren Hatorah-Kommissariat Frankluit a, M. Nr. 41 666 (P, Sch, A, Frankfurt fl. M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Scb, A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Haterah-Koro«,^faSljfSlg firi 7VI1T (FlÖSÜl Al Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P, Sch, A, Berlin Nr, 89672 Hermann U*. Mannheim. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller*. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Scb. A. Nr. 40953 iür Dr. Julius Baer Keren' Hatorah-Kommissariat Kartsruhe, Markus Stern, Bankkonto' Ignaz Ellern,