Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1926)
- Date
- 1926-08-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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<Bf älter tieraurgegeben von dev fflfidesoggflBitfaüon deg Ngudar-Aisvoek in Deiiffefitcmd Nummer \Z \2. Jahrgang Frankfurt a. M., f9- August f9^6 / 9- Ellul 5686 WDOI| TreisausseKreiben! 1. PREIS £ine Reise naefi Lrez Jisrocf Wettere werlvolle Preise ÜffffF (fff||ff daFan ßeJciSgen! Nähere Auskunft erteilt Oroßstadtdezernai der A. J. J. 0. Frankfurtm , Schülzenstr, 12 A.J.J.O Zur Werbewoche der Agudas Iisroel-Augendorganisatton. Don Wolf S. Iacovson in Kamöurg. Vom 22. bis 29. August — vom 12. bis 19. Elul — veranstaltet die Agudas Jisroel-Jugendorganisation (AJJO) in Deutschland eine Werbewoche, um die jüdische Jugend der Agudas Jisroel näherzubringen. Um rlifiriaen fiailar t Dtöfar pafoßestrauan Im genbbewegung haben einen günstigen Zeitpunkt für ihr Vorhaben gewählt: Die ernsten Tage des Elulmonats, das Rausch-Haschono-Fest in greifbarer Nähe. Der Elulmonat mit seiner bekannten Doppel- Devise: „Ich gehöre meinem göttlichen Freund an, und mein göttlicher Freund mir" (ani ledaudi wedaudi li) „der eine für den anderen und Gaben für die Armen" (isch lereieihu umatonaus l'ewjaunim) kennzeichnet die beiden großen Aufgabenkreise der durch die Agudas Jisroel zu leistenden Arbeit: Mensch und Gott — Mensch und Mensch. Und Rausch-Haschono, der Anfang eines neuen Jahres, das sich als Glied einer Kette von 5686 Gliedern ^eigt den Gesichtspunkt, unter dem Diefe DoppeiaufgaDe durch Die AgudUÄ Disrosl zu lösen versucht wird: Arbeit am Zukunftsbau des jüdischen Volkes, die bewußt und betont auf seiner Vergangenheit aufbaut und nur auf ihr. Und die in den Mittelpunkt ihrer Leistungen — der sozialen Fürsorge und Liebestat — der religiösen Vertiefung, der nationalen Erweckung, der Arbeit für das Heilige Land, der Vorbereitung auf den Mofchiach — die Tauroh — allein die Tauroh stellt, wie Rausch-Haschono ja auf die Tauroh hinweist, durch die und wegen derer allein Gott an ihm die Welt schuf. . Den Klall Jisroel, diesen allen Wischen Des gl^ss wieder Idbehbt^ Zu Machen, die jüdische Gemeinschaft mit der Tauroh als organisierender Seele aufzubauen, den Begriff des jüdischen Vol- W WfffTt WlU? otj nicht geditldel nur, sondern Herrscherin ist, der gesamten Menschheit zum Bewußtsein zu bringen: das ist der Sinn der Agudas Jisroel. Sie ist somit kein Zweckverband, kein zur Lösung bestimmter Einzelausgaben gegründeter Verein, keine Institution der Synagoge oder des Veth Hamidrasch, kein Wohlfahrtsrerband und keine Kolonisationsgesellschaft, ihre Idee ist so weit und so groß und so pap'.g m;e die Sauro-ji |elbety i^re Organisation die Erfassung aller durch die Tauroh verbundenen Juden, ihre Organe für die Realisierung des göttlichen, durch die Tauroh manifestierten Willens. Sie ist keine religiöse Gemeinschaft in des Wortes gewöhnlichem Sinne, denn auch alle nationalen Aufgaben und Notwendigkeiten der Judenheit gehören in ihren Bezirk, sie ist keine „nationale" Organisation — im gebräuchlichsten Sinne des Wortes —, weil der religiöse Gedanke des Judentums alle ihre Maßnahmen bestimmt. Sie ist nicht politisch, soweit es sich um Ansprüche der Duden als „Volk unter Völkern" handelt, politisch im höchsten Grade, soweit es Forderungen der Juden und Sicherungen für das „Volk Gottes" betrifft. Sie ist demokratisch, denn jedes Mitglied kann „mit dem Stimmzettel in der Hand" seine Meinung verfassungsmäßig zur Geltung bringen". Und sie ist es wiederum nicht, denn an ihrer Spitze steht ein Areopag von Taurohgelehrten, dessen Votum entscheidet, wenn es gilt, „die praktische Arbeit an dem Maßstab der Tauroh zu messen und richtunggebend zu bestimmen". Sie ist zentral, indem sie als Weltorganisation alle die Gesamtheit betreffenden Fragen DiirtO föron Älttralral MslUiden Wt, unD sie ksi wiederum dezentralisiert, indem sie jedem einzelnen Land weitestgehende Selbständigkeit bei der Behandlung seiner besonderen Einzelausgaben läßt. Geographisch sind es 4 große Gebiete, wo Agudas Jisroel Arbeit leistet! Im Osten Europas: Die Sorge um den Bestand seiner volkseryaltenden Taurohlehrstätten, um seine Jugend, die männliche wie die weibliche, hat die Agudas Jisroel einen Fonds — Keren Hatauroh ^arünDQn lasim, ans Deffan Mitteln die Je; fckstroaus und Talmud Taurohs erhalten, und neue Bildungsstätten im Sinne des orthodoxen Judentums für die Jugend — für die weibliche wurde unter dem Namen „Beth Jakob" ein Schulwerk von über 60 Schulen innerhalb drei Jahren gegründet — geschaffen werden. I n P a l ä st i n a : dem durch die göttliche Vorsehung in den Brennpunkt des Interesses weitester jüdischer und nichtjüdischer Kreise gerückten Aufbau Palästinas seinen taurohgemäßen Charakter sichern zu helfen, hat Agudas Jisroel, die schon bei ihrer Gründung „Erez Jisroel" auf ihre Fahne schrieb, zwei Fonds geschaffen, den Keren Hajischuw, dessen Mittel der Kolonisationsarbeit, den Keren ©reg Disroel, desien Mittel der*Kulturarbeit (Schulwesen nfw.) Dienern Du Westeuropa gilt es, die bis an ihren Rand mit europäischer Zivilisation gefüllten Seelen der Juden, und insbesondere der Jugend, wieder der jüdischen Kultur zu erschließen, sie den Anschluß an die jüdischen Massen des Ostens, an ihre Ursprünglichkeit und vor allem an ihre geliebte Tauroh wieder finden zu lassen. UndinAmerika:die nach dort in Millionen gewanderten Juden bedürfen des Zusammenschlusses mit der alten Heimat, sie brauchen dringend die das Ganze umfassende Organisation, „die den jüdischen Wanderer begleitet aus dkl alten in die neue Heimat, ihn dort uMfünßt uttb fest seickttüsist Mit den fÜht-öttdött Geistern und tragenden Ideen jener Heimat", d. h. mit der Tauroh und ihren großen Lehrern. Will äü Agudss üigfßal also Dor aanzgn Im denheit dienen, so gehört ihre Hauptsorge hoch der jüdischen Jugend. Sie der Tauroh und dadurch dem Volke zu erhalten, das ist die höchste Aufgabe der Agudas Jisroel und die besondere der Agudas Jisroel-Jugendorganisation. Und wenn diese in diesen Tagen in Deutschland unter der Jugend für die Idee der Agudas Jisroel wirbt, so will sie vor allem Mißverständj mf^e beseitigen unb Sebem Klarheit geben über das, was Agudas jisroel ist.!{i Nlchf g!o°! nistisch, obgleich sie Zion so heiß und so innig j Uebt wie der glühendste Zionist, sie ist nicht zen-! tralvereinslerifch, wenn sie auch die Forderung ' „suchet das Wohl der Stadt, in der ihr lebt" als eine göttliche proklamiert: sie ist nur eines: jüdisch, und was jüdisch ist, das sagt ihr und ihren Bekennern die Tauroh und die ganze große jüdische Literatur, die von der Tauroh ausgeht, und in der Tauroh mündet. Ullvüeskag ve» Esra. Auf der Huysburg bei Halberstadt fand vom 19. bis 21. Aw der diesjährige Esrabundestag statt. Er hatte im Gegensatz zu früheren Tagungen, die durch ihre Beschlüsse in organisatorischer Hinsicht die Bundesarbeit zu regeln hatten, die Aufgabe, den Esräern in Beispiel und Theorie die Erziehungsziele des Bundes vor Augen zu führen. Um diese Tendenz deutlich hervorzukehren, war von der gleichzeitigen Einberufung eines beschlußfähigen Delegiertentages abgesehen worden. Wenn infolgedessen einersßttll Dia SMminaon mit mm mmmr Müms schaftlichkeit und Bewegtheit zum Ausdruck kamen, als auf früheren Tagungen, so darf doch gesagt werden, daß andererseits die völlige Ausschaltung praktisch-vereinsmäßiger Gesichtspunkte aus den Verhandlungen der gedanklichen Vertiefung des Gebotenen sehr zu statten kam. Der Freitag morgen erstattete Bericht der Bundesleitung wurde eingeleitet durch warme Worte des Gedenkens für den Hingeschiedenen Rabbiner Dr. Salomon Breuer gesprochen von Dr. Eli M u n r k DMtn für dir Dl Li un& Beruh. Hetdingsfeld- Frankfurt a. M. für die Schüler der Frankfurter Jeschiwah. Der Bericht ergab, daß die zentrale Arbeit seit dem vorjährigen Führertag auf die einzelnen Bundesämter verteilt war. Ein Novum ist die Einrichtung einer Mädchenleitung mit der speziellen Aufgabe, den Mädchengruppen bei ihrer Arbeit an die Hand zu gehen. Von Interesse ist weiter, daß die Hilfe des Esra wiederholt und dringend von der polnischen Benaus-Agudas-Jisroel-Bewegung erbeten und auch nach Kräften gewährt wurde. Der Esra war bei der Gründungsversammlung dieser Organisation in Lodz vertreten und wird demnächst Führerinnen zur Abhaltung eines Führerinnenkurses nach Polen entsenden, w«nn di« fin«ngi«tten Mstttl werden. Das Limud-Amt hatte die Aufgabe, die Arbeit der Gruppen auf dem Gebiet des Lernens und der allgemeinen jüdischen Bildung zu leiten. Abgesehen von dem Gedankenaustausch mit den einzelnen Gruppen wurden Jeschiwohbachurim — zum Teil auch mit Hilfe des Keren Hatauroh — unterstützt und für Juli und August talmudische Ferienkurse in Ansbach abgehalten, deren Besuch hoffentlich in den nächsten Jahren, wenn diese Einrichtung sich mehr eingebürgert hat, reger sein wird. Einen neuen DmpulZ ylll die geistige Arbeit ökZ FZr« dupch m Aufstellung eines Maximal-A r v s i t & planes seitens des Limud-Amtes erfahren. Die Organe des Bundes, Führer- und Jugend-