Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1926)
- Date
- 1926-08-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Nr. 34 Der 8* rat Ht 19 August 1926 die Mahnungen angebracht sind. Der kategorische Imperativ unseres Tuns, die Unterordnung unter ein von Gott diktiertes Gesetz, das das Leben in all seinen Einzelheiten ordnet und regelt, sie allein schaffen die innere Freiheit, die der Mensch, und erst recht der Jude, für sein Leben benötigt, doppelt benötigt auf dem heiligen Boden bei der Mitarbeit an dem großen Aufbau. Von solcher Freiheit des Gebundenseins sprach aber der Herr Direktor kein Wort. Das Verhältnis bev «Schüler guro Brrchp hsss EkfktzkS lst kklll anderes und innigeres als zu einem anderen Buche aus dem Schatze der Weltliteratur. Daraus hatten Mofsinsohn und seine Freunde seit Jahrzehnten hingearbeitet, und die Schule setzt, nach dem Zeugnis ihres derzeitigen Direktors, diesen Weg weiter fort. Aus solcher Erziehung erwachsen aber nicht die Persönlichkeiten, die Plumer wünscht und die uns heute, zumal in Palästina, so bitter nötig täten. Dogmen oder Grundprinzipien im Judentum. Von Rabbiner pH. Fischer in Sarospakak, Ungarn. IV. Daher geben die Gegner der obigen Auffassung eine ganz andere. Am deutlichsten wird jene Auffassung inpnx'rn'py zu III., 23. M. ausgesprochen: vnv ninvn *?y mwn p2pnff n*nv2«no b’et? rnran HP IM untn 2V rj-iV?) hmw w»m 'bib ia ninw* ’1k2 pi irrvri kv ivsv» pt? 12V Vy t« 2 31 WB2 DEW Pto'DnW '.T „Daß, wenn der Opfernde sieht, daß das für feine Sünde dargebrachte Opfer geschlachtet, das Fell ihm abgezogen, es zerstückelt und auf dem Feuer des Altars verbrannt wird, er bedenke, daß dies eigentlich sein Maß für seine Sünde wäre, so nicht der Ewige in seiner „Barmherzigkeit ein Sühnemittel seiner Schuld eingesetzt hätte." Aehnlich schrieb schon öer pna*i:ia*7«TW IN!» nnn lwsi iai rinn. Eine der obigen Ansicht ganz nahestehende ist die, welche der berühmte R. Moscheh Alschich in mr?a nnin zu ftl. B. M., S. 2 am klarsten entwickelt: daß der Opfernde, indem er die Hände auf den Kopf des Tieres legt,, durch Buße, Sündenbekenntnis und das Legen der Hände auf den Kopf des Opfers die Kraft der Sünde von sich auf das letztere überträgt und sie mit dem Tiere vernichtet, nxaiv nrrbn inrra vivs'i td* "121 12aa l'v' 823 2V8 N8av.2 N1N1 8VN 2V8 1NNVN. Aber auf breitester Basis und auf eine Art ÄUfjUÜÜliilH, jüdischen öpferjmn rn r^neti üttfs neue anzufachen, ihnen die Vergangenheit in ihrem Glanze und die Gegenwart und Zukunft in ihrer Oede wie in einem Spiegel vorzuweisen, es müßte und würde ihm gelingen, an Stelle der unhemmbax niedergehenden- Dorfgemeinden aufblühende Staotgemeinden zu pflanzen. In jener Zeit, gerade, als ich die Orte Villingen und Donauefchingen besuchte, da feierte die Gemeinde Wangen am Bodenfee das hundertjährige Bestehen ihrer Synagoge. Von nah und fern strömten die Teilnehmer an dem Feste dorthin, wo an Stelle der einst mehr als fünfzig Familien umfassenden stattlichen Gemeinde heute nur zwölf Haushaltungen mit — was noch trauriger ist — nur 25 Seelen der Zeit entgegensehen, in der das große schöne Gotteshaus am See gänzlich verwaist sein wird. Wer dort an jenem — Festtage? — gehört hat, was Erinnerung unter Herzkrämpfen erzählte aus Wangen und Mühlheim, aus Gailingen und Randegg, wer die bunten Bilder, heroorgeholt aus der Kammer des Herzens und erfaßt mit den Händen der Sehnsucht, geschaut hat, der wird andere darüber aufklären können, daß der Niedergang des Judentums auf dem Lande einen Verlust bedeutet, für den e^./inen Ersatz schlechtweg nicht gibt. < (Der ^katz taugt nicht. . .) Ein amerikanischer Jude, der zur Univerfttätseimveihung nach Jerusalem gekommen war, wird über seine Eindrücke an der Westmauer gefragt. -Die Westmauer", sagte er, „sehr schön, sehr interessant." Aber unverständlich, wie man fie auf einen 'so häßlichen öden Platz stellen konnte! (Asmoweth in Doar Hajom). („Goethe und das atte Testament"). Infolge Ilebersiedlung des Verlages „Omonuth" nach Palästina ist das Werk: Deutschländer „Goethe und das alte Testament" in den Verlag „Sänger und Friedberg. Frankfurt a. 9K.“, übergegcmgen. und Weife, die auch den minutiösesten Vorschriften des. Opfevkultutz eine tiefere Idee abzugewinnen versteht, mit einer geradezu wahrhaftigen Genialität behandelt dieses Thema der große jüdische Denker unseres Zeitalters, S. R. Hirsch, in seinem Bibelkommentare. Also bezüglich der Bedeutung des Opferkultus gab es verschiedene Auffassungen. Aber keine einzige jener verschiedenen Auffassungen war in Opposition getreten zur uralten rnb'vn m$i$m ZLb u unterden Vertretern jener verschiedenen Äuft fassungen, der Protest erhoben hätte gegen die hundertfältige Erwähnung des „blutigen Opferkultus" in unseren Gebeten. Keinen einzigen, der den Umstand mit Freuden begrüßt hätte, daß wir heutzutags irnsiy v'is nabffii mit dem Gebete unserer Lippen die.Opferstiere ersetzen müssen, und keinen einzigen, der in der Zerstörung des Heiligtums ein freudiges Ereignis, welches die Fortsetzung des „blutigen" Opferkultus unmöglich machte, erblickt hätte. Keinen einzigen, der nicht mit heißer Sehnsucht der Erfüllung der durch die Propheten verkündeten göttlichen Verheißungen bezüglich der Rückkehr Gottes nach Seiner Stätte in Jerusalem und der Wiedereinführung des „blutigen Opferzeremoniells" auf dem Tempelberge zu Moria entgegenharrte. (Wir verweisen bloß auf die Stellen in Jesaia 56, 7 — 60, 7 — des ferneren Jirmijah 17, -26"—. ZA 11 _ ZZ 1g «bn einmal; wellUn Slaiws puntt z. B. der hervorragendste Vertreter der Neologie, Abraham Geiger, in dieser Angelegenheit einnimmt, und dann werden wir ruhig die bescheidene Frage an Herrn Dr. K. richten können, ob er denn auch hierfür ein Analogon in der geschichtlichen Vergangenheit des Judentums kennt?! Hier folgen nun die eigenen Worte Geigers: „Da wir aber in der Gegenwart nicht mit der sehnsüchtigen Erwartung in die Zukunft blicken, daß sie uns den vollen Ausdruck einer längst verschollenen Vergangenheit zurückbringe, da das Opfer uns als ein ungeeigneter Ausdruck unseres Verhältnisses zu Gott gilt, dem wir nicht mit der sinnlichen Gabe, sondern mit dem gereinigten Geiste und Herzen dienen, nahen sollen: so ist die Bitte um Wiederherstellung des Opferdienstes in unserem Munde eine Lüge und auch die Erinnerung an seinen ehemaligen Bestand bietet für uns kein religiöses Moment." (Siehe Jüd. Zeitschrift VII, S. 14 u. f.; II, 208 u. f.; VII, 44 u.'ft) Also dasjenige, wovon Jesaia sagt: ..Ich bringe fiö hm zu MSMAM hMgen Berge und erfreue sie in dem Hause meines Gebetes; ihre Emporopfer und ihre Mehlopfer werden zum Wohlgefallen auf meinem Altäre; denn mein Haus wird „das Haus des Gebetes für alle Völker" genannt," (66, 7) — und des ferneren: „Alle Schafe Kedars-werden zum Zwecke des Wohlgefallens meinen Altar besteigen — und so werde ich das Haus rüeiner Herrlichkeit verherrlichen!" — wovon Jirmijah sagt: „Von den Städten Judas-werden sie Ganzopfer bringen und Mehlopfer, Huldigungsopfer und Weihrauch, werden Dankopfer bringen in das Haus Gottes," (17, 26) — „Ich sättige das Verengen der Priester mit Fülle," (31, 13) — „Es pricht Gott: noch soll an dieser Stätte, von der ihr sprechet, in Trümmer liegt sie ---vernommen werden: „— --die Stimme derer, die Dankopfer in das Haus Gottes bringen," (33, 10 u. 11) — „und den Priestern, den Leviten, oll nicht der Mann aus meinem Angesichte chwinden, der zu allen Zeiten Emporopfer zu bringen, Huldigungsgabe aufzudampfen und Mahlopfer zu vollziehen versteht," (33, 18) — also derjenige Opferkultus, dessen einstige Wie- )erherstellung den heiligsten Herzenswunsch ünerer Propheten bildet und dessen Wiederherstelung die Propheten im Namen Gottes verheißen jaben, und um besten Wiederherstellung Israel Tag für Tag heiße Gebete zu Gott emporsendet: --'«n-.-'-i,'»? -jg-nra nnnm — Der Opfers kultus, in welchem auch die hervorragendsten christlichen Theologen den Ausdrück tiefster Gedanken erblicken — also dieser Opferkultus ist in den Augen eines Geiger und Gesinnungsgenossen eine bloße — Lüge! Und auch die Erinnerung an seinen ehemaligen Bestand hatte für sie nie ein religiöses Moment! Fürwahr, ein schönes Selbstbekenntnis einer schönen Seele! Und es war nur folgerichtig von Geiger und Konsorten^ daß sie dis auf dis Wisbsrl; Erstellung dSL Qßssrkirktus sich ösglch?nh?N Tsbstk aus ihren Gebetbüchern gestrichen staben. (S A. Geiger, Leben u. Lebenswerke, S. 311.) Hierfür beliebe der edle Partisane des Reformjudentums, Herr Dr. K., ein Pendant zu finden unter all den zahlreichen historischen Daten, die in seinem Buche Revue passieren müssen! Doch wird der Herr Dr. K. hier triumphierenden Tones ausrufen: Heureka! Ja, er hat es gefunden! Haben doch schon in ältester Zeit die Propheten gegen den Opferkultus geeifert. Hatten sich doch auch Geiger und Genossen hieraus berufen. Und der Herr Dr. K. wird sofort mit einer Handvoll in Bereitschaft gehaltener Zitate aufwarten. Beziehen sich doch ganz gewiß hierauf die im Budapester neologen Organe (1909, Nr. 9, S. 8) mitgeteilten Worte des Herrn Dr. K., die er bei einer Entlassungsfeier im Budapester Rabbinerseminar, in seiner Eigenschaft als Präses der Prüfungskommission, den mit nmn iimn entlassenen Absolventen De* Anstätt äls Vademekum für ihre rabbinische Praxis mitgab: — und die Propheten haben auch nach Moses und auch im Gegensätze zu Moses etwas zu sagen!" Nun, so wollen wir in dieser Beziehung bloß auf die Ausführungen S. R. Hirschs verweisen, der (Ges. Schrift. II, S. 234 u. f.) bis zur Eyideyz nachweist, wie die Propheten niemals gegen den Opferkultus an sich gekämpft haben, sondern gegen den M i ß b r a u ch, der mit demselben getrieben wurde, gegen den Wahn, als bestünde im Opferkultus allein das ganze Judentum. Doch nimmt in dieser Beziehung die rwa nnin durchaus voll und ganz denselben Standpunkt ein wie die Propheten, so daß diesbezüglich von keinem Gegensätze zwischen Moses und den Propheten geredet werden kann. Ich will mich bloß auf die Anführung folgender klassischer Zeilen beschränk ken: „Endlich übersieht ja diese Täuschungstheorie von einer angeblich durch die Propheten gebrachten Reform des mosaischen Judentums eine Kleinigkeit. Sie übersieht, daß ganz in demselben Zuge nicht nur über Opfer, sondern ebenso üb&rntöiimonö uni) 6äbbäl und beftseier, ja ffllch Über das Gebet, somit ja Über alle die „religiösen" Institutionen der Stab gebrochen wird, die nicht schon an sich die ethische praktische Erfüllung unserer Pflicht enthalten, sondern eben nur zu biefer Erfüllung führen sollten. Sie alle können durch Mißbrauch in ihr Gegenteil verwandelt werden. Sie alle nicht als Mittel, was sie sein ollen, sondern als Zweck, was sie nicht sein solen, begriffen und geübt, werden zum Tode jeder ittlichen Pflichttreue des Lebens, indem sie sich an deren Stelle fetzen und mit Opfer, Feier und Gebet allein wieder gut machen wollen, was im Leben verbrochen wurde und nur im Leben zunächst, im Leben und mit dem Leben gesühnt werden kann. Und nicht nur sie,, ein jedes göttliche Gebot z. B. Almosen willkürlich als stellvertretendes Ersatzmittel für andere vernachläs- Wochenkalender. - vom 21. — 28. August 1928. / vom 11. - 18. ffifful 5888 Samstag sts. 21 trefft 11 1 Sonntag » 22 12 Montag tzl 23 13 Dienstag 24 14 Mittwoch 25 15 Donnerstag 26 16 Freitag 27 17 tzamstss 9Q| HSS-kS-- lfi|