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Der Israelit · 1926-07-22 · Heft 30 (22.7.1926) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 30 (22.7.1926)
Date
1926-07-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 2 Nr. 18 VU 08 1 « v . . . BlLiter >22. Juli 1926 ken in der Adaß prächtige Menschen; dem Ldkalpatriotismus des Berichterstatters tat es besonders wohl, daß den täglichen Morgenschiur — MWnaM mit iQUöfauß 3nmiom — im Anschluß an den Gottesdienst ein alter Hamburger lernt. Agudo und Misrachi teilen sich den Frieden gewährleistender Parität in die Verwaltung der Gemeinde, die als ganz besonderes Charakteristikum auch ihren „koscheren Fischhändler" hat. Nicht sehr weit von der Adas Jisroel — jedenfalls im Techum Schabbos erreichbar — befindet sich das North London Bes Hamidrosch, an dessen Spitze Rabbi Kirszner, ein noch junger titauifchsr Sdato, sicht, eine ber j’iofgej'iert nwngen der englischen Orthovoxie, ein hingegebener Agudist, der gemeinsam mit dem Naw der Adaß Jisroel gewiß für die Londoner Orthodoxie noch Großes schaffen wird. An der Spitze seiner Gemeinde steht W. Schiff, der Vorsitzende der englischen Agudas Jisroel, zugleich zweiter Vorsitzender der Londoner Jeschiwa. (Auch in London macht man leider die betrübliche Feststellung, daß die Arbeiter in Gottes Weinberg dünn gesät sind, die Wenigen also mannigfach belastet werden.) Auch im „wilden Westen" hat Litauen seine Stätte aufgeschlagen. Rabbi Ferber sitzt dort in seinem Bes Hamidrosch, von seinen tausenden von Manien Minim unv lernt Mg Mv Dtaöjt; öitt großer König leider ohne Truppen! Die vielen, vielen Londoner Synagogen, soweit sie nicht den United Synagogues, also der offiziellen Orthodoxie, angeschlossen sind, sind in der Federation of Synagogues organisiert, eine Organisation, deren Rabbiner Rabbi Jung war, Rabbi Jung, der alte, treue, bis in den Tod getreue Vorkämpfer des Agudo-Gedanken in England, dem englischen Judentum viel zu früh gestorben, unsterblich aber durch seine Leistung, die durch seine Kinder, die in der „nöuen Welt des Vaters Agudo-Erbe verwalten und mehren, lebendig bleibt — der eine Sohn, der in London blieb, ist jetzt Sekretär der Federation und führt «ls jotd^r E <dwm röfrtSIF dtzlkll M schäfte, — unsterblich durch-die von ihm gegründete „Sinai Liga", eine orKodoxe Jugendorganisation, in der des Gründers Geist und Sinn wirkt. Trifft man in London einen jungen Menschen, voller Liebe und voller Begeisterung für den Klall und für Thora — er braucht nicht gerade Agudist zu sein —, so ist er sicher ein Schüler des fel. Jung, Mitglied des „Sinai" gewesen. II. Agudas Jisroel — dem ihr Verschriebenen bedeutet sie alles, dem. der nichts von chr rveiß. Wfk nw «w? ben Berichten, Ärmeln, Dari stellungen der gegnerischen Presse kennt,, muß sie als eine gar häßliche Dame erscheinen. Gilt dies schon fürs „Festland", wo dem jüdisch Interessierten der Zufall auch mal eine gegnerische Zeitung in die Hände spielt, in der er sich sachlich orientieren kann — wenn er will —, so gilt das für London in noch erhöhtem Maße. Dort stehen fast alle Zeitungen, sofern sie nicht direkt zionistisch sind, dem Zionismus „freundschaftlich nahe", und wenn schon einzelne zu objektiver Darstellung, wie etwa der sehr bedeutende Jewish Chronicle, bereit sind, hat man es von unserer Seite an entsprechender Aufklärung fehlen lassen. (Mit Ausnahme des „Israelit", der eine kleine, aber sehr treue, viele Jahrzehnte alte LesergkmMds hm, sollen in Lvnlwn Me MWen Zeis, tungm des Kontinents Mschsupl unbekannt fein.) Man kann sich also denken, wie systematisch dem englischen Judentum das Gesicht einer nichts als verleumdenden,, die Einheit des Volkes gefährdenden Agudas. Jisroel, vgrgezeichnet tmrb; M BSil MÄft M Ms abg?- stempelt wird — und somit vogelfrei für mancherlei Angriffe ist, so ist in London jeder anständige Agudist ein Maußer, ein- Verräter. („Separatist" würde nicht ziehen, denn der Führer der "„Separatisten", d. h. der für eine selbständige, unverfälschte Organisation der Gesetzestreuen Kämpfenden ist, wie erwähnt, kein Agudist, war vielmehr in der Leitung des Misrachi hervorragend tätig.) Man kann also verjielfen, roenn spgttschs QtfWtff, di« iS mit 0er Sache des Keren Hachora gut meinen, mir anempfahlen, bei der Propaganda seine Mutter, die Agudas Jisroel, schämig zu verschweigen; ebenso wird man aber begreifen, daß ich das ablehnen mußte: Wenn wir Agudisten uns unserer Organisation schämen, wer soll für sie eintreten? Warum soll der englische Keren Hathora es leichter haben als der deutsche oder der schweizerische, die doch auch leben müssen, obgleich einzelne Misrachisten sie planmäßig sabotieren. Und es yiag ein Zweifaches freudig festgestellt werden, 1. englischen Juden das wahre Gesicht der Agudas Jisronl zu zeigen, ist nicht so schwierig: 2: enflliftDi OuDon. folBft MMtchiftisiP. bsgreifen, was festländischen nicht, in den Kopf geht: nur ein von der Autorität des rabbinifchen Rates der Agudas Jisroel (Ehofez Chajim, Rabbi Chaim Oifer, Rabbi Meir Simche, Gerer Rebbe, Czortkower Rebbe ufw.) getragener Keren Hathora hat einen Sinn, und hat Anspruch auf die Unterstützung aller, solange er für die Thoraanstalten aller wirkt. So konnte man als Vertreter des Keren Hathora den Keren hathora der Agudas Jisroel natürlich nur in bescheidenen Anfangsstadien, gründen, und so konnte man darüber hinaus an einer prächtigen Verfammtang fcir Lomwner llgiwns öisrM teilnehmen, bei der Rabbi Meir Don Plotzki Polen, E. R. Botfchko die Schweiz, Rabbi Rothenberg Erez Jisroel vertrat, nur „Frankfurt"— das fehlte! „Frankfurt" — solche geschickt in die Masse geworfenen Schlagwörter haben eine ungeheure Zugkraft! Selbst meine Balboste, eine von den wirklichen Noschim Zadkoniaus — sie läßt ihr Licht über Gerechte wie Ungerechte scheinen, fanden wir in ihrem Fremdenbuch doch Misrachiführer eingerahmt von Dr. Lewenstein-Zürich und H. E. Lehmann-Frankst <*. M. — jjj FsMfM lins MMM Geheimzentrals. in Jacob Rosenhöim.smstt zweiten lbe conquerer“, der die Londoner Juden der Friedberger Anlage untertan machen will — Frankfurt und feine PoliM konnten wir nicht nur in dieser Agudoversammlung-ins rechte Lcht setzen, wir konnten auch dem Chefredakteur der ersten jüdischen Zeitung dyrlegen, welcher Berg von Entstellung und Verdrehung in jahrelanger Arbeit geschäftig Zusammengetragen wurde. Wir sind davon überzeugt: die überragende Mehrzahl der englischen gesetzestreuen Juden schart sich um das Banner der Agudas Jisroel, die hier gewiß frei bleiben wird von jeder sogenannten „separatistischen Tendenz", wenn nur Einer kommt, der es ihnen voranträgt, wenn Agudas Jisroel ihr altes Prinzip endlich verläßt. nur auf Orsnamlllchg WMatMiiv sich zu stütze. London hat sie z. V. in ihrem politischen Ehren- Sekretär, dem vielgerühmten, vielbefehdeten H. A. Goodmann, eine großartige Kraft: sowirft man alles auf ihn: Politik, Organisation, Erez ^^orar „frf Hegen, muß liegen Meißen: iivb» ^3» auch von den Zionisten, das sollten mir endlich berherzigen und nach' ihrem Vorbild unsere Organisation aufbauen! 'Damit soll keine Kritik an den Londoner Agudokräften geützt werden, die Hoffnungen auf eine starke englische Agudo sind aber zu groß, als daß man sich mit der Amateurarbeit Einzelner begnügen dürfte. Einzelner, die/ wie erwähnt, neben der Agudo noch zahlreichen anderen Institutionen der Orthoßorje Dienen muffen. W MviiMn sich M döb politischen Exekutive" als der Mittelpunkt aller möglichen politischen Verschwörungen. Da wird für einen armen „Raw" zusammengemacht, da trifft sich die „Sinaijugend" zur Durcharbeitung ihres Winter- und Sommerprogramms, da ist der selbstverständliche Treffpunkt aller festländischen Agudisten und solcher, die es werden wollen, da übt die Hausfrau Gastfreundschaft größten Stiles — in solchem Durcheinander von Guttaten, in diesem Strom der jüdischen Welt bilden sich Charaktere; zur Bildung einer Organisation braucht man auch die technischen Mittel, die uns dje Neuzeit'reicht. So bietet Großbritannien für Agudo rvis für Ksrsrr .WhSpS Zköße wenn üle Leitung sie ausnutzt, ausnutzt, bevor es noch später wird. Zur Abwehr und VerftSydigung. I. Stickige Atmosphäre. Dieses Mal ist es der Herr Vorsitzende des Berliner Misrachi, der gegen die Agudo Sturm., läuft. - Er will dem politischen Gegner nicht seine Sünden Vorhalten, aber, .so fügt .er hinzu, Klerikalismus sei „ein'EUphemismüs für die Gesinnung und Handlungsweise, die wir mit Schaudern wahrnehmen." Er . will den politischen Gegner nicht in der Oesfentlichkeit beschämeü, aber die Arbeit der Agudo an Palästina nennt er ein Sabotage- Werk. Daß einige unserer Führer unlängst -ln' Amerika geworben haben, geschah nach seiner- Ansicht lediglich zu VW Äflcj Die zionistifchk Mivil O stöM7 llMZWK seien dieagudislifchen Bemühungen drübenvöllig fehlgeschlagen,' und die Meldungen von Uebertritten ' Pisrachkstischer Persönlichkeiten zur Agudo beruhten'fäft durchweg aus Bluff; das sei öffentliches ^Geheimnis- 'Ihn als Menschen von Kultur ekele, auf die Verhältnisse in der Slovakei einzugehen. Finsterste, dunkelste -Gesinnung findet er da, mit keinem parlamentarischen Ausdruck kann er den Kampf kennzeichnen, den die Orthodoxie da gegen den Misrachi führt. Als eine Frivolität bezeichnte er es,, daß auf die Thoragröße der Rabbinen in der Slovaker hingewiesen werden ihr Bruderhaß zeichne sie. Das Menschentum ' dieser geistigen Führer (die ' er in verspottende Gänsefüßchen kleidet) sei beängstigend vtkümmert. Es sei eine merkwürdige Irrlehre geworden» baü Mn?in Mss Finerer IM wäre. ie Mim ML man siehe, sei es mm an relifliöfer Strsngs sd^ polltischorthodorer Jntransigenz." Nie' nehme die Gehässigkeit "sohämische Formen an, als wenn es sich um eine Attacke gegen den „bösen" Misrachi handelt. Cr könnte die: Tätigkeit „eines Pinchas Kohn und anderer Männer" mit scharfen biblischen Ausdrücken kennzeichnen, lege aber keinen Wert daraus, ihre Arbeit entsprechend zu .charakterisieren. . ' ' . . ... So der Vorsitzende des Wsrachi. ZentralbS.ro.. für- Deutschland (im Wochenblatt,. Nr. 't Blütenlese? Sehr hübsch liest, . sich dgzü,-' Herrn Rabbiner Dr. Unnas Mahnung (Wochenblatt, Nr. 25) r „Man darf nicht die. Verdienste des Gegüers verschweigen und seine etwaigen Fehler ins Ungemessene' steigern, man muß, mit einem Wort, auch'dem Gegner gerecht: zu werden suchen." In einer Tageszeitung stand jüngst: „Der - Ton -der- Polemik entartet so oft - zur hämischen Verdächtigung, weil man daran verzweifelt, den Gegner überzeugen zw können. Man malt ihn schwarz, um sein«» Anhang llöziliAeaeil" .Das mscht AirnLsphLr« u DöUtfchlasL s» schwLk und sMg." - - Ärmer Misrachi — wie mutz es mit .ihm .bestellt sein, wenn der Herr an seiner Spitze solche Töne an- Berlii| ' B. Scfi, a! Berlin -Nr, 88^72 BtnüMB iH1 Posischeck-Konleri : fciHlfiflirftttenmn Sei Kenn fiitonh in DautinUiil Srnkm um II (Tr S,«,. ft, HWBÖUrD« . H Keren -Hatorak-Komm Keren Hatorah-KonmiMMiat Frankfutl a.M.Nr. 41666 (P.Set. A.Frankfurta.M „ . . x0 . v «i I v . . „ Keren Hatoran-Komuussanat Breslau, P. Sch. A. BreslauvNr. 60510 tür Iwan MSUar. Keren Hatorat-Konunissanat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Koniims.ariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julia» Bnr Keren Hatorah-Kommisaariat Köln Nr, 50131 (P. Sch. A. Köln) || Keren Hatorah-Kommissariat Karlsruhe, Mtarku» Stern,. Bankkonto-Ignan. Ellern^

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