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Der Israelit · 1926-07-22 · Heft 30 (22.7.1926) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 30 (22.7.1926)
Date
1926-07-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Nr. 30 Der Israelit 22.. Juli 1926 Gemeinde ein würdiger Leiter. Er war wiederholt Abgeordneter der Synode und ist Träger des Zähringer Löwenordens. 1918 feierten Herr Heim und feine treubesorgte Gattin im Kreise der ihn verehrenden Familie die goldene Hochzeit. Wir wünschen ihm einen frohen Lebensabend. Wien, 19. Juli. Am Samstag Abend verstarb hier der alte Mattersdorfer Raw, Rabbi Bunim Ehrenf e l d, im Alter von 71 Jahren. Der Verstobene zählte zu den hervorragendsten rabbinischen Autoritäten des Landes. Ein Abkömmling des Chafam Säufer, hat er in Mattersdorf als Raw der Gemeinde, sowie als Rofch Jeschiwah mehr als vier Jahrzehnte segensreich gewirkt. Die Lewaja fand am Montag, den 19. Juli, unter An leilnahme weitester Kreise statt.. Wolfhagen, 15. Juli. Die hiesige Gemeinde hat in der Synagoge für ihre im Weltkriege gefallenen Heldensöhne eine (Gedenktafel anbringen lassen, die am Sonnmg feierlich eingeweiht wurde. Rach dem Minchohgebet und übergab oie Tafel der Obhut der Gemeinde. Herr Gemeindealtester Möllerich übernahm die Tafel mit Dank. An der Hand der Tafelinfchrift: „Wie sind die Helden gefallen" hielt Herr Lehrer Katzen st ein, hier, in warmen Worten die Weiherede. Dann sprach Herr Lehrer Lacher aus Cassel über. Leben und Sterben der Gefallenen anschließend an das Prophetenwort: „Auf der Warte stand ich immerfort am Tage, und auf einem Posten weilte ich alle Nächte". Die eindrucksvolle Feier schloß mit dem hebräischen Seelengedächtnisgebet und dem von den Mitgliedern des Reichsvundes jüdischer Frontsoldaten gemeinsam gesprochenen Kadisch. Guxhagen» 15. Juli. Nach kurzem, schweren Leiden verschied im Krankenhaus zu Frankfurt a. M. Frl. Irma K a tz im 27. Lebensjahre, Tochter des Herrn Daniel Katz III, der mit dieser Tochter das dritte Kind vor sich ins Grab sinken sieht. Mönchsroth, 5. Juli. Einer unsrer' Besten, Herr Luis Levite, wurde uns am letzten Freitag abend im Alter von 64 Jahren jäh entrissen. Sein Leben war ein dauernder Gottesdienst, besonders sein reelles Eeschäftsleben erwarb ihm das Vertrauen seiner Kundschaft aus nah und fern. So weit die Nachricht ohne Zeitungsmeldung hinausdrang, waren seine Freunde herbeigeeilt, um ihm in unzähliger Menge die letzte Ehre zu erweisen. Herr Rabb. Dr. Munk aus Ansbach verstand iw meisterhafter Weise, die Tugenden des Verstorbenen zu würdigen. In schmerzdurchdrungenen Worten gab Lehrer G. Erlebacher der Trauer Ausdruck, die die gesamte Gemeinde wie eine Familie betrossesn hat. Ein Stück Geschichte unserer altehrwürdigen Gemeinde ist mit ihm allzufrüh ins Grab gegangen. Möge die Wunde, die er uns geschlagen, heilen und den Hinterbliebenen Trost spenden, rrasan- Vermischtes. Frankfurt a. 2K., 15. Juli. Der neu gegründete Schochtim-Verband Deutschlands lädt im Inseratenteil dieser Nummer zu einer am 1. August in Frankfurt a. M. im Hörsaal der Synagoge Börneplatz vormittags um 9 Uhr stattfindenden Generalversammlung ein. Aus der Tagesordnung steht die Beratung der Satzungen und die Wahl des Vorstandes. Berlin, 13. Juli. Der Verband ostjüdischer Organisationen gibt bekannt, daß er in allen Paß- und Ausweisungsangelegenheiten sowie überhaupt in allen Rechtssachen Ostjuden mit Rat und Tat zur Seite stehe, wie auch in allen ostjüdischen Fragen bereitwilligst Auskunft erteile. Büro Berlin N. 24, Auguststr. 17, 3. Zimmer 21. Tel. Norden 4244. Wiesbaden, 13. Juli. Unter den von der hiesigen Eisenbahndirektion zur Versteigerung vorgemerkten Gegenstände befindensich Tallis und Tefillin sowie ein S i d d u r. Letzterer trägt die Aufschriften: Mayer Lichtmann, Roswadow, und Josef Horowitz, Breslau. Vielleicht meldet sich auf Grund dieser Aufschriften der oder die Verlierer. Lodz, 13. Juli. Der 60jährige jüdische Fabrikant Josef Dobranicki wurde von dem polnischen Arbeiter Jablonski durch Revolverschüsse getötet, weil er bei einer notwendigen Reduktion der Arbeitskräfte auch den Sohn Jablonskis entlassen hatte. Belgrad, 14. Juli. Am 1. Juli wurde vom königlich jugoslavischen Oberrabbiner Dr. Isaak Alcalay das vom Belgrader Jüdischen Frauenoerein errichtete jüdische Kinderheim in Prcanj eingeweiht. Die Initiative zur Gründung gab Frau Helene de Majo, (Präsidentin des jüdischen Frauenvereins in Belgrad) und Beiträge flössen von allen Juden des Königreichs S. H. S. zu. Das Ministerium für Volksgesundheit schenkte dem Verein zu diesem Zweck 50 vollständig eingerichtete Betten sowie die gesamte Kücheneinrichtung. Das Rote Kreuz stiftete 5000 Dinar und die Stadt Belgrad 60 Wolldecken. In diesem Erholungsheim sollen die Kinder neben einer gesunden körperlichen Erziehung bei ritueller Verpflegung zu moralisch tüchtigen Menschen und Staatsbürgern herangebildet werden, erfüllt von Liebe zu ihrem Äatsrlande. melchss in so großzügiger und Unterschiedsläfer üüeife älleri söürgerrr. gleichviel roelcher I^ört|effipn, ferne Hilfe unb ferne Unterstützung angeheitert läßt. Die Mehrzahl der Kinder, welche in diesem Erholungsheim Aufnahme finden sollen, sind Kinder von'Kriegsinvaliden oder von Witwen, deren Männer im Krieg fürs Vater land gefallen sind. Sprechsaal. Die Stadt. Volksschule in Köln. Ein Briefwechsel. Köln, den 28. Juni 1926 An die Redaktion des „Israelit" Frankfurt a. M. Große Eschenheimerstraße 23 In Nr. 26 Ihrer geschätzten Zeitung brachten Sie unter der Rubrik „Sprecysaal" einen Briefwechsel zwischen dem Herrn Dr. med. Dr. phil. E. Simons und dem Unterzeichneten Kollegium. Wir wollen auf die nicht zutreffenden Behauptungen in der Einleitung zu dem Briefroschsel nicht erngehen, Slb&r mir dürfen E-ie doch!ü3tzl tzillen. bem ffieöol ber Sere4>J4^Ieii enJr|prec^>erib, auäy Wte betben SJriefe ber von Herrn Dr. Simons in dem in feiner Antwort erwähnten handschriftlichen Ergänzungsschreiben benannten Herren an derselben Stelle Ihres Blattes zum Abdruck zu bringen. Wir bemerken, daß diese beiden an Herrn Dr. Simons ergangenen Einschreibebriefe bisher nicht veröffentlicht wurden. Das Kollegium der Städtischen isr. Volksschule Köln, Lützowstraße i. A.: Louis Jacobi I, Konrektor, Köln, Humboldtstr. 42. 1. Abschrift. Einschreiben! Herrn Dr. med. Simons Schwalbengasse 26 Köln Sie haben vor einem größeren Kreis hiesiger Juden die Behauptung aufgestellt, daß wir auf dem Schulhof unserer Schule in der Pause vor den Augen unserer Schüler mit Schinken belegte Butterbrote gegessen hätten. Diese Behauptung ist völlig unwahr, und wir ersuchen Sie, in der nächsten Nummer der Kölner Jüdisch-liberalen Zeitung und des Kölner Jüdischen Wochenblattes zu widerrufen. gez. Dr. Siegfried Braun gez. Eugen Jacobi II Köln, den 21. 5. 1926. 2. Einschreiben! Herrn Dr. med. Simons Schwalbengasse 26 Köln Nachdem Sie unserer Aufforderung vom 21. ds. Mts. nicht nachgekommen sind, erklären wir Sie, um eine gerichtliche Älärung der Sache herbeizuführen. hiermit als öMöN SSttlS.illStt LÜSttät». GAEktt Ge uns (wegen Beleidigung nicht verklagen, fo erklären wir Sie schon jetzt weiterhin für einen elenden Feigling. gez. Dr. Siegfried Braun gez. Eugen Jacobi II Köln, den 31. 5. 1926. Köln, den 27. Juni 1926. Herren Dr. S. Braun und Eugen Jacobi Köln. Ich nehme Gelegenheit, Ihr Schreiben vom 31. Mai 1926 öffentlich zu beantworten. Sie nennen mich einen gemeinen Lügner und einen elenden Feigling, um eine gerichtliche Klärung „der Sache" herbeizusühren. Sie wollen von mir wegen Beleidigung verklagt werden. Wegen diesre „Beleidigung" Sie zu verklagen wäre wahrlich kleinlich. Ist es Ihnen denn noch immer nicht klar geworden, daß Sie dauernd die gesamte Judenheit beleidigen dadurch, daß Sie trotz Ihrer Verleugnung des göttlichen Gesetzes sich jüdische Lehrer nennen? Habe ich Sie nicht bereits vor der jüdischen Oeffentlichkeit wegen Beleidigung verklagt? Wozu fügen Sie Ausdrücke höchster Unbildung zu Ihren dauernden beleidigenden Angriffen aus das Judentum und die Judenheit. In meiner Anklage habe ich keine persönliche Angelegenheit vertreten, sondern habe das Recht der jüdischen Geamtheit verteidigt. Wenn Sie eine gerichtliche Klärung vünschen, und sich nicht verteidigen wollen vor der jüdichen Oeffentlichkeit, vor dem Forum der Anklage, dann olgen Sie doch jenem Gemeinderabbiner und Achduthührer, der noch nicht eingesehen hat, daß die Gesetzesverachtung sog. jüdischer Lehrer eine Beleidigung für die gesamte Judenheit ist und zur Sühne meines „schweren Verbrechens" die Inanspruchnahme des Gerichts für nötig hält. Ich bewundere Ihren Mut und bin wahrlich mehr als froh, Sie in der Verteidigung zu sehen. Vertrauen Sie nicht jenen, die „Gesinnungsschnüffelei" in der Schule verdammen, die es nicht für nötig finden, sich zu vergewissern, welchen Lehrern sie ihre Kinder anvertrauen, folgen Sie lieber — und das muh ich Ihnen als „jüdischen Lehrern" sagen — den Worten des Kölner Erzbischofs, der die Klarheit und Wahrheit der Geinnung des Lehrers als das Primat für den Erfolg der Erziehung ansieht. Finden Sie doch die Kraft in sich, jenen, die Ihnen in der hiesigen jüdischen Presse bescheinigt haben. Sie seien einmandfreie Lehrer, ins Gesicht zu fchleubern. bajj Sliejes eine unerhörte finge |ei_ perr Dr. Braun, Sie sind Redakteur der liberalen Zeitung und sind mutig genug, sich als solcher zu bekennen. Wären Sie kein „jüdischer Lehrer", so würde Ihnen niemand Ihre Eigenschaft als Redakteur einer liberalen Zeitung verübeln. Haben Sie nicht den Mut, frei.zu bekennen, daß Sie kein einwandfreier jüdischer Lehrer im Sinne des Smaittschen Gesetzes sind? -Wahrlich, Sie würden eine große Tat vollbringen, wollten Sie jenen, die Achduthführer sind, und Sie einwandsfrei nennen, sagen, sie seien falsche Propheten. Nichtsdestoweniger, ich bin bereit, mit Ihnen vors Gericht zu gehen. Ich werde noch mehrere Ihrer Kollegen mit großem Beweismaterial anklagen. Und dennoch habe ich den Wunsch, daß es Ihnen gelingen möge, mir zu beweisen, daß ich ein gemeiner Lügner bin. Meine Person steht viel zw sehr im Hintergrund, als daß ich mich nicht freuen würde, daß unsere Jugend, unsere Zukunft, reinen Händen anvertraut ist. Hochachtungsvoll Dr. Dr. Simons. (Wir schließen hiermit die öffentliche Erörterung. Red.) JULIUS SCHMIDT ANNONCE N - AN NAH M E zu Originalpreisen ♦ Frankfurt am Main Langestrasse 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurtmain 142 353 Einzige Inseraten-Annahme für Frankfurter Geschäfts-Inserate des »ISRAELIT« Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - ANNAHME zu Originalpreisen Mechanische und DRUCKLUFT Teppich-Reinigungs-Gesellschaft m. b. H. »MEDRUVA« früher Meder’s Teppich-Reinigungs-Werk Telefon Hansa 4642 Bergerstrasse 149 Anerkannt beste Entstaubung - Chem. Reinigung - Kunststopferei - Entmottung von Teppichen und Möbeln mit Zyclon-Gas. Lagerung während der Ferienreise gratis Neueröffnung Konditorei-Cafe Cafasö. Mit der am Samstag, den 24. Juli erfolgenden Neueröffnung des Konditorei-Cafes Cafasö, Vethmannstraße 56 — gegenüber dem Frankfurter Hof — wird das Frankfurter Stadtbild eine neue Note erhalten. Wenn trotz aller Not der Zeit das in seiner Eigenart weiten Frankfurter Kreisen bekannte Konditorei-Cafe Cafasö zu Heidelberg und Mannheim — deren Gründer elbst Frankfurter Kind ist — sich entschloß, auch hier einen Betrieb zu errichten, so geschah dies in der Erwägung, daß einer Stadt von der kulturellen Höhe Frankfurts eine Stätte willkommen sein müsse, wo im Rahmen edelster Raumkunst das Konditorei-Handwerk in seiner Auswirkung auf Auge und Mund zu höchster Vollendung gebracht, jedem seiner Erzeugnisse eine perönliche Note ausgeprägt ist und somit dieser alten hochtehenden Handwerkskunst neue Wege eröffnet werden. In liebevollster Hingabe an diesen Gedanken haben nunmehr erste Firmen ihr Bestes hergegeben, eine Stätte zu schaffen, die den Ruf der Cafasö-Unternehmungen von Neuem rechtfertigen wird. So wurden die Bauarbeiten von der Frankfurter Firma Ludwig Grüder A.-G. unter Leitung des Architekten Fr. Wilh. Müller ausgemhrt und die Innenausstattung von der Kunstmöbelabrik Markstahler u. Barth zu Karlsruhe nach den '.Zllinen des Innenarchitekten Hans Bader. Neben einer unerreichten Auswahl in Erzeugnissen deiner Konditorkunst, in Eisspeisen und Desserts wird die Firma , ferner alle Arten feiner Konfiserien aus eigener Äonfitürenfabrik irr täglich frtf<f>er Ware bar&teiert, die unter ber ISiar^e ^afajä^ Musterschutz genießen und den Anspruch erheben dürfen, die höchste Vollendung feiner Konfiserie-Kunst darzustellen.

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