Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1926)
- Date
- 1926-07-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 30 Seite 13 22. Juli 1926_ ' Frankfurter Berichte. Die Bestattung Rabb. Dr. Safomon BfeuetsjyxT. ' 2fraurtgl!eti:r Iriite itnk ergrt|[ette 11t Sy nag o ge an De,r Friedberger Anlage. Sie kriecht aus allen Winkeln, flattert an den Wänden, hängt sich in die Lichter, die am Tage der Taurohfreude aufblitzend das fröhlich strahlende Gesicht dessen sahen, der seinen, unser aller Erbschatz in treuen, starken Händen trug, lagert schwer und dunkel vor der Heiligen Lade, zittert in den Gesichtern der Tausende, die ihm nun die letzte Ehre erweisen wollen . . . Dann wird der Sarg zu Füßen der Heiligen Lade niedergesetzt. Ihn umgeben die Männer der ernstesten Pflicht, ihn geleitet der enge Kreis derer, denen die zweite Seele der Jeschiwah, der Sohn des Heimgegangenen, noch einmal ans Herz gerührt hat mit der Vergegenwärtigung dessen, was ihnen entrissen wurde. Ach, diese Jeschiwahjünger von der aufblühenden Knospe bis zum reisen Fruchtbaum hatten gehofft, ihn mit ihren drängenden Psalmen, mit ihrem bis zur Selbstvergessenheit gesteigerten, Nächte dauernden Lernen hier unten behalten zu können! Umsonst! Gottes Wille war anders als ihr Sehnen . . . Wie ein Vulkan brach hervor, was sie bewegte, aus den Schmerzensrufen. des greifen, allverehrten D a j o n P o s e n, der mit Elischas Worten schluchzte: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und seine Reiter! Dann folgte Huldigung auf Huldigung, Gelöbnis auf Gelöbnis. Bald schmerzgebrochen, bald milde abgeklärt, feuergelMktt Mt sSIMlWsl fiHfPPnSj!?MlM voll und wieder schlicht an die Herrlichkeit des mit Tauroh ausgelegten salomonischen Königspalastes erinnernd. Wer alles sprach? Hier im Gotteshause und Stunden später an der Uebergangsstätte zum ewigen Frieden sprach? „Name ist Schall und Rauch, umnebelnd Himmelsglut." Und aus allen Reden brach ein Stück Himmelsglut hervor. Und doch — für spätere Geschlechter sei hier registriert, wer Zug für Zug fügte zu dem Bilde dieses entschlafenen Großen vom reinsten Wollen, von tiefster, gemeisterter und gemeißelter Kraft, vom weltumspannendsten Taurohwissen, von redlichster, grenzenloser Selbstentäußerung, von mächtigstem, zukunftsreichsten Vollbringen. Abschiedsgrüße riesen nach: Dajon Posen im Namen des Rabbinats, Emil Goldschmidt für die Gemeindeverwaltung, Rabbiner Dr. Rafael Breuer für die Familie, Dr. M. Lange für die Schule, Rabbiner Dr. H i r s ch f e l d -Gießen für den orthodoxen Nabbinerverband, Jacob Rosenheim als Vertreter der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Dr. E l i e s e r Posen für die Jeschiwah, Dr. S. E h r m a n n für den G. A. der Aguda, Rabbiner Bon di-Mainz im Namen der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner und der benachbarten Religionsgesellschaften, Rabbiner Dr. E s r a Munk -Berlin für die Adaß Jisroel, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn-Wien für Rabb. Rat und Zentralrat der Agudas Jisroel, Rabbiner Dr. Auerbach -Halberadt für den Bund gesetzestreuer Gemeinden, Rabbiner Dr. K l e i n -Nürnberg und Rabbiner Dr. Ansbacher- Wiesbaden. Und aus all den bis zur Nachmittagsstunde fortgessWn unö MMtörnkM Horton klang Dor feste, heilige Wille, bas Lebensrverk, die Lebensanfchauung, die Lebensgebahrung des in die Welt der Wahrheit und dauernden Glückseligkeit Hinübergewallten bewußt und freudig fortzusetzen. Am Tischo b'aw sprach im Trauerhause Rabb. I. H o r o v i c z -Jerusalem für die P e k i d i m und A m a rk a l i m , das Schaare Zedek-Hospital, die Landeskanzleien von Bratislava und B u - d a p e st und die S o n n e n f e l d 's ch e Gemeinde. Donnerstag Abend folgten Hespedim der Herren Rabbiner Dr. M e r z b a ch -Darmstadt und Rabb. Dr. Klei n- Berlin im Trauerhause. M. Sp. Bildnis Rabbiner Dr. Breuers V itt- Das auf der ersten Seite dieser Nummer wiedergegegebene Bild des Herrn Rabbiner Dr. Breuer ist eine Reproduktion einer photographischen Ausnahme von Herrn Emil H. Lehmann, Frankfurt a. M., angefertigt. Derselbe ist bereit, Interessenten einen Abzug, dieser Aufnahme gegen Zahlung von a M. 3.— zu übersenden. Der Ertrag wird der. Kasse der Thora-Lehranstalt Jeschiwo (Breuer!sche Jeschiw.oh) zufließen. Bestellungen beliebe man der „Freien Vereinigung" Frankfurt a. M., Rechneigrabenstr. 5, zugehen zu lassen und Vorauszahlung auf deren Postscheckkonto Nr. 9822, Frankfurt a. M. zu leisten. . I De r Israelit Hesped im Belh Hamedrasch Ostendstraße. Im Beth Hamedrasch Ostendstraße 18 hält am Sonntag den 25. Juli abends 7.30 Uhr Herr A. Safsra, hier, einen Hesped auf Herrn Rabb. Dr. Breuer 4>"xr 3*ss«^et-:3wget»i>g*m^e- Unsre Jugendgruppe wird gemeinsam mil der inestgen Ortsgruppe in Kürze einen.Hesped auf Rabbiner Dr. Sal. Breuerb"27 veranstalten, lieber die genaue Zeit und Einzelheiten werden die Mitglieder unser Gruppe rechtzeitig verständigt. Der für heute Abend (Mauzoeh Schabbos) vorgesehene Nachtausflug findet unter Führung von Ernst Adler statt. Die Teilnehmer treffen sich abends pünktlich um 10.30 Uhr vor dem Vereinslokal Hanauerlandstr. 17. Tefillin mitbringen. Personalausweis nicht vergessen. Starke Beteiligung erwünscht. Im Lause dieser Woche beginnen wir mit dem Kassieren unsrer Quittungen. Jeder halte den Beitrag bereit. Der Kassierer übergibt gleichzeitig jedem Mitglied das neu erschienene Korrespondenzblatt der Agudoh Jugendorganisation, welches ab nun monatlich erscheinen wird. Eine Anregung. Als ro^n des pjun mn y'Ijtk msrin 0"2"N *?1W1 ’DYlO N10 P no^w YNN10 gestatte ich mir anzuregen, datz jeder, der sich als solcher fühlt, im Trauerjahr wowi rvmb iinwo lernen möge. Dr. Sp. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Lehrplan während der Ferien: Sonntag und Mittwoch früh nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage im Hörsaal Qs?n nw» Herr Sonntag ioÄj Ul IQif UH* ® (1B 11 8 g flßßBÖ 1 Std. vor nnj» ps-in yo» Herr Rabb. Ass. G. Posen. Montag und Donnerstag früh nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage im Hörsaal: Mischnah. Mitgliederlernen. Dienstag und Freitag früh nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage, Mischnah, Herr Dr. Willy H o f m a n n. nas? vorm, nach Schluß der Synagoge: man Herr B. Rachelsohn. pnnm 'b ms? i Std. vor Nacht: Herr Joachim Soffer. Von Sonntag bis Donnerstag abend 9 Uhr: v"s? -Lernen, Herr Holpern. Agudas Iisroel-Iugendgruppe. (Die Lokalitäten Hanauerlandstratze 17 find täglich ab V«7 Uhr abends geöffnet, ratf und Sonntag den ganzen Tag). Sonntag bis Freitag. 7—8 Uhr morgens pinao, Herr Dr. H ofmann. — 8—12 Uhr. Gelegenheit zum Lernen, Herr Herz H alp ern, (gemeinsam mit der Ortsgruppe). Sonntag bis mw, 12—1 mittags Weltschiur tn w. Herr Herz Halpern (gemeinschaftlich mit Ortsgruppe). Sonntag, 8—9 Uhr morgens und Mittwoch 9 Uhr abends d’wiys dy nYiJv Herr Leopold Oppenheimer. - 9-10 Uhr abends noin, Herr B. Rachelsohn. Zeil 2. Montag 87* und D onnersta g 8% Uhr abends kspxo ma mos. Herr Herm. Htrschberg, Hegelstr. 13. - 872—972 Uhr abds. Turnen (Realschule), Herr Lehrer F r i e d e. - 8% Uhr und Donnerstag Uhr Gruppe 2, Herr Jacob Adler. — 874-10 Uhr Gruppe 3. Herr Gerson S ch n e r b (auch Samstag 572 Uhr). Dienstag 8-9 Uhr (auch Samstag 27r-3 Vs Uhr) Gruppe 1. Herr Ch. Jacobowitz. — 87« Uhr und Samstag 37s Uhr xop nun *nm, Herr ©i_ snTmaitii. « §?/i unD öainstaa M rm pvp tt-W. Dr. Posen. TMganen 42. - 871 u. Samstag4 Uhr,nx’3 tnoj>HerrLeo Schnerb.— 874—10 Uhr, Gruppe 4, Herr Leo Neuburger (auch Donnerstag »74 und Samstag 4 Uhr). — 874—10 Uhr, Gruppe 5, Herr Ernst Adler (auch Samstag 3 Uhr). — 87*—10 Uhr, Stenographie. Herr Abr. Gut. mw, iO-ll Uhr, jrw YX’P, Herr Louis Kahn. - 12—1 Uhr mittags, mwo. Herr Lehrer Hirschberg. — 3-4 Uhr. X0v «na mm. Herr L. Kurzweil. — 3-4 Uhr, mm. Herr Herz Halpern. — 4—5 Uhr mittags, vik "N. Herr P u n. — 672—67s Uhr. own 711L0. Herr Herz Halpern. — vor Nacht, Lernen, verschieden. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 8—9 Uhr abends, Herr Lehrer Hirschberg. Montag und Mittwoch, 73/4—83/4 Uhr abds., Hebr. Sprache, Frl. Machtet. — 9-10 Uhr. •pn, Herr S. Una, Kl. Obermainstr. 30. Dienstag, 872—9lh Uhr, Stenographie, Herr Abr. Gut. — 874—10Uhr, d'2'7, (wird noch bek. gegeben). — 9—10 Uhr, iwv 'm HerrDr.Weger. Zobelstr. 6. Donnerstag, 872—972 Uhr, d'N'3i. Frau Hilde Joseph. — 874—10 Uhr, Gruppe ö. — 874—10 Uhr, Gruppe 7, Frl. Berta Katz. mw, 107s-72 Uhr, ni'tni nrxx, Fräulein Martha Marcus. — 11^/«—1274 Uhr. d’^rm, Herr Frankenthal. — 47«—574 Uhr, ^wo, Herr Lehrer Hirschberg. — 6—7 Uhr. rrsnzr-, Herr Arnold Merzbach. 8»0aMn OfKDDftTflBl li Rabbiner S. Web er. man-» 'oa von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends nach ijora 3nva« Beshamidrasch, Ostendstraße 18. Don Sonntag bis Donnerstag einschl. allabendlich von 3/48 —9Uhr 711333 'oo, Herr Rabb. M. Karpel. Aüdischer Hurneröund. Montag: 8—'.0 Uhr Leichtathletik für sämtl. Herrenabteilungen. Musterschule, Oberweg. Dienstag: 8—10 Uhr Herrenturnen I., Realschule, Tiergarten 8. Mittwoch: 3—472 Uhr Knabenturnen; 5—672 Uhr Mädchenturnen: 8—10 Uhr Damenturnen, Herderschule, Wittelsbacher Allee 6. Donnerstag: 77«—9 Uhr Herrenturnen II. (14—18jährige), Deutschherrnmittelschule, Frankensteinerplatz: 9—i07s Uhr Alte Herrenturnen. Realschule, Tiergarten 8. — Die Montag- und Donnerstag - Kurse beginnen ab 5. August. Wanderungen werden stets auf dem Turnboden bekanntgegeben. D. 2. A. (Berlin.) Stellenvermittlung des B. I. A. (Berlin, Oranienburgerstratze Nr. 39). Gesucht wird eine Stelle für einen Diplom-Jng. des Maschinenbaues. Zu besetzen ist die Stelle einen Vertreters für einen Zahnarzt für längere Zeit. Gebetzeiten. pMl MW «eitag 3ö>«iti 7.SO amstagmorgen 7.45 Samstag nachmittag 5.— Samstag abend 9.15 lvochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Legen am Morgen 3.20 Familiennachrichten. Geburten: Ein Sohn, noVw, des Herrn Ludwig Freimark und Frau. Mainz, Leipnizstr. 45. Barmizwo: Alfred, Sohn des Herrn I. Uhlfelder, Frankfurt a. M., Im Trutz 27. Synagoge Unterlindau. iom 's mw. Personalien. Hamburg, 16. Juli. Die „9 Tage", die zum Trauern gestempelte Zeit des Jahreskreislauses, rufen immer wieder die Berechtigung und Pflicht in uns wach, wegen der Zerstörung unseres vnpnn v'2, dessen Aufbau und Wiederherstellung wir mit jeder Faser unseres Herzens herbeifehnen sollen, uns in diesen schicksalsschweren Tagen in trübe Gedanken versenken. Nach einem talmudifchen Worte ist der Tod eines p’is mit dem Brande des Gotteshauses zu vergleichen und darum soll, wenn auch schon die a'srtv kürzlich verstrichen sind, in diesen Blättern;erade in diesen Tagen des jüngst im besten Mannesalter dahingeschiedenen obengenannten Mannes in einigen Worten, wie es der schlichten und bescheidenen Art seines Wesens entsprach, gedacht werden, m im 'i Mnn N a - :i)an Meyergehörte zu den Männern im Kreise der Hamburger Orthodoxie, die trotz der größeren Anzahl frommer uttb miirbtge lo’njja besonders auf* :JLrr mu%Lrr- ML Lal>h ÜllM HZwÜllM Irenzen bekannten M. I. Meyer roußtü äc sich Mit einer frommen Frau ein echt jüdisches Haus aufzubauen. v'ion nTD? /n-iin waren die Säulen seines äs?» E?ip» und sein ganzes Trachten und fein Stolz waren es, sieben Kinder für diese drei hohen Prinzipien zu erziehen und aufwachsen zu sehen. Nathan Meyer n«s? war selbst ein mfa p und minn arm? besonders beliebt als geradezu vorbildlicher«->ix>brauch in der ss?’“1? Rian und "is?- Verwaltung war der Verstorbene als Vorstand viele Jahre tätig. Leider wurde er vor Jahresfrist von einer inneren Krankheit befallen, und einer nicht mehr auszuschiebenden Operation konnte der angegriffene Körper nicht mehr Stand halten. Sein Leichenbegängnis und die große Beteiligung von Jung und 2llt, Reich und Arm, während der Trauerwoche legten beredtes Zeugnis von der Wertschätzung und der Hochachtung des Verblichenen ab. irapn möge das zerstörte Haus festigen und ^»ns?' Va recht bald mit diesen v'^arr die ]i’x n»na erleben lassen, px* n^assn* Müllheim (Baden), 16. Juli. Herr Elias Heim, der 35 Jahre Vorsteher der jüdischen Gemeinde war, feierte am 16. Juli seinen 85. Geburtstag. Herr Heim ist körperlich und geistig rüstig und frisch. Trotz seines hohen Ansehens, das er nicht nur in Müllheim, sondern überall, wo man ihn kennt, in jüdischen und christlichen Kreisen genießt, lebt er sehr bescheiden und zurückgezogen, ein Mann von seltener Herzensgüte, stets allen ein verständiger Ratgeber und der