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Der Israelit · 1926-07-22 · Heft 30 (22.7.1926) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 30 (22.7.1926)
Date
1926-07-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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*^em. 2 Vu 30 i ,'J. J 3 ' +4 Der Zsca e . r t Kaum in die Ehe getreten^ folgte der NbNN^ «n^gwangigjährige einem Rufe Ver grotzest ungarischen Gemeinde P a p ä, deren' RabbMtssttz achtzehn- Jahre lang verwaist gewesen waMund in der trotz eines guten Kernes von Talinide Chachomim alten Schlages und einer ungeheuren Mehrheit ehrlicher minn doch die neue Zeit schon manche bedenkliche Bresche in die Mauer der Gesetzestreue geschlagen hatte. Die Versuchungen auf der einen, die Kämpfe, die auf der anderen Seite des jungen Rabbiners dort warteten, bedürften einer besonderen geschichtlichen Darstellung, die Vorbehalten bleiben möge. Es war ein Kampf nach zwei Fronten, den! er zu führen hatte, indem er in den gemeindepolitischen Auseinandersetzungen das o'sno.i p irfnsnT mit Entschiedenheit hinausrief, dabei aber den v'iinu seiner großen nrpv das Studium erlaubte und auch die weibliche Jugend durch Vorträge »für Gott-und sein Gesetz zu begeistern trachtete, Molz war er zeitlebens darauf, daß ihn diese PaMer Zeit nickt hinwegdrängte aus der geschloffenen Einheit der Orthodoxie, daß es ihm gelang, durch die Fülle seiner mmn n»3n und durch die überwältigende Kraft und Reinheit seiner trat» nx*r» die Gegner rechts zu entwaffnen und mehr als einmal als ihr Führer und Sprecher anerkannt wurde. v Sin Mfwfter mmiM («primiriumiißtmiitf),» verband den jungen Ncrbbrnerin jenen Jahren mit dem verehrten Schwiegervater der ihm manches Wort der Aufmunterung zurief und.zum Ausharren mahnte, wenn die Kraft zu erlahmen drohte. Da ward am letzten Tage des Kalenderjahres 1888 Rabbiner Hirsch b"w in die Ewigkeit äbberufen. Die geistige Lage, in der er seine Gemeinde, in der er das gesetzestreue deutsche Judentum, zurückließ, in voller Klarheit und psychologischer Tiefe zu zeichnen, wäre eine reizvolle, lohnende Aufgabe, die sich im Rahmen dieser schMten Rückschau auf ein Menschenleben jedoch nichtDsen läßt. Rur soviel darf und muß ausgesprochen werden: die gewaltige Geistesgröße Samson Raphael Hirschs hatte es — g a nz un d gar wider f e i n e n W ill e n — zuwege, gebracht, daß die unumgängliche V o l t e n du n g d es von ihm beschrittenen und gepredigten. Weges her Rück k e h r zu d en t a.l mu d i fchen Quellen des Juden tu ms von einem Teile seiner Anhänger nicht durchgeführt wurde, Die grandiose Geisteswelt Hirschsin ihrer imposanten Geschlossenheit und Endgültigkeit verleitete Manchen zur Selbstgenügsamkeit gegenüber dem naturhaften Reichtum und der eklektischen Viel- 8?st«MMkik ökZ Mstil mm m bestand in Verbindung damii/ spezl.ell jfür Fr an t für t die Gefahr/ daß in dem Pnnzipe des px p7 oy min der px '*fi*7 mit einer gewissen Sorglosigkeit aus seiner dienenden Und ergänzenden Stellung zum Range eines herrschenden Faktors emporgehoben und schließlich der Osten ob seiner px pn-Feindschaft gänzlich beiseite geschoben würde.; . Es war in dieser Lage für die Männer, auf denen die furchtbare Verantwortung der Rabbinerwahl ruhte, wahrlich keine! leichte Aufgabe, einem Samson Raphael Hirsch den Nachfolger zu küren; schwere innere/und äußere Konflikte galt es zu bestehen. Aber Gott selber, heute dürfen wir es sagen, lenkte über alles bewußte Wollen' hinaus ihren Geist und führte ihre Hand! Denn der,Mann, den , sie beriefen, Rabbi S a l o in o n B r e ü e r l — er hat . sticht- Mir Fräst k f u r t, er hat,' durch dieses /Beispiel, ganz Deutschland für die erneute tiefe Schätzung des unvergleichlichen regenerierenden Wertes j e f ch i w a h m ästig e n T h o ra l e r - n e n s, für eine in der TDe des Gemütes wurzelnde ll'»3N nnvX' kurz für den Wiedera n f ch l u ß de r en t w u r z e l t e n iveste u r op ä i sch e n O rthob orte an dis 18 [ ji y Ü i «ln %? n 3 u eil e n Ü e s ö ft> l i ch en T h o r a - u n D B o l k s l e b e n s. und damit im tiefsten Grunde die g e i st i ge Ei n - h eit d e r gefe tz e s t re ue n Judenheil gerettet. v N u r e r konnte Exponent dieserheilvollen Entwicklung werden, weil er zwar die für den Westen notwendig gewordenen kulturellen Hilfsmittel sich angeeignet hatte, im.Grunde aber doch ein T a l m i d E h o ch y m . alten Schlages geblieben und von der unendlichen Ueberlegenheit jedes Buchstabens der Gotteswahrheit über allen Menfchentvitz und alle menschliche Wissenschaft in allen Fasern seines Herzens durchdrungen war.! Seine erste. Gründung in Frankfurt war seine J e sch i w a, die man ihm damals, charakteristisch genug, aus Entgegenkommen gegen seine persönlichen Wünsche g e st a t t e t e unter der ^Bedingung, daß der Gemeinde daraus niemals irgendwelche finanzielle Lasten erwüchsen dürften. Jahrelang noch mußte er glücklich sein, wenn ein oder Zwei Frankfurter Jungen nach, vollendeter Schulzeit ein Jahr widmeten — er durfte nach dreißig Jahren aus .der' Welt scheiden! -in dem seligen Pewußtsein, daß er gesiegt - habe, daß die Gemeinde in dieser Jeschiwa heute eine ihrer vornehmsten Institutionen erblickt, daß nicht nur aus dem Auslande, _2t Jult 192b > daß süs D s ü t s H l« n « u x*pi$ a jahraus^ jahrein, die Hörer sich, .drängew. ja daß überall Schwesterinstitute erstanden sind/ die in ihrer Art dem neuerwachten Durste nach Thorawahrheit dienen.^ . Die wunderbare L ehrmelhob e Rabbi Salomon Breuexs... zu würdigen, die. hei ' aller Verbundenheit mit. der'Schule des imv dn.> doch durchaus originalen Charakter trägt/ bleib'e einer berufenen Feder Vorbehalten. Die' Art, - wie! er das jimn pv-7 bv npa m. seinem Lernen vörleW die oft hinreißende Tiefe und Einfachheit seiner agadischen /Deutungendie. .einzig dastehende Verschmelzung. Hirsch'scher?Grundgedanken mit talmüdlsch-midrachischen - Quellen, der Schwung und die überwältigende -Wucht seiner Kanzelberedsamkeit, die iMwer volkstümlich, /gär Manchmal durch 'die kraftvolle.Ehrlichkeit der 'Zurechtweisung . verblüffte und. .unendlich - Hel/zur Steigerung der /religiösen.. Gewissenhaftigkeit beigetragen hat, das alles sind- -nur anoeutende Striche aus der Farbensülle seiner rahbinischen Wirksamkeit in Frankfurt, die/dse geistige /Struktur der Gemeinde S. .R!- Hixschs nachhaltig' beeinflußt hat. ' ' ' - ' Auch das, was man gemeinhin mit dem Namen Gemeindepolitik zu bezeichnen.' pflegt, wär ihm ^—-■ gleich feinem großen 93orgänger — mmWr Tachc des relIgl ö f e n G e w! f f e n s, Sache der T hör a w a h r h e r t-wle jedes Problem des individuellen .jüdischen Lebens. Nicht umsonst hatte er. die dramatische Geschichte des Aufbaus-der ungarischen Orthodoxie in 'tiefster Seele miterlebt! Dort hatte em ganzes Land Mit allen seinen achi'rH an der Spitze, um Gottes Thora geschart, bas. eigene Haus der Orthodoxie erbaut, und eswar ihm -daher' -zeit feines Lebens geradezu unfaßbar, wie ein Jude, in dessen Busen noch ein Funke von Treue lebt,..sich selber ausschließen könne mus der Gemeinschaft der Gesetzestreuen 1. -- . - Diese Gemeinschaft durchpositive Mittel herzustellen, war, — das hat bie ReorgaUifation der „ Freien Vereinigung"; fm / Jahre/ -1906 - - erwiesen sein brennendster Wunsch, und -er. wardafür zu jedem Zugeständrtisbereit,.-bis an die Grenze, an derihm. fein. Gewissen, seine Halachische Ueber- Zeugung und. seine Mgstvolle-Sörge-um fbie Zukunft. seiner Gemeinde,-oft ihm/ selber 'schmerzlich. feiner PrmzipienkkürhM ünd^ - Wstitzest ist es zu bankech baß irr Mn 'Jährest der durch Antisemitismus^ und - ZidNisMüS heraüfbefchtvorenen hemmungslbsen- EinheitSsehnsüHt in . der deutschen Judenheit der Gedäsike der Sou v e rä.n rt ä t d e r .T h o r-a vor dem Glosse«;u einigen Talmndstellen. Von Rabbiner Dr. Felix Kanter in Zwittau (Mähren). Seit Jahren pflege ich schöne, geistvolle Bemerkungen zu Aussprüchen aus Talmud, Midrasch rc. in Form von Notizen am Rande des betreffenden isv und zur betreffenden Stelle kurz zu verzeichnen. Lewer unterließ ich es in den meisten Fällen, gleichzeitig den Namen des betreffenden Autors mitzunotieren. Es geschah dies teils aus Rücksicht auf den „beschränkten Raum', teils auch deshalb, weil ich den Namen des Autors mir für immer zu merken glaubte. Bei Veröffentlichung einiger-solcher Notizen, die sicherlich den Beifall und die Zustimmung der Talmudkundigen finden werden, bedauere ich lebhaft, nicht alles tnaix ocn wiedergeben zu können, was die gelehrten Autoren entfchuldMn mögen. — ZfpK Im Traktat Sabbat 127b lehrt der Talmud, wie jeder Mensch verpflichtet-sei. den Nächsten stets flläiqiTJH ökülMM MD MMl M THMtr von einem >7wn. der einst ein jüdisches Mädchen aus der Gefangenschaft befreite, dann sich der ni»3v in der mp» unterzog, worauf er dann mit seinen Schülern lernte. Dazu bemerkt Raschi, wo von MlM mn ütfi ffiofio (b ist 3ä»uöo ben Baba oder R. ZBud« bar..Aak gemeint. Nun ist über im TaMud öfters van einem die Rede, aber fast nirgends bemerkt Raschi! wer unter dem i'vn zu verstehest sei. Warum bildet der iwn in der angeführten Sabbatstelle eine Ausnahme? Die Antwort darauf lautet: gerade bas. Verhalten dieses rnhN' der sich der unterzog, bevor er mit seinen Schülern lernte, zwincjt zu der Personalfeststellung. Dies war doch scheinbar ganz unnötig, da ein 'iv Wi Mach Barachot 22) anstandslos mm lehren und lernen darf. Man beachte aber, daß es auch eine gegenteilige Ansicht gibt, und zwar die des Rabbi Jehuda, der lehrt (Berachot a. a. O.). daß ein »nv ^3 ohne n!?'3v nickt min lernen darf. Deshalb sah sich Raschi veranlaßt zu bemerken, datz der' mvn. der ohne,-7^3» nicht lernen wollte, kein anderer als Rabbi Jehuda war. In Ioma 82 b wird von zwei Frauen berichtet, die am heiligen Versöhnungstage ein Gelüste nach Speise oder Trank verspürten. Es wurde ihnen zugeflüstert ntpmW .heute ist Jom-Kippur!' Bei der einen Frau hatte dieses Einflüstern Erfolgbei der andem nicht. Auf diese Frau, die einen^obn gebar, der ein Preistreiber war , wandte Rabbi Ehanina den Vers an (Psalm 88, 4) p’inri int »m». So weit der Talmud: Hier ist offenbar ein winziges Wörtchen ausgelassen. Es sollte nämlich BfTlS i’flil iNlli MW tfl IIÜffllftB ver NttlUaS^'Vp» Die t. Mischna des 3. Perek' von Baba Mezia lautet: Zwei gaben einem Dritten Geld zum Ausbewahren, der eine hundert, der zweite zweihun- Wi V,. ,V : auftou«! iQHttt aDM » Menu zws) einM Dritten MMe zur Ausdewah: rung aaben. ein Gefäß im' Wertesvhn h u n d e r t. das Mette ÜH Werte1 von t a u f e tt ö; (Sufimj, und nun sowert jeder oon ihnen daä GWß im Werke von; tausend (Systm);. .. ^>;HiEr drängtsich unwill- Kürstch die Fwge ausrMarUm spricht die vorhergehende Mischüa von Hund ert'und zw eich undert Md die fölgenve von hündd'rt üNd — tausend (und nicht ebenfalls von. zweihundert)? Die Antwort darüuf ist iw dem - hekannten.-talOudrschen Grundsatz OMW. dM/dwiaM^Mv^s^ 3p>3:nxn 131 üpp*. Bei Gegenständen (Gefatzey) MUß schon die Differenz eine ze H nfa che sein, die einen veranlassen könnte. auf sein Eigentum zu verzichten und auf ein stemdes zu reflektieren. IM Talmud Tr. Megillä 14-ä und b wird die bekannte Begegnung- Davids, Mit Abigail ,. dem Weibe, Nabals. ausführlich -geschildert, ebenso die Unietredüng, die zwischen beiden stattsand! Beim AÜblick ihrer strahlenden Schönheit füll David in der Nacht-eine Strecke von drei Meilen zürückgelegt haben. mrn^^kii npw-rirbw^ Toffäphot z. St findet diese Stelle als - etwas übertrieben und beruft sich auf.einw üydere Lesart, die sichinforg/- fältig redigiertenAusgaben findet, .und... die lautet ebenfalls tgenäu,. De iü unseren Ausgaben.!). , iölt biefe Kdrredtnv. ble ’; 9ÖfcKße$feett; ki»* IflDB i|t 4IS ,01- 8^1? Nst daß Toffäphot 6tNe, ganZcknMre LssSart hatte, u.-z. 1 Dädüxck -ffnd aM KchDerigKejten. (vergl. K'izhftto z. St) tatsächlich bHdben. Nur ist dieses Wite nicht mi^Licht, sondM Mt »GIM" zu setzen. Davidentbrannte in' seiner- Leidenschaft - zu

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