Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 29 (15.7.1926)
- Date
- 1926-07-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Heile 6 Nr. 29 Bewilligt wurde die bisherige Subvention an die Leipziger höhere Israelitische Schule, ferner M. 40.000 für Erwerbslosenfürsorge. ffolen. PyWsche Aktioney des PolmsHen Rahhinerverbandes. — Äus dee MarsMster Geryssindestuhe. ’ Warschau, 9. Juli. Eine Delegation des Rabbinerverbandes, dessen Sprecher der Seirrrabgeordnete Oberrafefemer Dr. 2sxx> Krt tx>arf erjct^ien ^Dienstag .Beim!plkd^pgsmMsst?F, UM eine Reitze brennender kultureller Fragen des polnischen Judentums mit ihm zu besprechen. Der Minister, der übrigens inzwischen zurückgetreten ist und durch Professor Antony Sikowsky ersetzt wird, sagte zu, in einem Rundschreiben die Wünsche des Rabbinerverbandes zu berücksichtigen. Anläßlich des 150. Gedenktages der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erschien das Präsidium des Rabbinerverbandes in feierlicher Audienz beim amerikanischen Gesandten, um ihm die Glückwünsche des polnischen Judentums zu überbringen. Herr Oberrabbiner Lewin versicherte das amerikanische Volk der Dankbarkeit der jüdischen Massen des Ostens, ob der gastfreundlichen Aufnahme, die an den Gestaden Amerikas Millionen von Juden gefunden hätten. Niemals vergessen werde auch die brüderliche Hilfe werden, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren die Juden des Ostens aus Amerika empfingen. Der amerikanische Gesandte dankte in warmen Worten und wies auf die tiefe Achtung hin, die das amerikanische Volk dem „jüdischen Geiste, dem die Menschheit so viel zu verdanken habe, entgegenbringe." In der sich anknüpfenden zwanglosen Üntertjmang gkigtk oer Msanme starkes IlMlM an m historischen Entwicklung des polnischen Judentums und insbesondere des polnischen Gemeindelebens. In der Warschauer Gemeindevertretung führte der schließlich fast einstimmig angenommene Beschluß betr. Gründung einer „Kommission für religiöse Angelegenheiten" zu schärfsten Zusammenstößen zwischen der Mehrheit und der bWiüMch-PpalePMist.ÜH?si.. Windexhcht. Innerhalb der Mehrheit selbßx gab es jedoch Auseinandersetzungen zwischen den Agudisten und Zionisten. Aus den Aeußerungen Dr. <I o t t l i e H s ging hervor, daß man zionistifcherfesttz den. Federungen der prthodoxse in der Wgxschauex (tzemejnde eMegssyforpmen zg müssen glauhs, wzjl MM M antzexeu Falle die Esrüsttzuflg einer orthogpxen Sopdergemeinde füschsei- D§r oMy; doxe Retzner, Hers ^s. Friedmgn.n, bestätigte, haß in der Tas diese. Gefahr bestehe, wenn Mn den Interessen der tzxthpdoxie nicht gWÜMd. HxchnpW trage. Er wies hei Wer WchAesthess.MrdLN.rejHxn Segen.hin, den dps ÄustriMM und der Peftanh chlhständiger orthodoxer Gerpeintzen in Deutschland dem Judentum gebrgcht hohe, Uflch in Erez-Jisroel seien selbständige Gemeinden, heute ejste unbedingte Pgtwendjgkeit,. ha hje Ziynisten Mexgll hoxt, spo sie tzse unheHränkte Wacht hatten, nicht vjel pfldxrs hgndeljey Me die Popse-Zio? nisten in Ppsen. Schließlich kpm.es zg einem Tnwult MM m von ver Mkgikrung MMglen NilnaWe eines rabbiflischsn Bextrytexs an den Atzungen des Pprstaydep. Die Abstjmmnng über die Frage wurde vertagt.! Die Erziehungskonferenz in Mlna, ' " WrlN'a',' 5.' Juli. Die in voriger Woche hier stattgehabte große allgemeine Erziehungskonferenz, die auf Anregung der orthodoxen Zeitung „Das Wort" einberufen worden war, darf als ein voller Erfolg der organisierten Orthodoxie innerhalb der ehemals litauischen Gebiete Polens gebucht werden. Die Beteiligung aus Wilna wie aus der ganzen Provinz war nicht nur zahlenmäßig — es nahmen etwa 100 Delegierte teil — sondern auch hinsichtlich der ganzen Stimmung äußerst lebhaft. Nach einer am Sonntag Abend stattgehabten Vorkonferenz, in der beschlossen wurde, die praktischen Arbeiten vier Kommissionen zu übertragen, darunter einer pädagogischen und einer finanziellen, wurde die Konferenz Montag früh unter Vorsitz von Rabbi Chajim Oser Grodzensky eröffnet. Dieser begrüßte die Delegierten in längerer Rede, indem er anknüpfend an den seit zwei Jahren bestehenden Waad Hajeschiwaus die besonderen Ausgaben dieser Konsereng entroickelte, flM Ifltt tÖS? T e,,r s r a e 1 ' ' schiwaus, sondern mit den Volksschulen, den Ch ad o rim und Talmud Tho ras als Grundlagen des jüdischen Erziehungswesens zu beschäftigen habe. Die Erhaltung des altjüdischen Charakters der Erziehung, von der die Zukunft des jüdischen Volkes abhängt, ist nur mit Hilfe einer guten Organisation möglich, die. die Forderungen des gesetzestreuen Judentums der Regierung gegenüber und nach außen überhaupt vertritt. Vor alchm müsse erreicht werden,'- daß män die Au s b.i l - düng der Lehrer nicht an staatliche Anforderungen knüpfe, und daß der Besuch der nach gewissen Mindestgssterltsterr <Xi>ctt>orirri Dom £>c= Tftfe. Si0¥er 81CDung uny Schulwese n muß» ten autonom von der Orthodoxie nach ihrem eigenen Pflichtbewußtsein gestaltet und entwickelt werden.' Erforderlich seien Männer der Tat, die mst festem Willen die gefaßten Beschlüsse auch auszuführen imstande sind. Der Wahl der' Büros folgten eine Reihe von Begrüßungen, worauf ein Brief des Ehofez Chajim verlesen wurde, worin' er äüss tiefste bedauert, daß sein Gesundheitszustand ihm die persönliche Teilnahme an der Versammlung nicht gestatte. Es folgten eine große Reihe von Begrüßungen, worauf Rabbiner K a s 0 w s k y das erste fachliche Referat erstattete. Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung nach Schaffung eines M'erchas Ha chinuch, Legalisierung der Chadorim und Anstellung von Instruktoren für diese, ferner in der Errichtung eines orthodoxen Lehrerf e m i n a r e s, das vor der furchtbaren Gefahr des Eindringens unreligiöser Elemente in den Lehrerberuf schütze. Das Korreferat erstattete Herr Dr. Niemzerr» i tz, der unter anderem darauf hinwies, daß 60 000 jüdische Kinder aus frommen Kreisen von unjüdischen Erziehungsanstalten betreut, d. h. ihrer jüdischen Ausgabe entfremdet würden. Nach einer Pause fand die Wahl 0kl KMMlsflWM stall. mm sich dir MMssiru anschloß. Die zur Abstimmung gelangenden Resolutionen geben' im einzelnen hie Wege für die Gründung der Chinuch-Zentrale sowie für die Aufbringung der zur Finanzierüng des Erziehungswesens erforderlichen Geldtnittel an. Hinsichtlich der Lehrerbildung wurde folgendes beschlossen: „Die Konferenz beauftragt die Zentrale, so rasch Me möglich Leh r er kür s e f ür dieReligio n s f ä ch e r zu eröffnen, sowie auch F o r t b i l b u n g sk u r s e für die im Amte stehenden Lehrer. Eine von 'der Zentrale' zu bildende Prufüngskommkffion soll die Fähigkeiten/ der praktizierenden , Peligionslehrer feWestem'' 2fn allen Orten) "wo ein Bedürfnis besteht, fasten Ch a d o r i m, sowie T ö ch t e r s ch u l e n, ferner' Ab endkurse ftzr jüngß Leute männlichen und Mechstchen Geschlechtes eröffnet werden. Eine befopdexe Koplmisstön soll dse L e h r b ü ch e r prüfen." In der dritten Sitzung war besonders interessant WMW. Gxgndß für hie UdMW standsfähigkeir der Eltern gegenüber"'den Tarbüs- Schulen und buphMfchen Schstsssn. Einer der Redner mi. dsrMf.hin, dgß. WlfkM W RZWM lediglich in reiß, xisuell^rs Frggen rßsxektiexe^ puf die MatznUn g en der R ab b inen aber, in Fragen der Gottesfurcht und der AZeftans ch a u u fl g le i d.e r n i ch t a ch t e. Rabbiner K a - jowslii verlanglß einen gMWemn Kamnf gegen dis Vsxwsltlichung her Schplxfl übephgript. Die jüdische O-rthod„qxie rflüsse flüz;v eid eutig üb erall fstr die Konfessiyflsschule ein treten. Die Verhandlungen schlossen mit dex Dahl ejnep Z efltra lkorni te es, dessen Ehrenpräsident der C h o f e z E h a j i fl; ist und an dessen Spitze Rabbi C h ajiflt yser Grodzensky steht. Man dprf hoffen, dflß die Verhandlungen eine mehr als vorübergehenhe Wjrkpflg ausüben und zu einer konsequenten politischen unh pädagogischen Arbeit auf dem Gebiete des Erziehungswesens führen werden. Die Otgafiifafion der jsitzifchey Gemeisihen. ' Be/g ra d ' i^'Juli. Die Regierung des Königreiches von Jugoslawien (SHS), die während und nach dem Kriege gesehen hatte, welche Treue und Aufopferung die Juden gegenüber dem neuen Staate gezeigt hatten, wollte ihnen eine dauernde Anerkennung ihrer Leistungen für das Königreich geben. Da hierbei besonders die Persönlichkeit von Rabbiner Dr. Isaak Alcalay, der in opferfreudiger Mission während des Krieges sogar nach Amerika gereist war, m Lellllch! llllll, wuive ver Posten des Grotzrllbbmats apl) 192er; von Jugoslawien geschaffen. Damit sollten' alle Pichtungen und Schattierungen in einer Organisation de^r Regierung gegenüber vereinigt sein. Ohlvohl eine Hierarchie nicht Vorhänden ist, gelang es, eine solche Organisation zu schaffen und sie ermöglichte es dev früheren ungarländischen Orthodoxie, eine'eigene Autonomie zu erlangen. Das von ihr vorgelegte Statut wurde von der Regierung auf Befürworten von Dr. Älcaläy ge- Mhmigh' der sich hierbei nur vom Gestchtspünkü des Schulchän Ärüchs leiten ließ. , r /• Trotz seiner außerordentlichen Bescheidenheit, die von MSs Ml Drl Alcalay zu öen Intimen des Hofes und bei jddeo Gelegenhert rvirb er mst feiner Gemahlin zur Hoftafel zuMhgen,'wo - er von den Fürstlichkeisen und Ministern befonÜers geachtet wird) Nicht zuletzt chegen seiner) Charakterfestigkeit, da er als gefetzestreüer Jude keine unrituellen Speisen genießt. Die'herpoxrpgend'en? geistigen FähigHiteit von Großräbbiner Dr. Älcaläh' werden äüch in wissenschaftlichen Kreisen sehr geschützt! So würde er von der Universität Belgrad zu Vorlesungen über jüdische Themata zugezogen. ' Äne-seiner letztjahrigen Vorlesungen über die Kultur der Juden im Verhältnis zum Hellenismus, hat großes Aufsehen erregt und die mohammedanischen Geistlichen nähmen hierzu die wohlwollendste Stellung ein. " Als die Regierung ihn zum Beweis der Anerkennung mit dem höchsten Ortzen, der sonst nur an Minister und Generäle verliehen wird, äuszeichnete („Sweiti Sava 1. Klaffe mit dem Band"), vertangte der Minister die Ueberlassung der Synagoge zum Zwecke der Uebergabe des Ordens und es nähmen an dieser Feier alle prominenten Persönlichkeiten und die Vertreter aller drei Konfessionen Jugoslawiens teil. SchmeizeriMr HeMeflhpnd. "Bern, '5. Juli. Man schreibt uns: Bereits vor einem Viertelher WwA httbMsühr^m ' Die Jmtigns^n w^gren danrafs die Herren: Dr. David Sfrautz f. A., Redakteur Schgchnowitz (jetzt in Frankfurt a. M.) und M. Rosenthäl-St/ Galley.' Es- ■ --- v M k . . v!?Wätzüng Ihrer ^MsögliHen LuAitMp. 'chMhaben sich dtz . HerhH^rjs^ - m tzxr" 'SWeiz iö?1-*' ^dnslehxer, ssantorefl urch Oherm^ör'en, foMe Rab-- hiyer ifl 6 Stadem Me sE fEfcht^nsw^rt^ und Hhrp^schpst^"',hie ngch ' innxy 'und ' auß^nviel starker wirken kann, ryenn sie vereinigt un.dgeschlossen vox^. ’° wietze^ uph. wjMr frflgtßy sich, ds? KostedM^ KUum /fl/hex^SHeiz/nG M der Perfuch HM MW Msrtzm ijtT W Wss U MW Wt M AAftluifii HltUA MiiT (EtluXlltJi lÄuTi iUAi4 sMtg uyh herief pur zß einex HMMHung. W siehe, es Men fick guf deji Men fchüDn^/Rjlst sofort 17. Kolleaen W Äärhof m Osten äm"4, Juli (22.. sM 17. MMN «y. Hrho^ ch. Osten ychch/ Julj' (2^.. HMs). ech HteMchH 'gcheben M brieflich unh r'elegraphifch 'M UchfaM WüMW' rlflser OHh ^eth WM^kp). WMe.' aH vglstochmen. Nun kqnstituiersx'sich der 'Dchhanh sofort. Doch wurde hie PtzHg 'aHetzrpchey/wejl MMesiheratu^ und Dorstandsivahlen erst in efner chätexen 'offiziellst Sitzung porgenommeg werden sosteg, zu her dann auch hie Herren Pabbinep eingelasten cherden' iglsen. Ms erHs' schwebt dem Verbände vor die regelmäßige Veranstaltung von Lehrertagen zwecks gründlicher Behandlung religions-- pädagogischer Fragen, Gbstanfenaustausch von gemachten! Erfahrungen und echielten Erfolgen aus dem veranstvortungsvollen Gebiete, sowie gegenseitige Förderung und- Vertiefung mt jüdischen Wissen. Ferner: Abwehr von Ungerechtigkeiten jüdischen Hindern gegenüber, soiveit sch in Schälen Vorkommen sollten. Hierzst kann eim Lehrer verband ganz anders Stellung nehmen. Soll jedoch das Unsehen deN Beamten gehohen werden, so ist es klar, daß auch die soziale und pekuniäre Stellunp des. jüdischen eine enl||>rea^^nt>e muß.