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Der Israelit · 1926-07-15 · Heft 29 (15.7.1926) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 29 (15.7.1926)
Date
1926-07-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 Seite 7 Zehn Lchre HUsverein. ■:**%” - ^MNch., -9. Juli. DLMvächst feteri der J)Ufsjaerein für die .jüdische Luvgenheilstätte „ t a n i ä "' in $xt oos sein Zehnjähriges Bestehen. Was der VexLin geleistet hat, .sagt Um besten die Tatsache, daß 1280 Patieülen in dieser Zeit verpflegt upb zqm qllerßroßten gerettet worden smy. L;e glanze ^udenchLii Lu.r Welt ,foW sich aus diesem Anlaß bereinigen, um tzse .einzig dastehende .Heilstatre'derart^'zü vervollkommnen und aüszü bauen, daß kein Lungenkranker mehr sterben muß, dem durch i£Rifi®£ MW üWM MMLli rannt .»b» bW \,b K-KlOpd Der Welt-WunderungsLcmgred gMloffen. London, 27. Zum. Der von dem ' Internationalen Gewerkschastsbund und der Zweiteil ÄnteriMtionÄe in London abgehaltene Kongreß für Wanderungsfragen ist am 25. Juni zu Ende gegangen. ’ Es wurden mehrere Entschlüsse gefaßt, unter denen zu erwähnen sind: Der.Kongreß ersucht die Gewerkschaften und die Arbeiter-Internationale, eine gemeinsame Kommission zu ernennen, die die Aufgabe haben soll, die wirtschaftlichen, sozialen und' Rasse-Faktoren, die in den Problemen der Wanderung eine Polle spielen, zu studieren und dem nächsten Welt-Wanderungskongreß einen Bericht zu unterbreiten. Der Kongreß hält die Errichtung eines staatlichen Wanderungsatntes in jedem Staate für notwendige in diesem Amte sollen Vertreter der Gewerkschaften sitzen. Daneben müsse ein interstaatliches Wanderungsamt bestehen, in welchem ebenfalls der Gewerkschaftsbund entsprechend vertreten zu fein hat. Alle die Wanderungen betreffenden Informationen sollen Hm vlklkli Hontem llllMgen. Dir ionpi forMt Dö§ Verbat jeder Art von Propaganda für Auswanderung seitens der privaten Transport-Unternehmungen. Statt Hessen sollen staatliche Wanderungsämter überallbestehen, hie dem Wanderer mit Informationen dienen und ihn moralisch stützen. Informationen sollen gesammelt werden über Lage des Arbeitsmarktes und Höhe der Löhne in hen Einrvanherusisssltzndern, über hie medizinischen Bedingungen der Einwanderung ustp. Der Kongreß fordert die Abs^yffung der RZMWM' für Ausländer? Endlich fordert der Kongreß' daß' in allen Ländern der Arbeiterschaft yerfchißtissner Hassen gseiKe Pehanfslügg zuteilrnixd.; alle diesbezüglich noch bestehenden Einschränkungen msiffen yufgHoheN M^den, dämit nicht dgff Emigrationsbedürfnis gMsstr Küt^gyrien Ärhelfer Wstlich gesteigeri Vorbildliche Dpserwilljgkeit. . i "^London, 8. Juli. Auf einem von hen englischen Zionisten hem Eroberer Palästinas, LprH A l le nI^', 'gegfbeMn' FhH^kKÜ erhob sich Herr'Bernhard B aro n und erklärte) daß er Lf^. 25ch00.—- fsir dM Kerenhajeßod spHde. Die Orchödyxle sollte sich hei dem Aufbau des" Jk eren h a fisch u w " folchö^pfeMiIEt ^MPotWe Hessen Eine neue orthodoxe Organisation in England. 1' * London, 9. Stift: Die Astaß Jisroel-Gememde (North London Peth Hamedrasch), an deten Spitze Rabbi Dr. Victor Schönfeld'steht, hat in London von jeher eine gewisse Sonderstellung eingenommen. Ihre Führer waren von einem Kröpfchen 'Frankfurter Viehes gesalbt. Sie fühlten sich sowohl in der Bildungsfrage als auch hinsichtlich des Gedankens der Thorä-Souveränität charakteristisch unterschieden einerseits von der in der „Federation" zusammengeschlossenen Masse der Ostjuden, andererseits von der alle Zeit kompromißbereiten „United Synagogue". Eine Äenderung dieser Tendenz schien eingetreten, als Rabbi Schönfeld, der Rabbiner der Gemeinde, zum Misrachi überging, und später sogar einen führenden Posten im Dienst der misrachistischen Partei übernahm. Es scheint.jedoch, daß die Erfahrungen, die Dr. Schönseld dabei machte, ihn der ursprünglichen geistigen Tendenz der Adaß Jisroel-Gemeinde wieder näher geführt haben, so daß er nunmehr, wie der „Jewish Chronicle" nach einem mit Dr. Schönfeld stattgehabten Interview mitteilt, im Begriffe ist, einen Zusammenschluß der auf orthodoxem Boden stehenden Gemeinden und Synain Äendhir herberHufuhrsn. 3fitm tolri, gtoar nicht .aus der „United SMogogüe" austreten, will aber innerchalb dieser KörperschM mn. geistiges Gegengewicht gegen das Äbgleiten nach links schaffen, obgleich man dankbar .anerkennt, daß auch Chief Rabbi Dr. Hertz gerade in der letzten Zeit durch sein mannhaftes Auftreten gegen die Liberalen sich unleugbare Verdienste um die prinzipientreue Orthodoxie erworben hat. Auf der anderen Seite ist der von Dr. Schönfeld befürwortete Zusammenschluß um so dringender erforderlich, als die „Federation of Synagogues" fast ganz zusammengebrochen ist und in .absehbarer 'Zeit wohl nicht mehr dazu gelangen wird. M ein lMtllW DMrfpuju non irosnö MWU LMM tuvg zu errvälAen. Vorn 8tcmbpunkl bes gesetzestreuen Judentums darf man also dem neuen Unternehmen von Kerzen Glück und Segen wünschen. Mmcvita. ■ Antwort -es Joint an die amerikanischen Zionifiem New-Pork,8. Jusi. Das Joint Distribution Committee, das gegenwärtig eine Kampagne zur Aufbringung von 25 Millionen Dollar ffür jüdische Aufbauzwecke in Osteuropa und in anderen Ländern durchführt, hat heute eine Erklärung veröffentlicht als Antwort auf die bekannte Resolution der Convention der amerikanischen Zionisten mit Bezug auf das Krimprojekt. In der Resolution hieß es, wie schon rnitgeteilt, daß die Zionisten dem Plan der jüdischen Kolonisation in Rußland nur so weit Sympathie entgegenbringe, als ylcht^ wie es tatsächlich geschieht, die Priorität' Palästinas durch ihn leide und als nicht dem Kolonisatwnsplan für die Juden in Rußland eine Bedeutung verliehen wird, daß dadurch die Bestrebungen der Zionisten, das Interesse' der heutigen Generation und Der Mlslkmi lWllllichsn Winung auf M UMff füs Wleber«ufk»au bes jüRfchen Nationalheims in Palästina zu lenken, in den Hintergrund gedrängt werden. In der Gegenerklärung'wirft das Joint Distribution Committee den Zionisten vor, daß solche Entschlüsse dazu angetan sein können, die „Vereinigte jüdische Kampagne" zu stören. Joint bestreitet mit aller Entschiedenheit, daß der russische Kolonisationsplan eine Gegnerschaft zum Palästinawerk in sich trage.' Der große Erfolg her „Vereinigten jüdischen Kampagne", die Aufbringung von Riesensummen in verhältnismäßig kurzer Zeit, beweist, daß die amerikanischen Juden zu den Intentionen des Joint Vertrauen haben. Indessen setzt das Joint Hlstribution ^ommittee feitr Üsiterstützsingswerk für Paläsimg durch Pereifftellung von Lkapltaf fprt. Ist her Erklärung wird weiter gesagt, die Angriffe, die von einer W FArer lier Vereinigten Ikampagye haben sich mäh rend des andauernden Guerillakrieges eine Reserve auferlegt, jetzt aber, da die Zsoysstische Organisätiön durch eine osffzielle Hefchluhfassüng das Joint Distrihution Committee öffen^ich ^'"^'tkeW^ren" sucht, sreßen biß Dhrer hes ZhiA'nich^an zu'erMen, M die MfchulhigunZ, haß die Absichten des Joint gegen Palästina ZÄichDt feiey, eine bewußte Entstellung von Tatsachen ijh Die mMuUMW Wr MW den ÄSS ssM. den uns unser Gevrisfen diktiert und uns durch falsche Beschlüsse nicht in die Irre führen lassen. SST Personalien, Markus Bondi Wien, 9. Juli. Wir wissen in unserem raschlebigen und nervösen Zeitalter nur selten die ganze Fülle des Segens 'zu würdigen, die von der abgeklärten Persönlichkeit eines von den Stürmen der Zeit fast unberührten freundlichen Greifes ausgeht. Die Wiener Orthodoxie hatte das Glück, sich in den' letztest Jahrzehnten um eine solche ragende Gestalt scharen zü dürfen, die eine wahrhafte Personifikation des Zidkus und' der an Gott sich empörrankenden Lebensheiterkeit in unsrer Mitte bildete. Man glaubte allmählich, daß Markus Bondi, der feine 96 Jahre wie ein Jugendlicher trüg, der jahraus, jahrein an den bnnn dw vor dem Omud stand und mit jedem Neujahrstage seine Tekio und Teruo hinausschmetterte, ewig jung bleiben und daß wir uns dieses inn tpt bis zur Ankunft des m«a Zu freuen haben würden. Leider hat nun auch dieser Patriarch den Tribut alles Irdischen zahlen müssen. Nach kurzer, kaum acht Tage lang währender Schwäche, ist er dahingeschlummert, so bescheiden und kampflos, wie uns in den letzten Jahrzehnten fein Leben erschien. Markus Bondi hat das, was menschlich und jüdisch an ihm war, als Enkel großer Ahnen, als Sproß einer ganzen Kette und w»2n •>Y’»Wv als Sohn von ^rrivv nin» Ms Mamg mit m Die Wiege Mommen. aber er har i* einem Leben voller Muhe bas fe'mige dazu beigetragen, um dieses sittliche Erbe der Väter zu mehren und zu erhöhen. Als Schwager von Rabb. Dr. Lehmann t>"sr des Begründers des „Israelit", trug er in den Jahren der Entstehung des Blattes viel zu seiner Ausbreitung bei. Mitten im Leben stehend, der Chef eines Welthauses, war er von den frühen Morgenstunden an der Arbeit hingegeben, ohne daß jedoch ein Tag vorüberging, an dem er nicht feine ganze Kraft in den Dienst der Thora, ob in täglichen Dnwt?, ob in gesetzt hätte. Sein Haus war im Sinne der Vätersprüche jedermann zur Erquickung geöffnet und insbesondere eine Sttztte, an der sich die Talmide Chächomim, einerlei ob sie in Wien ihr Heim hatten, oder aus alleü Ländern öfir Sßeli' bori|)tn fomcn, J>etnttfcf> xi«b glxic£lt<f> fufjüen. (Eine [i|»ranlenij?|c SSoUiäiiglell ctLcfie S^rittxb mas er feiner Gemeint,e, i>er Schifffchül, "40 Jahre hindurch als Vorstandsmitglied und. Präsident leistete, was er der Talmud Thora-Schule und dem Krankenverein, der Jessode Hathora und dem Beth Hamedrafch an Anregung und materieller Unterstützung gewährte, entzieht sich der Darstellung. In jugendlicher Frische, obwohl schon hochbesagt, hat er den Gedanken der'Agudas Jisroel ersaßt und war dafür mit dem ganzen Ungestüm für rrvin unö hr;-,'. die ihn auszeichnete, von Anfang an in die Schranken getreten. Fast schwerer nstch als seine Lebensleistüngen wogen seine ivnn* Die Liebe, die ihn für jeden jüdischen Bruder beseelte, die herzgewinnende Freundlichkeit, mit der er' an der Seite feiner ihm im Tode vorangegangenen, ebenbürtigen Gattin, einer Tochter Josef Hirschs von Halberstadt, W rb'»a aüsii&te, erinnert an die klassischen Vorbilder der biblischen und talmudischen Zeit. So drängten sich denn um seine Bahre Angehörige aller Stände und Volkskreise und eine unabsehbare Menschenmenge umstand qm Tage der Bestattung das Trauerhaus in der Augartenstraße. In der Wohnung widinete Herr Oberrabbiner Fürst, von Schmerz erschüttert, dem Heittigegangesten einen Nachruf. Ihm folgte' eist Schwiegersohn des Heimgegangenen, Herr Prövinziqlrabbister Dr. ,(ß r a d e n ch i tz aus Hanau. Die Bestattung, die am Nachmittag in Baden b. Wien erfölgte, versammelte, abgesehen von den Familienmitgliedern aus Berlin, Mainz, Hanau, Hamburg und Prag das ganze jüdische Wien. Herr Oberrobbiner Dtetnr; Mn; mürDtato tn srgksismiM W8?tsn ss« Berlust Der GemeinSe BaDs«. Als «achstse sprach der älteste Sohn, Herr Rabbintzr Dr^ Bondi, Mainz, woraus Rabbinatsassessor Josef Baumgarten aus Wien namens der Schiffsfchül' und namens des großen Freundeskreises das Wort erhielt. Es sprachen noch der greise ‘ Wolf Pappenheim, Dr. Schlesinger, Mainz, für die Mainzer Religionsgeselsschaft, die stolz daraus ist, in Markus Bondi einen treuesten und vän kräftigstem Heimatsgefühl beseelten Sohn der Orthyboxie geschenkt zu haben: Bernhard Hoföaüer für die Schulen, Dr. I e i t e l e s, Prag, namens der Familie. Wenn es einen Trost gibt um den Verlust eines solchen Mannes, so ist es der Gedanke, daß aus best Reihen seiner Kinder und Kindeskinder dem Ideal, dem er gelebt) neue Ttäger ünd^'Vorkämpfer erständen sind. Wien, 2. Just. Pm Ist. Jun; wurde in aller Stille das Grabntül der hekannten Wohltäterin Blume Weber in Wien eingeweiht. v Jht" Andenken ist nicht nur in ihrer engeren Heimat lebendig' geblieben, sondern weit über die Grenzen unseres Landes hinaus, und wurde Demselben ‘ vösi dem Wiener Oberrabbiner Prof. Dr) Chajes' ein Nachruf gewidmet. ryelcher das Wesen der Verstörllenen charakterisiert' sind in hebräischer Schrift am Grabmal verewigt ist. Frau Blünte' Webei: enlstätnmke'' deni Haüfe des berühmten Gelehrten " Lewusch.'' Wboren" am;‘6l ‘ Juni jlß^2, hat sie ihr ganzes' HMn der Aufgabe gewidmet, Elend "zu lindern.'' Vermögen, Zeit und ihre ganze Persönlichksri setzte sie für i»ie philanthropische HTätlöffiff JIM. (Sil üranfenhanser, stattete arme Bräute aus■ unb ging ganz trn Dienste der Äffgemern-- heit auf. -Während des Krieges suchte sie nicht nur aus philanthropischem Wege die Leiden ihrer Mitmenschen zu lindern: sie war eine eifrige Förderin des Friedensgedankens. Frau Blume Weber war eine für unsere Zeit seltene Frau, von innerster Frömmigkeit beseelt und befolgte die religiösen Vorschriften äußerst streng. Sie erreichte das patriarchalische Alter von 86 Jahren und sah Kinder, Enkel und Urenkel an ihrem Sterbebette. Sie war auch eine eifrige Förderin der Palästinaidee, welche sie von ihrem geliebten Vater, der aus religiöser Ueberzeugüng als einer der Ersten an die Stätte seiner Väter Zurückkehrte, übernommen hatte. Blume Weber war eine vorbildliche Frau, deren Wirken ihr ein warmes Andenken in weiten Kreisen des Volkes erhalten wird. Treuchtlingen, 1. Juli. Vorigen vnv feierte unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde Herr Sigm. Rosenau und seine Gattin Emilie geb. Ottenstein die diamantene Hochzeit. Das Jubelpaar ist ttotz des hohen Alters rra noch recht rüstig und geistig frisch. Hemsbach (Bergstraße), 6. Juli. Das allseits beliebte und geachtete Ehepaar Cäsar und Regme Oppenheimer konnte in seltener Rüstigkeit am 27. Juni die goldene Hochzeit feiern. Es war dies ein Fest für die ganze Gemeinde. Schon am Tage vorher, am Schabbos pio wies Herr Lehrer Gold in der festlich geschmückten Synagoge mit zu Herzen gehenden Worten ans diese Feier All. tnbein ei llllüfMtö. mu Dä« bah Jubelpaar vor 50 Jahren gegründete Haus ein vor-

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