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Der Israelit · 1926-07-15 · Heft 29 (15.7.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 29 (15.7.1926)
Date
1926-07-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 29 Sette 5 15. Juli 1926 De r Israelit Fer Sieben Mh. 40 rfg. liefern wir einen eleganten Kneifer mit Gläsern, Double ohne Fassung, der eigens für Nase und G esichtsbildung hergerichtet wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpaasenden Gläsern, falsch und schief sitzenden Kneifern behelfen, die Augen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fachleuten ohne Kaufverpflichtung, wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert. Lieferung für alle Kassen, Orthozentrische Kneifer-Gesellschaft, .Opernplatz. Für die Reise Feldstecher, Operngläser von 20.— Mk. an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Farben Lasein Gottes, an n’awn pnmn, den göttlichen Ursprung der Thora und an .Mivi-ww, göttliche Belohnung und Bestrafung, bei sämtlichen Reli- Zionsphilosophen wieder. Auch ergibt eine eingehendere Untersuchung, daß in Wirklichkeit in den von Albo aufgestellten drei En,?'!? auch sämtliche von den anderen aufgestellten Prinzipien enthalten sind, und daß Albo nur darin sich von den übrigen unterscheidet, daß er solche Grundsätze, die von anderen als selbständige onpsr. aufge* stellt worden sindmiteinander verbindend, auf e i n gemeinschaftliches Grundprinzip zurückführt, aber in punkto Anerkennung der betreffenden Grundsätze hat auch Albo keinen abweichenden So spricht es Sllbo felber aus, daß er die von ö'er Einheit Gottes vmk Neffen Trnmaimalität handelnden Glaubenssätze, — die doch bei Maimonides selbständige onp» sind, — als einzelne Bestandteile des Grundprinzipes von own mx’XB'Dom Glauben an das Dasein Gottes betrachtet. Auch macht Albo selber (1. Kap. 3) darauf aufmerksam, wie manche die 13 nnpy des Maimonides auf 26 ergänzen, indem sie die Gott betreffenden Attribute, wie z. B. das ewige Sein Gottes, dessen Weisheit, Barmherzigkeit ufw. als selbständige Grundprinzipien betrachten, aber in Wirklichkeit sind diese Attribute nur ergänzende Bestandteile des Glaubenssatzes über das Dasein Gottes. Wir können aber noch mit einem Schritt weitergehen und mit dem großennsivü"nn^2 die Wesenheit des ganzen Judentums in einem einzigen Satz zusammenfassen. Man hatte nämlich die Anfrage an den o"m gerichtet, ob die Dort Maimonides oder die von Albo aufgestellten tmpy als maßgebend zu betrachten feien. Hierauf antwortete derselbe, daß im Grunde genommen, heibe rmr irr her ^pftsmatrschert Ausstellung ber /Grundsätze von einander sich unterschoben/ aW in Wirklichkeit auch Albo die Richtigkeit und Gültigkeit all der von Maimonides als onpy aufgestellten Grundsätze anerkennt! qw ’nsrr x°? *ra!?n Dtf nxnp ox •o xmpsj Und daß das Judentum in Wahrheit auf einem einzigenF undamentalsatze beruht: auf dem Glauben an die Thora und Äie Propheten! mim s'vxn^ ipw rnx'aim (nw '’O 'T'V wn n"iw Aehnlich schreibt schon ttjw p’o 'T"m n"iw). Ja, dies ist in aller Wirklichkeit das wesentlichste Fundament des traditionellen Judentums, dessen Preisgabe eins ist mit der Negierung des . ganzen Judentums: nämlich der Glaube -an die min und zwar an den schriftlichen und mündlichen Teil derselben. Diese Basis ist geräumig genug dafür, daß in untergeordneten Punkten verschiedene Variationen, oder wie unsere neo- ' logen Brüder zu sagen pflegen: verschiedene, -gleichberechtigte „Schattierungen" dortselbst Platz nebeneinander finden sollen. Aber dasjenige Individuum oder diejenige Gruppe, das oder die. ln ZfeAm und WzxiZ Mmh Plstz mshx füx sich finden kann auf dieser von öen «stürmen. fyln* geschwundener Jahrtausende vergebens umtobten Granitbasis, auf diesem ^nnirn also, ein solches Individuum und eine solche Gruppe verfällt allerdings dem niederschmetternden Verdikte des großen Maimonides: 'im no’ ^»p^pni^rn nm Vwn ]» xir •»‘in Derjenige, der dieses Fundament des Judentums verwirft, den schließt auch das Judentum aus seiner Mitte aus! Ein solches Individuum oder eine, solche Richtung kann sich immerhin als ein jüdisches Individuum oder als eine jüdische Richtung gerieten und erklären und mit dem Worte 'inhxnV' xvmr? '"LpxMißbrauch treiben —dennoch „aber bleibt es eine Wahrheit, daß jenes nach dem Gefchmacke jenes Individuums oder jener Richtung zurecht gezimmerte Judentum wohl das ff-p e z i e l l e Judentum irgend einer Person oder einer Richtung ist, aber identisch mit dem seit Jahrtausenden bestehenden traditionellen ist jenes Wahngebilde mit Nichten! Und wenn der Herr Dr. K. die Methode befolgt, das Wahngebilde des Reformjudentums mit dem traditionellen Judentums in seinen verschiedenen Schattierungen, wie z. B. chassidische und mißnaghische, kulturfeindliche und kulturfreundliche Orthodoxie usw. zu identifizieren, so ist er noch viel schlimmer daran, als jener taubstumme Maler S. R. Hirschs. Denn die Portraits desselben hatten wenigstens etwas Aehnlichkeit, so daß man sofort erkannt hatte, daß der und der zu den Portraits gesessen. Aber bei gewissen Abarten des von Dr. K. in Schutz genommenen Nesor-mjudetttilML muß MSN ganz mkZMMt fragen, wer denn eigentlich jenen Wahngeöilden als Modell gesessen ist. Ist denn auch das noch Judentum? Judentum, welches das nun msav das von den „prophetischen" Juden des Herrn Dr. K. verworfene „Joch der Thora und ihrer Vorschriften", welches, das Joch der „G e f e tz e s r e l i g i 0 n", als fein hauptsächliches Wesen betrachtet und be — achtet?! Denn eben hierin kulminiert der Irrtum unseres Autors. Er vergißt nämlich, daß all die von ihm als Argumente für die stets vorhanden gewesene „Mannigfaltigkeit im Judentume" ins Treffen geführten Fälle jenes *?:>n lim jenes Erzfundament des ganzen historischen Judentums: nämlich den Glauben an die Göttlichkeit und unverbrüchliche Verpflichtungskraft der schriftlichen und mündlichen Lehre nicht verlassen haben, während die von Herrn Dr. K. vertretene Richtung in ihren letzten Entwicklungsphasen zur gänzlichen Verwerfung jener Basis führen muß und auch tatsächlich geführt hat, aber auch schon in den anfänglichen Phasen und in den Uebergangsstadksn auf ffflinorön Ddor gröMM AdweWungm von jenem historischen Fundamente beruht! Korrespondenzen « Nackrichten. Der bayrische Landtag verlangt ein Schächtverbot. Völkisch-sozialdemokratische Mehrheit. München, 8. Juli.- Das Plenum des Bayerischen Landtags hatte heute über den von der völkischen Fraktion eingebrachten und vom Verfassungsausschuh bereits angenommenen Antrag zu entscheiden, wonach vor Beginn der Blutentziehung die Schächttiere mechanisch betäubt werden müssen. Mit den Stimmen der V ö,l k i s ch e n, D e u t s ch n a t i 0 - na len, Sozialdemokraten wurde der völkische Antrag vom Plenum zum Beschlüsse erhoben. Gegen den Antrag stimmten die Bayerische Volk spartet, die Freie Vereinigung lZsnti'urn und Demokraten), fomio Die ^ommuni ft ert.!ba na bem jüblsch-rellglösen Ritus Tiere als nicht rituell geschlachtet gelten, wenn sie durch die Form der Schlachtung eine wenn auch noch so unbedeutende Gehirnverletzung erlitten haben, die jede mechanische Betäubung aber gewiß nach sich ziehen muß, so bedeutet die Beschlußfassung des. Bayerischen Landtags ein Verbot der rituellen Schlichtung in Bayern überhaupt. Sollte der Beschluß Geltung erlangen, so würde Koscherfleisch in Bayern nicht mehr zu haben sein. Aller Voraussicht nach wird aber dieser Beschluß deshalb nicht Gesetz werden können, weil die Angelegenheit der Reichszuständigkeit unterliegt. Dieses hatte auch die Bayerische Regierung im Landtag angekündigt, als der völkische Antrag vor einigen Monaten eingebracht worden ist. Bekanntlich hat der Staatshaushaltsausschuß vor einiger Zeit lediglich den Beschluß gefaßt, daß das rituelle Schächten entsprechend der Zahl der jüdischen Bevölkerung Bayerns eingeschränkt werden soll. (Wir werden die durch den Beschluß geschaffene Lage in der nächsten Nummer eingehend würdigen. Red.). Zwischen den Marken. Berlin, 9. Juli. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin befindet sich in diesem Jahre buchstäblich ansan Die neue Repräsentantenversammlung ist zwar gewählt, aber angesichts der gegen die Wahl bei den Behörden eingelaufenen Proteste noch nicht gesetzlich anerkannt. Die alte Repräsentantenversammlung hat kein Mandat mehr, so daß die Gemeindemaschinerie still steht und streng genommen keine Ausgaben mehr geleistet werden dürften. In dieser ZtvsusLlsge hat man sich Mtslhlnssön, die alle NMäsem tantenversammlung einguberufen und durch sie eine Anzahl liegengebliebener Vorlagen, insbesondere Subventionen für die auf das Geld der Gemeinde angewiesenen verschiedenen kulturellen Institutionen ausarbeiten zu lassen. Das ging natürlich nicht ohne die stürmischen Proteste der Volkspartei nebst Alliierten ab, die sich auf diese Weise um den Genuß ihrer Mehrheit von einer Stimme über die Liberalen beeinträchtigt sehen. Den Protesten schloß sich auch der Vertreter der Konservativen, Herr Moritz A. Loeb an, obgleich er eigentlich hätte froh sein müssen, noch einmal mit den drei konservativen Fraktionskollegen Zusammenwirken zu können, die interessanterweise mit den Liberalen stimmten. Die Proteste nützten nichts, die liberale Mehrheit brachte die Subventionen unter Dach. Man wird nun abzuwarten haben, welche Ergebnisse der Kampf der Parteien um die Gültigkeit oder Ungültigkeit der Repräsentantenwahlen zeitigt. Auseinandersetzungen im Leipziger Gemeindeparlament. fi e i p 3 i e , 5- Juli. Die ^Beratung des ^ausfja/ijjJanes, ine ln den zwei letzten Sitzungen der Gemeindeverwaltung vorgenommen wurde, führte zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen der liberalen Mehrheit und der kleinen zionistischen und konservativen Minorität. Wie alle Körperschaften in Deutschland, leidet auch die Leipziger Gemeinde sehr stark unter der Wirtschaftskrise, so daß an allen Ecken und Enden gespart werden muß. So wurden sämtliche Subventionenan Centralverein, Hilfsverein, Abwehroerein usw. stark reduziert, nur diejenige für den Sächsischen Gemeindeverband von M. 1200.— auf M. 2400.— erhöht. Ein Kampf entbrannte um die von zionistischer Seite natürlich stark unterstützte h e - b r ä i s ch e S p r a ch s ch u l e, deren Subvention schließlich gestrichen wurde, ebenso diejenige für den Sportverein Bar Kochba. Der Keren Hajessod trug M. 200.— statt M. 500.— davon. An Steuern müssen 30 Prozent Zuschlag zur Reichseinkommensteuer erhoben werden. Starke Kritik forderten die ziemlich hohen Verwaltungskosten heraus, die etwa 16 Prozent des Gesamtbudgets ausmachen. Der Verwaltungsdirektor erhält ein Jahresgehalt von 39.000 Mark. Die Gemeindevertretung setzte schließlich die Gesamtkosten der Verwaltung budgetmäßig von M. 95.000.— auf M. 50.000.— herunrer. Cr.>rt streßen Die Parteien wiederum ßoi Der Bewilligung für den überaten Kultus unb llnterrrlcht gufammen. Iber Gemeindeoertreter Tumpowski erklärte, daß es unbillig sei, den Liberalen 2 Rabbinen zuzugestehen, wenn die doch schließlich viel zahlreicheren Orthodoxen mit einem Rabbiner und einem Dajon auskommen müßten. Unverantwortlich sei es, für den Synagogenchor, der zum großen Teil aus nichtjüdischen Sängern besteht, M. 12.000 auszugeben. Man solle einen Chor aus freiwilligen Kräften bilden. Für den orthodoxen Kultus, inkl. orthodoxen Religionsunterricht wurden M. 62.600, für Kaschruth M. 71.000, für das Ritualbad M. 8.000 und für Bestattungswesen M. 10.000 bewilligt. Das Wohlfahrtswefen figuriert mit M. 90.000. Angenommen wurde ein Antrag, der das Bedauern darüber ausdrückt, daß durch Aufnahme eines Inserats zur Fürstenabfindung in das Gemeindeblatt der Anschein erweckt worden sei, als ob die Gemeinde zu dieser politischen Angelegenheit Stellung genommen habe.

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