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Der Israelit · 1926-07-08 · Heft 28 (8.7.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 28 (8.7.1926)
Date
1926-07-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 28 Seite 5 .a galt-1926 _ Die Rabbinatsfrage inGailingen. -Gailingen, 1. Juli. - Am letzten Sonntag fand im hiesigen Gemeindehaus eine stark besuchte G eni'eind ev e k sammlung -statt, in der die .Herren Synagogenrat Han hart'und . 9^ 0 t I* (^r i f b;ii6cr-; bie x>on ber -bei* Mmemve Dring enD ' gewllnWlc W i e r? r h? s»tz w n g des Rabbinats Gai11ng en referierten.; Hoffentlich wird es den Synodalabgeordnetett /gelingen, dem Millen der Gemeinden Gailingen-Randegg Geltung zu verschaffen. ' -i! . Verband bayrischer israelitischer Gemeinden. Würzburg,. 5. Juli. Die konservative Fraktion im Verbände Bayrischer Israelitischer Gemeinden'war am Sonntag, den 4'. Juli, in Nürnberg zur Besprechung vonVerbändsfragen zusammengekommen. Eine tags zuvor erschienene Presseäußerung, welche den bayerischen Verband im allgemeinen und die bayerische Orthodoxie im besonderen angeht, ver- Mlaßte die Fraktion zu folgender Feststellung: „Die geistige Einstellung eines Teiles der deutschen Orthodoxie ist in ihrer Ablehnung jeder (? Red.) Gemeinschaftsarbeit mit Andersdenkenden in Gemeinden und Gemeindeverbänden zur Genüge bekannt. Aus dieser Einstellung heraus ist der Artikel des Herrn Rabbiners Dr. Breuer- Aschaffenburg in Nummer 27 des „Israelit", in welchem er den bayerischen Verband und seine Einrichtungen bekämpft, erklärlich. Die konservative Fraktion. Des Gemeindeverbandes vertritt demgegenüber in Gemeinschaft mit den ihr zugehörigen Rabbinern die Auffassung, daß innerhalb des Verbandes eine Gemeinschaftsarbeit möglich ist, ohne damit in Widerspruch mit dem Religionsgesetz zu geraten, wie dies die Geschichte des bayerischen Verbandes in den vergangenen 5 Jahren hinlänglich beweist. Soweit iii einem CingelM MS öfm -es Artikelschreibers Schwierigkeiten entstanden MD, Die ihre Erledigung noch nicht gefunden haben, wird die konservative Fraktion die berechtigten Forderungen des Verfassers des Artikels mit Nachdruck vertreten,^wie es in ähnlichen Fällen bisher geschehen ist." Aus der Wiener Kultusgemeinde. Wien, 20. Juli. Die Wiener Kultusgemeinde befindet sich in recht schwieriger Finanzlage. Sie wird jetzt beim Finanzministerium um die Ermächtigung nachsuchen, das Steuermaximum von. 3000 auf 6000 Schill, erhöhen zu dürfen. Außerhalb Oesterreichs wird man nur mit Erstaunen vernehmen, daß ein solches Maximum, noch dazu in so geringer Höhe^ bisher bestanden hat. Es ist aber hier bei uns noch unendlich viel zu tun, um die wohlhabenden Gemeindemitglieder an wirkliche Opfer für die Gemeinschaftszwecke zu gewöhnen. Daß die Not störend in alle Aufgaben eingreift, ist begreiflich. Trotzdem wurden 20 000 Schill, für den Bau eines Kriegerdenkmals auf dem Zentralfriedhof bewilligt. Vsrbsköikung eines Gemeinde- und Sonmugsruhegefehes in Litauen. K o w n o, 6. Juli. Der Innenminister erklärte heute Pressevertretern gegenüber, daß die Regierung ein Gesetz betreffend die Neuorganisation der jüdischen Gemeinden und die Arbeitsregelung an den Sonn- und Feiertagen vorbereitet. Bekanntlich hat die frühere reaktionäre Regierung die Autonomie der jüdischen Gemeinden aufgehoben und ein Zwangssonntagsruhegesetz eingeführt. Diese im Wider-- spruch mit den Minderheitsrechten durchgeführten Gesetze sollen nun in Einklang mit dem Bedürfnis der jüdischen Bevölkerung abgeändert werden. Es steht noch nicht fest, ob die Regierung die entsprechenden Entwürfe dem Sejm noch in der gegenwärtigen Session wird unterbreiten können. Inzwischen ist das von der früheren Regierung geschaffene Ami eines Referenten für die jüdischen religiösen Gemeinden, das von dem Agudisten Krön verwaltet wurde, abgeschafft worden. Offizieller Bericht über die Tagung der Aländatskommission. G e n f, 29. Juni. .Aus - dem Büro des Völkerbundes wird derfolgende - - S>;e t r a e l t t offizielle : Bericht .über.-die Arb eiten der : Mandatskommission des Völkerbundes ausgegeben: ' Die.''PerMünente'-Wvinvatsrömmission. beendete am 25. .Juni ihre Arbeiten, nachdem sie zuvor noch einen Bericht an den Völkerbund erstattet hatte, in welchem ihre Beobachtungen und der Inhalt der empfangenen Be- Mä UiMMszs sind. IM Verlauf ihrer, diesmaligen Tagung prüfte die Kommissiondie Jahresberichte der Mandatarmächte betreffend die Verwaltung in Palästina, Tögoland, Französisch Kamerun, Tanganyika, Ruanda,. UrunÜi, Nauru und Neu Guinea, sowie Südwest-Afrika. Sie nahm einen Situationsbericht von Herrn de Jouvenel, vom Oberkommifsar der französischen Republik für Syrien und Libanon über die gesamte Lage in diesen Gebieten entgegen und nahm die Gesuche des palästinensisch-arabischen Kongresses, der Agudas Jisroel, des Nationalrates der Juden Palästinas und der Zionistischen Organisation zur Kenntnis. Sie nahm die in diesen Berichten gezogenen Schlußfolgerungen zur Kenntnis und wird sie dem Rat unterbreiten. Die Wünsche wurden auf der Basis der Berichte, die von bestimmten Mitgliedern des Komitees erstattet wurden, geprüft.^ - Die Kommission revidierte gemäß ihren Erfahrungen die Vorschriften mit Bezug auf die Vorbereitung der Jahresberichte und die Entgegennahme von Petitionen, worüber unter den Mandataren - und den anderen Beteiligten noch Zweifel herrschen. Die Kommission, die in diesem Jahre bereits zweimal getagt hat, das erste Mal in Rom im Februar, das zweite Mal im Juli in Genf, wird ihre dritte Session im kommenden November abhalten. (Einer der Delegierten des Waad Leumi behauptet in der „Jüd. Rundschau", die Mandatkommission habe sich, ihre Stellungnahme zu den Agudaforderungen Vorbehalten „bts nach VerossetitltchllNg ÄiS (Bfimeindegesetzes". Nach unseren eigenen Informationen trifft das nicht zu, ist es vielmehr lediglich eine offizielle Aeußerüng der Mandatregierung, auf welche die Mandatkommission warten will. Authentisches ist, wie aus dem vorstehenden offiziellen Communiquee hervorgeht, offenbar im Augenblick nicht festzustellen. Red.) Frairkveieh. Die Beschlüsse der französischen Rabbinerkonserenz. Paris, 1. Juli. - Der Konferenz des Verbandes französischer Rabbiner, die dieser Tage unter Beteiligung von etwa 50 Rabbinern aus Paris und der Provinz abgehalten wurde, lagen, wie schon mitgeteilt, zwei Hauptfragen zur Entscheidung vor: 1. Die Stellung der Rabbiner und der französischen Gemeinden zu den neueingewanderten Juden und ihren Sondergemeinden; 2. die Hochzeitsformalitäten. Ueber die Frage der ausländischen Juden referierten der Brüsseler Oberrabbiner Ernest Ginsburger und der Straßburger Oberrabbiner Jsaie Schwartz. Der Präsident der Konferenz, der Oberrabbiner Frankreichs, Israel •Öepij referierte über bas ^etratsgeremoniell unb teilte bie Ansichten mit. Die ihm seitens Des NeiHsrnMiiners non England, Dr. Hertz, und des Präsidenten des Deutschen Rabbinerverbandes, Dr. Baeck, zugegangen sind. Die Konferenz drückte in einer Entschließung den Wunsch nach Schaffung philantropischer und kultureller Institutionen für die eingewanderten Juden aus. Ueberhaupt solle man sich gegenüber den religiösen und sozialen Bedürfnissen der Auslandsjuden entgegenkommender verhalten. Es sei Pflicht der jüdischen Gemeinden in Frankreich, heißt es in der Entschließung weiter, den fremden Glaubensbrüdern ein Willkommen zu bieten und ihnen zu helfen, ihre religiösen Bedürfnisse zu befriedigen. Diese Glaubensbrüder sollten überall als Mitglieder der Gemeinde ausgenommen werden, auch soll ihnen unter gewissen Voraussetzungen Gelegenheit geboten werden, an der Verwaltung der Gemeinden teilzunehmen. ftäitemavf. Fridtjof Nansen über die Schächtfrage. K c> p s n I> a g e rt, 2. Juli.??? H |f ü ajr bcts Ganbrairtfc^aftsforaitee bes rrorwegischen Parlaments folgendes Schreiben gerichtet: „Während meiner jahrelangen Arbeit gegen die Hungersnot in Rußland und für die Flüchtlinge hatte ich sehr große Stütze an verschiedenen jüdischen Organisationen. Ls wax immex angenehm mit ihnen zusammenzuarbeiten. Md- M zeigten viel. Onferfreudigkeit. Ich betrachte es Harum als meine Pflicht, mich ihrer anzunehmen, nachdem: man/sich von .verschiedenen jüdischen Organisationen..^ sowohl hier im Landen als auch im . Auslande -r anläßlich der Agitation, , die hier im Lande mm im MllMMlyM, Das SMlWili.Mliyn wirs, um. dessen Verbot zu erwirken, on mich gewendet hat. Ich erlaube.mir aus diesem Anlaß an das geehrte Landwirtschaftskomitee .zu schreiben, das, wie ich höre, die Sache behandeln soll. Ich fühle mich um so mehr verpflichtet dies zu tun, da mir mitgeteilt-rpurde, daß in der Presseagitation, die gegen das Schächten geführt wird, es jüdischerseits nicht möglich gewesen ist,' in den Zeitungen für solche Artikel Aufnahme zu finden, die die jüdische Auffassung. verteidigen. So weit ich ersehen kann, beruhen die Einwendungen gegen das Schächten hauptsächlich auf. der Behauptung, daß diese Schlachtmethode unmenschlich sei und den Tieren unnötige Schmerzen bereite. Ich. konnte jedoch dieser Auffassung nicht beipflichten. Ich habe ein Teil Erfahrung in dem Töten von Tieren durch ein Durchschneiden der Halsschlagadern, auf selbe Weise, , wie dies beim Schächten geschieht, und es ist meine Üeberzeugung, daß die Tiere auf.diese Weise fast augenblicklich das Bewußtsein verlieren und für Schmerzen nicht'mehr empfindlich s i n.d. Insofern also dürfte es keinen wesentlichen Unterschied geben zwischen dieser Methode und der allgemein angewandten Methode, dem Schießen. Die motorischen Nervenzentren werden nicht gleich nach dem Durchschneiden der Halsschlagadern gelähmt und darum können im Tiere auch weiterhin Muskelbewegungen vor sich gehen, die auf den, der nicht sachkundig ist, den Eindruck machen, als ob die Tiere auch weiterhin fühlen mürDßn, was aber unDenfDar ist, mim Das DkwnMin geschwunden ist. Im übrigen haben so hervorragende Autoritäten, wie z. B. Professor A. K r o g h und Professor G. Thomson, Kopenhagen, Dr. Hill in London und viele andere sich über diese Sache ausgesprochen, und insofern das Schächten sorgfältig ausgeführt wird, muß es als erwiesen angesehen werden, daß es den Tieren k e bn e unnötigen Schmerzen zufügt. Zum Schluffe will ich darauf aufmerksam machen, daß es für den gläubigen Juden eine Notwendigkeit ist, daß die Tiere auf diese Art geschlachtet werden, wenn er das Gesetz Mosis erfüllen will. Es gehört mit anderen Worten mit zur Ausführung seiner Religion, und da wir hier im Lande freie Religionsübung für jedermann verlangen, scheint mir, daß dies Grund genug ist, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, inwiefern ein Verbot des Schächtens mit unserer Forderung einer solchen Freiheit in Nebereinstimmung gebracht werden kann. Ich glaube, ein solches Verbot würde den Prinzipien wider st reiten, die unserer Lebensanschauung zu Grunde liegen. $f¥ smmrsnWLn MMflkN, New-Uork, 1. Juli. Die Konferenz der amerikanischen Zionisten nahm in der Frage der Erweiterung der Jewish Agency folgende Resolution an: Wir Zionisten der Vereinigten Staaten von Amerika schließen uns voll und ganz der Willenskundgebung des Zionistenkongresses in Wien an und bevollmächtigen Dr. Weizmann, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Jewish Agency gemäß den Bestimmungen des Palästina-Mandates auszugestalten. Wir bedauern die trotz unseres ernsten und nachhaltigen Drängens eingetretene Untätigkeit und Verzögerung. Wir nehmen Kenntnis von den Versprechungen der mit der Zionistischen Organisation nicht liierten Organisationen und Personen, daß die Tätigkeit zu entsprechender Zeit wieder ausgenommen werden wird. Diesen Gruppen gegenüber betonen wir mit Nachdruck, daß die Zeit für eine solche Tätigkeit nunmehr gekommen ist. Demgemäß beauftragen wir die National-Exekutive der amerikanischen Zionisten, in Zusammenarbeit mit Dr. SBetjmann eine Verständigung mti den uns nicht liierten SsWiNMsmN vntf Persenm bie sigur Teilnahme an der Jewish Agency verpflichtet haben, und Schritte zu unternehmen, die . eine baldige Erweiterung der Jewish Agency ermöglichen.

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