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Der Israelit · 1926-07-08 · Heft 28 (8.7.1926) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 28 (8.7.1926)
Date
1926-07-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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8. Juli i<&ß.r D e r I s r a e 1 i t Nr 28 Seite 8 äußerst erwünscht, wenn sie sich finanziell halten lassen. Aber der gesetzestreuen Jüdenheit sollte das unnatürliche Bündnis zwischen der Handvoll Jabloner und Kosnitzer-Chassidim und Herrn BNgmnnn kM und Stachel, ihrerseits nicht zu ruhen uns zu rasten^ bis die nach Erez Iisroel verlangenden thoratreuen Kreise ohne moralische Selbstenthauptung, im Rahmen ihrer eigenen Organisation auf dem Boden der Väter ihre Heimat finden können. Wir verweisen in dieser Hinsicht auf die bedeutsamen Mitteilungen, die an der Spitze der heutigen Nummer der Aguda-Blätter veröffentlicht werden. „Dogmen" oder Grundprinzipien itn Judentume. Von Rabbiner Ph. Fischer in Sarospatäk (Ungarn). Wir haben bereits in unserem ersten Artikel*): „Gibt es bloß eine oder mehre r e j ü b i f cf) e Religi o n e n?" darauf hingewiesen, wie der ganze Zweck des Dr. Keckskemeti'schen Büches darin besieht, an der Hand von Hunderten historischer Daten aus den verschiedensten Zeiten der jüdischen Vergangenheit den Beweis dafür zu erbringen, daß es im JUdenturne stets entgegengesetzte Richtungen gab, daß inmitten derselben Konservativismus und Modernismus stets Miteinander gerungen haben, dennoch aber die „Einheit" des Judentums nie und nimmer in Frage gestellt'worden war/ Dieses heröstratische Unternehmen bliebe der störrigen ungarischen Orthodoxie und — S. R. Hirsch aufbewahrt! Wir zitierten nun am Schlüsse jenes ffliffi p RW. M MM wiii! HSR «Jtirm crusgefpröchen wirb, haß auch auf dem Boden des „einheitlichen" Judentums verschiedenartige Nuancierungen desselben wohl denkbar sind. Dr. Kecskemiti hat unbestreitbar Recht, wenn er die Behauptung aUfstellt, daß es im Schoße des „einheitlichen" Judentums stets gewisse Differenzierungen in bezug auf religiöse Anschauungen und Betätigungen gegeben hat. Nur dort irrt er gewaltig, wo er daran zu vergessen scheint, daß jene, dem „einheitlichen" Juventume an gehörenden Individuen oder Gruppen, wenn dieselben auch bezüglich gewisser Anschauungen, religiöser Betätigungsformen, oder gottesdien stlichen Rituals und Aehnlichem ihre spezielle persönliche Note hatten, *) Der „Israelit" Nr. 7. so aber doch — abgesehen von erwähnten Differenzierungen — in he zug auf die Anerkennung der Verbindlichkeit des, den unentb e v t i äj e n S^o^mtn das aada - ment und das Wesen des einheitlichen Judentums bildenden Relig i ö n s.g e s e tz es keinen differ i e r e n - den Standpunkt ein nahmen. Denn wäre es nicht so, sondern die historische Vergangenheit wäre Zeuge für die Auffassung, wonach das Judentum keine allgemeingültigen Grundprinzipien und Gesetze kennt, sondern alles in demselben, Lehre und Gesetz, ipsn, freie Beute für einen philosophierenden Gelbschnabel ist, dann wäre es doch geradezu nicht zu begreifen, warum denn eigentlich das Judentum den Sädduzäismus und dessen späteren Nachwuchs*): den Karaismus ausgeschieden hat?! Wie auch später den Sabbataismus und dessen Abart: den Frankismus?! Warum diese Ausscheidung?! Hat doch nach der Auffassung des Herrn Dr. K. das Judentum Raum genug für die verschiedenartigsten, entgegengesetztesten Richtungen und Anschauungen?! Haben doch nach dieser Auffassung im Judentum friedlich Platz nebeneinander der lichtscheueste Fanatismus und der spiritualisierteste Deismus, welcher schon in das liberale „geläuterte Judentum" mündet, wovon ein ch r ist l i ch e r Gelehrter sehr treffend bemerkte: „Wenn Gott weiter nichts ist als das Urbild und Vorbild oder kurz das Schema der Sozialethik, so kann sich mit dieser Meinung auch der entschiedenste Materialist einverstanden erklären, eben weil das kein Gott mehr ist." (Dr. D. S«^rrkibt: Das rrtoberrtijli^«^e Jrtberltrrrn and die chNflliche WellMlwr, Preutz. JahrMHer, Febv. 1911, zitiert in Dr. Cahn, Die religiösen Strömungen usw., S. 445). Also wir bitten den Dr. K. um freundliche Aufklärung darüber, warum eigentlich das „ein- *) Vergebens akzeptiert der Herr Dr. K. diejenige. Anschauung, wonach'die Entstehung des Karaismus auf den Einfluß zurückzuführen ist, den die inmitten des Islam durch die Sunniten und Siiten heroorgerufenen Spaltungen auf das Judentum ausgeübt haben. Die jüd. Autoren des Mittelalters, die zumeist (besonders aber Maimonides in seinem Mischnahkommentare zu Abot 1,3) den engen Zusammenhang des Karaismus mit dem Sadduzäismus behaupten, behalten doch Recht. Selbst Geiger anerkannte nachträglich die Richtigkeit dieser Behauptung. In, er geht noch weiter und stellt die Behauptung auf, wonach die Karäer nicht bloß bezüglich ihrer Prinzipien in engster Abhängigkeit von den Sadduzäern sich befinden, sondern die ersteren auch direkte leibliche Nachkommen der letzteren sind. (Siehe A. Geiger, Leben und Lebenswerk, von L. Geiger, S. 381 und 382.) heitliche" Judentum die erwähnten Sekten ausgeschieden hat?! Wir sind wohl kein Prophet, noch der Sohn eines Propheten, wissen aber doch im vorhinein, ructs ber|et£>e ^terau| ctrctro orten rotrb.- 8t rr ch das Judentum habe gewisse Grundprinzipien, g e w i.s s e D e M ö r k a t ionslinien, die niemand ohne Preisgabe des ganzen jüdischen Wesens übertreten kann, deren Uebert r e t u n g eins ist mit der Preisgabe des ganzen Judentums. Erwähnte Sekte na der übertreten eben jene Demarkationslinie n. Dies wird ganz gewiß die Antwort des Herrn Dr. K. sein. Diese Antwort genügt voll und ganz! Also auch der Herr Dr. K. muß anerkennen, daß auch das Judentum unverletzbare Grundprinzipien hat, deren Außerachtlassung einem Austritte aus dem JudeNtuMe gleichkommt! Dieser Ümstand genügt aber, um das ganze Gebäude, welches Herr K. mit dem Aufgebote solch zahlreicher historischer Daten so mühsam aufgerichtet hat> in die Luft zu sprengen. Ja> sehr geehrter Herr Dr. K.! Auch das Judentum hat wie jede andere religiöse Gemeinschaft gewisse unverletzbare Grundprinzipien, deren systematische Preisgabe einen Bruch mit dem Judentume, ein S ch i s ma bedeutet. Ich rede wohlerwogener Weise von unverletzbaren „Grundprinzipien", nicht aber von „Dogmen". Denn ich bin gefaßt auf die Einwendung, daß das Judentum „Dogmen" in jenem <p>trme, rote bte Kirche sie termt tutb roo sie bte WsssnkM ütx Religion bilden, nicht hat, Nach jüdischer Auffassung'. mvWN an ist das thoragemäße Tun und Lassen, das jüdische L e b e n die Hauptsache. Der Glaube allein macht nicht selig!*) Wohl könnte ich Herrn Dr. K. daran erinnern, daß der hervorragendste ungarländische Vorkämpfer der von ihm verteidigten Richtung, nämlich der von ihm gewiß hochverehrte Leopold Löw in seinem Buche: „Zur inneren Geschichte der *) Folgendes find die Worte des Kusari (1,115): n^aä umim ow:n iiniwaa ay linas p« na^i inaa psan bv niiv am w'V a'vvaa ^2« 12h ii'iniaa a.tptfi awn a"iin a'vwai n^ai Und hier die Uebersetzung Cassels: „Wir stellen nicht jeden uns gleich, der in unseren Glauben eintreten will, durch ein einziges Wort, sondern durch Handlungen, zu denen Selbstüberwindung gehört, Reinigung, Lernen, Beschneidung, nebst vielen anderen religiösen Vorschriften und verlangen überhaupt, daß er nach unserer Weise lebe." Hamburg dachte dasselbe: mit den Geflügelknochen habe er traurige Erfahrungen gemacht, nun wolle er es mit den Steinen versuchen. Bald waren sie auch handelseinig und jeder von ihnen war froh, das, wofür sich kein Käufer fand, schließlich losgeworden zu sein. Jeder von ihnen beeilte sich, seinem Auftraggeber zu berichten, daß er seine Ware losgemorden sei. Nach einigen Tagen erfuhr der grohs MUMM m WM. Ölirfflßlffiß WW fÜM DUtrstsr ihre Ware all den Mastst gebracht hatten. Der Berliner sandte ihm. anstatt der Feuersteine Hühnerknochen und der Hamburger anstatt Knochen — Steine. Der unerfahrene, weltfremde Schwiegersohn triumphierte, Nicht ohne eist Gefühl von Schadenfreude sp ach er zu seinem Schwiegervater: Mich überhäuftest du mit Vorwürfen, weil ich Steine und Knochen, heimbrachte; dasselbe taten doch auch deine langjährigen Vertreter, aus deren kaufmännische Tüchtigkeit und Erfahrung dp so stolz bist. Auch sie schickten dir dasselbe, der eine Steine, der andere Beine!" »Tor", exwiderte ihnt erzürnt der Schwiegerväter, „meine Vertreter in Berlin und Hämburg sind gewiß lüchtsg im Berufe. Sie wußten nur nichts mit der Wate, von, deren Minderwertigkeit sie üöerzeügt .charen, änzüfängen Md sie suchten sich zu helfen, so weit sie:könnten... Der eine glaubte, Knochen sei jedenfalls, besser als Steine und per an?? dere das Gegenteil- Dü aber hattest doch güte, Mtß Golddukaten — wie konntest du sie gegen etwas so Minderwerttges eintaufchen?" — Dasselbe spricht der MZtzhet zu Israel. Tann a\*f?K '11 »Wenn jedes änoKe heidnische Volk seine Götter vertauschte", dann ist es ja nur begreiflich, övfttf nam "weil sie doch in Wirklichkeit keine Götter find". *rörp nbn 11122 Tanwi „Mein Volk. Israel, vertauschte seine Ehre und Herrlichkeit um das, was sinnlos ist". Und dieses rechnet der Prophet Israel als mjn anw »als ein zweifaches Unrecht" an, das es begangen hat, und zwar... »in mw "i;i ni-,82 an? axn^ Es gibt für Israel nur ein Mittel: die naitfrv die Rückkehr zu Gott, lananni -121 hrrirr?' awn arr Alemes Feuilleton. Rituelle Verpflegung. * Fingerzeige für die Reisezeit. Von Rabbiner Dr. A. Neuwirth in Halberstadt. Eine besondere Aufmerksamkeit und Wachsamkeit ist beim Genießen von Gemüse in den Speisehäusern am Platze. Beim Belesen dieses wichtigen Lebensmittels kämmen oft Verfehlungen vor. Gemüse, wie Spinat, Blumenkohl, Wirsing und junge Erbsen müssen genau und gewissenhaft belesen werden. Leider ist das Belesen der Gemüse in ßen Speisehansern nicht, immer genau. Dies ergibt sich klar aus folgender Tatsache: Einem jeden Bäl habajith ist es bekannt, daß, eine gewissenhafte Frau züm Belesen von Gemüse, etwa Spinat — in Hotels gibt es oft an einem Tagd verschiedene Gemüse — für eine sechs- bis achikopfige Familie ÄenigstenT zwei, oft aber auch noch mehr Stunden benötigt. Hieraus ergibt sich von selbst, düst in einem Hotel oder.Speisehaus, wo fünfzig, bis hundert. Leute essest, wenigstens zehn bis. zwölf Stunden züm Belesen der jungest Gemüse unbehingf notwendig wären. Das heißt mit änderen Wösten: in einer Restauration, wo man beruhigt junges Gemüse essen dürste, muh eine besondere Kraft zum Belesen angestellt sein. Wie selten ist dies aber der Fall. In manchen Restaurationen ist es die Köchin allein, die alles zu verrichten hat. Sie muß kochen, koscher machen und belesen. Wie wenig Zeit zum Belesen der Gemüse für eine Person in' derartiger Stellung übrig bleibt, braucht nicht erst erwähnt zu werden. In anderen Spersehäusern ist wohl sr»ts Frau zur Nuiircht aussstsllt. tvtiijt ak»sr spszistl gum ÖJele'jert, rote £>ics imixjöirtgi nolroen^>tg wate. Wir möchten IM Folgenden die Verbote, die man beim Genießen von nicht genau belesenem oder gar gang unbelesenem jungen Gemüse Übertritt, seststellen. Wir sind überzeugt, daß ein Hinweis auf die großen Jssurim manchen Jehudr veranlassen wird, Gemüse nur in solchen Speisehäusern zu essen, wo er genau weiß, daß das Belesen tatsächlich in gewissenhaftester Weise ausgeführt wird. Wir wollen dann die Ansicht der Poskim anführen, ob man beim Belesen junger Gemüse keiner jüdischen Pflicht bereits genügt hat, wenn nur ein Teil der verwendeten Menge belesen wird; denn es geschieht oft, daß ein Teil des Gemüses wohl belesen, ein andrer Teil jedoch nur mangelhaft oder überhaupt nicht belesen wird. Bei allen jungen Gemüsearten, die nach Fliegen, Würmern und Insekten belesen werden müssen, entstehen die Tierchen bereits an den ganz jungen Pflanzen. Noch bevor man Salat, Blumenkohl oder Spinat vom Boden pflückt, kann man diese Tierchen daran seststellen. Das Genießen von Würmern — beim unbelesenen Gemüse geschieht dies — unterliegt dem Verbot sb tim fptb nsn bv piibn p»n -2 (WajiK 11, 41). „Alles Kriechende, das auf dem Böden kriecht, ein Abscheu ist es, es darf nicht gegesfett werden". In diesem Sinne wird im l^chulchan Aruch entschieden: ""nam psn by piv2 2ivn lainn mun jnvsa tp*nn v'pin"

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