Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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LlitL 9 Sic. 27 De c 8 0 r tt 11 i i 1. Jul 1926 an höheren Schulen, Volksschulen oder Religionsschulen tätig sind, das befriedigende Bewußtsein mit nach Hause nehmen, Bausteine erhalten zu haben für ihre Arbeit in der Schule, im Dienste des Judentums. •miaN pirnV Sprendlingen, im Siwan 5686. L. Kaufmann. Die Jubiläumsfeier am Kölner Lehrerseminar. Man wirft dem Juden vor, daß er weit mehr Festtage als der Nichtjude besitze. Das trifft allerdings zu für den, der den Sinn der Worte erfaßt: 't uR’®m 1'ivi» 71212 Tis N. wonach uns die v'2iv ll'»' zu D'wx zu Wegzeichen werden, die ihren Lichtreflex in die kommenden Werktage hinein werfen, so daß jeder der Tage des Jahres sich für uns zu einem 21« av gestaltet. Zu einem besonderen p'* in der Reihe der jüdischen Festtage, zu einem Markstein in der Geschichte des Jüdischen Lehrerseminars zu Köln gestaltete sich für uns auch der 30. Mai, an dem wir die Jubiläumsfeier des dienstältesten Lehrers, des Seminarstudienrats Gut, der seit einem Vierteljahrhundert dort wirkt, begingen. Trotz des Ernstes der Zeit waren eine Anzahl früherer Schüler und ehemaliger Seminarkollegen aus weiter Ferne herbeigeeilt, um ihr Treugelöbnis an Lehrer und alma mater zu erneuern und zu bekräftigen. Eingeleitet wurde der Tag mit der akademischen Feier in der Aula des Lehrerseminars, zu der sich außer den Lehrerkollegien des Seminars und der Jawne Vertreter des Kuratoriums, des Vorstandes der Adaß Jeschurun, der Talmud Thora sowie der Lehrer und Rabbiner der MllMMM fttlfltflfflDHl WM. Nach einem einleitenden Musikvortrag überbrachte Herr Dülken die Glückwünsche des Kuratoriums. Herr Direktor Dr. Carlebach würdigte dann im Namen des Lehrerkollegiums das Wirken des Jubilars im Bilde der ans». Als Vertreter des Vorstandes der Adaß Jeschurun kam Herr Sanitätsrat Dr. Ochs zu Wort. Es sprachen sodann Herr Lehrer Apt, Pattensen, für den Verein „Ehemaliger Kölner", zu dessen Ehrenmitglied er den Jubilar ernannte; für die ehemaligen Schüler Herr Dr Goldmann und für die gegenwärtigen Schüler Seminarist Klein. In gewohnt gedankenvoller Rede erwiderte Herr Gut auf die mannigfachen Ehrungen, , die er nicht *m2*> inxx sondern mmn 1122^, dem Seminar und seinem segensreichen Wirken unter Führung seines Direktors zuschrieb. Mit einem wirkungsvollen iotö p’ix schloß die äußerst harmonisch verlaufene Feier. Am Nachmittag trafen sich die „Ehemaligen Kölner" bei einem Glase Bier zu einer gemütlichen Sitzung, die Kollege Apt, der wiederum zum Vorsitzenden gewählt wurde, tatkräftig leitete. Eine Anzahl neuer Mitglieder schlossen sich der Vereinigung, die jetzt 40 Mitglieder zählt, an. Von den verschiedenen Beschlüssen ist heroorzuheben die Gründung einer Reisekasse, um Fernwohnenden die Teilnahme an den Versammlungen zu ermöglichen. Die nächste Zusammenkunft sollte sodann in den Weihnachtsserien des Jahres 1928 zu Frankfurt a. M. stattfinden. Einen schönen Abschluß fand der Tag durch den Festabend im Franz-Hitze-Saal, zu dem sich außer den Kollegen ein überaus zahlreiches Publikum eingefunden hatte, ©rojje urtb f leine ®ef(üler lieferten in mujitatijcij Hni smfcmn Ssstiftangfn tintn Vssrir ihr» Ksnnrnr, Gekrönt wurde der Abend durch die von Seminaristen wirkungsvoll gespielte Darbietung des Stückes „Flachsmann als Erzieher". Spät nach Mitternacht erst trat man den Heimweg an in dem Bewußtsein, herrliche Stunden der mx» bv nnnip verlebt zu haben und in der frohen Zuversicht auf eine neue Epoche des Schaffens. m'iNtfn miTi V’Tinbt. Auch wir entbieten dem verdienten Schulmann zu seinem silbernen Dienstjubiläum am Kölner Lehrerseminar Gruß und Glückwunsch. Möge ihm Kraft und Gesundheit gewähren, um noch eine lange Reihe von Jahren im Dienste der Anstalt, mit der er seit einem Vierteljahrhundert verwachsen ist, und ^21 71210V wirken zu können. Die Schriftleitung. Neue Wege. Von Max Goldschmidt, Lehrer in Frankfurt a. M. Die Methode der Arbeitsschule dürfte jedem Kollegen bekannt sein. Fragen wir uns, wie weit wir diese Methode auch im hebräischen Unterrichte, insbesondere auf der untersten Stufe, anwenden können. Das Ziel des ersten Schuljahres war seither: 1. Befähigung der Kinder, in der nVvn laut richtig zu lesen, 2. das Memorieren der gebräuchlichen 7,1212 und kleiner <2Jebet|tiic£e. Ötrt festerem brauchen mir rr>of)t rtidpis änöern- SSBte tjaberi mir „yt? 2^s«PgUNg in der nVsn lautrichtig zu lesen" seither erreicht, Wir haben nachdem die Kinder die Laute der Schreibschrift einigermaßen in Silben zusammensassen konnten, mit dem hebräischen Lesen begonnen. Wir haben das » an der ich bin versichert, daß jeder, der diesen Weg eingeschlagen hat, vollauf seine Pflicht erfüllte und auch sein Ziel erreichte: die Kinder konnten nach einem halben Jahre lautrichtig lesen. Aber befreunden konnte ich mich mit dieser Methode nicht. In einer Religionsschule auf dem Land,.wo der Unterricht durch einen Lehrer der Nachbargemeinde nur zweimal in der Woche — meistens Sonntags und Mittwochs — erteilt wird, wo also die Zahl der Stunden sehr beschränkt ist — von dem Verluste an Stunden, welche durch die Feiertage oder durch Ausflüge der Kinder entstehen, will ich gar nicht sprechen — lasse ich diese Methode gelten. Die Kinder müssen in kurzer Zeit oren lernen. Das wird erreicht, aber mehr auch nicht. Wie anders liegen die Verhältnisse in einer mehr klassigen Schule oder auch in einer einklassigen Volks schule. In der Grundschule gibt es ja in der Aufnahmeklasse keinen Stundenplan für die einzelnen Disziplinen, es heißt ja Gesamtunterricht. Um so besser kann man hier die Zeit für den hebräischen Unterricht ausnützen ohne die profanen Fächer zu vernachlässigen. Angeregt durch die Methode der Arbeitsschule hielt ich vor etwa ll/2 Jahren — es war kurz vor der Hamburger Tagung — in einer Konferenz ein Referat, in welchem ich folgenden Weg empfahl: Zu Anfang des ersten Schuljahres — schon recht bald nach der Aufnahme — werden Gegenstände in der Schule aus der Umgebung des Kindes hebräisch benannt. Nach msrac? beginnt das hebräische Lesen und Schreiben der Buchstaben in Quadratschrist. Nennen wir es Malen — die Kinder sollen doch malen. Bei dem Erlernen der Buchstaben wähle man Dinge, die im Anschauungsunterricht erst besprochen und dann mit hebräischen Namen benannt werden. Die Wörter werden in Silben zerlegt und die letzteren wieder zu Wörtern zusammengesetzt. Als erste Gruppe nehmen mir die „«"-Gruppe, Wir gehen non im MMm Ab UR IlMH iU au«. SfLru« sollen totr von dem Häger sprechen, wenn wir das durchnehmen? Was liegt uns näher als das Wort i> Seither haben wir den v als stummen Konsonanten behandelt und dann mit den Vokalen gelesen. Wir besprechen die Heysche Fabel „Knabe und Vogelnest" und lernen die Wörter iv' isv 123 kennen. An dem Bilde Kuh wurde das 2 veranschaulicht. Wir malen eine Krone und merken uns das Wort 102. Wir erlernen die Lautverbindungen, indem wir an der Wandtafel ■»!?. usw. lesen. Die Wörter, die wir behandelt haben, werden anfangs auf die Schiefertafel geschrieben, gelesen und dann mit Stäbchen gelegt. Dieses Stäbchenlegen, auf das ich später noch zu sprechen komme, wird in den beiden ersten Schuljahren geübt. An Stelle des mechanischen Lesens tritt ein verständnisvolles Lesen, da wir jedes Wort sofort übersetzen. Das Lesen, Schreiben und Stäbchenlegen bringt Abwechslung und Freude in den Unterricht nicht nur für die Schüler, auch für den Lehrer. Eine hebr. Lesefibel haben die Kinder nicht. Nachdem sich die Kinder ein paar Wörter erarbeitet haben, bekommen sie ein Blatt, auf welchen^ diese Wörter gedruckt sind; damit können sie den in der Schule behandelten Stoff zu Hause wiederholen. Hauptsache ist: das Blatt ist niemals der Ausgangspunkt, im Gegenteil, es kommt erst dann in die Hände der Kinder, wenn diese mit der Materie vollständig vertraut sind. Die einzelnen gedruckten Blätter werden in einer Mappe gesammelt. Haben wir eine Anzahl Wörter durchgenommen, so werden diese nochmals ohne Vokale gelesen, erst an der Wandtafel und dann auf dem Blatt in der Fibel. Auf diese Weise wird schon im ersten Schuljahr das unpunkmm Mm aeiiDt unD aum ariornL loönii® miß mit JSH =(Q?iipp& nsrfnhrl rnart mtl bett Wörtern der u, a und o-Gruppe usw. Anfanges sind es Einzelbilder, die im Anschauungsunterricht besprochen werden, später bilden mehrere Wörter ein Gesamtbild. pvbwp- Der Weizen von der Aussaat bis zur Ernte wird besprochen, und dann werden diese Begriffe entmtefeh V22 125 125 Van. Bei der Durchnahme von 2 als Inlaut wird von VP und Van erzählt, bv 13 np’Vi» dnü dies alles sind Bilder, welche dem Anschauungs- 712V kreise der Kleinen sehr angepaßt sind. Bei letztgenanntem Bilde lassen sich bekannte Ausdrücke bv 1572 ,nos bv 1» nVian VV vi2 ,nvs etc. passend anschließen. Zur Belebung beim Unterricht dürften sich auch leichte 7112a ipni wie P"v 11. n"i durchnehmen lassen, im rrn läßt sich sogar leicht merken, ebenso D'21 pstV. Die Kinder haben noch keinen Begriff von den Ausdrücken Artikel und Mehrzahl, aber sie übersetzen 152 Kleid, 1521 das Kleid, inVi? Tisch /vunVw Tische. Die Mehrzahl von 152 iV' bereitet das vi y\v vor. Dieses wird am ’nx erlernt, nicht grammatisch, sondern als Leseübung, die, wie jedes Wort, gleich übersetzt wird. Wie reich ist die nVsn an solchen Beispielen. Die wvvn, der 7ii2->«o und das nana in werden an bekannten Beispielen behandelt. Sobald erstere durchgenommen sind, erhalten die Kinder die nVon. Die Kleinen können nicht nur oren, sie haben sich beim Lesenlernen auch einen ganz schönen Wortschatz angeeignet. Es empfiehlt sich, bei der Durchnahme eines neuen Buchstabens, diesen mit bunter Kreide darzustellen. Auch bei dem Artikel bei der Mehrzahlbildung usw. ist es ratsrnn. crn^nn^s tunte Kreide <ju oerroenben, die Kinder lernen seHp bnld dep Stnnrxn non dem SJeitnerE unter» cheiden. Wie oben angedeutet, werden die Wörter von Anfang an mit Stäbchen gelegt, ähnlich wie die großen Antiqua-Buchstaben. Die Kinder nennen es drucken. Es bereitet ihnen große Freude. Das Drucken mit Stäbchen geraden Linien.gegeben sind. Man > übe dabei keinerlei Zwang auf die Kinder aus. Jedes Kind stellt den Buchstaben so dar, wie es ihn sieht: mit 2 Stäbchen ein mit 3 Stäbchen ein b, mit 4 derselben ein v\ Manche Kinder besitzen größere Handfertigkeit und bilden die Buchstaben mit mehr Geschick. Es ist ein spielendes Lernen und ein lernendes Spielen. Hauptsache dabei ist, daß die Kinder ein richtiges Wortbild haben. Ein Hauptvorteil des Stäbchenlegens liegt auch darin, daß alle Kinder tätig sind, während an einer Lesemaschine nur ein Kind beschäftigt werden kann. Die Kleinen werden dabei früh an geistige Arbeit gewöhnt. Erst wurde gebildet ii", nachher soll tiVi gedruckt werden. Das Kind überlegte: Was nehme ich heraus, was setze ich ein. Es sieht ferner in dem Wort 2-ny» das aiy , in mx» das nix: Sehr bald merken die Kinder, daß Punktation Nebensache ist, daß wir nur eine Konsonantensprache haben. Zum Schlüsse möchte ich noch bemerken: Seit einem Jahre wird an unserer Schule — sowohl in der Knabenals auch in der Mädchenklasse — nach dieser Methode gearbeitet, und wir dürfen wohl sagen,, ohne unbescheiden zu sein, daß wir mit dem Erfolg zufrieden sind. Neuerscheinungen. Die bedauernswerte Vernachlässigung des Studiums der Schriften von Rabbiner Hirsch V'"xr hat Herrn Dr. Joseph Breuer veranlaßt, die Hirschsche Ideenwelt in leicht faßlicher Form einem größeren Kreis zugänglich zu machen. Der erste Versuch in einer Herausgabe des Kommentars zu t,i»v liegt vor. Er setzt den reiferen Schüler in Stand, den Vortrag des Lehrers durch die Lektüre dieser Schrift zu befestigen. Er erleichtert dem Lehrer die mühevolle Aufgabe, die Werke des Meisters tn eint Dtm MM MWMM Horm zu imm. m weist durch ein wertvolles Sachregister den inneren Zusammenhang auf zwischen aüseinanderliegenden Stellen und dient so der Vertiefung des Verständnisses und der einheitlichen Durchdringung des Lesers mit der großen Gedankenwelt. Ein Vokabularium als Beilage bildet eine wertvolle Stütze des Schülers zur Wiederholung. Es kommt den geringsten Voraussetzungen an grammatischen Kenntnissen des Schülers entgegen und führt ihn daher auch auf diesem Gebiete weiter. Wir sind in der Lage, bei größerem Eingang von Bestellungen innerhalb 4 Wochen den Preis von 4 Mk. wesentlich zu erniedrigen. Wir machen die Mitglieder an dieser Stelle nochmals aufmerksam auf die neue Herausgabe des v~vp in der Bearbeitung von Rabb. Feldmann Leipzig. Sie zeichnet sich vor der alten Ausgabe durch vorzüglichen Druck, Quellenangaben, Erörterung moderner rnVNV, lehrreiche Abbildungen, Umrechnungstabellen jüd. Maßeinheiten in moderne u. a. m. aus.. Wir sind in der Lage, das Buch zu 50 bis 60 Prozent des Preises von Mk. 7.— an Mitglieder zu liefern. Ferner ist ein methodisches Lehrbuch zur Einführung in den Talmud: m»VnViii von Liverhant erschienen. In handlichem Oktavsormat stellt es in seinem Uebergang vom Leichteren zum Schwereren aus dem Gebiete der Traktate »"2 u. p"2 ein Lehrbuch dar, das von der Frankfurter Israelitischen Volksschule mit gutem Erfolg eingeführt ist. Wir können es bei größerem Eingang von Bestellungen zu 75 Prozent des Preises von Mk. 2.— an Mitglieder liefern. Personalien. Maus, das 3 an der Nuß, das V am Löwen veranist ihnen viel lieber als das Schreiben auf die Tafel, schaulicht, usw. Ich will diese Methode weder zu Grabe sAuch der ungeübtesten Hand fällt es leicht, die Wörter tragen, noch ein abfälliges Urteil über sie sprechen; dennmit Stäbchen zu legen, da durch die Stäbchen ja. die Lengnau (Schweiz), 27. Juni. Das Ableben der Frau Hannchen Neuberger, der edlen Gattin unseres Lehrers, wird auch in Frankfurt, wo man sie gekannt und geschätzt hat, Trauer und Teilnahme auslösen. Zwanzig Jahre lang wirkte die Frau an der Seite ihres Mannes in Baden (Schweiz) als Vorbild der Frömmigkeit und der tätigen Menschenliebe, nicht allein als Lehrersfrau, sondern als echte „Lehrerin" und Wegweiserin im Reiche des Gmilus Chesed. Die späteren Jahre sehen das Ehepaar an verschiedenen Plätzen, zuletzt auch in Frankfurt, wo sich Herr Neuberger als Riligionslehrer sehr wirksam betätigte und die Frau wieder Gelegenheit fand, in tiefer Gottesfurcht und Uebung von Wohltaten ihr gesegnetes Leben zu führen. Sehnsucht nach dem früheren Wirkungskreise führte die Eheleute vor einigen Jahren nach der Schweiz zurück, wo Herr Neuberger seitdem in Lengnau, der einen der zwei ältesten schweizerischen Landgemeinden, ein treuer Hüter der heiligen Lehre, auf exponiertem historischen Posten teht. Frau Neuberger sollte leider diesen ruhigen Hafen nicht lange* gediehen. Von tückischer Krankheit überfallen, waren es nur noch das unbedingte Gottvertrauen und die unentwegte Liebeswerke, die sie aufrecht erhielten und ihr die Kraft gaben, den schweren Leiden zu trotzen. Sie ist ihnen nun auf göttlichen Ratschluß am tipn '9 p"v erlegen. Und ihre Gemeinde weint an ihrer Bahre wie um eine Mutter. Möge '"vn den schwergetroffenen Mim llllv Die groß? (rreunDesföjar feines Trostes teils hastig werden lassen.