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Der Israelit · 1926-07-01 · Heft 27 (1.7.1926) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 27 (1.7.1926)
Date
1926-07-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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A b und rzie n«M P aflogis zum jüdischer Kehrer Deutschlands E.D-CX. Zum Geleit. Jur vclcvuug unserer Mvelk, zur KMung nimr fvobUm, iüt* Mh^bPittgttttg serosp MM? unseres Bundes mögen die wieder erscheinenden Blatter dienen. Wir knüpfen an das Alke an. Aber der Umschwung des Zeitgeistes findet feinen Niederschlag auch in unferm Denken. Die allgemeine Reform des Unterrichts gibt auch uns neue Anregung. So finden ewige Ideen neue Formen. alte Aufgaben neue Wege zur Wirklichkeit. Ihre Darlegung darf, so hoffen wir, auch mit dem Interesse weiterer kreise rechnen. rurD.irT» n&yai 7*7*1 '*r djh ->n?i •irualD tTT» 'nvw\ Der Vorsitzende: Studienrat Max Munk, Frankfurt am Main. Die Generalversammlung des Bundes geseheskreuer jüdischer Lehrer Deutschlands am 24. Alai 1926 in Frankfurt a. Ni. Am Montag, den 24. Mai, versammelte sich eine stattliche Zahl von Mitgliedern des Bundes zur Generalversammlung in der Aula der Volksschule. Dazu hatte sich außer den Vertretern der Jsr. Religionsgesellschaft und der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums auch eine Schar von Gästen eingefunden. . Die Nachkriegszeit mit ihren Schwierigkeiten mannigfachster Art hatte bewirkt, daß der Bund seit dem Jahre 1920 sich nicht zur Generalversammlung zusammengefunden. Dazu kam, daß in dieser Zeit dem Bunde durch -cm MMMlltz» msimm Kf, mm? sfM MUer genommen warn. Nachvcm cs gelungen mar» um Herrn Studienrat M. Munk-Franksurl a. M. die verwaiste Führerstelle neu zu besetzen, konnte daran gedacht werden, nach langer Unterbrechung eine Generalversammlung einzuberufen. Wenn jüdische Lehrer aus Ost und West zusammenkommen, da entsteht sogleich ein Geist brüderlichen Sichzusammenfindens. Da erscheinen die ältesten Semester, denen das Silber des Alters das bemooste Haupt bedeckt, denen aber immer noch trotz der Unbilden des jüdischen Lehrerlebens das Feuer jugendlichen Arbeitsgeistes aus dem Auge blitzt. Ihnen gesellen sich diejenigen zu, die in der Vollkraft der Jahre stehen, Kriegserprobte, die beharrlich den Kampf um die Höherführung ihres Standes führen, die aber auch Kämpfer um ihre jüdische Lebensanschauung sind und trotz der Narben und frischen Wunden weiterkämpfen für mw und nrri' in Gemeinde und Schule, denn dieser Kampf ist ihnen der Odem ihres Lebens und Seins. Da tauchen auch Isst not least die Jungen und Jüngsten auf, die gekommen sind, von den Alten zu lernen und an ihrem Vorbilde sich emporzuranken und zu stählen für ihr Judesein. Herr Studienrat Munk eröffnet die Versammlung und entbietet den Erschienenen sein 02'^ . Er gedenkt vor allem der Hingeschiedenen, unseres allzufrüh verblichenen Führers Dr. Lange b"i, des vor Jahresfrist verstorbenen Vorstandsmitgliedes Rektor Falk und der vielen anderen, die in den letzten Jahren der Tod uns entrissen. In üblicher Weise wird das Andenken der dahingeschiedenen Bundesführer und Mitglieder geehrt. Begrüßungsschreiben hatten der Bundesleitung zugehen lassen das Direktorium des minn pp in Hamburg, der Bund gesetzestreuer jüdischer Gemeinden in Halberstadt, sowie Herr Seminar-Studienrat Gut in Cöln. Es erhält das Wort der Vertreter der Jsr. Religionsgesellschaft Frankfurt a. M., Herr Markus Hirsch, der die Bundesversammlung im Auftrag seiner Gemeinde begrübt und unter anderem folgende Ausführungen macht: JO 3aöro All es Ml ul M Der ®rünncr lllMkl M memH Rabbiner« Eamson Raphael MsH ln lenen 19 Briefen den Weckruf ergehen ließ: Schaffet Schulen für Juden! Und wecket in ihnen den Geist der Jugend für unsere min, daß sie sie ins Leben mit hinausnehmen, öffnet ihr Herz jüdischem Fühlen, ihren Sinn für eine Weltanschauung, die aus dieser nun quillt, öffnet ihr Ohr für die Sprache des Weltgeschehens, daß sie in ihm den Gottesfinger erkennen und — so ries er mit seherischem Blicke aus: „Es wird anders werden in Israel!" — Und es ist seitdem gottlob anders und besser geworden! — Daß es anders geworden ist, das verdanken wir zum großen Teile unseren Lehrern, die eine itw> epan snipn min» einen Heiligtumsdienst verrichten, indem sie in hingebungsvoller Weise unsere Jugend für unsere Heiligtümer, für nnxm mm erziehen. Besonders bewundernswert sind gar oft der hohe Schwung und der Idealismus, den unsere Lehrer in Landgemeinden entfalten, in denen sie nicht immer das volle Verständnis und die richtige Wertung ihres opferfreudigen Wirkens finden; sie sind damit für uns ein hohes und nachahmenswertes Vorbild.So rufe ich denn Ihrem Bunde, der den schönen Namen naias pitm führt, namens der Verwaltung unserer Kehilloh zu: "ni unr njn pmnai. prn i'2'Va mon nw. Seien sie fest und stark in der Verfechtung Ihrer heiligen Ideale; gegenseitig wollen wir einander stützen und fördern zum Besten unseres Volkes, und möge Gott Ihr Wirken gnadenvoll zum Guten führen." Nach Herrn Hirsch spricht Herr Emil H. Lehmann, um im Namen der Freien Vereinigung Worte der Begrüßung an die Versammlung zu richten. Hierauf gibt der Vorsitzende einen Bericht über die Tätigkeit des Bundes in den verflossenen sechs Jahren. Wenn auch in dieser sturmdurchtobten Zeit Hindernisse sich auf allen Gebieten zeigten, so hat der Bund doch in stiller Arbeit gewirkt. Es wurden Fortbildungskurse eingerichtet und ihre Subventionierung durch den Halberstädter Gemeindebund oewllMl. mm so für CrwMrimg m nun kWlMs öer Mrsislen sorge getragen warn, so ollen leooch auch m den Jahren der Inflation und der nachfolgenden Zeit die Sorge um das n»p nicht außer Betracht. Eine zustande gekommene Arbeitsgemeinschaft zwischen Bund und dem Verbände der isr. Lehrervereine bewirkte, daß die vom Joint zur Verfügung gestellten Mittel gleichmäßig unseren und den Verbandsmitgliedern zugewiesen wurden. Streitigkeiten zwischen Gemeinden und Lehrern wurden geschlichtet, manche unternormal dotierte Stelle mit Erfolg gesperrt. Auf der im vergangenen Jahre in Hamburg abgehaltenen jüdischen Erziehungskonserenz war unser Bund durch Herrn Dr. Lange vertreten. Die dort erörterte neue Arbeitsmethode im hebräischen Unterricht wurde von den Frankfurter Kollegen an ihren Schulen erprobt und in mehreren Sitzungen besprochen. In dem Verwaltungsrat des mmn pp ist der Bund durch die Kollegen Rothschild-Hamburg und Kaufmann- Sprendlingen vertreten. In der Inflationszeit wurden durch den Bund Versammlungen in Frankfurt abgehalten, wo die Kollegen Lebermann-Darmstadt und Hirschberg- Frankfurt für die Besserung der sozialen Lage der Lehrer sprachen. An sämtliche Gemeinden, in denen Mitglieder amtieren, wurde die Forderung gerichtet, ihre Lehrer zeitgemäß zu besolden. In letzter Zeit wurden Schritte getan, um das Wiedererscheinen des Bundesorgans zu ermöglichen. Nach Erstattung des Tätigkeitsberichts durch den Vorsitzenden gab. Herr Ettlinger den Kassenbericht. Durch die Inflation ist natürlich auch das Vermögen des Bundes so ziemlich aufgezehrt worden. Es bleibt Aufgabe der Bundesmitglieder, durch Sammlungen in ihren Gemeinden und bei geeigneten Gelegenheiten für Auffüllung der erschöpften Kassen Sorge zu tragen. Nach Erstattung des Kassenberichtes mach Koll. Weingarten- Hanau auf die Notwendigkeit und Möglichkeit der Mitgliederwerbung für den Bund aufmerksam. Hirschberg- ÜFflW[HFt [BFBSFt m SifFlgfF MMl [HF Bti m\\i Bf? DlllMS llllf. Hierauf hält Kollege Goldschmidt-Frankfurt mit Schülern des zweiten Schuljahres der Jsr. Volksschule eine Lehrprobe über den hebräischen Unterricht auf der Unterstufe im Sinne der Abeitsschule. Nach einem einleitenden Vortrage, den Herr Goldschmidt uns für unser Blatt zur Verfügung stellen wird, zeigte er uns durch die dargebotene Lehrprobe einen neuen Weg, jüdische Kinder mit Erfolg und vom ersten Schuljahre an die Sprache unserer nun und unserer n'K'aa zu lehren. Es war erstaunlich und überraschend, wie die kleinen, siebenjährigen Knirpse mit Treffsicherheit ihre Holzstäbchen gebrauchten, um daraus Wörter und Sätzchen in der Sprache unserer Väter zu formen. Es war der Geist der modernen Arbeitsschule, der uns hier als spielendes-Lernen und lernendes Spielen in erfolggesegneter Weise entgegentrat. Herr Goldschmidt konnte das von ihm Dargebotene als einen vollen Erfolg buchen. Es schloß sich eine kurze Besprechung an, an der sich Herr Rektor Stern, der sich über die an seiner Schule gehandhabte Methode des hebräischen Unterrichts eingehend ausließ, sowie die Herren Gans, Schuster, Liverhant, Neumann und Frl. Jeidel beteiligten. Es folgte ein Vortrag des Vorsitzenden Herrn Studienrat Munk über das Thema: Von jüdischer Psychologie und ihrer Anwendung auf die Erziehung. Die Ausführungen des Redners zeigten in ihrer tief aus dem Ideengehalte des jüdischen Schrifttums und der modernen pädagogischen Gedankenwelt schürfenden Weise einen solchen Reichtum von Gedanken, daß auch diesem Vortrage der ungeteilte Beifall der Versammlung zu teil ward. Wir hoffen, den Vortrag zum Abdrucke für diese Blätter zu erhalten, und ihn dadurch einem größeren Lehrerkreise zugänglich zu machen. Zu Punkt 5 der Tagesordnung war ein Antrag Gans- Niederaula eingegangen, der eine Abänderung des Para- 5 ber Sagungen oertangt. einer eingstjsnösn ffisgriinöwig fcfn tfn* ergiebige Aussprache, an der sich die Kollegen Heilbronn, Ehrenreich, Selig, Hes, Neumann, Möller, Schuster und Lebermann beteiligten. Da die statutengemäß erforderliche Zahl von Mitgliedern nicht anwesend war, um eine Abstimmung vornehmen zu können, so wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, die Angelegenheit dem Vorstande zur Bearbeitung zu überweisen. An den darüber einsetzenden Besprechungen des Vorstandes nehmen durch Beschluß der Generalversammlung die Kollegen Hellbronn und Möller teil. Punkt 6 der Tagesordnung ergab die Wiederwahl der seitherigen Mitglieder des Vorstandes. Nur Kollege Ehrmann-Friedberg hatte aus persönlichen Gründen gebeten, von einer Wiederwahl abzusehen. An Stelle Ehrmanns, der nicht nur seit der Gründung des Bundes stets als eifriges Mitglied des Vorstandes sich betätigt, sondern auch als Schriftleiter des Bundesorgans als getreuer Eckart der den Bund tragenden Ideen sich bewährt und Freund und Gegner als rüstiger Kämpe, in der einen Hand das abwehrende Schwert, in der anderen die aufbauende Kelle tragend, sich gezeigt, wurde der Unterzeichnete zum Mitglieds des Vorstandes bestimmt, wie auch mit der Schriftleitung des Bundesorgans betraut. Er wird es als seine Aufgabe betrachten, in den Wegen zu gehen, die ihm in vorbildlicher Weise durch seine Vorgänger Ehrmann-Friedberg und Spiero-Fulda in dem Amte des Schriftleiters vorgezeichnet sind. In vorgerückter Stunde wurde die Generalversammlung des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer geschlossen. Es waren Stunden ernster Arbeit, aber auch frohen Zusammenseins. Die Teilnehmer konnten, ob sie ■ A 1 1 \

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