Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Seite 5 1. Juli 1926;Der s , raelit der Wunsch geäußert, den Finanzbericht im Vereinsheft erscheinen zu lassen. . Zu Punkt 3, betreffend neuen Statutenentwurf, autorisiert die Mitgliederversammlung eine aus der Zentrale und den Lokal-Komitees gewählte Kommission, den Statutenentwurs durchzuberaten und sestzusetzen und erteilt zu den so hergestellten Statuten ihre Genehmigung. Der neue Entourf soll einzelnen Mitgliedern auf Ver-' langen zugestellt werden. 1; Es setzte eine lebhafte Aussprache ein zwischen den nwesenden Mitgliedern des Wirteverbandes einerseits, die wünschen, daß das reisende Publikum neben der Einnahme der Mahlzeiten auch vor allem in den jüdischen Hotels wohnt und den Rabbinnen andererseits, die zum Teil diese Wünsche befürworten, aber aus wirtschaftlichen Gründen einen Druck auf die Reisenden nicht ausgeübt sehen wollen. Der Wirteverband verspricht durch seinen Vorsitzenden, was die Reinlichkeit und Sauberkeit, vor allem aber die Preise anbelangt, es den christlichen Hotels gleich zu tun. Es wird beschlossen, in den Heften sowie in \>em kemnad^i erj4>emen&en QHöHcti Alif ÜA Söliljti4?Ait des Wohnens in jüdischen Hotels des Wirteverbandes zu verweisen. Von verschiedenen Rednern erfolgt ein Hinweis auf die Wichtigkeit des Kaschruth, sowie auch auf die Notwendigkeit, die Rabbiner und vor allem auch die Lehrer noch mehr für den Verein zu interessieren. Die jüdischen Hoteliers sollen veranlaßt werden, Hoteldiener an den Bahnhöfen zu halten. Auch auf mißliche Zustände in einzelnen Orten wird hingewiesen, und der Vorstand verspricht, Abhilfe zu schaffen, sowie den allseitig geäußerten Wünschen zur Vermehrung der Speisegelegenheiten usw. nachzukommen. Zur Frage des Schächtens, die angeschnitten wurde, wird die Verteilung der erschienenen Schriften des bayerischen Landesverbandes als Agitationsmaterial propagiert. Bei den Wahlen wurden die aus dem Vorstand turnusmäßig ausscheidenden Herren einstimmig wiedergewählt und neu hinzugewählt die Herren Bistritzky- Hamburg, Eugen Weil und Jakob Rothschild, Frankfurt a. M. Der Vorsitzende schließt mit einem Dank an die Erschienenen und bittet, auch weiterhin um Förderung seiner Ziele, auch seitens der jüdischen Gemeinden, um den großen Ansprüchen und vielen Anforderungen Nachkommen zu können. Ein gemütliches Beisammensein beschloß die Tagung. Enngdirects Warnung an jüdische Emigranten. Verlin, 27. Juni. Bekanntlich haben sich nach dem Kriege die Schifffahrtsgesellschaften zu Trusten zusammengeschlossen und Üb greife &er Arten nä$ Utorü ün& (feU&amertfS «ns, ein Maximum gebracht. Bor kurzem ist der Südüryerika-Trufl auesinandergesallen, so daß eine starke Konkurrenz eingesetzt hat. Schiffskartenpreise sind jetzt bedeutend niedriger als der offizielle Satz von 18 engl. Pfund. Agenten der Schiffsgesellschaften nützen die Unkenntnis der Emigranten aus und verlangen den offiziellen Preis. . Andererseits locken die schlechteren Schifffahrtsgesellschaften durch Vorspiegelung niedriger Preise die Emigranten an sich. Das Vereinigte Komitee für jüdische Auswanderung „Emigdirect" warnt die jüdischen Emigranten davor, aus eigene Faust Schisfskarten zu erwerben und ermahnt sie, sich vorher mit dem „Emigdirect" in Berlin, seinen Landeskomitees in Polen, Frankreich, Rumänien, Litauen, Lettland, Danzig, Konstantinopel oder mit anderen jüdischen Emigrationsgesellschaften in Verbindung zu setzen. Auf diese Weise werden die Emigranten Reisekosten sparen und mit besten Dampfern reisen. Delegiertenkagung des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Düsseldorf, 23. Juni. Nach vierjähriger Unterbrechung versammelten sich die Delegierten der dem Verbände der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands angeschlossenen Vereine in den Pfingsttagen zu einer Tagung in Düsseldorf. 72 Vereine aus allen Teilen des Reiches waren durch fast 250 Dele- ÄN8 82BMZ8. Mm äSffi I2S ffiSüß&S&S. Dr, Klein -Hüsfelhorf, ist, herpyrguh?b?n, tzah sämtliche Landesverbände wieder hergestellt sind, mit Ausnahme von Bayern, wo aber auch eine Reihe arbeitender Vereine in Bälde wieder zu einem Landesverbände zusammengefaßt werden sollen. Im ganzen zählt der 'Verband heute rund 120 Vereine mit über 10 000 Mitgliedern. Der Verband soll ein Sammelplatz sein für alle Menschen die jung und lebendig fühlen und an ihrem Judentum arbeiten wollen. Das Hauptreferat des ersten Tages hielt Dr. Robert S a l o m o n-Trier über „Wesen und Arbeit des Verbandes". Die Aussprache, welche außerordentlich rege war, ergab viel Wertvolles. Gustav Löffler -Frankfurt hob -als die größte Idee des Judentums die F r i e d e n s - idee hervor, für die auch die Jugend kämpfen müsse. Weniger verständlich war das Bekenntnis A. de I o n g e s -Hamborn, der erklärte, daß die jüdische Religion im Aussterben sei, idaß er aber die Ueberzeugung in sich trage, daß das Judentum ein neues Kind unter dem Herzen habe (?) und daß es unsere Sache sei, mit Heroismus an uns zu arbeiten. (An uns zu arbeiten, daß das alte Judentum immer mehr Geltung in unserem Kreise findet. D. Red.) Am zweiten Tage faßte zunächst Dr. Klein noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammen und betonte, daß der Gemeinschaftsgedanke das höchste fei, was Dag 3uDemum ranne. Die ätrDett Das ManDei müsst aties umfassen, mas zu den Proölemen des Äubentums gehöre, also auch das Problem Deutschtum und Judentum. Nach den Satzungen des Verbandes sei es Aufgabe der Vereine, die höchsten Grundsätze der Vaterlandsliebe zu pflegen und es sei keiner unter uns, der den Willen habe, das zu unterlassen. Die praktische Auswirkung führe vor allen Dingen zur Arbeit in der Gemeinde. Dr. Lazarus-Wiesbaden forderte eine neue Form der jüdischen Gemeinschaft, die durch persönliche Bindung gefunden werden müsse. In seinem Schlußwort forderte Dr. S a l o m o n die Ueberwindung der Romantik durch die Tat. Wenn man hinausgeht zu den einfachen Menschen auf dem Lande, wenn man ihnen hilft, dann kann man die eigene Sehnsucht überwinden. Seid bescheiden und werdet tätige Juden. Den Schluß der Tagung bildetete ein ausgezeichnetes Referat von Rabbiner Dr. Hahn-Essen über: „Das Erziehungsproblem in den jüdischen Jugendvereinen". SttmSnitit. Kongreß der jüdischen Gemeinden Alt- Rumäniens. Bukarest, 24. Juni. Am 20. Juni begann in Bukarest in der Aula der Schule „Cultura" die Tagung des Kongresses der jüdischen Gemeinden Alt-Rumäniens unter dem Präsidium des Vorsitzenden des Gemeindeverbandes, Eli Bercovici. Sekretär Schweig referierte über die Frage des Vertreters der jüdischen Religion tm rumänischen Senat und Iciilo mll, Bank^straLrineif Süemlrotsär als ^an. dwat ausgestellt worden ist. Hieraus sprach Dr. Jacob Niemirower über die Aufgaben des Vertreters der jüdischen Religion im Senat, der stets bereit sein muß, den Bekämpfern der jüdischen Religion gewappnet entgegenzutreten. Die Juden vergessen es niemals, daß sie Bürger Rumäniens sind. Sollte er in den Senat gewählt werden, so werde er sich als der Vertreter der Judenschaft ganz Rumäniens betrachten. Der Kongreß beschloß einstimmig, Dr. Niemirower der Regierung als Senator vorzuschlagen. Der Senator Elia Mendelsohn versprach, Dr. Nieimrower bei der Verteidigung jüdischer Interessen stets zu unterstützen. Herr Solomon referierte sodann über die Lage der jüdischen Schulen und schilderte das Martyrium der jüdischen Schulen, die "auf Uebelwollemund Mißverständnis stoßen, obwühl sie Zitadellen der rumänischen Kultur sind. In der Frage der Autonomie der jüdischen Gemeinden wurde beschlossen, daß die einzelnen Gemeinden keine Schritte wegen Anerkennung unternehmen, sondern daß gewartet werden soll, bis das Parlament das Gemeindegesetz, das die jüdischen Gemeinden als juridische Personen anerkennt, verabschiedet haben wird. Zum Schluß wurde eine Protestresolution gegen die Schändung jüdischer Synagogen durch Hakenkreuzstudenten angenommen. Die Frage der Rückwanderung jüdischer Flucht- 88H MW8Z. Kisch ine w, 29. Juni. In Bessarabien weilt gegenwärtig der Delegierte des Flüchtlings-Eoakuationskomitees der jüdischen Organisationen, Dr. Werner Senator, um die Lage der jüdischen Flüchtlinge aus der Ukraine zu studieren. Er pflog eingehende Besprechungen mit Vertretern der Flüchtlinge selbst und und untersuchte insbesondere die Möglichkeit einer Rückwanderung der Flüchtlinge nach Rußland. Er versprach den Flüchtlingsvertretern, daß demnächst praktische Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lage getroffen werden würden. (ITA.) 3tt$ef(a*>ien. Rabbinerkongretz in Jugoslawen. Belgrad, 18. Juni. Der Kultusminister empfing heute eine Abordnung des Rabbinerkongresses, der soeben seine Tagung beendet hat. Die Abordnung überreichte dem Minister ein Memorandum, in welchem die religiösen Standeswünsche der Rabbinerschaft Jugoslaviens, sowie die Interessen der jüdischen Gemeinden umschrieben sind. Seh«»eiz. Kredite des Nansen-Fonds für die russischen Juden in Deutschland. ®gnfj lOi Hi Me hier eingelrössette AbörLMÜg WkbättLSS russischer Juden in Deutschland, bestehend aus dem Präsidenten, Staatsrat Dr. Jacob T e i t e l, und dem juristischen Beirat Dr. Geldenweiser, verhandelt hier mit dem Internationalen Arbeitsamt des Völkerbundes über Maßnahmen zur Besserung der Lage der russischjüdischen Flüchtlinge in Deutschland. Die Abordnung wurde vom Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, und dem Chef der Abteilung für Flüchtlingsfragen, Johnson, empfangen, denen ein ausführliches Memorandum überreicht worden ist. Die Herren Albert Thomas und Johnson versprachen, daß der Nansen-Fonds für Flüchtlinge eine Subvention bewilligen wird, die es ermöglichen soll, die produktive Arbeit unter den russisch-jüdischen Flüchtlingen in Deutschland zu fördern. Ferner wurde versprochen, bei der deutschen Regierung Schritte zu unternehmen, und sie zu bitten, die bestehenden Einschränkungen in der Arbeitsbeschaffung für Flüchtlinge aus Rußland aufzuheben. Die Ergebniffe der Genfer Tagung der Mandatskommission. Genf, 27. Juni. Am 26. Juni beschloß die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes ihre diesmalige Session, nachdem programmgemäß der Bericht der britischen Regierung über die Palästina-Verwaltung im Jahre 1925 einer Prüfung unterzogen worden war. t » m aiMertreter armorr, Daoen Die. Mlglleder der Mattdatskatunttsstott bAt der Behandlung der besonderen jüdischen Fragen, die mit der Palästina-Verwaltung im Zusammenhang stehen, eine für das jüdische Aufbauwerk günstige Auffassung bekundet. Mit Bezug auf die Klagen, die die Zionistische Organisation und der Waad leumi in ihrem Memorandum wegen Nichterfüllung des Artikel 6 des Palästinamandates (Zuteilung von Staats- und Oedland zwecks Herbeiführung einer dichteren jüdischen Ansiedlung auf dem Lande) vorgebracht haben, sprach die Kommission ihre Hoffnung dahin aus, daß es der Regierung möglich fein wird, geeigneten Boden für jüdische Landansiedlung zu finden. Bezüglich der Klage über ünzureichende finanzielle Unterstützung des jüdischen Schulwerks seitens der Palästinaverwaltung nahm die Kommission zur Kenntnis, daß die Regierung versprochen hat, die Zuschüsse für das jüdische Erziehungswesen zu erhöhen. Die Kommission beschloß, mit der endgültigen Stellungnahme zu dem Memorandum der Agudas Jisroel zu warten, bis die Mandatarmacht sich zu den Oktober-Resolutionen des Völkerbundes geäußert hat. Der Bericht der Wochenkalender. oom 3. bis 10. Juli 1936. ' vom 21. bis 28. Tamus 5886 ZglllZM Nil 3 mm 21 m 4 22 Montag 5 23 Dienstag 6 24 Mittwoch 7 25 Donnerstag 8 26 nEnpn Freitag Samstag 9 10 mm 27 28 vnnn yois» Mauled: Smstaa mittaas 'Sv» 11 Uhr 14 Minuten.