Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1926)
- Date
- 1926-06-10
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 5 Der Israelit 10. Juni 1926 seiner Lebensarbeit eingeschrieben sein. Sein Heimgang hat eine schmerzliche Lücke in unsere Gemeinde gerissen, und wir werdem diesem Manne ein dankbares, nie erlöschendes Gedenken bewahren. Im gesegneten Alter von 86 Jahren ist Herr Professor Sulzbach aus diesem Leben geschieden. Mit ihm ist Mt oMn ein MlllMiöW JiWiMMW?. öd? 50 3o5?o lang an unserer Unterrichtsanstatten wirkte, dahingegangen, sondern ein anerkannter jüdischer Gelehrter, dessen Ruf sowohl in der gesetzestreuen Judenheit wie darüber hinaus in einem weiten Kreis einen ausgezeichneten ' Klang besaß. Unzählige Male ist der Dahingeschiedene in Wort und Schrift für die Ehre des Judentums eingetreten. Das Andenken dieses seltenen Mannes wird in der Geschichte der Gemeinde ewig fortleben. Im Berichtsjahre ist der allverehrte Rektor a. D. Falk zur ewigen Ruhe eingegangen. Der Heimgegangene war eine Persönlichkeit von seltener Geschlossenheit seines Wesens, von so idealer, sittlich-religiöser Vollendung des WllrallcrZj vag mir Mg fein Durften, M Den unseren zu nennen. Mit reichem Thora-Wissen ausgestattet, ein Talmid-Chochom von seltenem Ausmaß ist er in beispielgebender Bescheidenheit, die ihren Grund in der Demut vor Gott hatte, durch das Leben gewandelt. Das Andenken an diesen Mann wird in der Mitte unserer Gemeinschaft fortleben und die Saat, die er als Erzieher und Lehrer ausgestreut, wird sich in den kommenden Generationen segenspendend auswirken. Ein schwerer Verlust traf den engeren Kreis der Äafrrttbe-GTfjcic^onirri «njerer SDlitten irr jeinern reich gesegneten Wirken als Dozem ver IeMrnn wurm Herr Dr. Simon Nosenblüth abberufen. Mit ihm ist eine Persönlichkeit aus dem Leben geschieden, die durch ihre Charaktereigenschaften und ein hohes Maß tiefgründigen Wissens für den Beruf eines Thora-Lehrers hervorragend geeignet war, und auf deren Wirken noch große Hoffnungen gesetzt wreden durften. Der Heimgang dieses arbeitsfrohen Mannes bedeutet für die Jeschiwa und die gesetzestreuen Juden Deutschlands einen schmerzlichen, schwer zu verwindenden Verlust. Das Andenken dieses Zadik wird in unserer Kehilla fortleben. Im Berichtsjahre verschied ferner Herr Manfred S G o l d s ch m i d t. Der Dahingeschiedene gehörte durch eine Reihe von Jahren dem Schulrat und der Verwaltungskommission her .^Israelitischen Volksschule" art. Er hat sich in diesen Gremien durch die Reise seines Urteils, die Gediegenheit seines Wissens und die Vornehmheit seines Charakters segensreich betätigt und sich ein dankbares Gedächtnis gesichert. (Schluß folgt.) eine Rubrik: Wer gibt Auskunft? kann vielleicht nicht unwichtige Kunde von weit Entfernten und fremd Gewordenen zu.uns dringen und können längst erloschene Beziehungen wieder angeknüpft werden. So hoffen wir, daß unsere „Mitteilungen", dir w MZz möhvmrlZ in Die Welt hmausgehen sollen, Den in Der Ferne weilenden ehemaligen Schülern und Schülerinnen der Unterrichtsanstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft eine willkommene Gabe sein und zu einem Bande werden, die unsere Schule mit ihren alten Zöglingen immer mehr verbindet. Bekanntmachung. U?ir rvei je« ««jere 21liftj(iei>er Nicanj f^*«j die aus Grund des Gesetzes vöm 21. März 1899 abgegebene Erklärung über die ausschließliche Zugehörigkeit zu unserer Gemeinde ohne weiteres auch rechtlich wirksam ist für die Ehefrau des Mitgliedes und für feine Kinder auch dann» wenn diese über eigenes Einkommen verfügen und steuerpflichtig find. Es können daher nieder Ehefrauen noch nrindrrMNgc Kinder von der Synagogengemeinde „Israelitische Gemeinde" zur Steuer herangezogen werden. Diese Rechksauffassung ist neuerdnigs durch eine Verfügung der Finanzämter der Stadt Frankfurt a. M. ausdrücklich als richtig anerkannt worden. In allen Fällen, in denen somit Ehefrauen oder minderjährige Kinder von ausschließlichen Mitgliedern unserer Gemeinde Aufforderung zur Steuerleistung an die Synagogengemeinde „Jsr. Gemeinde" erhalten, wolle man von unserer GemflnDßfamlel oing MschMWng ÜKSS m Ausschließliche Zugehörigkeit zu unserer Gemeinde einfordern und diese alsdann dem zuständigen Finanzamt zwecks Berichtigung der Steuerkarte vorlegen.. Die Schul-Mtkeilungen. Die erste Nummer der Mitteilungen für ehemalige Schüler und Schülerinnen der Unterrichtsanstalten der israelitischen Religions- Möllschast zu sur Msiu ist m MlUt- Ausstattung erschienen. Ueber Zweck und Ziel der Mitteilungen erfahren wir aus dem leitenden Artikel folgendes: Unsere Schule, die, als erste ganz auf dem Prinzip pn *|Ti ösr min aufgebaut, so vielen anderen im In- und Ausland zum Muster gedient hat, die durch innigste Verbundenheit mit einer großen Gemeinde jedem einzelnen ihrer früheren Zöglinge ein treues Gedenken bewahrt, sie ist ganz gewiß nicht vergessen, auch von denen nicht, die Frankfurt und Deutschland verlassen haben. Sie alle, die in der Ferne weilen, werden sich jrcuen, »ott ^eit gu ^ett üladjrid^t »on i(|r gw hatten. Die wir Lehrer und ehemnttgö MNsrhiller ihnen zugehen lasten. Wir wollen -Döm Leben der Schule in Vergangenheit und Gegenwart erzählen, von Lehrern und Schülern plaudern, über Neueinrichtungen berichten: wichtige pädagogische Fragen sollen nicht ausgeschaltet sein, aber auch der Humor soll nicht fehlen. Wir gedenken, hie unk da besonders Jnterffierendes und Zeitgemäßes aus alten, äußerst selten gewordenen Jahresberichten abzudrucken. Die „Mitteilungen" sollen uns ZufdF)rftiett aus allen Sperren öemberrt eirx£>ringen^ irre wir Dann veroffenttWen, unb vie Mgm werden, daß man die alte Schule noch liebt. Wir nehmen auch gerne Worte der Kritik an und find für Anregungen und Vorschläge dankbar. Durch Sobald die minderjährigen Kinder von ausschließlichen Mitgliedern unserer Gemeinde das 21. Lebensjahr vollenden, find sie jedoch gehalten, innerhalb drei Monaten nach erlangter Volljährigkeit eine Erklärung über die uusschließl!chs zu unserer Gemeinde nbzugeben. Der Vorstand. Frankfurt a. M., den 21. Mai 1926. Aus Gemeindeu. Vereinsleben. (Aus dem Gemeinderat.) Der Gemeinderat hat in einer Sitzung vom 10. Mai die im Januar begonnenen und in 14 Sitzungen fortgesetzten Beratungen des H a u s- I>.oltplones jür 1926 gu. Qpnbe jg|= T«s naUUMNM QU ieQijaften Crürr terungen sowohl der das Gemeindeleben bewegenden ideellen Fragen als auch der leider mehr als je vorherrschenden finanziellen Sorgen und Probleme Anlaß. Die Erfahrung, , daß es unter den die einzelne Teile des Gemeindebesitzes verwaltenden Oekonomen manchmal an der notwendigen Fühlung fehlte, hat den Gemeinderat veranlaßt, die Bildung einer Wirtschafts- Kommission anzuregen, die vom Vorstand alsbald ernannt wurde und die inzwischen bereits eine recht erprießliche Tätigkeit entfaltet hat. Es gehören ihr außer Vertretern des Vorstandes alle Oekonomen sowie in wirtchaftlicher Hinsicht besonders. erfahrene Persönlichkeiten an. Sie wird künftig Materialien-Einkäufe im großen gn mp» Sie iMmenDunfl zu üDermatDin unD in teüger Aussprache Der einzelnen WiktschastMsikM öen Austausch der gesammelten Erfahrungen und die Vermeidung unwirtschaftlicher Doppelarbeit zu gewährleisten haben. Unbeschadet der Tätigkeit dieser Wirtschafts- I Kommissiondie fortan auch die Rechnungsäbläge der einzelnen Kommissionen prüft, insbesonderesoweit es sich um Reparaturen ufw. handelt, hat auch der Gemöindercrt selbst, soweit angängig, wesentliche Abstriche in den Ausgaben vorgenommen, obgleich angesichts des ziemlich festen Charakters der den Hauptteil der Ausgaben ausmachenden Besoldungen allen' Ersparnismöglichkeiten enge Grenzen gesetzt sind. Eine Herabsetzung TMlM ist nw MMllWli Fällen möfllicöi TOonais AWM ließe sich nur in geringem umfange unD Mar mir ln der Kanzlei durchführen. Eine von einem entbehrlich gewordenen und darum entlassenen Beamten gegen die Gemeinde angestrengte Klage aus Wiedereinstellung ist in allen Instanzen zu Gunsten der Gemeinde entschieden worden. Der vom Gemeinderat gewünschten Heranziehung der die Lehrsäle der Gemeinde benutzenden Lernvereine zu den Kosten von Licht, Heizung und Reinigung' glaubte der Vorstand nicht beitreten zu können, weil dieser auf dem Standpunkt steht, daß hier eine moralische Verpflichtung der Gemeinde vorliege und die in Betracht kommenden Summen nicht sehr stark ins Gewicht fallen. Der Gemeinderat hat sich mit dieser Entscheidung zufrieden gegeben. mvtz Der auoerorncnmcD ungflnffioen WnnMs wurden die in den Haushaltsplan eingestellten Sub-, ventionen an die Thoralehranstalt, die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege, die Beratungsstelle für ostjüdische Flüchtlinge, wiederum gnehmigt und der Israelitischen Waisenanstalt eine einmalige Subvention von Mk. 1000.— neu bewilligt. Im Rahmen der Debatten über die nach einer Periode fast völliger Vernachlässigung ziemlich hohen Kosten für Reparaturen wurde auch die Frage der' Beschäftigung jüdischer Handwerker erörtert. Der Vorstand ließ erklären, daß er, gleich dem Gemeinderat, selbstverständ- Itcf) »Olt jeljer auf bem (Sirattbputrtfi: bajj diejenigen, die der Gemeinde selbst angehören, bei der Vergebung der Arbeiten durchaus zu bevorzugen sind, doch finde dieser Wunsche seine Grenze in der ebenso selbstverständlichen Pflicht, jede vermeidbare Ausgabe zu unterlassen nud bei guter Ausführung auf billigem Preis zu bestehen. Was die Einnahmen betrifft, so lassen die vom Vorstand vorgelegten fortlaufenden Uebersichten erkennen, daß der Eingang von Steuern, Sesselmieten und auch Schulgeldern hinter dem Voranschlag weit zurückbleibt. Die Verwaltung muß daher für das laufende Jahr bereits jetzt mit einem gewaltigen Fehlbetrag rechnen, und eine ganze Reihe von Vorstandsvorlagen suchten in Voraussicht dieser Entwicklung neue Einnahme-Quellen zu erschließen. Der Steuersatz selbst ist für das erste Quartal unverändert geblieben, vom zweiten Quartal an und weiter hat der Gemeinderat einen Steuerzuschlag von 25 ^rogem notgeörwng^ grlWllW, W Ist MUMM W absichngi, im Hertzfl wiederum wie im vorigen Jahre die Mizwoth für die Feiertage auf dem Wege des Gaurol zu vergeben und auch durch andere noch nicht fest beschlossene Maßnahmen der Gemeindekasse einmalige Einnahmen zuzusühren. Die Bemühungen um Erlangung von Staatssubventionen für die Unterrichts-Anstalten waren bisher, wovon der Gemeinderat mit besonderem Bedauern Kenntnis nahm, völlig erfolglos. Man hat sich daher entschließen müssen, vom 1. Mai an auf Grund der bestehenden Gesetzesvorschriften für die Volksschule ein Schulgeld einzuführen, das wenigstens die leistunA;-- fähigen Kreise bis zu einem gewissen Grade zur Teilnahme an den wachsenden Schullasten heranzieht. Der Gemeinderat konnte sich dabei nicht entschließen, dem Anrrag Des Anrftanim Der ein WulM M W. mio ins Singe süßte, tzeizutrelen, setzte das Schulgeld vielmehr auf Mk. 10.— fest. Das aus dem Vorjahre resultierende Defizit von Mk. 50 000.— wurde aus einer schwebenden Bankschuld in eine von der Stadt Frankfurt gewährte Hypothek auf das Gemeindegrundstück in der Rheinganumstraßeumgewandelt. In einer Resolution brachte der Gemeinderat die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß bei der Festsetzung der Grabgebühren die Verwaltung bisher eine zu große Milde habe walten lassen und daß fortan höhere Gebühren erhoben werden müßten. s Neben der Beratung des Haushaltsplanes beschäftigte sich der Gemeinderat fast in jeder Sitzung mit Interpellationen über schwebende Gemeinde-Angelegenheittzn. 80 DilDDtß ÖDisMSMisS Bis WttUjMüä IL chdttes wiederholt Gegenstand der Erörterungen. Bon Setten des Vorstandes wurde dazu eine eingehende Erläuterung der aus diesem Gebiete zutage getretenen Meinungsverschiedenheiten gegeben. Der von dem Gründer der Gemeinde seinerzeit geschaffene Synägogen- Chor sei von ihm nicht als eine Institution gedacht worden, die der passiv zuhörenden Gemeinde einen künstlerischen Genuß oder eine musikalische Erbauung gewährt — Passivität der Gemeinde im jüdischen Gottesdienst ist einzig und allein bei den Darbietungen des Kantors denkbar — sondern als ein Mittel zur Organisierung des G em ein d eg es a n g es^ Dievon Japhet geschaffenen Gesänge tragen diesem Gesichtslunkt Rechnung undeignen sich vermöge ihrer Einfach-.- ]0tl unD WM WMißsW LhKvöMM i» la^r bAh Ber ganzen Gemeinde «ufgegpisten unb unter Leitung des Chores vorgeträgen zü werden. Das Rabbinat der- Gemeinde fei nun fest entschlossen, eine Entwicklung des- Synagogen-Chores über den hier skizzierten traditionellen. Rahmen hinaus nicht zu dulden, weil sonst allmählich.