Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1926)
- Date
- 1926-06-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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.11 i,p)j( . u/> . L« ,j ' i , i“ ii 1, i r 11 , in i "'t.:t i'?‘frrü.-tr ' De r I s r o e l 1 t : 10, Juni 1926. Nr. ü Seite 3 der ganze Charakter des. Gottesdienstes im Gegensätze zur Tradition eine unerwünschte Veränderung nach der Richtung des Konzertmäßigen erleide. Gegenüber diesem Gesichtspunkt waren die einzelnen Einwendungen des Rabbinates gegen einen Teil der im letzten Jahre zur Einführung gelangten Gesänge — Wiederholung einzelner Worte usw. — von geringerer Bedeutung. Der *1* der ltebergeugung^ ba| nugeac£,iet ber Jpiermit gcgkvsnen srunvsSWHm MnsisSuns uns im Wtzs men der daraus sich ergebenden Grenzen der Chor durchaus künstlerisch auf der Höhe stehen und auch geeignete neue Gesänge einstudieren könne. Die Schwierigkeit der Auswahl soll dabei in keiner Weise verkannt werden. Der Gemeinderat schloß sich in seiner großen Mehrheit diesen Ausführungen an. Im Anschluß an die Beratung des S ch u l e t a t s ließ sich der Gemeinderat durch eines seiner ärztlichen Mitglieder einen Sonderbericht über die hygienischen Einrichtungen in der Realschule, namentlich soweit Heizung, Lüftung und Reinigung in Betracht kommen, erstatten, der zur vollen Befriedigung ausfiel. Einzelne kleine Mißstände, die bei dieser Gelegenheit zutage traten, konnten ohne Schwierigkeit abgestellt werden. mi Mmm M SM Ukssxsfftll-ffsfls m E besonderer Genugtuung die glänzenden Unierritzlsresultate der seit einem Jahr eingeführten hebräisch-talmudischen Nachmittagskurse sowie des hebräischen Anfangsunterrichtes hervor und sprach sich auch im übrigen sehr befriedigt über die gute Ueberwindung der anfangs von der Durchführung des Grundschulgesetzes in unseren Kreisen erwarteten Schwierigkeiten aus. (Neues aus der Agudas Jisroel Jugendgruppe.) Wir machen darauf aufmerksam, daß neue. Agudomarken und Telegrammformulare eingetroffen sind, die allabendlich beim Verwalter im.Vereinslokal zu Haben sind. Der Mim? für »men unter Mitling Der Man HM ftttdU wöchSttPch eszslmäßlz Donsnvstas absnd 8.30 Uhr im Vereinslokal statt. Rege Beteiligung erwünscht. Im Stenographiekurs, sowie im Hebr. Sprachkurs werden noch Teilnehmer bzw. Teilnehmerinnen zugelassen. Anmeldungen beim Verwalter im Vereinslokal. Wegen des in dieser Woche stattfindenden Raüsch- Chaudesch-Vortrages erfolgt Bekantmachung rechtzeitig im Vereinslokal sowie in der Synagoge. Am Mittwoch, den 23, Juni, abends 8.45 Uhr, findet der nächste Orientierungsabend unter Leitung des Herrn Joel Sänger im Vereinslokal statt. Auf Wunsch einer Reihe unserer Mitglieder werden unsere Vereinsmitteilungen nunmehr auch in der Konditorei Grünebaum, Hanauerlandstraße, zum Aushang gebracht werden. iss „MM MllMMln weiter gerne Klewersperwen entgegen. Aninewungen nach Hanauerlandstraße 17 (Vereinslokal). Die Kleider werden sodann unentgeltlich in der Wohnung des Spenders abgeholt. - In der „Bikkur-Chaulim"-Kommifsion der Jugendgruppe (regelmäßig wöchentlich. Besuch der jüdischen Patienten in den Krankenhäusern) können noch Herren Mitarbeiten. Ameldungen erbeten an den Vorstand der Jugendgruppe. . Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß der Newiim-Kurs unter Leitung von Frau Hilde Joseph immer regelmäßig am Donnerstag abend von 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr stattfindet. Gäste, Damen und Herren, willkSMMklk, Ser.Turttkurs der Jugettdgruppe fittdet jeden Montag von 8.30—9.30 Uhr in der Aula der Realschule, Am Tiergarten. 8, unter Leitung des Herrn Turnlehrers Friede statt. Der Turnkurs der Mädchengruppe ist auf Mittwoch von 8.45—10.00 Uhr abends festgelegt. Leitung: Fräulein Leopold, Turnlehrerin. Damen, die noch teilzunehmen wünschen, können sich bei Fräulein Maria Benjamin anmelden. Der Stenographie-Kurs unter Leitung von Herrn Guth findet regelmäßig Dienstag abend 8.45—10 Uhr im Vereinslokal statt. .... Sprechstunde der Stellenvermittlung Dienstag und Donnerstag abend "von 7—8 Uhr im Vereinslokal. Wahrend der Sonnnerinonate bleiben die Vereinsmubii HJtauiai MMzz sssAMn. Es wird nochmals dringend ersucht, jeden Adressenwechsel unbedingt sofort dem Vorstand bekannt zu geben und falls es bisher unterblieben ist, das Versäumte umgehend schriftlich nachzuholen. Das Großstadtdezernat der Agudas Jisroel-Jugendorganisation gibt in nächster Zeit ein regelmäßig erscheinendes Korrespondenzblatt heraus und können wir für pünktliche und prompte Zustellung dieses Blattes nur dann garantieren, wenn uns die genauen und neuesten Anschriften bekannt sind. . (Agudo-Esra-Turnkurs.) Der Agudo-Esra-Turnkurs bleibt unverändert bestehen. Ausstellung Abel Pann (Jerusalem). Kunstsalon Schames, Frankfurt. I. 1818/1320. »Der ist fritDcn tu Dir Mm gWM, Doch drm, judischm Mülls biltäW Mi MisM imm Frieden. SÖtUr von Dsnsn, die SS nicht selbst mitmachten, erinnert sich noch? Vorbei, vorbei ist alles. Wer denkt noch an die fürchterlichen Pogrome der Nachkriegszeit? Das Leben geht weiter und man denkt kaum noch daran, was unsere Brüder im Osten, in der Ukraine und sonst überall erduldet. Wie vor den Augen der Eltern die Kinder und vor den Augen der Kinder die Eltern und Geschwister hingeschlachtet wurden. Wohltätigkeitsvereine brächten dann die polnischen oder ukrainischen Halb- oder Gabzwaisen auch in die Waisenhäuser Palästinas, wo -sie-Unterkunft' und neue Lebensfreude fanden. Wer denkt noch dran? Abel Pann. in Litauen erzogen, der in Paris studierte und nun seit Jahren in Palästina wohnt, zeigt fm -SVurij'tjaloTXdj> ex irr e s , Jerne Qlrkcxien. Geilte (Serie von Radierungen ist „Der Dränenkrng^ öenann^. Blatt ein fürchterlicher Protest an die Welt, die es zulietz, daß man unsere Kinder, unsere Schwestern und Brüder ermordete. „Die Kosaken kommen", „Sie ist irrsinnig geworden", „Kosakenscherze". Viele andere Zeichnungen. Man schreckt zusammen. Man schaudert. Und überdenkt. Soll man nicht mehr daran denken? — Es müssen ja nicht Rachegedanken sein. Wir denken doch auch alljährlich darüber nach, was uns Amalek getan. . II. Und dann die lebendige Ruhe des illustrierten ANSgen auäj nia^t alle jc^rr>|5 in 4>er Kunst sein, doch grost fm sind (k f«(l «He. „Und Gott machte zwei große Lichter, ein großes Licht, daß es den Tag regiere . . ." heißt eines der Anfanggsbilder in der Bibelillustration. Eines der eindrucksvollsten Bilder der Sammlung, ein Bild, bei dem sich kühne Farbengebung Mit kühner Darstellung paart. Und „Sem", „Ham" und „Japhet". Und das rührend edle Oval des Gesichtes von „Sarah", unserer Stammutter. Und „Bilha und Silpa". Oder- Abraham auf dem Bilde „Siehe gen Himmel und zähle die Sterne", ein Bild, bei dem uns glühende Gedanken auf der Leinwand entgegenblicken. Und dann das Leben der Väter. Wo sieht man nochmals solche Farben? Und sind' diese Farben der Fantasie des Künstlers entsprungen? Es ist das Kolorit Palästinas, das bunte, sonnige Palästina, die Farbenpracht einer Natur, von der man ,sieht man sie, sagt: Ist sie nicht wie gemalt? Es sind zum großen Teil Bilder, bei denen man MW Dkll mmim rm &cöreif K. Uüy. Ein neues Bild der Synagoge Friedberger Anlage. Ein herrliches Kunstblatt danken wir der Künstlerin H i l p p e r t - A n d o r s f. Es bietet die Innenansicht der Synagoge Friedberger Anlage, in Zeichnung und Farbe so glücklich gelungen, daß es nicht allein die Einrichtung und die Ausmaße zeigt, sondern lebend die heilige Stimmung im Gotteshaus widerspiegelt. Das Gemälde dürfte sstlö S^fmöjctjmucf aller guten frankfurter und auch aller FremiDe Der LsraeMiMn außerhalb Frankfurts und Deutschlands bilden. (Den Vertrieb hat Herr M. Posen / Frankfurt a. M., Fischerföldstraße 2, Preis Mk. 25.—) Von der Künstlerin wissen wir folgendes: Sie wurde am 28. Juli 1885 als Tochter des bekannten Frankfurter Malers Professor G. A n d o r f f geboren und erhielt ihre erste Ausbildung in der Radierklasse von Prof. B. M a n n.f e I d. Sie. vervollkommnet^ sich dann m ihrer Kunst eine Zeitlang in "der Berliner Kunstschule. Ein Cyklus von Radierungen aus Alt-Dresden aus der Hand der. Künstlerin. wurde 1914 von der Stadt Dresden angekauft und befindet sich im dortigen städtischen Archiv. Hier in Frankfurt sind ihre Radierungen aus Altfrankfurt bekannt, auch andere Bilder nach Motiven aus alten Städten in Württemberg. Mit dem Bild der Mllllsillgk fkUll mir Die liMSMMI Ranft m auf MM MllDMsiomell Hohe. Personalien. Joseph Erlanger ^"^7. Am Dienstag, den 15. Juni, (3. Tammus) wird die rste Jahrzeit für Joseph Erlanger ^"xt -Luzern begangen. Frankfurter Freunde des Verstorbenen haben aus diesem Anlasse eine Jahrzeit-Stiftung im Mekor Chalim-Vere-n gemacht. Stau Auguste Levi nwy. T” ’3 „???§?( m »8 ist ft?n t? ffiri mumm sagnl> morn tr jtBt Die DvlleWkimer Anluge entlang geht nud in dem Hause Nr. 6 nicht mehr den chönen, weißen Frauenkopf am Fenster sieht. Frau Auguste Levi geb. Guggenheim, eine wahrhaft schöne, stattliche Greisin, .in der sich eine ebenso schöne Seele verbarg, ist nicht mehr. Aus der alten hochangesehenen Familie Daniel . Guggenheim, Worms, entstammend, war sie eine tief religiöse Frau vom alten Schlage, der die Uebung von ms» und die Betätigung von rraa den Weg zu Gott und den Menschen wies. Versäumte sie doch niemals bis zum letzten Tage, die täglichen Gebete zu verrichten, ihr Tchinobuch zur Hand zu nehmen, und nie durfte in ihrer Gegenwart ein böses Wort über iiHWBin Mmn ii&e? einen anDeron MeilMll [qmmon. Sn lörper^r£^er und geistiger Frische halle die Rleülllldachtgigjährige in den letzten Jahren nur den Wunsch, möge ihr einen sanften Tod zu teil werden lassen, und es ist nun dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Ganz unerwartet ist sie heimgegangen, ohne daß schmerzliche Vorzeichen den Tod angezeigt hätten. Mögen ihre guten Eigenschaften und besonders ihre tiefe Frömmigkeit den Kindern und Kindeskindern zum Segen gereichen. 71 "22271 Frau hannie Goldberger n"y- Im hochbetagten Alter von 78 Jahren starb am 17. Mai Frau Hannie Goldberger geb. Gottdiener, Witwe des vielverehrten Thoralehrers Abraham Goldberger i-"xi. Die Verstorbene war eine Tochter des Rabbiners Lhaitn Gerschon Gottdisuer aus Tale (Ungarn) «nl eine UrenWltt ii* MF M MllM »Hl IlMMöN Rabbi Raftali Hakohen. Ihr Leben war ausgefüllt mit Frömmigkeit und Gottvertrauen und trug sie ihr schweres Leiden jahrelang mit einer wahrhaft himmlischen Geduld, diss sie auch bei Verlust ihres geliebten Sohnes und später des Gatten an den Tag legte. Sie vereinigte alle Charaktereigenschaften ihrer hohen Abstammung in sich. Sie war die treubesorgte Gattin, die herzensgute Mutter, mit allen Fasern ihres Herzens stets nur um das Wohl der Ihren bemüht. Ihr Heimgang war harmonischer Abschluß ihres frommen Lebens, am Erew Schwuaus wurde sie zu Kewer Jisroel gebracht. n-asjft. Der Polemkin-Film. Mit jüdischen Augen gesehen. Wie in allen Großstädten Europas wird zurzeit auch hier (Saalburg Filmbühne, Stiftstraße 35/37) die Meuterei auf dem Panzerkreuzer „Potemkin" im Jahre 1905, von der die Revolution ihren Ausgang nahm, um zwölf Jahre später zum öffentlichen Ausbruche bis zum siegreichen Ende zu gelangen, gezeigt. Cs ist ein Propagandafilm für Sowjetrußland, der sich des größten aller Tricks bedient, der nackten Wahrheit. Der Besucher muß zuerst eine große Anzahl von Reklamebildern genießen, Turner und Turnerinnen in den unmöglichsten Situationen beschauen, dann noch eine endlose Reihe kinematographischer Unsinnigkeiten und spaßiger Plattheiten über sich ergehen lassen. Kino bleibt Kino,' auch Ui»^UU um Me ernjiepen Singe fcer SBell geht. Dann erst, nachdem man sich die Attraktion teuer genug durch Opfer an Zeit und Intellekt erkauft hat, erscheint das Schiff an der Wand, der Panzerkreuzer „Potemkin". Die Tragödie beginnt, nicht eine Kmotragödie von einer Stunde, sondern die Tragödie eines Volkes, die noch lange ihren Abschluß nicht gefunden hat. Auf dem Schwarzen Meere liegt irgendwo vor einer kleinen grünen Insel der Panzerkreuzer vor Anker. Matrosen, mächtige Gestalten, mit vor Arbeit, Aerger und Unzufriedenheit verzerrten Gesichtern, schwirren durcheinander. Es kocht und brodelt unter der Oberfläche, und man weiß, es bedarf nur des geringsten Anlasses, daß das Pulverfaß zur Explosion gelangt. Er ist da, der Anissil Mil finfffi NksiSkll 005 si^tbar n°ird UND vollveDelli ist von Würmern. Die Matrosen protestieren. Der Schiffsarzt, ein bebrilltes kleines Männchen in viel zu weiter Uniform, erklärt das Fleisch für gut und genießbar, gut genug für die Matrosen, indes uns ein Blick in die Offiziersküche mit ihrer Fülle und Ueppigkeit gewährt wird. Die Unzufriedenheit wächst, die Matrosen verweigern die Annahme des Essens. Der Kommandant, erscheint, groß, breitschultrig, mit befehlerischen, stahlharten Augen. Seine Mahnungen, Warnungen und Drohungen finden keinen Widerhall. Ueber zwanzig Matrosen wird das Segeltuch gespannt, die Wache hat auf Befehl die Flintenrohre gegen sie gerichtet. Schon sind die Finger zum Abdrücken gekrümmt. Da ertönt der markerschütternde Schrei des Matrosen Wakulintschku: „Brüder, auf wen schießt ihr?!" Die Gewehre senken sich. Aber llllllkik trDEBcn Tirö; Büßen Ml Wilim MWs tipim, KommMDMl, einige vMiere MD VDI allem Der Arzt werden über Bord geworfen. Der Führer des Aüfstandes, Wakulintschku, ist als einziger der Matrosen getroffen, ein Opfer für die Kameraden, für sein Volk. Zweiter Teil: Der Panzerkreuzer steht vor der Stadt Odessa, wohin in der Morgenfrühe die Kunde vom Aufstande auf dem Schiffe gedrungen ist. Die ganze Stadt sympathisiert mit den Matrosen. Schöne Straßen und prachtvolle Hafenanlagen tuen sich dem Auge auf. Sie sind angefüllt von feiertägig gestimmten Menschen, die in endlosen Scharen zum Hafen strömen, um den Matrosen Sympathie zu bekunden und Liebesgaben zu überreichen. Der Menschenandrang wächst. Frauen, Kinder und Greise. Viele Interessierte, aber noch mehr NkulllkMk. »m sauer MNlMlitslM m äisfi Mltstm »swohnen. Ausaimm von göknöMeim MmMen, Die me Stunde der Freiheit schlagen hören. Jubel Uttd Attdrattg. In der Hafenbaracke umstehen die Menschen bloßköpfig den, toten Matrosen, wie einen Heiligen, von dem nun das neue Leben der Freiheit ausgeht. Da plötzlich! — — —