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Der Israelit · 1926-06-10 · Heft 24 (10.6.1926) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 24 (10.6.1926)
Date
1926-06-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Zur ersten HaykMk von Rokkox Mik Aus vielfachen Wunsch aus dem Kreise der Schüler -und Verehrer des am 27. Siwan 3683 verstorbenen unvergeßlichen Rektor Falk V'st geben wir hier einen Auszug aus dem Hesped, den Herr S. Schachnowitz am 5. Juni 1925 im Mekor Chaj i m hielt, wieder. . . tnt?y »'N'a»i ov» »m-vy av:aV nmna mn'2»i orn» -ii> ai-'yaD> nirnvnn Va bvi ppn i-sivv nmaaV „Könige sterben und vererben ihre Kronen an ihre -Söhne, die Reichen sterben und hinterlafsen ihren Reichtum, Samuel Hakoton nahm alle Kostbarkeiten der Welt mit sich, da er von hinnen ging." So weinen Rabban Gamliel und Rabbi Elieser ben Asarja am Grabe Samuels des Bescheidenen. nnnann i>2 Alle Kostbarkeiten. Es war so vieles im Wesen und im Leben Rektor Falks vereinigt. Und, toas mtr an tf>m feerouitbcrien, SS toar bas Sßex|ammön'- motjnen von ^or« uni) 99H Ftvwwlgkeit und Demut. Cs gab und gibt Talmudweisen, die vielleicht tiefer geschürft und mit kühnem Schwünge höher ausgeholt haben, aber hier hatten wir einen Mann, der mit tiefgründigem Thorawissen auch das Wissen um die Welt harmonisch verband. Es gab und gibt in Ost und auch in West einzelne Fromme, die abgeschieden, weltentrückt, ein beschauliches Leben in Gott führen, hier aber hatten wir es mit einem Frommen von der ältesten Art zu tun, der zugleich auch ein Mann der Tat war und den Blick für ihm gestellte Aufgaben sich klar und offen erhielt. Ein zielsicherer Schulmann an führender Stelle, ein Erzieher, dem das köstlichste Gut, junge Menschenherzen, anvertraut war, blieb er doch in seiner Demut und Wahrheitsliebe ein Schüler,van imbn, gebend und empfang enb, allem und allen äuflsmtmW, t»o er Ilhorn oier lernen lonnle, im Sinne mx Vjo -rniVn aan inrx vllS ist o^asr N111NNN >2, die Vereinigung aller Eigenschaften und Tugenden, aus denen er sich den Kranz des Lebens gewunden, den Kranz, der in dieser Fülle und harmonischen Zusammenstellung doch mit ihm ging. '’yizH miman ns nsio 'S,bpw '■>& ,1210 ">s n»'s narr» -pi> Die Weisen erklären: »viv, das ist der Zähler der Heiligen Buchstaben der Thora, Vpw, es ist der Lehrer, der das Leichte und das Schwere in der halachifchen Entscheidung abzuwägen weiß, n^nan ns "ßio, der Zähler der Türme, ist der Mann, der an Bau und Fundament der Lehre sitzt und arbeitet.!?ia»a mai>n rns» vbv •paiw i'NV (j"a n^’an) -pisa misn: -I31D ms klagt die Schule, klagen die Kinder und Väter.. Wo ist der Mann, der die heiligen Buchstaben l|E; stk qis urißlie DßsWissMZ irr äis jimZM Kerzen pflanzte. Wir hörten es, wie er Schüler in die Schule und an sich .zog, einzig weil sie Thora lernen wollten. Und es schwiegen alle Rücksichten auf Gesetz und Verordnung, rvo das höhere Gesetz des nv» ms mm sprach, wo junge jüdische Seelen nach der Thora dursteten. ms klagt der Mekor Chajim. Wo ist der Wann. der da oben auf dem Katheder Sabbat für Sabbat saß und wog, in eingehender, eindringlicher, auf alle rhetorischen Mittel und Kunstformen verzichtender Weise uns mnnm mbp gelehrt, aus bem Schulchan MM Das MM UND Das Mwsrs osMsz. am HilllkkglUllDk QU£>, IH Ehrfurcht zurückscheuenb vor bem Worte des Gesetzes und den Früheren, die sie ausgelegt; rn Selbstlosigkeit und stillem Haltmachen, da wo die Grenzen seines Wissens ihm erreicht schienen.' m*m»n ns nsio ms. Er baute keine Türme und holte nicht mit kühnem Schwünge weit aus, aber er Zählte sie, diese Türme, zeigte den Untergrund und den Aufbau und führte, ein Kundiger, durch die ge- Heimsten Gemächer, da, wo sich nur Wenige auskannterv Wie eingeweiht war er in all den »'isa »musn »H-n», in all den Zahlen und Daten und Eigenheiten des jüdischen Kalenders, in vnnn iia'yi nw’ap. Einer von den mny^ nra ^ud zu den größten Autoritäten auf die- .fem Gebiete in Deutschland zählend. Aber wer wußte es? Wer durfte es aussprechen? Wir hörten es aus firnem feiner letzten SSorträge über Wo viel ist, will noch mehr hinzu, im Materiellen wie im Geistigen. Wie naheliegend wäre doch die Sßer^nng gemein, bei Jo Viel MststgZWstgs 88llist qu fpetutterin, mettcr unD tiefer Dringen zu wollen unD zu fragen nntö rm cma? na mw na n'Mf, nn. Aber Rektor Falk meisterte, wie kaum einer, die Kunst sich zu beschränken. Und das gab seinem Lehren, Denken und Reden d i e Stetigkeit und geruhige Beständigkeit, die wir in ihm so schätzten. Eine geistige Bodenständigkeit, und sicher, fest und solide war alles, was aus dieser Bodenständigkeit heranwuchs, mVmn1? 01?» vaipn ^a ■nrya »rnas- Er kannte die Ortsbestimmung, er kannte die Grenzen und wußte auch im Geistigen, wo die große Warnungstafel angebracht ist: nav amn ^sa ay- Bis hierher und nicht weiter! Eine heiße jüdische Reschomo, und doch nie übersprudelnd, unerschöpfliche Liebe zur Thora und zu der Gemeinde der Thora im Herzen, aber nie kam ein hartes, abfälliges Wort über Dinge und Menschen anderer Art über seine Lippen. Er warb um die Thora, mit dem schlichten Worte aus seinem Munde und mit dem sonnigen Lächeln in seinen Augen. Wer so Dip» yam, seinen Platz kennt und einhält. 'pi>s ma mim Dar m Weg tioraDams ellWWMn. DM großen Zullen unD Kämpfers. Der forscht unD forscht unD dennoch blindlings seinem Gotte folgt auf ben ihm gewiesenen Weg. Rektor Falk Vjj. Dieses mp» nv'ap, , diese Beständigkeit bekundete er auch in seinen Privatstudien. In enger Liebe war er mit den Büchern verbunden, die er immer und immer wieder lernend und lehrend zur Hand nahm. In Jerufchalmi wird eine hübsche Geschichte erzählt von einem Manne, der, ungenannt und ungekannt. in der Ecke des LMUnscZ saß UND immer mir oin Buch stuDiöM. DSU Traum Chagiga. Wie Der Monn stärk, versammelten sich die Weisen, um ihn zu betrauern. Da erblickten sie eine Frau - in Trauer gehüllt, die bitterlich weinte um den Unbekannten. Man fragte die Frau, wer sie sei und woher sie komme. Chagiga hieße sie, so sagte sie und verschwand. Der Lieblingstraktat des stillen Gelehrten hatte Menschengestalt angenommen und trauerte um seinen unentwegten Gönner. Viele große heilige Folianten sehen wir verwaist weinen in den Regalen des Hauses Bärenstraße. Und im Pult auf dem Katheder des Hörsaales liegt ein Mischnaexemplar, liegt ein Schulchan Aruch, die stille weinen um den Mann, der sie so unentwegt geliebt und so treulich gepflegt, der 28 Jahre lang aus ihnen lehrte. IMJ Chagiga Mini. MWDanksn bsssMr; rhu. null Feflgellanksn brachte er ln unsere Werktütigkeit, der Unermüdliche, der kaum Ruhe und Rast kannte, den Unverständige vielleicht ..den Mann ohne Sonntag" affinen illlikWll: Der QM ia WWWt m Mann DM ewigen ® a D D a t mar. Er hotte bis zuletzt suf Dem Kranken- und Sterbebett ein Wort der Thora im Munde, und Chagiga, Sabbat- und Festgedanken begleiten ihn nun in den Tag, der „ganz Sabbat ist", nat? iViaty cn't>. Vom Tode des Rabba bar Nachmeni erzählt der Talmud: „Im Himmel entbrannte im höchsten Gerichte ein Streit über eine Frage aus dem Gebiete der , Reinheit. „Man frage Rabba bar Nachmeni den in diesem Belange kundigen Meister", sagte man. „N e i n!" entschied Rabba und mit diesem „T o h a u r" flieg seine Seele zu Gott empor. Am Sabbat nach dem Pehachfeste war es, Parschas Schmini, da wir morgens den Dinim aus dem Munde Rektor Falks noch lauschen durften. Und am Abend desselben Sabbat hielt er den ersten Midraschoortrag. Es dunkelte im Raume und er sprach zu uns über „Verbotene und erlaubte Speisen". Vorschrift reihte sich an Vorschrift, Vers an Vers, Gedanken rangen nach Ausdruck, alles in jener ergreifenden WlWHM nnD MtiMWM. m m n Ihm gi. wähnt waren. Und bas letzte Wort hieß „T o h a u rJi. Mit diesem Tohaur scheid er von uns, und wir sahen ihn nicht wieder aus dem Katheder. Ein schwerer Kamps begann Visa uns mpvmi rn^s-is. Die Himmlischen und die Irdischen rangen um die heilige Lade und es siegten die Himmlischen. Dein letzter Scheidegruß an uns, teurer Rektor, hieß „Tohaur"! Aus dem Jahresbericht der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft". tSMlWlliiL Leider haben wir auch im abgelaufenen Jahre den Verlust manches wertvollen Mitgliedes zu verzeichnen, das sowohl im Gemeindeleben wie in seinem beruflichen und menschlichen Wirkungsgebiete fühlbare Lücken hinterläßt. Einen schweren Verlust erlitt die Gemeinde durch den Heimgang des Gemeinderatsmitgliedes Herrn Arthur Oppenheimer. Mit der bloßen Nennung seines Namens ersteht vor uns das Bild eines Mannes in dem ganzen Adel seiner Gesinnung, in der Wärme seiner Hingebung und in der Tiefe seines Gottvertrauens. Von einer in tiefster Frömmigkeit verankerten Hingabe gegen unsere mmnm umi mar m ihm WWSMiHt, IP lSsSsrhs» zu fördern; ihre Sorgen waren die seinen und voller Freude widmete er sich ihren Aufgaben, wann immer der Ruf an ihn erging. Als Mitglied des Gemeinderats nahm er mit beispielgebendem Eifer an allen Sitzungen teil. Seine Anregungen waren aus der Tiefe geschöpft und wurden beachtet. Mit Unverdrossenheit, Sachkenntnis und Gewissenhaftigkeit führte er Jahre hindurch die Bücher unserer Stiftungskasse, und er setzte sich mit aller Kraft für bie SBteberaufrtffjiuttg her ber Zelt 3nm Bpfer gefabenen Stiftungen DM t¥fU« Mrttn des Heimgegangenen wird uns allzeit zu Dank gegen ihn verpflichten und sein Andenken wird in unserer Mitte niemals schwinden. Zu Beginn des Jahres verschied ferner das Gemeinderatsmitglied Herr Simon Bock. Vor unserem Blicke steht die ragende Gestalt des in reifster, männlicher Kraft klar und zielbewußt zum Wohle des Ganzen wirkenden unvergeßlichen Mannes. Fast bis in die letzten Stunden seines Lebens hat sein Sorgen und Mühen unserer Gemeinschaft gegolten. Was der Heimgegangene inmitten des Gemeinderats durch seine weise, milde Konzilianz für das reibungslose Jneinandergreifen des VerwaltungssssllMk-Z Qtmtuft Dal. Das MD in Dis Chronik unssM Gewernbe für alle Zeiten als dauerndes Nuhmeszeicheu 12

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