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Der Israelit · 1926-06-10 · Heft 24 (10.6.1926) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 24 (10.6.1926)
Date
1926-06-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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■' .-JJ- D e r I s r a e m r Bl ü t t er 10. Juni 1926 Nr. 13 Seite 3 Postscheck*Konlo der Laadesarpisation: Gruppenverband der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Halberstadt: Nr. 18901 Berlin. gkskWMttkl! LkUksxkikWSm m kllgkkk MylMg gu kommen. Dr. DeuNHlönver von der Keren Hathora- Zentrale in Wien dankt dein deutschen Keren Hathora für seine Leistungen und weist auf das historische Verdienst des Vorsitzenden, Oberrabbiner Dr. Spitzer-Hamburg hin, der die geistige Notlage in Deutschland rechtzeitig erkannt hat und durch Gründung von Talmud-Thoras in den ostjüdischen Zentren ihr zu steuern sucht. Er erläutert die Tätigkeit des Merkas Hachinuch, die der Referent des deutschen Keren Hathora nur gestreift hatte, in ausführlicher Weise: Beschaffung von Lehrmaterial, pädagogischen Hilfsmitteln, Vertiefung des Profanunterrichts im jüdischen Sinne, Erziehungskonserenz in Hamburg. Der Merkas Hachinuch steht durch einen besoldeten Sekretär in ständiger Fühlung mit den einzelnen Unterrichtsanstalten. Er schlägt vor, den Versuch zu machen, auch linke Kreise heranzuziehen, da die Sehnsucht nach jüdischer Belehrung in diesen Kreisen sehr groß ist. Er berichtet über seine diesbezüglichen Eefahrungen in der Tschechei und Deutsch- Oberschlesien. Er bittet den deutschen Keren Hathora, die Tätigkeit dieser Art auszunehmen. Er glaubt, daß die geistigen Kräfte hierfür vorhanden find. Cs gilt vorläufig &ie (Seelen gu getmnnen, tnaievieUe (lr|olge werden falls bestimmt nicht ausbleiben. Propagandamaterial. Als wirksames Propagandamaterial schlägt Herr Dr. Deutschländer die Vervielfältigung hebräischer Briefe (nebst Uebersetzung) großer führender Geister unseres Volkes vor und ihren Vertrieb in großem Maße. Er dankt den deutschen Damen, die für Beth Jakob materiell und auch persönlich tätig gewesen sind. Henry P e ls -Hamburg bedauert die Mißverständnisse des hessischen Lehrervereins. Das Landesdirektorium wird demnächst zur Wahl von Vertretern des Lehrerstandes m ferne föremien Meilen unö aus Diele Weise Die Miß' mrstMvmssö unD Unstimmigkeiten beseitigen. Dr. Herz -Fulda erklärt sich befriedigt.. Salomon Eschwege -Hamburg bestätigt die Erfahrungen des Herrn Dr. Deutschländer. Bei einer Sammlung für die Mesiwta in Warschau hat er in Hamburg, vorwiegend aus kleinen Kreisen, fast M. 3000.— herausgeholt. Dr. Moses Auerbach-Berlin bittet um Aufklärung warum in Berlin ein Kommissariat nur für die Adas Jsroel geschaffen sei. Wolf S. Jacobson -Hamburg antwortet, daß von den Eingängen aus Berliner Adas-Kreisen ein gewisser Prozentsatz der Adas für ihre Schule reserviert wird. Man kann den Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde in Berlin nicht zumuten, ohne sie vorher zu fragen, aus ihren Eingängen Institutionen der Adas mitzuspeisen. Aus diesem Grunds soll, sobald das Adas-Karnmissariat günstig ar» lietieJ:,. etrT SortLet-|!ornrrti||ar-!cil: Ler SüLt^c^ert <§emetrt£>e geschaffen werden. Hermann Schwab -Halberstadt berichtet über seine Eindrücke in den Beth Jakob-Schulen in Polen. Gottfried, G o ld s ch m i d t -Halberstadt begrüßt die -Anregung des Herrn Dr.- Deutschländer und verweist auf Dr. Nathan Birnbaums Ausführungen bei der Kenessio Gedaulo über „Missionstätigkeit der Agudas Jisroel in der gebildeten Neologie". Er empfiehlt auch Artikel für die Presse der Zentralvereins-Kreise und der Logen, womit schon ein Anfang gemacht sei. Die Hauptarbeit kann allerdings nur von Mann zu Mann geschehen. Richard N e u f e l d-Dortmund betont, daß in Rheinland-Westfalen die neologen Kreise großes Interesse an Belehrung im Sinne der Bestrebungen des Keren Hathora zeigen. Er bittet, Deutschland unter zugkräftige Redner aufzuteilen. Die Debatte über Keren Hathora wird geschlossen. Ern Antrag dss Herrn Dr. Herz, dsrn brshsrrgsn War- IDarti xrrtl» grt xtttiey grojjem Verfall der Versammlung einstimmig angenommen. , 2. Wahl des Vororts. Nürnberg wird per Akklamation zum.Vorort, Rabbiner Dr. Klein zum Vorsitzenden gewählt. Die Wahl der statutengemäß am Vorort domizilierten 4 Vorstandsmitglieder wird der Gruppe Nürnberg überlassen. Nach dem Statut können insgesamt 21 Herren gewählt werden; hiervon stehen 3 Sitze der Agudas Jisroel-Jugendorganisation zu, so daß noch 13 Herren zu wählen sind. Gewählt werden: Rabbiner Dr. I. Auerbach, Halberstadt, Rabbiner Dr. Ed. Biberfeld, Berlin, Rabbiner Dr. Breslauer, Fürth, Oberrabbiner Dr. Carlebach, Altona, Salomon Eschwege, Hamburg, Gottfried Goldschmidt, Halberstadt, Menko Max Hirsch, Halberstadt, Julius Loewenthal, Eschwege, Rabbiner Dr. Elie Munk, Ansbach, Rabbiner Dr. Esra Munk, Berlin, Leopold Oppenheimer, Frankfurt a. M., Hermann Schwab, Halberstadt, H. Sichel, Breslau. - 3. Bericht des G. A. erstattet vom Präsidenten des- Wiener Büros, Herrn Rabbiner Dr. Pinchas Kahn-Wien. Die Agudas Jisroel raird in der ganzen |>oIitijdjen SCBelt als Vertreterin der SNhvdvxü anrNannr. fjiir alles, was in vcr ONhovoxic an Gutem oder Bösem geschieht, macht man. sie verantwortlich. Zwecks Studium des Gemeindegesetzes waren Referent und Rechtsanwalt Dr. Breuer in Palästina gewesen. Gelingt es, in Palästina das Schul- und Gemeindewesen in agudistischer Weise zu regeln, so ist der Sieg der Agudo dort sicher. Es ist dies in erster Linie eine Frage der Finanzen. Aehnlich wie in Palästina ist die Lage in allen Ländern, wo die Orthodoxie politisch eine Mlle Mil., Tschecho-Alotvcrke!. Äer Rebner legte ttt aus« ührlicher Weise die Gründe für die von der slowakischen Orthodoxie bei den letzten Wahlen geübte Taktik dar. Polen. Die Erhaltung des Cheders, dieser Lebensquelle der Orthodoxie, ist ein' Verdienst der Agudas Jisroel und speziell ihrer politischen Vertretung im Parlament. Die Gemeindewahlen waren ein eklatanter Sieg der Agudas Jisroel, der 72°/0 der,Repräsentantensitze zufielen. Ungarn hat sich in der letzten Verichtsperiode noch enger angeschlossen und seiner organisatorischen Verbundenheit wiederholt durch Ueberweisung seines Organisationsbeitrages Ausdruck gegeben. Die Verbindung mit den sephardischen Kreisen ist leider bisher noch nicht geglückt. Jugendbewegung. Während in einzelnen Ländern, speziell Schweiz und Holland, diese an Umfang zunimmt, ist dieselbe in Deutschland durch den Versuch der Neutralisierung der Jugend in ihrer Entwicklung gehemmt. AlsiklUN, All SFi WlllMN W 88kk Ui MWsk DermenftDoUey Weise monatelang gewirkt. Man wird in nächster Zeit Gelegenheit haben, seine ausführlichen Berichte hierüber entgegennehmen zu können. Die Gegnerschaft von rechts hat so gut wie aufgehört. Fast alle rechts von der Agudas Jisroel stehenden Kreise sehen in ihr ausschließlich den Vertreter des gesetzestreuen Judentums. Als Fazit konstatiert der Redner, daß Agudas Jisroel nach außen einen gewaltigen Fortschritt gemacht hat, während die Entwicklung nach innen hiermit, insbesondere durch die furchtbare Wirtschaftslage,' unter der speziell die orthodoxen Kreise leiden, nicht Schritt gehalten hat, Dr. Mösts Au? rhNch -Berlin» üsr Vorsitzende, öantt im Namen der Versammlung Herrn Dr. Kohn für seine Arbeit in Polen, die faktisch die Rettung der Orthodoxie bedeutete. Es wird im Anschluß hieran eine Resolution folgenden Wortlauts einstimmgi angenommen: „Der deutsche Delegiertentag dankt der polnischen Agudoleitung für ihre Wirksamkeit zu Gunsten des thoratreuen Erziehungswesens in Polen." Hermann Schwab -Halberstadt berichtet über die Not des Crziehungswerkes in Bialystok und überbringt Klagen der Bialystoker Herren über mangelnde Fürsorge seitens der Agudoleitung. Die Diskussion über den Bericht des G. A. wird hiermit geschlossen. 4. Palästina-Referat. Herr Holländer bringt im Anschluß an sein auf der Zentralratssitzung erstattetes Referat nach einige spezielle (fluniie. helortt^ l>a^ neien i»er <xHtx>elttict^sn Palästina-Zentrale auch eine deutsche Palästina-Zentrale besteht und hofft, daß der neue Vorort speziell um die Arbeit der deutschen Palästina-Zentrale sich kümmern wird. Das orthodoxe Schulwerk .in Erez Jisroel ist leider noch sehr notdürftig. Die Lehrer werden viel zu gering besoldet. Das Schulwerk muß daher in Bezug auf Zahl der Lehrer und Schüler, in Bezug auf innere und äußere Ausgestaltung neu auf- und ausgebaut werden. Die Zionisten adelten mit ungeheuren Mitteln, mit denen wir nicht rivalisieren können. Es ist aber dringend nötig, daß in jeder Ortsgruppe für die Schulen in Erez Jisroel intenfivst gearbeitet wird. Auch daß das Kolonisationswerk in viel größerem Maße aufgebaut wird, ist ein Verlangen der Jugend. Redner bittet die Ortsgruppen, diesem Drängen der Jugend Rechnung zu tragen, und die Palästinaarbeit viel intensiv er« gu betreiben, Jr.!0jo|es §i u e r i a -Serün ieleu^iei fixe Seahren der durch Keren Hajessod erhaltenen Unterrichtsanstalten, die systematisch Kefiro verbreiten. Das einzige Rettungsmittel sind die agudistischen Schulen. Er teilt mit, daß Oberrabbiner Kuk ihn zur Erklärung bevollmächtigt habe, daß er niemals die Unterstützung des Keren Hajessod durch Jereim empfohlen habe oder empfehlen werde. 5. Anträge. Ein Antrag der Gruppe Breslau (Sandberg)t „Der Gruppenverband der Agudas Jisroel wird , ersucht, ein Sekretariat für den ganzen Osten nach Breslau, das dringend nötig ist, zu bestimmen" sowie Anträge der Hamburgischen Delegierten: 1. „Der Gruppenverband der Agudas Jisroel in Deutschland wrid gebeten, Vorsorge zu treffen, damit im Wintersemester eine Anzahl Redner, insbesondere den Großstadt-Ortsgruppen, für in Aussicht genommene Veranstaltungen zur Verfügung stehen"; 2. „Es wird gebeten, die Loslösung der ..Blätter" vom Äaciif MWOllM. Dia „MM" müßten öen sowtljchsn MitMLsm der Agudas Ilsrosl unabhängig von einer andern Zeitung zugängig gemacht werden" werden dem neuen Vorort Nürnberg als Material überwiesen. Um 7 Uhr schließt der Vorsitzende die Sitzung mit Dankesworten an die Delegierten. Am Abend sprachen in öffentlicher, stark besuchter Versammlung die Herren Jacob Rosen- I«'»* «. M., Sv. ß? \i ff Sesmdepuiierier Oberrabbiner L e w i n -Sambor, Schwab -Halberstadt, Rabbmer Tobias Horvwitz -Warschau, Silberstein -Lodz, W. S. Jacobson -Hamburg und Rabbiner Blau -Jerusalem. Jahresversammlung der holländischen Agudisten. Sonntag, den 9. Mai, wurde in der Diamantbörse zu Amsterdam die Generalversammlung der holländischen Aguda eröffnet. Als Gäste wohnten der Versammlung bei: Oberrabbiner A. S. Onderwijzer- Amsterdam, die Herren Rabbiner S a a r l o u i s, ©: Dt Langt. £. UND Ml Albert Kruskal als Vertreter der Palästina- Zentrale. Der große Saal war gut besetzt, als Oberrabbiner S. I. S. Hirsch -Zwolle die Delegiertenversammlung eröffnete, und die Abgeordneten und Gäste herzlichst willkommen hieß. Oberrabbiner Hirsch gab ein Ueberblick der Leistungen der Gesamtaguda im verflossenen Jahre und dankte in diesem Zusammenhang der Völkerm nlixm tzklll hlrllSMMll Mitglied dieser Kommission Mr. van Ress, der in echt holländischer Art für die Gewissensfreiheit der afchkenasifchen Gemeinde in Jerusalem eintrat. (Laute Zustimmung und Beifall.) Redner erinnert die Versammlung an die erfolgreiche Amerikareise von Jacob R o s e n h e i m und Dr. S. E h r m a n n und kommt dann auf die Erfolge der Aguda in Holland zu sprechen, die sich in einem starken Ausbreiten der holländischen Organisation gezeigt haben. Auch in Utrecht wurde eine Gruppe gegründet, welche sehr tätig ist. Auch eine Jugendorganisation sei gebildet worden. Mädchengruppen wurde im Haag und Rotterdam errichtet. MkllM Mt sich slsösnn mit ZeM Vorwurf» öen man auch hier in Holland der Aguda macht, sie sei „Trennungsorthodoxie", auseinander, und widerlegt in meisterhafter Weise all diese durchsichtigen Behauptungen. In Holland haben wir Trennung nicht nötig, in Holland arbeiten alle Gemeinde auf dem Boden des Schulchan Aruch. Die Aguda will, daß die Kehillaus nicht nur offiziell jüdisch bleiben, sondern daß unsere Jugend und auch die älteren sich intensiv mit Thoralernen beschäftigen, und so wie im „Trennungs-Frankfurt" nach dem Schulexamen ein oder zwei Jahre an der Jeschiwo ler- '3vauji5i.3. oiiavkcu verwenden *Ä. 3. ‘Telegramme zu haben bei B. Rachelsohn » Bergmann * Wahrmann * Sänger & Friedberg sowie bei dem Vorstand der Ortsgruppe ‘ Frankfurt'' am Main!

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