Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1926)
- Date
- 1926-06-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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j; Sette 2 Nr. 13 Ver I s r a e i l t BlLt t e r 10. Juni 1826 Palästinas auf dem Boden des Thoragesetzes mit freiem Austrittsrecht für die Liberalen gefordert. Erst als sich zeigte, daß Zionistische Organisation und Waad leumi diese Jahrtausende lang selbstverständliche Gesetzeseinheit rundweg a b - lehnten und für ihre Gemeindeorganisation das Prinzip der Mehrheit an die Stelle desjenigen der Gesetzesautorität stellten, verlangte die Aschkenafische Gemeinde für sich und die itzSjLtztSSzvsprtLirZlstHZöslnnlsn Kreise im ganzen Lande das Recht, altjüdische Gemeinden auf der geheiligten Basis des Thoragesetzes zu konstituieren. In dem Augenblick, in dem die palästinensische Regierung, in dem der Völkerbund gerade diejenige Gemeinschaft, welche dieses historische Prinzip vertritt, nicht mindestens mit dsrnfslkren Maßstabs meffert urtb mit den gleichen ösftnMch?« Rrchtrn ausstaiicn wvlltc wir jede andere religiös-neutrale Gemeinschaft, würden diese staatlichen Instanzen in unerhörter Einseitigkeit gegen das gesetzestreue Judentum Stellung nehmen und es in den Augen der Welt, in den Augen vor allem der Heranwachsenden Jugend zur Sekte Herabdrücken und aufs schlimmste degradieren. Dies ist die Kernfrage, um die es sich handelt. Nicht das Prestige irgend einer Gemeinde oder frgend einer Organisation steht auf dem Spiel, sondern die freie mindestens gleichberechtigte Entfaltung desjenigen Gedankens, der das Judentum durch die Jahrtausende getragen bat, und der um sein Existenzrecht in der Zukunft auch auf dem Boden des heiligen Landes ringt. Blendeten nic^t Mal^tdünkel^ pachten unD Antipathien, das Erbe langjähriger Kämpfe, die Augen der an der Spitze des Waad Leumi und der Zionistischen Organisation stehenden Persönlichkeiten, sie müßten als ehrliche Menschen selber zu Regierung und Völkerbund hintreten und iair play für die Orthodoxie, Gleichheit der rechtlichen Position für die h i st o r i s ch e Anschauung neben der neu emporgekommenen fordern. Solange dies nicht geschieht, wird Agudas Jisroel nicht aufbören. für Gatt und sein Gsssh vor den Ma^lhcrbern m Me gu treten, möge die Zionistische Organisation mit fadenscheinigen Gründen noch so lebhaft die Legitimation der Agudas Jisroel zur Vertretung der Weltorthodoxie bestreiten. Sie wird mit diesem Bestreiten kein Glück haben, denn die Welt weiß, daß an der Spitze der Agudas Jisroel die anerkannten geistigen Führer des jüdischen Volkes stehen, daß auch die geringe Zahl der Orthodoxen in den zionistischen Reihen — von „Hunderttausenden" kann gar keine Rede sein — die prinzipielle Berechtigung der Agudaforderung auf Anerkennung desReligionsgesetzes nicht bestreiten, sondern nur ihre Durchführbarkeit im gegenwärtigen Stadium dev Nlachtvsrtsilun^ innerhalb der judischrn Bemcinschast bcMciseln und dadurch allerdings gegen ihren Willen die Machtpositionen des die Thora entthronenden zionistischen Liberalismus stärken. Wenn gegen die Forderungen der Agudas Jisroel der Einwand erhoben worden ist, daß die Anerkennung zweier nebeneinander bestehender jüdischer Gem^nschaften in Palästina eine politische Schwächung der jüdischen Position als solcher gegenüber der Regierung und gegenüber dem Arabertum bedeute, so ist dieser Einwand hinfällig, nachdem sich die palästinensische Orthodoxie immer wieder bereit erklärt hat, nach vorbehaltloser öffentlich-rechtlicher Anerkennung ihrer religiösen Selbständigkeit an der Herstellung einer politischen Einheitsfront in den notwendigen Grenzen mitzuarbeiten. Möge man nicht glauben, daß selbst ein etwaiger durch politische Gewalt errungener Sieg über die gerechten Forderungen der Orthodoxie Ruhe und Frieden bedeuten werde. Der durch ein Spiel des Zufalls heute mächtig gewordene und durch den tragischen Irrtum des „HJtißFQlfjr künstlich gSstÜW WMMUL MZL sich bewußt bleiben, daß es von ihm abhängt, ob das jüdische Volk auf dem Boden Palästinas von den wildesten religiösen Kämpfen zerrissen werde, oder ob eine friedliche Entwicklung unter gemeinsamer Lösung der wahrlich nicht geringen ökonomischen und politischen Schwierigkeiten sich anbahnen wird. bte Stus^iilprurtgen des ÜJlemor anbums gur Qtrtifitatfmge wird noch zuNMznwnnnen fein; vorläufig ist „Agudas Jisroel" in dieser Frage nicht an den Völkerbund herangetreten, weil sie noch nicht alle anderen Mittel zur Durchsetzung ihrer Forderungen für erschöpft hält. Die Brief-Anschrift der Stellenvermittlungs-Zentrale der Agudas Jisroel Jugend- Organisation lautet nunmehr: Frankfurt a. M., Uhlandstraße 48 II. Der 8. Delegiertentag der „Agudas Zisroel" in Deutschland vorn 26. Mar in Berlin. I Aeußerlich begann die Versammlung unter keinem günstigen Stern. Zwar hatte die Ortsgruppe Berlin in bewährter Trefflichkeit die räumlichen Vorbereitungen getroffen. Doch als „höhere Gewalt" ließ sich, schon eine Stunde vor angesetztem Tagungsbeginn, im Saale der Zentralrat nieder, der am Tage zuvor nicht fertig geworden war. Etwas ^artbert baljev unsere ^»ünktlic^ Menenen Delegierten! bei dem Betreten der Montefiore-Räume eine imposante Corona im gefüllten Saale vor und merkten erst aus den eifrig behandelten Verhandlungsgegenständen und an vielen ausländischen Gestalten, daß da zwar wichtige Aguda-Dinge besprochen wurden, aber nicht die der deutschen Aguda. Diese, soweit sie nicht vom Zentralrat gefesselt wurde, zog sich in einen anderen Raum zurück, in dem Herr Dr. Meier Hildesheimer mit launigen Worten Begrüßung und Aufklärung erstattete, um sich dann mit einigen Rabbinern zu deren Leipziger Konferenz zu begeben. Infolge mancherlei Personal-Unionen von Zentralrat und deutscher Agudo srtztt m MtlöMkiMZ Hill unD Oer voll Deler gierten aus einem Saals Zum andsru siu, ft daß eine Konzentrierung auf bedeutungsvollen Beratungsstoff schwer möglich gewesen wäre. Glücklicherweise lagen keinerlei komplizierte Anträge oder Anregungen vor. Der eigentliche Zweck der Versammlung war vielmehr die Wahl des Vororts und in Verbindung damit des Vorst a n d e s. Nachdem Halberstadt dreizehn Jahre lang die Führung der Landesorganisation inne gehabt hatte, bestand aus verschiedenen Gründen Halberstadt auf einen Wechsel des Vororts. Mit dieser Frage beschäftigen sich die Delegierten demnach in der Hauptsache, und nach eingehender Aussprache wurde R ü r n b e r g - F ü r t h als neuer Vorort gewählt und dementsprechend eine Umstellung des Vorstandes vorgenommen, dessen Zusammensetzung bekannt gegeben wird, sobald die Zustimmung aller Gewählten vorliegt. Der Bericht des bisherigen Vororts folgt in nächster Nummer. Zunächst sei über die Nachmittagssitzung berichtet. l. SSkStt Htsthoba. Der Vorsitzende erteilt dem Vertreter des deutschen Keren Hathora. Herrn Wolf S. Jacobson-Hamburg das Wort zur Erstattung des Tätigkeitsberichtes. Referent bezieht sich auf die vom deutschen Keren Hathora herausgegebenen Tätigkeitsberichte vom Dezember 1924 und Ellul 5685. Die Arbeiten des deutschen Keren Hathora sind folgende: 1. Organisierung der Sammeltätigkeit; ij?f??Fnng m Linm in Mfüanö; 3. Mekkas MHjttUch. Mcrgoglsche Alllellung. Zu 1) Es bestehen zurzeit in Deutschland 44 Kommissariate, die die „Tagesspende", die „Barmizwoh- Aktion" und das „Spendenbuch" in ihrem Aktionsbereich durchführen. Größere Aktionen fanden am vorigen und an diesem Schowuaus statt. Das Ergebnis der diesjährigen Aktion läßt sich noch nicht übersehen. Es scheint aber, daß trotz der augenblicklichen ungewöhnlich schlechten Wirtschaftslage die Bemühungen nicht erfolglos waren. Mit der Palästina-Zentrale ist eine Verständigung dahin getroffen, daß diese Rausch Haschono und Purim, der Keren Hathora Schowuaus und Chanukah, für evtl. Sonderaktionen erhält. Zu 2) Der Keren Hathora hat vier eigene Talmud Thoras in Dortmund, Hannover, Magdeburg und Gelsenkirchen gegründet. Er leistet zu zahlreichen. Talmud Thoras: Essen, Karlsruhe, Braunschweig, Hermann Lehmann Schule-Offenbach, Zuschüsse, und ist mit größeren Beträgen beteiligt an den für den Limud getroffenen Einrichtungen in Emsland-Friesland, Fulda, Cassel usw. Die Lehrerseminarien, Jeschiwaus ufw. murdsn im MMII m MWWn mtt MMMmn MM M monatlichen Ausgaben des deutschen Keren Hathora betragen durchschnittlich Mark 3500.—, denen eine einigermaßen sichere Einnahme von Mk. 2400.— gegenüber steht. Das monatliche Defizit von zirka Mk. 1000 — dis Mk. 1200.— wird jeweils durch Sonderbemühungen eingebracht. Leider konnte der deutsche Keren Hathora seinen Verpflichtungen der Zentrale gegenüber nur in höchst unzureichendem Maße Nachkommen. Besondere Anerkennung verdient die Leitung der Kommissariate: Frankfurt, Hamburg und Nürnberg. Insbesondere Frankfurt arbeitet unermüdlich, und fördert die Zentrale auch durch ständige Anregungen. Die Organisierung in Min unD Mmig Nt M IMM» such in Ukter Zell n°ch vicht durchführen lassen. Im Namen der Zentrale führte der Vorsitzende Verhandlungen mit dem europäischen Direktor des Joint. Für das Beth Jakob-Schulwesen wurden Kreise deutscher Mädchen und Frauen durch den Keren Hathora interessiert. Die Arbeit ist dadurch sehr erschwert, daß selbst in weiten Kreisen des gesetzestreuen Judentums in Deutschland der Keren Hathora aus „politischen Gründen" nicht die Unterstützung und Förderung findet, die er unbedingt braucht. Daß der Keren Hathora, wie auch in dem Statut fest verankert, sich seiner Zugehörigkeit zur Agudas Jisroel bewußt ist, braucht nicht immer wieder betont zu werden. Diesbezüglich sei wiederholt hingewiesen auf den Artikel über „Die Entpolitisierung und Ueberparteilichkeit des Keren Hathora" in den „Blättern" vom 25. März 26. Auf die einzelnen Sonderleistungen des deutschen KAM DlllPr-ll M MllWs EntsHMunZLSttiZu) älLllbl KiöfökEl nicht diuzdhsir (fu müssen, ba btefelben durch frühere Verösfentlichungen ja genügend bekannt sind. Er fügt noch hinzu, daß der Keren Hathora in Deutschland im Rahmen des - ihm Möglichen den Meschulochim der Jeschiwaus stets beigestanden hat, daß allerdings einzelne Meschulochim in ganz unverantwortlicher Weise, um ihre Einnahmen zu erhöhen, gegen Keren Hathora hetzen. Im großen Ganzen glaubt der deutsche Keren Hathora, wenn er von den einzelnen Gruppen mehr als bisher unterstützt wird, auch in Zukunft die ihm übertragene Aufgabe, für Thora zu arbeiten, durchführen zu können. Dr. Herz-Fulda. Die Lehrer in Hessen fühlen sich, weil sie keine genügende Vertretung in den Verwaltungsbehörden des Keren Hathora haben, zurückgesetzt, und lehnen daher z. T. ihre Mitarbeit ab. Er bittet, mit den GedenketdesKerenHatorah Steifes? Poslsclieclc-Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg Nr. 24753 (P. Sch, A. Hamburg),. Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a. M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin ‘Nr. 88 672 Hermann n. Mannheim. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40 953 für Dr. Julius Baer