Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1926)
- Date
- 1926-06-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Hfätfei* ftegflusgeflcBcn von 4er fondesogsawifafion dev Agudas-Iisesek Iw Bewtfeklawd \2. Jahrgang Frankfurt a. AT, lsO. ^uni \ty2611 28. Sttüan 66L6 Nummer \5 nm&Ärrjminrr nra )n keinem frommen Bause darf die TMMTAMGkLMGkLE des Üteven ^ajfMuw des Paläftina-Aufbaufonds der gesetzestreuen Iudenbeitz fehlen. Durch regelmäßiges Linwerfen in die Büchse kann der Aderen Bajischuw seine bisherigen Leistungen um ein Vielfaches erhöhen. Büchsen sind erhältlich bei der Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel Frankfurt am Main Büro: Töngesgaste 18 Briefadreste: Dr. S. Oppenhe mer, Eschenheimer Anlage 31. Das Memorandum der Zionistischen Organisation an den Völkerbund. Die Zionistische Organisation hat dem Völkerbund ein Memorandum über die Entwicklung des jüdischen Nationalheimes in dem Zeitraum 1925/26 überreicht, das sich mit den Fragen der Ginmanbcrung, der lartbtütrif chast- Iiü)en und städtischen Siedlung, der I n d u st r i e , des Gesundheits - und E r - Ziehungswesens befaßt und alsdann in besonderen Abschnitten das Gemeinde- Gesetz und die Jewish-Agency behandelt. Die Aeußerungen des Memorandums über die Forderungen der palästinensischen Orthodoxie und der Agudas Jisroel zum Gemeindegesetz seien im folgenden in wörtlicher Uebersetzung wiedergegeben: »Lm Zusammmymg hiermit sollen in Kürze Die Kunogedungen beleuchtet werden, die der ständigen Mandat- Kommission und der Mandatarmacht von der Aschkenasischen Gemeinde in Jerusalem zusammen mit Agudas Jisroel übermittelt worden sind. Nach Mitteilung d.er Mandatarmacht in der siebenten Sitzung der Mandat- Kommission zählt die Aschkenasische Gemeinde etwa 1200 Mitglieder. Diese Gemeinde ist also nur ein kleiner Teil der aschkenasischen Juden in. Jerusalem und stellt eine geringfügige Quantität dar im Verhältnis zu der gesamten Zahl der Juden in Erez Jisroel. Die geringe Zahl ist jedoch noch kein genügender Grund, ihre gerechten Forderungen nicht anzuerkennen. Jedoch steht diese Angelegenheit in Verbindung mit den Forderungen, welche die Zionistische Organisation sich für berechtigt hält, der Regierung gegenüber zu erheben. Die Ansicht der Zionistischen "Organisation ist folgende: In Anbetracht des Umstandes, daß die jüdische Gemeinschaft, für welche das Gsrnsrndsgsss^ bestimmt ist, sich aus ber ilßer» mtegenten 1er jälifr^en Senü^ernng mensetzen mutz, ist esklar, daß eine Gruppe von einigen hundert Familien nicht in der gleichen Weife. einegesetzliche Anerkennung als besondere jüdische Kehilla beanspruchen kann. Was eine solche Gruppe mit Recht verlangen kann, ist unbegrenzte Freiheit des Glaubens und Meinens.und das volle Recht, an ihren Anschauungen - in allem, was die Religion und die praktischen Religionsübungen betrifft, festzuhalten. Wenn sie sich von der?bs»msyfss tzxx jüDiltfjen WMiiWllst aDTonöcrn will, so Dßt sic ein tüetfjt Dazu unv sie rann sich aus Munü freier Willensbeiätigung organisieren. Was die Echechita- Frage betrifft, so ist es klar, daß das Vorhandensein .zweier Autortiäten für Schechita-Angelegenheiten an «einem und demselben Ort, von denen die eine mit der anderen kämpft, geeignet ist, zu unerwünschten Folgen zu führen. Es ist darum nötig, daß die Aufsicht über die Schechita sich in den Händen einner einzigen Stelle befindet, die sich aus den Bevollmächtigten aller interessierten Gruppen zusammensetzt, ohne darum den Anspruch irgend einer Gruppe zu negieren, sich die ihr zusagenden Schächtbeamten auszuwählen. Wenn irgend eine Gruppe Anlaß zu haben glaubt, die religiöse Zuverlässigkeit der vom Oberrabbinat approbierten Schächter zu bezweifeln, so besteht kein Grund, dieser Gruppe das Recht vorzuenthalten, sich eigene Schächter anzustellen. Die Meinung der Zionistischen Organisation ist, daß man mit Mm MM. Dii? uliMen rniftömnani Wer religiösen oder sünstkgen Gruppe behüttdeln füll, und ein jeder Vorschlag, der diesem Grundsatz widerspricht, wird von uns nicht gebilligt. Was Agudas Jisroel betrifft, so beabsichtigt die Zionistische Organisation nicht, sich im einzelnen mit der Wesensart und dem Standpunkt dieser Organisation zu befassen, oder die Bedeutung der Aufbau-Arbeit, die man der Agudas Jisroel in Erez Jisroel vielleicht zum Verdienste anrechnen kann, herabzusetzen. Es genügt, nebenbei zunächst zu bemerken, daß diese Ausbau-Arbeiten bisher recht geringfügig waren. Die Zionistische Or- ^ariifation stellt firt^ ausgujjoredjenj Dag öle Erklärung, Die von Der ZlguDa nnföjemenD abgegeben worden ist, sie spreche als Bevollmächtigte des überlieferten Judentums und trete als dessen Beauftragte auf, keine berechtigte Grundlage hat. Hunderttausende orthodoxe Juden zählen zu der Zionistischen Organiation oder sind praktisch mit der zionistischen Arbeit verknüpft. In der Erfüllung ihrer Aufgabe als Jewish Agency betrachtet sich die Zionistische Organisation als Treuhänder der jüdischen Gesamtheit, und nicht allein ihrer Mitglieder. Bei der Auswahl von Einwanderern, wie auch auf den übrigen Arbeitsgebieten, benachteiligt man die Mitglieder der Agudas Jisroel keineswegs, denn die Zionistische Organisation unterscheidet nicht zwischen Juden und Juden wegen ihrer religiösen Anschauung, und nach ihrer Meinung ist dies (die religiöse Anschauung) eine Privatangelegenheit eines jeden Einzelnen und sie kann nicht zugeben, daß die Mitglieder der Agudas Jisroel als solche besondere Rechte erwerben.' Ebenso ist es nicht fea{3 bte . Arsrrrstrfchs OrgantfaHon etrt Söorurieil gegen'ßie ^tgutr« tj«ße( die ^n|<^jwWgwngenf die gegen sie in dieser Hinsicht erhoben wurden, sind nicht begründet. Diese Anschuldigungen beziehen sich anscheinend besonders auf die Verteilung der Zertifikate für die Einwanderung, die von Zeit zu Zeit von der palästinensischen Regierung der Zionistischen Organisation als Jewish Agency überantwortet werden. Die Zionistische Organisation erklärt hiermit öffentlich, daß bei Verteilung der Certifikate kein Ansehen der Person gm. öorc LevollmiWigtcn in Den Der* siWvenen NnwMMrungseZenirm richim sich nach Den ihnen erteilten Weisungen und erteilen die Cinwanderungserlaubnis nur demjenigen, der nach seiner Qualifikation dafür geeignet ist. Die religiöse Anschauung des Einzelnen hat keinerlei Einfluß auf sein Schicksal als Ansiedler, und mit Kandidaten aus der Mitte der Aguda wie aus anderen Gruppen hat man bisher immer, und wird man auch in Zukunft, nur auf Grund ihrer persönlichen Eignung verfahren. Diese Ausführungen verraten in ihrem ersten Teile die gleiche Verständnislosigkeit für das Wesen des großen Kampfes, der nunmehr feit Beginn der neuen ^«lüstinenfisU^en 5Uer« gruifN^en Der Zionistischen Organisation unv Äguvas As? roel tobt, wie sie auch bisher alle Aeußerungen und alle praktischen Maßnahmen des Zionismus bestimmt hat. Das Memorandum erkennt zunächst an, daß es bei der Prüfung der von der Aschkenasischen Gemeinde aufgestellten Forderungen auf die Seelenzahl dieser Gemeinde durchaus nicht ankonune. In Gewissensfragen, und darüber hinaus in Fragen der Weltanschauung, kann nicht die brutale Ziffer entscheidend sein, sondern einzig und allein der Gesichtspunkt der Gewissensfreiheit. Es ist aber eine unendlich kleinliche Auffassung — wobei wir an der dp£et£ btejer 2Tu^asfung feinestoegs gtoetsein —, Die Gewissensfreiheit nur Dann bedroht oder beeinträchtigt zu sehen, wenn die Individuen zu positiven Handlungen gezwungen werden, die ihrem religiösen Bewußtsein widerstreben, oder wenn sie auf die Befriedigung unmittelbarer religiöser Lebensbedürfnisse verzichten müssen. Gewissensfreiheit heißt freie Entfaltungsmöglichkeit für das v o m eigenen Gewissen als Wahrheit erkannte religiöse Prinzip. Zwischen der Zionistischen Organisation und dem von ihr geschaffenen Waad Leumi einerseits und der Orthodoxie der ganzen Welt, wie sie Agudal.' Jisroel vertritt, steht die große Schicksalsfrage, ob die jüdische Gesamtheit und ihre einzelnen Zellen, die jüdischen Gemeinden, als solche die e w i g e G ü l t i g k e i l des Religionsgesetzes als 23er T? I M’rn g r? g rn im fl g? nstgIIksrkst stkn haben, ob er ob, wie es in dem Memorandum der Zionistischen Organisation an anderer Stelle sehr offenherzig heißt, nach zionistischer Anschauung die Religion als Privatangelegenheit jedes Einzelnen zu gelten habe. Kein gebildeter Jude oder Nichtjude wird bestreiten, daß es sich hier um eine die Tiefe der Volksseele und die ganze historische Existenz des jüdischen Volkes berührsnbe prrr-Zrprells Frage hanbelt. Die Sonnen» tribsche ©emeinDe, gang einerlei, oD sie nun 1200 ober 12 000 steuerzcrhlenbe Mitglieder hat, kämpft für dieses Prinzip. Als Wahrheit anerkannt wird es weit über den Kreis der S o n n e n f e l d s ch e n Gemeinde hinaus von allen gesetzestreuen. Juden der Erde, auch von denjenigen, die aus Gründen der Taktik, aus gefühlsmäßigen Stimmungen, aus Nachgiebigkeit oder aus religiös-propagandistischen Motiven es für richtiger halten, sich einstweilen organisatorisch in religiös neutrale Gemeinschaften einzuordnen, um diese von innen heraus zu überwinde In Palästina selbst haben sich schon vor zwei Jahren 7000Familienhäupter, rmniejienis 000 Seelen j?erlre!enf Unterzeichnung einer von Der Aschkenasischen Gemeinde der Regierung überreichten Petition zu dem Prinzip der Thora-Autorität und gegen den Waad leumi erklärt. Demgemäß ist auch jetzt die Hälfte der palästinensischen Bevölkerung der Wahl zum Waad leumi f e r n g e b l i e b e n. DMvkl" hm stllst bkMstMliT p f im ä r keineswegs Die Anerkennung einer selb-- ständigen orthodoxen Gemeinschaft neben der neutral-zionistischen sondern, vielmehr die einheitliche Konstituierung derJuden