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Der Israelit · 1926-06-03 · Heft 23 (3.6.1926) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 23 (3.6.1926)
Date
1926-06-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr- 23 Seite 3 3. Juni 1926 Der Israelit die „Zusammenarbeit der Thoratreuen und ihre Grenzen". Der Urbegriff der jüdischen Gemeinschaften, die trotz mancher Beeinträchtigungen der Souveränität des Gottesgesetzes schon zur Zeit des Atvsitsn Tempels bis in die neueste Zeit selbsiänkig gelaltefcert roäreü, [ilt Dߥ SßQFlff DßS niomw , D. h. Die gemeinsame Errichtung aller Institutionen selbst weltlichen Charakters nach den Gesetzen der Thora. Durch die im 19. Jahrhundert von Seiten des Staates geschaffenen neuen Rechtsgrundlagen sind die jüdischen Gemeinden öffentlich-rechtliche Körperschaften, auf die der Begriff des monw unanwendbar wird. Daher könne bei Austritt aus denselben keine Rückerstattung beigesteuerter Vermögensteile erfolgen. Zum Hirsch-Bambergschen Streit über die Notwendigkeit des Austritts übergehend, vertritt der Redner den Standpunkt, daß die Hirfchfche These, durch Einzahlung in simultane Gemeindekassen entstehe ein verbotenes norm/, durch des Redners Deduktionen widerlegt sei. Die andere These des Hirfchfchen poo, das ni'2S 'law ’T »to sei dadurch abgeschwächt, daß die Orthodoxie zumeist mehr Geldstütze empfange als gewähre. Auch dürfe man die geduldete Fortdauer eines Zustandes nicht als ii'3p'1319'i'pi'O bezeichnen. Ausdrücklicher yro komme fast nirgends in Betracht. Auch hinsichtlich iiy. könne man die einschränkenden Bestimmungen des Rambam heranziehen. Die Schärfe der Einstellung gegen die Epigonen der Reform sei überhaupt nicht mehr am Platze, da flll Dtfft MHtlttMllkll gUMssk, der km über die späteren Karger gesagt habe. Redner führt alsdann taktische Gründe gegen den Austrittsgedanken an und bezeichnet ihn als eine 13 TüayV ^12' nas.1 in ym ii'n die vielleicht einmal später Gestaltung gewinnen könne, gegenwärtig aber als Prinzip nicht möglich sei. Auch sei das Arewus für die Gesetzesübertreter ein halachisches Postulat. Freunde und Gegner des Austritts dürften einander das DWDiP?ntd)t abstreiten. Das gleiche Prinzip gegenseitiger Achtung sei auch gegenüber dem Misrachi und ähnlichen Organisationen anzuwenden. Der Korreferent Rabbiner Dr. B o n d i - Mainz beginnt seine Erwiderung mit dem Hinweise auf die seelische Not Hirschs und der Seinigen vor Zustandekommen des Austrittsgesetzes und seinen Schmerz auf den Protest Bambergers hin, der zuerst ungewollt die Religionsgesellschaft zu gefährden schien, um daraus die spätere Erbitterung beider Parteien zu erklären. Die scheinbaren Inkonsequenzen der Austrittler für den Fall staatlichen oder finanziellen Zwanges widerlegt Bondi auf logisch zwingende Weise durch Hinweis auf die Tatsache, daß die Trennungspflicht an sich nur für den Fall der Ausführbarkeit besteht. Daß die Liberalen nachgiebiger geworden sind, sei eine segensreiche Folge n u r des Austrittsgesetzes, und bei nicht genügender Ausnutzung DßifßtfM könnte Die alte neoißgi Zxjrarmet schnell MiÄ&V ättflSÜSN. MS llltSN M« former haben noch verstanden, was uns von ihnen trennt. Die heutigen Liberalen stehen uns so verständnislos gegenüber, daß die Kluft kaum noch religiös überbrückbar fei, und dies ungeachtet des wieder erwachten religiösen und nationalen Sinnes. Dem ni3iv-Prinzip gegenüber erinnert Bondi an den Gedanken^'iVi rrwn ciirri'L'imrr s'rr ^131131'^- daß niemanden eine Gesetzesverletzung im Interesse fremden Seelenheiles zugemütet werden könne. Eine Fürsorge für die religiösen Bedürfnisse sei überall im Kern der Separatgemeinden selbst für die Fernstehendsten gegeben, so daß daraus also keine Notwendigkeit für Gemeindeorthodoxie sich ableiten lasse. Für 135PI -Fälle sei in Simultangemeinden meist die Autorität der Rabbiner unzureichend. Dies alles seien praktische Gründe s ü r den Austritt. Innerhalb der Simultangemeinden seien wir vom guten Willen Andersdenkender völlig in jedem Augenblicke abhängig. Familiäre Hemmungen hätten viele Altfrankfurter s. Zt. vom Austritte zurückgehalten, seien aber für Hinzugezogene nicht anwendbar. Selbst die Weigerung Ausgetretener, die rituellen Institutionen allgemeiner Gemeinden snzuerkennsn. sei sin wohl zu würdigender point d^Honnevir un£> l>ar| kein Arrlätz ^11$!B&¥= bitterung werden. Die Halben aus beiden Seiten seien oft mitschuldig an letzterer. Das treibende Element seien nicht die Rabbonim, sondern die Baalebattim beider Parteien. Den Zeitungen sei ein gemäßigter Ton zu empfehlen. Rabbiner Dr, G. C o h n -Breslau verliest eine Resolution Wohlgemuth-Bondi zu diesem Thema, die einer Kommission überwiesen wird. In der Mittwoch Vormittag-Sitzung berichtete Herr Rabbiner Dr. M u n k -Berlin über die staatlichen Bemühungen um Einführung allgemein gültiger Religionslehr-Pläne, worauf Herr Dr. Wohlgemuth -Berlin ein eingehendes Referat zu dem vorliegenden staatlichen Entwurf erstattete. Der Entwurf sehe neutral aus, sei aber für den, der zwischen den Zeilen lesen könne, ein bekenntnisloses Unding. Das Bekenntnis zur Offenbarung ist ängstlich vermieden. Auch in der Stoffauswahl trete die anti-zeremonielle Gesinnung der Verfasser hervor. Hinsichtlich der Stoffmenge müssen unsere Forderungen 'viel weiter gehen als die Lehrpläne es vorsehen. Redner verliest Thesen über Stoff und Ziel des Die erste Frage ßstrifft de» KätzätttttäU AllLdMck N. Ehlja bar Abas ut Klduschin 30 b, der lautet: „Selbst Vater und Sohn, Lehrer und Schüler, die gemeinsam in der Thora forschen, pflegen sich häufig zu bekämpfen und als .Feinde" einander gegenüber zu stehen. Trotzdem scheiden sie als die besten Freunde, wie geschrieben steht: ,-73102 3,-77 n« noion rr^rr ,10103 'ipri- Dieser Ausspruch R. Chijas ist ebenso klar und verständlich, wie die Anwendung des 'Ion das ,13103 in ,10103 verwandelt. Anders jedoch 8"unr70 z. St., der nach einer kleinen grammatischen Einleitung, die an und für sich schwer verständlich ist, sich genötigt sieht, eine Korrektur (12102 in 13103) vorzunehmen. Was veranlaßte •mfriiö zu dieser Korrektur und was will er mit derselben bezwecken? Die zweite Frage betrifft ebenfalls eine Stelle in H"m,i» und ist womöglich noch schwieriger als die erste. In Ehulin 57 b wird von Rabbi Simon den Chalaphta berichtet, daß er eines Tages sich entschloß, das Leben und Treiben der Ameisen zu beobachten, die „keinen Fürsten. Ausseher und Befehlshaber" haben und die König Salomo dem Faulen als Muster zur Nachahmung hinstellte. Auch un diesen Vers (Mischle 6) knüpft K"ttn,l» eine kleine grammatikalische Bemerkung an und es macht fast den Eindruck, als ob er das Wort auf die beziehen würde, etwa wie die „faule Ameise". Aber selbst in diesem Falle ist die Bemerkung des -X"tP1lö nicht ganz klar und deren sicherlich tiefer Sinn nicht verständlich. Wer löst diese Fragen? <131 011j?1 Aleines Feuilleton. karäerkum. In Berlin weilt zurzeit der bekannte Gelehrte und berühmte Orientalist, Prof. Jsak Markon aus Leningrad, der auf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums, besonders der mittelalterlichen jüdischen Geschichte hervorragend bekannt ist. Das- Berliner Rabbinerseminar benutzte diese Gelegenheit, um in diesem Semester eine Reihe wissenschaftlicher Vorlesungen aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literaturgeschichte einzuordnen, die auch außerhalb des Kreises des Seminars großen Anklang fanden. Dieser Tage hielt Herr Prof. Markon im Rahmen der genannten Anstalt seine dritte Vorlesung, namentlich über Wesen und Entwicklung des Karäertums, wofür er auch, nach dem Tode Harkawys und Dr. S. Posnanfkis zurzeit als einzige Autorität gilt. Durch seine langjährige öffentliche und gesellschaftliche Tätigkeit in der russischen Residenz, wo er verschiedene Aemter beim Ministerium für Volksbildung und des Aeußern bekleidete, verfügt Herr Prof. Markon auch über eine Fülle interessanter Erinnerungen und Erlebnisse in den „allerhöchsten" Kreisen der russischen Gesellschaft zur Zeit des Zaren, besonders in ihren Beziehungen zu den Juden. Eine kleine Auslese dieser hochinteressanten Memoiren aus allerersten Quellen bot Herr Prof. Markon im Kreise des Hebräischen Sprachklubs in Berlin. Der inmitten seinem besten wissenschaftlichen Tätigkeit stehende Gelehrte, der seit einer Reihe von Jahren in reger 'Verbindung auch mit den maßgebenden Kreisen deutsch-jüdischen Wissenschaftler steht, beabsichtigt hisr sinigs ssinsr Mrbsitsir zu veröffentlichen, BJLGiiL Religionsunterrichtes auf ben verschiedenen Stufen. Der Korreferent, Herr Rabbiner P. K 0 h n - Wien geht auf die grundsätzlichen Anschauungen ein, die.den thoratreuen Religionsunterricht natu.rge*riä|3 »ori bem aller anderen „Richtungen" scheide und gi&t?m? ftwü??<>« Anregungen für einen lebendigen, das Kind gegen die Einwirkungen des Zeitgeistes schützenden Unterricht. In der lebhaften Diskussion kommt die Sprache auf die Verschiedenheiten des Schülermaterials, die Ausgleichkurse, Lehrsprache, die unzureichende Stundenzahl, vor allem aber auf die Frage, ob ein für alle Richtungen maßgebender Rahmen-Lehrplan überhaupt denkbar sei. Von vielen Rednern wird diese Frage verneint. Herr Rabbiner Dr. Munk kommt auf die historischen Vorgänge bei der Einführung des Lehrplan-Entwurfes zurück und erklärt es als gänzlich unmöglich, durch Streichungen und Einschaltungen aus einem allgemeinen, d. h. nichtssagenden, einen orthodoxen Lehrplan herauszugestalten. Der angeblich neutrale Entwurf verschweige mit nicht zu verkennender Deutlichkeit den Offenbarungscharakter des Judentums. Dagegen könne ein auf orthodoxer Grundlage aufgebauter Lehrplan auch den Liberalen annehmbar sein. Ein Antrag Auerbach-Löwenthal will dankend von den Referaten Kenntnis nehmend auf Aufstellung eines Lehrplanes des Rabbinerverbandes verzichten. Der Antrag löst eine lange GeschäftsorvllllngZrDcvaNk MZ mi rrm WkWUs der Nedaktions-Kpmmifsion überwiesen. Angenommen wurde später folgende Resolution: „Die am 26. Mai 1926 in Leipzig tagende Versammlung der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner" nimmt von den Referaten über „Religionsunterricht in den höheren Schulen" mit Dank Kenntnis. Sie hält die Ausstellung eines ins Einzelne gehenden Planes für einen in gefe hestreuem Sinne zu erteilenden Unterricht für wünschenswert." Nach Schluß der Sitzung bittet Herr Rabbiner Dr, C a r l e b a ch -Leipzig, die orthodoxen Organisationen mögen bei den Schulbehörden dahin wirken, daß die nachmittägigen Sonderkurse in Turnen, Singen usw. eingeschränkt werden, damit unsere religiösen Mindestforderungen im Unterricht erfüllt werden könnten. In der Nachmittags-Sitzung erstattet Herr Rabbiner Dr. Munk sein Referat über: „A p 0 l 0getischeAbwehraufgabendesdeutfchenJudentum s". Es ist nicht möglich, im Rahmen dieses kurzen Berichtes einen Begriff von dem gründlichen Referat zu geben, das mit einer (3ur ZWM Ml gitötni) TölllrnM norah", jüdisches Familienblau für Wissenschaft, Kunst und Literatur, Juni/Juli 1926. Wien 1/1 Postfach 161 (Preis des Jahresabonnements Mark 12.—) Im Zusammenhänge mit der Düsseldorfer Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, („Gefolei"), auf welcher die Hygiene der Juden mit einem eigenen Pavillon vertreten ist, hat die „Menorah" ihr Doppelheft Juni/Juli 1926 dem großen Problem der sozialen Hygiene des Judentums gewidmet. In einer Reihe von Aufsätzen aus der Feder bedeutender Gelehrter wird das ganze Gebiet vom biologischen, religiösen und allgemeinkulturellen Standpunkt behandelt. Ein reiches Jllustrationsmaterial, zum Teil v in Kunstdruckbeilagen und eine vorzügliche Bildstatistik über die sozialhygienischen Bestrebungen Palästinas gibt dem Heft eine weit über jede Aktualität hinausragende Bedeutung. Literarische Beiträge schließen die Sondernummer ab. (Handwörterbuch für Politik und Wirtschaft der Gegenwart.) Unter diesem Titel beginnt ein großangelegtes Werk, 12 Lieferungen ä 5 Bogen, bezw. 2 Bände ä 30 Bogen, von Regierungsrat I. Kreppet (Bundeskanzleramt, Wien) zu Erscheinen. Die erste Lieferung erscheint im Oktober 1926. Das Gesamtwerk gelangt bis Ende 1927 gur Ausgabe. Das Handwörterbuch stellt in übersichtlicher Weise 'sämtliche politischen und wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart dar. Es erscheint unter Mitwirkung berufener Fachmänner und bringt auch zahlreiche Karten, Tabellen, Diagramme und Porträts der hervorragendsten zeitgenössischen Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens. — Regierungsrat Kreppe! hat 11. «_ im Vorjahre ein Handbuch zur Judenfmi „Mm und SuMliim von Boule" BMUMgMu,

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