Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1926-05-28 · Heft 22 (28.5.1926) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 22 (28.5.1926)
Date
1926-05-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2450388-2450410--73191-2530586
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

28. Mai 1926 9T£ 12 Sette 3 fähig zu sein, dem unjüdischen Geiste in Erez Jisroel als gefestigte und starke Persönlichkeit gegenübertreten zu können. Die Hauptarbeit der \ Jugendgruppen beruhe vor allem in der Weckung von MMkssk Md Sitff gurn ÄW-H in der tatl kräftigen Unterstützung des Keren Hajischuw, für den keine Arbeit zu schwer sein dürfe. Der Redner! empfiehlt die Gründung von Arbeitsgemeinschaften, die Verbreitung und gemeinsame Besprechung von Literatur, und hält als stimmungsgemäß gut auszuwertendes Moment die Einrichtung der Rausch Chaudesch-Feiern für dringend geboten. Das wichtigste sei natürlich die Ausbildung von Aulim, denn von diesen hänge in erster Linie das Schicksal des Landes ab. Ueber aller Arbeit rnüste jebocf) das Vervußtssrn »om HsiligksitscharuMr Des Landes und von der pringipieüen Verschiedenheit unseres Aufbaus von dem der Zionisten stehen. An das Referat schloß sich eine lange Diskussion an, in. der ein großer Teil der Anwesenden zu Wort kam. Es gab einen Meinungsaustausch über den Grad der Bedeutung, der der Erez Jisroel-Arbeit innerhalb der Gruppe zuzumessen sei und über die Art und Weise, wie diese Arbeit in die übrige Gruppenarbeit einzufügen sei. Auch verschiedene praktische Vorschläge zur Intensivierung der Arbeit wurden gemacht. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten im einzelnen klang der einheitliche Wille durch die Debatte, möglichst viel zur Stärkung des orthodoxen Jischuw zu tun. und allgemein betnon sich Ansicht^ dringende Pflicht der Agudas Jisroel sei, den Entscheidungskampf zwischen Thora und europäischmodernem Rationalismus in Erez Jisroel durchzufechten. Im Anschluß an die Erez Jisroel-Debatte erfolgte am Abend, in Anwesenheit sehr zahlreicher Mitglieder der Hersfelder und der benachbarten die der ersten DtlDerferte am Mach aneh Jisroel', Die starken Eindruck machte und besser als Worte davon zeugten, daß Agudas Jisroel in Erez Jisroel heute Wirklichkeit ist. Die Hersfelder Aguda- und Esra-Jugend unter Leitung ihres Lehrers, des Herrn Emanuel, bot den Gästen noch eine kleine Aufführung, die viel Beifall fand. Der zweite Tag des Treffens begann mit einem außerordentlich instruktiven Referat von Dr. Siegmund Stein -Köln über den S t a n d derAauda-VewegunginderWelt, Daß, MN MisllWN MMN UMlslÜtzl, von erfreulichen Fortschritt aufwies, den der Agudagedanke in der Welt macht. Auch in diesem Referat wurde der Aguda in Erez Jisroel eine eingehende Betrachtung zuteil. Mit der Mahnung an die deutschen Gruppen, stärkere Disziplin und Unterordnung zu zeigen, dem Organisationsvorstand die Arbeit zu erleichtern und die Fühlung der eingerilerc ©rupfen untereinanber gu oerstarren, Most Das lehrreiche Referat, Dem ebenfalls eine längere Debatte folgte. Die Mädchen vereinigten sich anschließend hieran zu einer separaten Sitzung, in der das Führerproblem eingehend behandelt wurde. Ein Programm für einzurichtende Führerkurse wurde im Umriß ausgearbeitet, die weitere Ausgestaltung und Durchführung einer Kommission von Frankfurter Agudistinnen übertragen. Der letzte Nachmittag brachte nochmals einen Höhepunkt: die Rede von Max Gutmannüber; „Unsere Ärnppen f> <? i d e r Aufbauarbeit". In hervorragender, systematisch aufgebauter Ansprache streifte der Referent alle Probleme, über die sich die Gruppen heute klar sein müssen, zeigte aus praktischer Erfahrung heraus den Weg, der zu einer geordneten, stets wachsenden und allumfassenden Gruppenarbeit führt. Es ist unmöglich, in diesem Rahmen alles aufzuzählen, was Gutmann an Vorschlägen und Ratschlägen aufwies, das Referat als Ganzes, wird demnächst im Drucke erscheinen. Unter anderem wies er Wegewie die Gruppe ihre soziale Arbeit gestalten müsse, wie die Finanzen. die Propaganda, die Fühlung mit den Der Israelit _Blätter _ anderen gesetzestreuen Verbänden der Stadt, die Erfassung der jugendlichen Massen und ihre individuelle Erziehung in Gruppen, die Disziplinierung und die Herstellung eines engen FreundfU^aftsver^ältniHss dsn Mitgliedern, die Beeinflussung Der LanDgruppen durch Die Stabtgruppen zu erreichen sei. Er trat dafür ein, daß neben die Abwehrtätigkeit auch eine geordnete, systematische und positive Tätigkeit treten müsse, wie sie in vielen Gruppen schon bestehe und wachse, in anderen sich anbahne. Gerson S ch n e r b -Frankfurt ergänzte im Korreferat die Ausführungen Gutmanns im Einzelnen und sprach sich besonders über die mit dem Zirkelsystem gemachten Erfahrungen aus. In der folgenden, infolge der Kürze der Zeit stark ousarnruenoebrärT^ten Auss^rräch^ lüNVdä Esraproblem gestreift. Das zwar ein brennendes Problem nach wie vor ist, aber in Ausführlichkeit nicht in einem Bundestreffen, sondern nur in gemeinsamer, offener und von Verständigungswillen getragener Zusammenarbeit der beiden Leitungen behandelt und gelöst werden kann und hoffentlich auch einmal wird, wie es ja bei der ideellen Uebereinstimmung zwischen den beiden Bünden selbstverständlich ist. Dr. S t e i n - Köln schloß die Debatte mit dem Dank an die Redner, stellte rückschauend fest, daß das Treffen durchaus ein Erfolg gewesen sei und allen Teilnehmern eine Fülle von Anregungen und stolzer Genugtuung bedeutet habe. Er schloß mit einem warmen Sinnen m Arven nnv einem stolzen Bekenntnis zu Agudas jisroel, dem sich die Versammlung begeistert anschloß. Fritz Stern-Frankfurt dankte dem Präsidium und dem Großstadtdezernat für die geleistete Arbeit, den Hersfeldern für die überaus herzliche und echt jüdische Aufnahme und den jungen Hersfelder Agudisten und Esräern für ihre eifrige erfalgrerche 9Jit±arbet± bet her Organisierung hss Treffens. Gemeinsames Minchvgeöet bildete den Abschluß des Hersfelder Bundestreffens. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Treffen eine neue Etappe auf dem schweren Wege, den die deutsche Agudajugend geht, darstellte. Die Teilnehmer kommen mit einer Fülle von Erlebnissen und Anregungen heim, die in positive Arbeit umzusetzen sicherlich nicht schwer sein wird. Man darf sich ein weiteres Aufblühen der Agudagruppen Deutschlands, die dauernd im Aufstieg begriffen sind, versprechen. Als erfreuliche Tatsache bleibt ferner zu buchen, daß endlich etwas mefjr ^5ugenblicfjfei:£ urib -Geberrbicjfeii jtd^ zeigte, die bei früheren Tagungen so oft fehlte. Mögen die Teilnehmer auch diese Frische und Lebendigkeit mit heimbringen, die ein jugendlichfrisches Agudageschlecht, das keinen Stillstand und kein, wen auch nur vorübergehendes Deprimiertsein kennen darf, braucht, um an der heiligen Aufgabe der Agudas Jisroel Mitwirken zu können ‘r’tn.-ib Agudas Israel iu England. Am Sonntag, 2. Mai, fand im Restaurant Silberstein zu London eine auch von führenden Londoner Rabbonim besuchte Mitgliederversammlung statt, die den Anfang zu einer intensiven Agudoarbeit in London bilden soll. W. Schiff, der Vorsitzende der englischen Agudas Jisroel, begrüßte die Anwesenden und hieß dis Gasts. Nabbi Meir Don Plocki. dsn VorfiljeTt&eTt &ee $es? fbimsen Verbundes, Wolf S. Jacobson-Hamburg, E. R. Botschko-Montreux, Rabb. Rottenberg-Jerusalem herzlich willkommen. Rabbi Meir Don Plocki hielt eine flammende Rede über den Heiligkeitscharakter des jüdischen Volkes und des jüdischen Landes. Um. des Landes willen müssen wir arbeiten für die Heiligkeit der Menschen, um der. Menschen willen für die Heiligkeit des Landes. „Wenn ganz Jisroel zwei mmw hält, den roff der Schöpfung und den Schabbos des Landes, sofort wird es erlöst sein!" Englische Juden, in deren Land dis Valfourerklärung gegeben wurde. müssen mit besonderem Eifer für px arbeiten. Es ist höchste Zeit, mit der Arbeit zu beginnen. Wolf S. Jacobson entwickelte Prograww und Leitung der Agudas Jisroel an Hand des öe^annien nsn» wn Hauchonon: pp ptw *nn i .xsn ttfiyn ,-tivbw -nnnn pp ~ rrn1? vn bum 11 'v,x pp »nd rnroiy 'X2i»2 pn bv pnan ni Durchdringung der Werktagsarbeit der Einzelnen, der Gesamtheitsleistung auf a l l e n Gebieten mit dem sabbatlichen Gedanken unserer Besonderheit und Eigenart. In diesem Sinne ist auch die politische Arbeit der Agudo zu verstehen. „Man schilt unsere Führer, weil sie der Welt lieber ein gespaltenes als ein auf unjüdischer DvuMagL znsammengeschrneiWs Volk zeigen, anora* Wir akzeptieren bas: sie sind avn rump bp dipbj dhdid* E. R. Botschko sprach über wahren und falschen Nationalismus. Zitate aus Werken nationaler Schriftsteller — Achad haam, Jabotinsky, Soloweitschik — bewiesen, wie notwendig gegenüber falscher Darstellung die richtige Betonung des wahren jüdischen Nationalismus ist. „Dieser Weltanschauung gilt unser Kampf, wir kämpfen blutenden Herzens gegen unsere Brüder, um dieser unserer Brüder willen." Im Anschluß an die Referate nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, die in deutscher Uebersetzung wie folgt lautet: 1. Die Londoner orlhovore Invenheit tDentifp ziert sich mit der Orthodoxie aus dem Kontinent und in Palästina und unterstützt die Arbeit der Weltaguda, die Unabhängigkeit des gesetzestreuen Judentums in der ganzen Welt aufrecht zu erhalten. 2. Die Londoner Agudas Israel vertraut, daß die britische Regierung der orthodoxen Juherrheit Palästinas bas auf WilhllNg selbständigerreligiöser Gemeinschaften» wie vom Völkerbund empfohlen, gewähren wird. Es ist gewiß, daß die traditionelle Politik des Schutzes der Minoritäten und der Freiheit religiöser Ueberzeugungen, welche Großbritannien seine ganze Geschichte hindurch bewährt, auch dem Heiligen Lande gegenüber geübt wird, so daß die orthodoxe dortige Judenheit weder unterdrückt, noch gegenüber andern Teilen des jüdischen Volkes zurückgesetzt werden wird. 3. Die Londoner Agudas Jisroel fordert die gmmsmMgm in AMM Mm nnfj fr fort in London ein „Agudabüro für England" zu errichten. Dieses soll unverzüglich alle Zweige der Agudoarbeit — sowohl für die Diaspora als auch für Palästina — aufnehmen. Die Anwesenden verpflichten sich ihrerseits, alles in ihren Kräften Stehende zu tun, das Büro und seine Arbeit zu Unterstufen. Wahleni Hieraus fanden Neuwahlen statt. W. Schiff wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, I. Weil zum Vizevorsitzenden, H. A. Goodman zum Schriftführer. Es wurde beschlossen, daß der Vorstand der Londoner Agudo sich zukünftig zusammensetzt aus einem Rabbinercouncil und aus einem Laienrat. Die anwesenden cum sagten zu, zu diesem Zweck sofort die Londoner troa*i zusammenzurufen. Büro: Um sofort praktische Arbeit zu leisten, fanden Besprechungen statt, als deren Ergebnis neifflneiMB muDofenDe Denen Die WM MM des englischen nn^x-Vüros für die nächsten sechs Monate übernehmen. Erez Jisroelarbeit. Nach kurzer Debatte, an der sich die Rabbinen Lew, Singer und Rottenberg-Jerusalem — Mitglied des 7$n njßtfttn Tyn beteiligten — faßte die Versammlung folgende Entschließung: „Ein besonderes tyw px-Komitee ist sofort zu organisieren. Dieses hat die Arbeiten zur Gründung einer orthodoxen Londoner Ko- . lonie in Erez Jisroel unverzüglich aufzunehmen und in sofortige Verhandlung mit der Palästina-Zentrale wegen Ueberlassung von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.