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Der Israelit · 1926-05-28 · Heft 22 (28.5.1926) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 22 (28.5.1926)
Date
1926-05-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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J Seite 2 Nr. 12 Der Israelit Blätter 28. Mat 1926 Anforderungen viel größer als in früheren Jahren. Die technische Durchbildung muß also entsprechend weiter ausgebaut werden. Die Sprachenfrage in Erez Jisroel ist M MS mm Si8 Lim vss Nsdmrs ZUM Heiligen Lands und zu Loschaun Hakaudesch übt eine starke Wirkung aus. Jeder der Eingewanderten lernt im Laufe von eins bis zwei Jahren ohne fein Zutun die Sprache, 'die ihm von Kindheit auf bekannt ist und jeder Jude muß sich ihrer vor Gericht oder bei der Verwaltung bedienen, es fei denn, daß er arabisch oder englisch spricht. Andererseits ist es unerläßlich, daß die Kinder, die noch nicht lange im Lande sind, in Jargon unterrichtet roerben, bamii feine Entfremdung Mischen Eltern und Kindern hervorgerusen wird; auch darf die Qualität des Unterrichtes nicht durch die Sprache beeinträchtigt werden, da die Sprache für uns immer nur von sekundärer Bedeutung ist; lieber guter Gemoroh-Unterricht in Jargon als schlechter in Hebräisch. Das Grundlegende für alle Maßnahmen ist bei uns, daß die Kinder zu gefestigten thora- und überlieferungstreuen Jehudim erzogen werden und daß die Kinder sich in dem veränderten Milieu ohne seelische Erschütterungen im alten Geiste wieder zurecht finden. Der Kontakt zwischen Schulleitung und den maßgeblichen Rabbinen muß zu diesem Zweck ein sehr inniger sein. Der Zentralrat faßte folgende Resolution: rf!Der Qenlralral nimmt das ^efe^ai de? Herrn Sr. Auerbach mit Dank zur Kenntnis und überweist die Angelegenheit dem G. A. zur weiteren Behandlung mit Zustimmung des hierfür zuständigen rabbinifchen Landesrats von Erez Jisroel." Am Dienstag Morgen gibt Herr Rofenheim auf Wunsch einen detaillierten Bericht über die Verljllnvlllllgm MN der gilmiMMll OrglMWi tion. Es wurden sodann dis Cinwanderungsfrage, die Frage der Ausstellung der Zertifikate und ähnliche Palästinafragen erörtert. Masol-Buenos-Aires berichtet über die Lage der Aguda in Argentinien, Scherefchewfki-Kowno über diejenige in Litauen. Josselowski-Memel berichtet, daß die litauischen Rabbonim, die sich bis zuletzt bemüht haben, mit äußerster Toleranz und Friedensliebe mit den andern Parteien zusammenzuarbeiten, ein grausames Fiasko erlitten haben und sich jetzt gezwungen sehen, ihre eigenen ÜLege zu gehen. M bei intitem pp Isil v» R«sM bi? überhaupt fast die ganze geistig-jüdische Elite billigt ausdrücklich die Politik der Agudo. Bei der kürzlich stattgefundenen großen Rabbinerversammlung anläßlich der Wahlen und der Konstituierung der religiösen Kehillaus waren 109 Rabbonim anwesend, die alle mit Ausnahme eines Einzigen, dagegen mit Einschluß der anrwefenden sieben mrsrnc^iftifc^en Rabbonim^ den Wahlaufruf Der ökonomisch-religiösen Partei unterschrieben. Unter Berücksichtigung der nachträglich hinzugekommenen Unterschriften wurde der Wahlaufruf von 128 Rabbonim unterzeichnet und nur etwa zehn (!!) hielten sich zurück, denn in ganz Litauen gibt es nur etwa 140 Rabbonim. Das unverständliche, gehässige Verhalten der Zionisten, die jedes Wahlbündnis ablehnten, hat allen jüdischen Parteien infolge der eigenartigen den Minoritäten ungünstigen Wahlordnung (§ 76) großen Schaden gebracht, so daß statt fißBßn nu¥ D ¥ a i MW WzzMluU m um Parlament ziehen. Oberrabbiner Schapiro von Kowno, der bis zuletzt die Einheit der litauischen Kehillaus wahren wollte, erklärte dem Redner wörtlich, daß der Sonnenfeldsche Standpunkt nunmehr auch in Litauen bei den J'reeim gesiegt habe. Ueber die agudistische Presse referiert Herr Schere schewski-Kowno; in der anschließenden Diskussion sprachen Dr. Pollak und Schönfeld-Wien sowie Rabbiner Tobias Horowitz- Warfchau. Anschließend anerkannte Herr Rabb. Dr. P. Kohn die Notwendigkeit einer Ausge-, staltung der Presse, die in der heutigen Zeit von großem Einfluß selbst auf das innere Leben der jüdischen Familie in religiöser und sittlicher Beziehung ist. Als letzter Punkt der Tagesordnung referiert Öft vNhvdvxT Arbeiter-Bewegung, Poale Agudas Jisroel. Diese ist von besonderer Bedeutung in Polen und Palästina und nimmt erfreulicher Weise dauernd an Umfang und Bedeutung zu. Er verlangt, daß die Wünsche dieser Gruppen besonders in Erez Jisroel berücksichtigt werden und bittet, daß die Exekutive eine Behörde einsetzt, die speziell die Arbeiterfragen bearbeitet. Oberrabbiner L e w i n -Sambor unterstützt diese Ausführungen und verspricht im Namen der Leitung erhöhte Aufrnerfsarnfeit für die Ardeitersrageu. M. Blau -Jerusalem beschreibt das Wirken der Poale Agudas Jisroel in Palästina, welche dort in allen Arbeiterzentren rasch Fuß gefaßt habe. R o s e n h e i m erklärt, daß die Palästina- Zentrale bei der Vergebung von Arbeit grundsätzlich an jüdischer Arbeit festhält und die Mitglieder der Poale Agudas Jisroel bei entsprechender Eignung bevorzugt. Die Generaldebatte zieht sich bis in den Nachmittag hinein. Alsdann berichtet der Permanenz- Ausschuß über die zur Abstimmung stehenden Anträge. Der Bericht löste nochmals eine lange Diskussion aus. Schließlich wurden eins Reihe ßlllil^^e dre rür üßorllaul In rtaclj» ster Nummer folgen. Das Schlußwort hält Sejmabgeordneter Oberrabbiner Lewin-Sambor und dankt den Anwesenden für ihr Erscheinen. Eine erweiterte Sitzung des G.-A. ist für Polen in Aussicht genommen, nachdem ein großer Teil der polnischen Delegierten durch die dortigen Unruhen diesesmal am Erscheinen verhindert mar. Das Dundestreffen der Agudas)isroel-)ugend zuHersfeld am 10. und 11. Siwau. Der Sammelruf, den das Großstadtdezernat der Agudas Jisroel Jugendorganisation Deutschlands ergehen ließ, hat freudigen Widerhall im Kreise der Aguda-Jugend gefunden. Das bewies der zahlreiche Besuch des Hersfelder Treffens, das — trotz der Schwere der Zeit, die so vielen jungen Menschen leider materielle Opfer ver- Bteiei — eine |e!)r flaliliJje Ängahl von jungen Agudisten und Agudistinnen aus allen Gegenden Deutschlands vereinigte. Der Sonntagmorgen brachte zunächst Begrüßungsansprachen des Herrn Prov. Rabbiner Dr. Cahn-Fulda, des Herrn Lehrer Email u e l -Hersfeld und des Kreisvorstehers Hahn- Hersfeld. Dr. Siegmund Stein -Cöln, der, wie skiMWtt w WMMUW Mit MWll Mb Lllll den Vorsitz führte, rief die Teilnehmer der Tagung zur Lebendigkeit, Freudigkeit und Begeisterung auf. Ein glückliches Zusammentreffen fügte es, daß der z. Zt. in Europa weilende bekannte Agudoführer Rabbiner Moses Blau -Jerusalem unsere deutsche Aguda-Jugend in Hersfeld begrüßen konnte. Er berichtete in eindringlichen Worten von dem verzweifelten Kampf, den die Vorposten der Agudas Jisroel in Erez Jisroel zu führen haben und schilderte die Verantwortung. die aus $er or!I)o$9£<m von Ijeuie fafb, ble wieder gut machen müsse, was in Erez Jisroel versäumt worden sei. Der Nachmittag begann mit der Ansprache Jacob Rosenheims, der zunächst einen kurzen Ueberblick über den augenblicklichen Stand der Aguda-Arbeit in der Welt gab. Die Erfolge, die Agudas Jisroel in Erez Jisroel, Polen, Litauen, Amerika usw. in der letzten Zeit, errungen hat, berechtigen zu den besten Hoffnungen. Mehrfach hat Agudas Jisroel Gelegenheit gehabt, den Völkern der Erde zu zeigen, daß das alte, unverfälschte und unverwässerte Judentum der Bibel noch nicht unstrgegangsn ist. sondern. ferner Ewigkeitswerte bewußt, mit allen' Mitteln bestrebt ist, sich zur Geltung zu bringen und durchzusetzen. Jacob Rosenheims Worte wandten sich dann AW«Ssn gm Sie Die iöiigenD m erfüllen habe: Unablässige, ernste Selbsterziehung müsse das Streben der frommen jüdischen Menschen, vor allem aber der jungen, sein. Denn der Zellkern, den. Agudas Jisroel im jüdischen Volkskörper bildet, muß stets gesund, lebenskräftig und rein bleiben, damit dereinst auch die heute noch kranken Teile des Organismus sich um ihn sammeln und an ihm gesunden können. Deshalb müsse alles Unreine, Unjüdische aus unserem Kreise verschwinden. Aus dem heiligen Lager Gottes müsse ausgefchlvffen rverden: -ers^b bzn st bsi vvrs bjp' ö. h.i ©5 darf in unserem Lager leine sozialen Verirrungen geben, keine Gehässigkeiten und persönlichen Angriffe gegen Gegner: Auch im irrenden Bruder ist der Bruder zu achten, bei Mer entschiedenen Ablehnung jeder Verfälschungstendenzen und Verirrungen muß die Ehrfurcht vor jedem wm st» bewahrt werden. Gegen Ideen, nicht gegen Personen, geht unser Kampf. Es darf aber auch keinen Eingang finden in das gottgeweihte Lager eine Verirrung, die mit besonderer Gefährlichkeit den Bestand der Heiligkeit des jüdischen Volkes gefährdet. Es darf kein Abweichen geben in unserem Kreise von den Wegen des alten jüdischen mipjx: aller moderne Unfug, der die Sittenreinheit und bmrtit äil Bn-rjp ’is keWpJjl, {fi nnWVlngi und bis in die letzten Konsequenzen abzulehnen. Sich hier vor der Gefahr der Assimilation zu hüten, muß vornehmste Aufgabe der Jugend sein. Und alles, was wsib kbü' was unrein für die jüdische Seele, muß ausgeschlossen sein aus unserem Kreise. Der unselige Geist des Materialismus, der Verehrung des Mammons, muh betämff* merbcnf öi? AZUhMgssiy MUß MMlpunkte schassen, in denen nicht der „Zeitgeist", sondern der Thorageist zur Grundlage der Selbsterziehung gemacht wird. Nur so wird Agudas Jisroel ihre Aufgabe erfüllen können, nur so sich um der anderen willen in Reinheit und Isolierung von der nrwiv erhalten und den Geist des säo in die Zeiten tragen können. Brausender Beifall zeigte, wie die Ausführungen Jacob Rosenheims in den Herzen der Hörer aufgenommen wurden. Der Vorsitzende gab denn auch der tiefen inneren Bewegung aller Anwesenden AuÄruik und dankte dem Redner m 8ic MIMIIIM. Dit fr Dtr DuginD Dmim habe. Wolf S. Jacobson -Hamburg, der nunmehr das Wort zu seinem Referat: „Die Notwendigkeit der Agudas Jisroel für die Jugend" ergriff, sprach über die Wichtigkeit von Limmud und Unterordnung unter die geistigen Führer, die Thoragrößen, und über den Geist der echten Gemeirr^«L,aft, der die Dri^errd^rrl^>^>err beseelen müsse, in Der es keine SkanDesunkerschieöe, keine Ueberhebung nach irgendwelchen Gesichtspunkten geben dürfe. Echter Chower-Geist müsse die Gemeinschaft beseelen, in der einer für alle und alle für einen Verantwortung zu tragen habe. Auch er warnte davor, das System persönlicher Verunglimpfung von unseren Gegnern zu übernehmen und zeigte, wie wichtig das Loslöfen vom Zeitgeist für die Jugend sei. Auch seinen herzlichen und beschwingten Worten wurde starker Beifall gegollt. fflU $ßet ijaüplrej-erenien de?!£«ge? TTwfjleTV dann die Tagung verlassen, um sich zu den Berliner Beratungen zu begeben. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen Redners, der am Tagungsorte plötzlich erkrankte, mußte in letzter Minute Manfred Neuberge r- Frankfurt a. M. das Referat über das Thema: „Was kann eine Jugendgruppe für Erez Jisroel tun?" übernehmen. Er zeigte, daß die allgemeine Gruppenarbeit, Limmud und Erziehung zun Jüdischkeit, schon als Erez Jisroel-Arbeit gewertet werden könne, da alle, die für Erez Jisroel und in Erez Jisroel arbeiten wollen, den Geist den Tauroh irr sich ausgenommen haken müssen, um

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