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Der Israelit · 1926-05-28 · Heft 22 (28.5.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 22 (28.5.1926)
Date
1926-05-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 22 Seite 8 28. Mai 1926 haben, d. h. x*ipa bzw. Vain hintangesetzt und allzufrüh mit mwa und xnai begonnen zu haben. Ist denn, nicht die schriftliche Lehre, der Pentateuch, das Untergebäude für Mifchna und Talmud? Soll man etwa beim Giebel den Bau beginnen? In feinem Choreb (Paragraph 551) klagt S. R. Hirsch schon vor fast 100 Jahren über diesen Mißgriff: „Warum hat man ihn (den Weg!) verlassen? Warum ihn verkehrt? Ach, man hat durch Mißverständnis eines Ausspruches Vieles in unseren Verhältnissen mißleitet und wie hat sich's gerächt?"-Selbst der alte pix t]öY’ tadelt ein solch verkehrtes Tun und spricht das scharfe Wort aus: »naDma’nvrra tuwa xnpan ixi x^w in unseren Tagen gibt es viele Rabbiner, die ihre rZebtage nicht die Bibel angeschaut." Er erinnert über auch an ein nisvin in Baba Bathra, wonach man selbst *na^nn ’aan '»'2 nicht ’pa ^gewesen in xnpa. Solche Vorwürfe zeigen, daß man mit dem vain naturgemäß zu beginnen habe. Sollte man aber dennoch Teile der Mischnah beginnen, ohne den Pentateuch vollständig bewältigt zu haben, dann müssen stets und ständig jene Partien im warn zuvor behandelt werden, welche die sachliche Unterlage bilden für den Mischna- oder Talmudabschnitt. Beides muß irt ertgert ZllsäMttUHZNZ gMlM W8TÜ81J, sich gegenseitig durchdringen, ergänzen, miteinander verschmelzen. Man stelle sich die Zeit vor, in der Mischna und Talmud noch nicht abgefaßt waren, -als man noch an den vorliegenden Schriftvers seine Erläuterungen mündlich anknüpfte. Dann kommt man auf den rechten Weg; dann kommt -aber auch dem Zögling das Verhältnis ders"yavm Zur rrnwn zum klaren Bewußtsein. Das spöttische Witzwort vom Posuk, der „schon" in s^in vorkommt, muß verschwinden. Wenn das Studium der Mischna jenem des Talmud zeitlich vorangehen soll, so ist auch dies sachlich und inhaltlich naturgemäß; es ist zugleich der Weg vom Leichteren zum Schwereren?) Während man im Westen ijna no als Anfansgstudium erwählt oder von Seraim mmn Da, beginnt man im nrnan jva oft mit einer der nm- Wir halten auch dies für verkehrt. Der Umstand, daß man im Osten noch nach ,Trm pi seine Entscheidungen trifft in niVvii nmaa ■’jpt daß der Raw dort durch die gründliche Kenntnis des a"n die Anrufung von örftw nixany ausschaltet, kann hier, wo es sich um die Unterweisung jüngerer Zöglinge handelt, nicht in die Wagschale fallen. Aktuell ist Seder isna und in Seraim außer mnn etwa nbn und aman, letzteres Wegen seiner Beziehung zum Wochenfest. Alles, was in isna in Verbindung mit dem Machsor gebracht werden kann, wie Teile aus dem «pia von 2"', von n"*v und niao usf. ist zu verbinden. „Anwendung" heißt eine Stufe in der Didaktik oder Unterrichtslehre. Was ist das anders als die Forderung nuyy1? *naw? — In Seöer Dump ist irattat jüin vor allem von praktischem Werte und Interesse. Jedes jüdische Kind sieht die Funktion der nv'Mp' die strenge Beobachtung der rituellen Vorschriften in Küche und Keller, beobachtet und erlebt Fälle von mVxw über nmiSyn, über Gebrechen an niviyi mana? also hat es auch Interesse an diesen Dingen und soll die Vorschriften an der Quelle kennen lernen. psn üipaa x^x mm aai*? d*tx px „Der Mensch lernt nur dasjenige mit Erfolg, wozu sein Herz ihn hinzieht." (v"' T"y) Der Lehrer wähle dementsprechend nur das Pensum, welches der Neigung des Schülers entspricht. (Raschi z. St.) Sicher dürften obige Stoffgebiete dem jungen Schüler näher liegen als ’sm pti ■»rn pti Man stelle diese doch zurück auf eine spätere Zeit. Vom Standpunkte der heiligen Pflicht des min na1? . ist gegen eine solche Methode nicht das Mindeste einzuwenden; denn in dieser Hinsicht ist kein Unterschied, ob ich einen Posuk tyaift lerne, oder eine Mischna in pur», einen «pyo im tnx "N oder ein Blatt xnai in nima, einen ima öder ein nvia-Sefer. Unsere Weisen gaben *) *nam p ■nnr> m^aV p nm a^nyV, Stets gehe der Mischna mehr nach als der Gemara. £ c r T s r«et i t , uns in ihrem wunderbar klaren Scharfblick jedoch Anweisungen, die rechte und beste Auswahl zu treffen. Und dies Recht vindizieren wir uns auch in der Gegenwart?) Gehen wir nun zur eigentlichen Methodik über. Unter Methodik verstehen wir jedes geordnete Verfahren, im Gegensatz zum regellosen, ungeordneten Vorgehen. Alles Handeln, das ein bestimmtes Ziel vor Augen hat und mit Ueberlegung nach geregelter Ordnung vorgenommen wird, ist methodisch. In der Unterrichtskunde verstehen wir unter Methode das berechnete, zielbewußte Verfahren, welches beobachtet und angewandt wird, um das Ziel des Unterrichts auf dem kürzesten und sichersten Wege zu erreichen, und derjenige Lehrer verfährt methodisch, der nicht nach Willkür, sondern in planmäßiger Ordnung dem Schüler den Lehrstoff darbietet. Das höchste Gesetz ist hier die Berücksichtigung der menschlichen Natur und die Anpassung im Lehrverfahren an sie. Die unverkennbar hervortretenden individuellen Wünsche, Neigungen und Bestrebungen des Schülers sind Fingerzeige der Natur, welche der Lehrer beobachten muß, um nach denselben die Methode zu bestimmen. Das Zuwiderhandeln ist ein Eingriff in die geistige Entfaltung des öiWWWiuniü. Alles gewalttätige vtzkk mwmgsns LsrNöii ifi ü & f ü ¥ widrig. Mit der Forderung dieser Grundregeln auch für das Lernen im sman nrn oder der nw» betreten wir. wieder uralten Boden, die Mahnung der Weisen in 'i v'nvs: iTaVn1? DiXiW5 mir dVwV msp 1*11' „man belehre seinen Schüler stets auf dem kürzesten Wege!" Diese Mahnung zeigt an sich schon, daß unsere Weisen auch längere, umständlichere, beschwerlichere Wege im Lehrverfahren kannten und sahen. Daher ihre Mahnung! Sie gilt auch dem heutigen Geschlechts, dem «man ri'2 unserer Tage. Wir möchten dort vor allem wünschen, daß dem obersten Grundsätze, der goldenen Regel alles Unterrichtes gehuldigt werde: Unterrichte anschaulich! (Fortsetzung folgt.) c—--L—-MESä_S!l Korrespondenzen « Racbricbten. Rei«tz. Delegierlenlag der Deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroel. (Vorläufiger Bericht.) Berlin, 25. Mai. Der Deutsche Delegiertentag, der am Dienstag vormittag zusammentrat, litt etwas durch die gleichzeitige Lllgllllg Des ZkimalllllkI, mit Düren öerföjieBung Die Deutschs Lonöesorganjsiüjgn gerechnet hatte. Nach Erstattung des Geschäftsberichtes durch den Schriftführer des bisherigen Vorortes, Herrn Gottfried Goldschmidt- Halberstadt, der eine längere Aussprache über die in Deutschland aktuellen Aguda-Probleme auslöste, schritt man zur Wahl des neuen Vorortes, da Halberstadt die Weiterführung der Geschäfte ablehnt. Einstimmig fiel die Wähl auf die Aguda-Gruppe Nürnberg. Zum Vorsitzenden der Landesorganisation wurde Herr Rabbiner Dr. Klein- Nürnberg gewählt In den großen Landesvorstand wurden zumeist die bisherigen Mitglieder wiedergewählt. Neu gewählt wurden u. a. der bisherige Vorsitzende Herr Rabbiner Dr. Auerbach- Halberstadt und Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach- Altona. Der Delegiertentag nahm eingehende Berichte des Geschäftsausschusses, des Keren Hathora, der Palästina-Zentrale entgegen, die lebhaft erörtert wurden. *) Ein eklatantes Beispiel, wie unsere Weisen de>r Stoffauswahl ihr Augenmerk zuwandten, ist die Tatsache, daß sie am nav das Lesen von amina verboten, damit durch diese anziehende Lektüre das Volk nicht vom Hören der so nötigen naVn abgehalten werde. — Der yv im *r’ § 246 wendet sich gegen die ama ^ya, die täglich Gemoro mit nisain lernen, ohne sonst viel Zeit zu haben. Sie sollen lieber apois studieren. Bundestreffen der Agudas Jisroel Jugendorganisation. (Vorläufiger Bericht.) H e r s s e l d , 24. Mai. Das Großstadt-Dezernat der Agudas Jisroel Jugendorganisation hatte die Aguda-Jugend auf den 10. und 11. Siwan nach Hersfeld zu einem Bundestreffen eingeladen, das überraschend große Beteiligung fand. Den Vorsitz führte Dr. Sigmund Stein-Cöln. Nach Ansprachen der Herren Rabbiner Moses Blau -Jerusalem und Jacob R o s e n h e i m -Frankfurt a. M. referierte Herr Wolf Jacobson über die Notwendigkeit der Agudas Jisroel für die Jugend, Herr Manfred Neub e r g e r, Frankfurt a. M. über das Thema: „Was kann eine Jugendgruppe für Erez Jisroel tun?" Am Sonntag abend fand die Vorführung der Lichtbilder- Serie aus Machaneh Jisroel statt, die starken Eindruck machte. Herr Dr. Siegmund Stein referierte über den Stand der Aguda-Bewegung in der Welt und Herr Max G u t m a n n -Nürnberg über die Aufbauarbeit der Agudas Jisroel Jugendgruppen. Das Korreferat hierzu hielt Herr Gerson S ch n e r b -Frankfurt a. M. Die Tagung darf als voller Erfolg gelten; sie schloß am Montag abend nach zusammenfassenden Worten des Vorsitzenden und des Herrn Fritz Stern -Frankfurt a. M. Ausführlicher Bericht folgt in den „Blättern". Zentratratstagung der Agudas Jisroel. (Vorläufiger Bericht.) Berlin, 25. Mai. Nachdem es dem Vorsitzenden des Zentralrates der Agudas Jisroel, Sejmabgeordneten Oberrabbiner L e - w i n -Sambor, unter den größten Schwierigkeiten gelungen war, ungeachtet der politischen Verhältnisse rechtzeitig am Montag in Berlin anzulangen, und aus den übrigen Ländern die Delegierten fast vollzählig erschienen waren, wurde beschlossen, die Zentralrats-Tagung trotz des Fehlens von 30 polnischen Delegierten abzuhalten. Nach der Begrüßung erstattete der Vorsitzende des Wiener G, A., Herr Rabbiner Dr. Pinchas K o h n, den Geschäftsbericht. Die darauf einsetzende Generaldebatte wurde abgebrochen, um zunächst die Berichterstattung des Keren Hathora (Dr. Deutschländer) entgegen zu nehmen. In der anschließenden Diskussion gelangten fast alle aktuellen Problems der. Knaben- und Mädchenerziehung sowie der höheren Bildung in der Diaspora zur Erörterung. Besonderen Bericht erstattete Herr Wolf S. Jacobson über seine erfolgreiche Tätigkeit in England. Starkes Interesse konzentrierte sich auf die Palästina-Referate. Herr Dr. Moses Auerbach sprach über die kulturelle Frage, während Herr Julius Holl ander den Bericht über die wirtschaftliche Arbeit erstattete. Auf Anfrage gab der G. A. eingehende Auskunft über den Verlauf und den Abschluß der Verhandlungen mit der Zionistischen Organisation, die ziemlich ergebnislos verlaufen sind. Ueber Argentinien referierte Masol. über Litauen Schereschewski- Kowno und Josseliowski-Memel. Besondere Referate wurden noch erstattet über die a g u d i st i s ch e Presse und über die orthodoxe Arbeiterbewegung in Polen und Ckez Jiskoel. In der Debatte stießen kapitalistische und sozialistische Auffassungen ziemlich hart aufeinander. Auf Grund des Berichtes der Permanenz-Kommsision wurden eine Reihe von Anträgen und Resolutionen angenommen, über die Bericht Vorbehalten bleibt. Die Sitzung wurde am Dienstag abend durch Herrn Oberrabbiner Lewin-Sambor geschlossen. Am Dienstag abend fand eine überaus stark besuchte öffentliche Versammlung statt, in der eine ganze Anzahl der in Berlin anwesenden Aguda- Führer zu kürzeren und längeren Aussprachen das Wort nahmen. Ausführlicher Bericht folgt in den „Blättern". Jubiläum des Hilfsvereins der Deutschen Juden. Berlin, 17. Mai. Der Hilfsverein der deutschen Juden, der im Mai 1901 gegründet worden ist, veranstaltete im Logenheim eine Jubiläumsfeier. Nach einer Ansprache des Präsidenten, Dr. James Simon, überbrachten Vertreter der JCA, des Auswärtigen Amtes, der ^Jüdischen Gemeinde Berlin, der Bne Brith Loge, des Frauenbundes, des Zentraloereins, des Gemeindebundes und des Arbeiter-Fürsorgeamtes die Glückwünsche ihrer Organisationen. Dr. Paul Nathan warf einen Rückblick

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