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Der Israelit · 1926-05-18 · Heft 21 (18.5.1926) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 21 (18.5.1926)
Date
1926-05-18
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Nr. 11 Seite 3 v 13. Mai 1926 Der Israelit Blätter mm an. W Wl AFllUFUllSkni mm m?üt Welten-Gaon unerreichter Größe wäre der Mann geworden, hätte er, statt Kelle und Schwert, nur das Buch der Lehre und den Griffel des Forschers fein Leben lang in Händen gehabt! Doch sie irren, die so sprechen. Er, von dessen Munde wir leben, er hat das Wörtchen ,to*? verstanden und zur Richtschnur eines jeden Zeitmomentes in Leben lind Wirken gemalt. Mit Kelle und Schwert hat er „gelernt" und gelehrt, ®enerotionen in MH» {snE |üf ^er ^e^re imh Agudas Jisroel* den Weg gebahnt. Vom Kattowitzer Referat bis zur grundlegenden Verfassung ist alles in Deutschland für sie Gewordene sein Werk. Nicht durch bloßes Sein und Fürfichsein hat die Einzelpersönlichkeit Wert und Bedeutung. Rur gebend, leistend ist sie zu zählen, wird sie für Gott und von Gott gezählt unter die 'n mps Und das verleiht höchsten Adel, höchstes Sittlichkeitsbewußtsein (Comm. zu II. 30, 13). Qmm undLeisten sind keine Gegensätze. Lernend und lehrend leistet der Jude, leistend lernt und lehrt er. Die relative Größe der Leistung im Verhältnis zu den Fähigkeiten entscheidet. Die Bereis des fyt.txtionaii^eilT<^kixm& defteht trt her ganz gleich zu rvllrvigenven Hingebung ver Gesamtheit in allen ihren Gliedern (a. a. O.). Lern- und Gemeinschaftspflicht schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich, wenndie beiden Pflichten erfüllt werden, wenn gelernt wird um der Gemeinschaft willen und dieser geleistet wird um der Thora willen.*) Sitzung des Zentralrales der amerikanischen Agudas Israeli N ew - B or k, 28. April. Jie erste Tagung des Zentralrats der amerikanischen Agudas Jisroel fand vorige Woche im Broadway Central Hotel statt. Zum Vorsitzenden wurde Advokat Königsberg gewählt, der zunächst Herrn Dr. Emil Hirsch aus Halberstadt als Gast begrüßte. Herr Dr. Emil Hirsch antwortete und schilderte in begeisterten Worten, die der Agudas Jisroel gerade in Amerika obliegenden Aufgaben. Herr Dr. E h r mann berichtete über die Entwicklung der amerikanischen Aguda, worauf der Vorsitzende dankte und den Sprecher zu der von ihm geleisteten her- BBFFBgftlBen UFfcfif DWMKÜlMttr sskretär Garfinkel erstattete ben GesWftsbericht, während Mr. Goldstern für die Finanzkommission über die Entwicklung der Finanzverhältnisse referierte. Nach weiteren Berichten der verschiedenen Abteilungs-Chefs des Zentral-Bureaus und einer Ansprache von Rabbi Dr. Leo Jung folgte eine Generaldiskussion, in deren Verlauf die dringende Aufforderung an Herrn Dr. Ehrmann gerichtet wurde, seinen Aufenthalt in Amerika zu verlängern. Die Wahlen ergaben folgende Zusammensetzung des Zentralrates: I. Vaumel. Samuel MMI)ßIin, Dann MM. MM HJL LlWFlM Joseph H. Cohen, Rabbi H. Dachowitz, Rabbi Noah Garfinkel, Morirs Gleicher, Abraham Goldstein, Rabbi Dr. Herbert S. Goldstein, Louis Gutmann, Rabbi Halpern, Leopold Horowitz, Rabbi Dr. Leo Jung, Rabbi L. I. Kahane, Rabbi Abraham Kalmanowitz, Dr. Z. Kapner, Attorney Benjamin Königsberg, M. Boa s Lande, P. Mendlovitz, Rabbi Alter S. Pfeffer, Rabbi E. M. Preil, Abner Rosenfeld, Rabbi B. Sack, Dr. Jonas Simon, H. Wolf Siegel, Attorney Ben- D. Wem, Matthews Weinberger'ünv' Rabbi Dr. Philipp Rosenberg of Cleveland, Ohio. Die Exekutive wird gebildet von den Herren: Dr. Salomon Ehrmann, Präsident, Samuel Bettelheim, Rabbi Noah Garfinkel, Abraham Goldstein, Rabbi Dr. Leo Jung, Rabbi L. I. Kahane, Dr. Jonas Simon und Henry D. Weill. *) Ueber Lern- und Gemeinschaftspflicht für Jugendliche vergl. „Blätter" Nr. 26/1921 und Nr. 5/1924. bas llnterrichlswefen in Erez Zisroel. Amsterdam, 1. Mai. Auf seiner Rückreise von Erez Jisroel, wohin er sich im Aufträge der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel und der Pekidim und Amarkelim begeben hatte, sprach Herr Dr. M. Auerbach, Dozent am Rabbinerseminar in Berlin und gewesener Leiter der Rezach Jisroel-Schulen sonders aus dem Gebiets des ÜnterMsMjölig öemacbt Bfltiß, am W0MH Don 21 lurii ddf mm auiirat; wohnlich zahlreichen Auditorium. Der Redner erklärt zunächst, das Land habe diesmal einen viel besseren Eindruck auf ihn gemacht als vor sechs Jahren. Vor allem ist das Verhältnis zwischen Juden und Arabern ein ziemlich gutes geworden, was sich unter anderem auch darin äußert, daß die Araber der Jmmigratton nichts mehr in den Weg stellen, ja den Landkauf durch Juden sogar fördern. Auf beiden Seiten ist man nämlich zur Erkenntnis gelangt, daß nur das friedliche Mit- und Nebeneinanderwohnen der Juden und Araber als gleichberechtigte Bürger den Frieden und den Wohlstand des Landes sichern. Das vor Jahren geprägte Losungswort: „Palästina muß so jüdisch werden wie England englisch ist". ist — wenn man so sagen darf — bereits historisch antiquiert. Hingegen ist das Verhältnis der jüdischen Parteien untereinander keineswegs günstig: es bekämpfen hier einander drei Parteien: die nationalistische, die areligiös ist, dis reltgiöfe ttrth dis smtfiäjen feethen fef)mebenbe religiös« P«ttsr pl II nicht, denn jeder, der für Zion arbeitet, ist ein Oheb Zion. Doch haben die Juden der Diaspora viel gegen Erez Jisroel gesündigt, teils durch Taten, teils durch Unterlassungen, indem sie nach Erez Jisroel Elemente geschickt haben, die nichts anderes im Sinne haben, als das Judentum in Erez Jisroel zu vernichten, lieber die Unterlassungen zu sprechen ist überflüssig; nur so viel muß gesagt werden, daß, hätte die Aguda vor 20 Jahren existiert und mit derselben Energie gearbeitet wie gegenwärtig, es stände um Erez Jisroel um vieles besser. Denn vor zwanzig Jahren hüte mit gutem, festem Willen viel Segensreiches geschaffen werden können, was heute in AiMuilg Dir MAilM wMlWMlM LMlllNM nur mit ungeheuren Opfer» erreicht werden konnte: die aber müssen gebracht werden, wollen wir die Gefahr, die dem Judentum in Erez Jisroel droht, von uns abwenden. Infolge des Unterrichtes an den zionistischen Lehr- Kauff A.3. dftauften octuuendcf 81.3. Telegramme zu haben bei B. Rachelsohn * Bergmann * Wahrmann * Sänger & Friedberg sowie bei dem Vorstand der Ortsgruppe Frankfurt am Main bereite sooo Kinder abwendig gemacht worden. Denn es wird ihnen dort geradezu eingehämmert, daß die nun nur eine Legende fei. Und nicht nur das, man mißbraucht die Thauro und die Propheten, um mit ihrer Hilfe alle lrnsyr insbesondere den nar als nichtsbedeutend hinzustellen. Das Unterrichtswesen in seinem überwiegenden Teil trägt dazu bei, um das Judentum zu untergraben. Das gilt in ganz besonderem Maße von der hebräischen Universität, die eigentlich eine Schule für Apikorsim ist, was man wohl sehr gerne vermieden hätte und wofür sowohl Oberrabbiner Kuk als auch der Misrachi sich mit aller Kraft eingesetzt haben. Doch was man befürchtete, ist eingetreten: Unter den Dozenten und Lehrern gibt es Kofrim be ikar, was scheinbar den Zio- Cv. Meyer ettigelavem Borttäge zu hatten. CS ist leine Uebertreibung, wenn man behauptet, die Zionisten seien für das Judentum eine größere Gefahr als die Alliance. Dieser zerstörenden Arbeit gegenüber steht das Werk der Aguda und des Misrachi. Die Aguda legt mehr Gewicht auf „Limmud", das heißt auf das Quantum des Westens, während der Misrachi mehr den „Chinnuch" im Auge hat. Zwischen Aguda und Misrachi bestehen keine unüberbrückbaren Gegensätze. Es ist auch darum des öfteren schon über die Möglichkeit, ein Zusammenwirken der Aguda und des Misrachi herbeizuführen, verhandelt worden, doch vergebens, wiewohl die Orthodoxie sich den Luxus nicht gestatten kann, sich gegenseitig zu bekämpfen. roil£ her SJlisrac^T eincr|etis au^ j’eirie Sfutonomie nicht verzichten, andererseits ist er stnangiell vvn den Zionisten abhängig. Und hier ist der springende Punkt. Denn die Gelder werden ja aus dem Keren Hajesiod auch für Unterrichtszwecke angewiesen und der Keren Hajesiod erhält, wie oben gezeigt, Schulen, die Apikorsim großziehen. Man hat daher dem Misrachi nahegelegt, sich eine eigene Kasse zu beschaffen, was aber zu Redners größtem Bedauern nicht geschehen ist, doch gibt er sich der Hoffnung hin, daß die Schulen des Misrachi ganz im Sinne des Wortes (Debarim): siiv'3'v'i" geführt und geleitet werden. Wer der Thauro rn jeden Wert abspricht, wer der nav öffentlich entweiht, der ist ein Verräter am jüdischen Volke und kann nicht Leiter einer jüdischen Schule sein. Man wirft der Aguda vor, sie sei NW nafionar WM, maa aDor aufö MsWMW mrüffs gewiesen werden muß, die Aguda wünscht nur, daß die Autorität der nun von all denen anerkannt werde, die an dem Aufbau von Erez Jisroel mithelfen. Es sind dies unangenehme Dinge, doch sie müssen gesagt werden, wenn man nicht den Ruf eines falschen Propheten bekommen wolle. Gemeinsame Arbeit ist unumgänglich notwendig, um in Erez Jisroel das erwünschte Ziel zu erreichen. Doch kann die Aguda mit dem Misrachi nur dann arbeiten, wenn der Misrachi sich vom Zionismus lossagt. Das möge, |o fjofft unö mWl es der Redner, bald gesehen, damit das Wart des Propheten in (Srfiillung gehe: „Nie ößabrljett uttS dstt Artsdsu fallt thr ltstzs»." Agudistische Zeitschriften. Die März—April-Nummer der Moriah (Monatsschrift für den Aufbau von Erez Jisroel. Herausgegeben von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M.) ist besonders gut gelungen. Die Jugend wird an dem frisch geschriebenen, von starker Erez Jisroel-Liebe beseelten Leitartikel von Dr. Robert Weiß über „Wanderer und Bauleute" Gefallen finden, während der nachfolgende Aufsatz von Heinrich M a r g u l i e s ernst Durchdachtes über die politische und wirtschaftliche Lage Erez Jisroels beriöitct: mmmm laufen ökMkknZMFtk süiir fchaftliche Artikel, wie die Fortsetzung der Abhandlung über die Revolution im Islam (Dr. Wolfgang von Weisl), die Geschichte des Sch'thijasteines von Rabbiner Horowitz. Nicht uninteressant ist es auch, einiges über das palästinensische Zollwesen (Rudolf Seiden) zu erfahren, von dessen Umgestaltung viel abhängt. Palästinanachrichten schließen sich an und eine Bücherschau weist auf moderne Palästinaliteratur hin, während Rabbiner Dr. Frankl, Halber- \tmr SHliyipHlii übzp ftühzyz ffiyag Literatur anführt. Im hebräischen Teil plädiert einleitend der Herausgeber für eine Mobilmachung aller Kräfte für die Palästinaarbeit. Das Arbeitsproblem behandelt ein Artikel von Rabbiner I. W. H., Samuel Brunner schreibt über die Forderungen des Tages. Die hebräische Uebersetzung des Breuerschen „Nationalheims" wird fortgesetzt und Rabbiner H o r o v i c z referiert eingehend über die Mischnakonkordanz des Rabbi Chajim Josua K a s s o w s k i. Wie im deutschen Teil, so fehlt auch im hebräischen die Belletristik nicht. Dort ist sie mit einer Schilderung des Frühlings in Erez Jisroel von Hans Ambor vertreten, hier Nit IlMM tSlMäp 8ZU AHW 3 siZNZ 8 tt UkH einer Skizze von Samuel Nadler. Das jüngste Heft der „Jüdischen I u - g e n d b l ä t t e r" (Esra, Hamburg) schildert in der Einleitung „eine Gerichtsverhandlung im alten Israel". Es folgt Erklärung eines Midraschwortes und eine kleine Erzählung, dann noch eine talmudifche Agadah, alles hübsch und stilgerecht jugendlich. Tieferen Ansprüchen genügt die Sammelschrift „Erez Jisroel", herausgegeben vom Erez Jisroel-Amt des Esra. Ueber „unsere Etnficllung 3 1* r e 3 3 t s r o e l* refe« rieren Dr. fbfaac Breuer, Rabbiner Dr. Elle Munk, Ansbach und Max Feuchtwanger, Frankfurt a. M. Daß von den drei Referenten jeder feine eigene Sprache spricht und zum Teil auch seine eigenen Gedanken offenbart, ist begreiflich. Nach Breuer ist der Sinn unserer Zeit: Kampf um die Herrschaft Gottes über die jüdische Nation und über die jüdisch-nationalen Gemeinden und die jüdisch nationalen Einzelnen. Einheitlich zeigen uns die drei Aufsätze unsere Einstellung zu Erez Jisroel. Ein guter Kenner MM MMk, ttltt NMtzlMV Dsi. Ptz. Frankl, Halberstadt, einiges über fnfrm mxQ pNn und aus der Geschichte des alten Jischuw mit. Die Berichte über die äußeren Geschicke Palästinas seit der Zerstörung des^ zweiten Tempels von Fritz Bloch, München, machen keinen Anspruch auf Vollständigkeit, interessieren aber in ihren großen Strichen immerhin. Hoffen wir, daß der Anklang und die Mitarbeit, die diese Hefte finden, weiteren Heften den Weg ebnen.

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