Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 21 (18.5.1926)
- Date
- 1926-05-18
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 11 13 Mai 1926 Postscheck - Konto der Landesorpisatian: Gruppenverband der nAsudas Jisroel“ in Deutschland, Halberstadt: Nr. 18901 Berlin. Lhissuk Hathora. M YkMI Mllg GklS!ll M NUMMg? 0 unfsm „Blätter" wird gewiß von den Immunen Organen der Agudas Jisroel — ebenso von denen des Misrachi — mit jener ernsten Gewissenhaftigkeit geprüft werden, die der Bedeutung seiner Anregung entspricht. Es seien einem „Unberufenen" schon heute einige Bemerkungen gestattet. 1. Bereits im Jahre 1919 war von agudistischer Seite an den Misrachi die Anregung gelangt, eine gemeinsame Kolonie in Wnsr ps zu gründen. Schreiber selbst hatte die Ehre, als Mitglied des Züricher Zentralbüros der Agudas Jisroel, s. Zt. mit Hermann Struck diesbezüg- . lich zu verhandeln. Dieser griff die Anregung in seiner warmherzigen Weise freudig auf, sie fand auch in anderen Misrachrkreisen Widerkf«ltz Jie Mssfslk JJll Wl lll! Um Mtzerslnntz dep gwnistischkn OrgllMsllttm. die ein selbständiges Kotonlsationswerk des Misrachi nicht zugeben wollte. Glaubt Herr Geis Garantien bieten zu können, daß erneuten Berhandlungen zwischen Aguda und Misrachi, eine Arbeitsgemeinschaft auf wirtschaftlichem Gebiete zu schaffen, nicht wieder ein zionistisches Veto ein unliebsames Ende bereitet? 2. Herr Geis, der in Vs-w ps lebt und dort die Arbeit der?x-iw> rms beobachtet, sieht in dem Bestreben, seitens der Agudisten wie seitens der Misrachisten, die Erfüllung der .-nw als höchste Ausgabe zu betrachten, eine Gemeinsamkeit, die fruktifiziert werden könne — also müsse. — 1 Weiß Herr Geis, daß berufene Sprecher des Misrachi. so Der öorfigoiDe Des dMAn w 28ü8k!t der in Erez Jisroel nur eine planmäßige Störung der zionistischen Aufbauarbeit sehen? Weiß er, daß Dr. Wolffsberg in Hamburg in öffentlicher Versammlung der mss selbst den ehrlichen Willen zur '"s-Arbeit abgesprochen hat? Ist Herr Geis imstande, auf Grund seiner Beobachtungen, die er an Ort und Stelle macht — und nicht in Berlin-Charlottenburg wie Dr. W. — seinen deutschen Gesinnungsgenossen eine andere Meinung von der Agudoleistung in s beizubringen? Nur unter dieser Voraussetzung ist dis Fruktlfizisrnng der ©emeinfamfeit möglich. 3. Daß der Misrachi Mitglieder hat, denen die Erfüllung der nun höchste Aufgabe ist, weiß man in der Agudas Jisroel, und niemand wagt das zu bestreiten! Wird aber der Misrachi als Föderation innerhalb der Zionistischen Organisation die Erfüllung der ni'n als höchste Aufgabe stets seinen Entschließungen das Gepräge geben lassen? Haben wir es nicht erlebt, bei der Kulturdebatte einst und bei der Universitätsdebatte jetzt, daß er „seine Stärke im mutigen Zurückweichen" gezeigt hat. Darf Agudas Jisroel vom Misrachi erhoffen, was sie beim einzelnen Misrachisten voraussetzt: den Gedanken der Autorität des Gesetzes über den Glauben an jede andere Autorität zu stellen? Wenn ja, warum versagen, im Gegensatz zu den einzelnen Misrachisten, die offiziellen Misrachiorgane in Deutschland und in der Schweiz dem Keren Hatorah, dem „Lernen" und dadurch Erfüllung der vim höchste Aufgabe ist, jene Unterstützung, die er braucht um feine tziklc gu MlMttlWll, n OE niifit Mil iU Herren rn-P als 3nDiDiöuen, Nicht über als Repräsentanten der zionistischen Organisation die min in den Mittelpunkt der Dinge stellen; als Repräsentanten der zionistischen Organisationen ist ihnen Förderung der vom Zionismus gepredigten Ideale das höchste! Wir haben diese kurzen Notizen zur Anregung des Herrn Geis niedergeschrieben, nicht, weil wir nicht gleich ihm eine Verwirklichung seiner Anregung erstrebten. Schreiber dieses ersehnt sie mit vielen, insbesondere jugendlichen Agudisten herzlich - jene Arbeitsgemeinschaft, M Um Mrwislhung ssistiä^ Gegensätze, leine ringelunöß, lMßtl äNöhAtchs, falsche „lörnheltspotitik" anstrebt, wohl aber eine aufrichtige Zusammenarbeit dort, wo sie möglich; wir glaubten das aussprechen zu müssen, weil die Vergangenheit lehrt, in der Gegenwart vorsichtig zu sein, damit die Zukunft keine Enttäuschung bringe. Lassen sich die oben angedeuteten Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, dann wird diese orthodoxe Front für rnn pim Großes leisten können, sie wird der Welt das Bild einer wahren jüdischen Volksgemeinschaft zeigen, die Der Jsrae l*i Blätter sich bewußt ist ihrer Besonderheit und ihrer-Verschiedenheit von allen anderen Volksgemeinschaften.aans i"iasi ans nn ana a’Waia ans os — jvp.W a»ayn* W. <5. I. Aus der Bewegung. Bielsko-Biala. Wie schon mitgeteilt wurde, hat sich hier vor einigen Monaten die „Agudas Jisroel Jugendgruppe" reorganfiert. Gleich nach der Wahl des „Waad" trat derselbe zu einer Sitzung zusammen und und beschloß. glülltz zllr tnlen|n>en fllrlwnt SZ iüurben „Das Homi"-Schiurim eingerichtet, welche sich einer großen Teilnehmerzahl erfreuen. Jeden Sabbat Abend findet eine Sichath Chawejrim mit anschließender Melawe Malke statt. Es werden bei demselben über verschiedene talmudische, chassidische und wissenschaftliche Themen gesprochen. Im Rahmen der sozialen Fürsorge wurde eine Peßach-Aktion zum Zwecke der Versorgung der jüdischen Soldaten mit rituellen Speisen eingeleitet, welche mit großem Erfolge gekrönt war. Am 20. Adar fand im Saale des Beth Hamidrasch „Adas Jeschurun" ein grandiose Siiumfeisr bss „Das 3omi" Schiues „DefflaniDtÖ" lintöf lllMpittUr- Belellsgung statt. Vvr° sitzsndö, Herr Gokbstoff, eröffnete die Feier mit einer kurzen Ansprache, in welcher er den zahlreichen Teilnehmern für ihr Erscheinen dankte. Dann erteilte er dem Leiter des „Daf Jomi"-Schiurs, Herrn Rabbiner Moses Stern, das Wort. Herr Rabbiner. Moses Stern hielt eine längere Droscho über den letzten Abschnitt. Nachher ergriff Herr Rabbiner S. R ap a p o r t das Wort. Unter anderem betonte er die Wichtigkeit der Organisierung des orthodoxen Judentums unter den Fahnen der Agudas Jisroel. Gleich darauf trug der Aguda-Chor einige musikalische Stücke vor. Das Wort wird dann dem Rosch Wn&’-pK Vp nra-raa pW iöiö psV rin tzv nynWsa pW xbi Om anm) Besser ist es, in Wüsteneien von Erez Jisroel zu wohnen, als in Palästen der Diaspora. lMidrasch Raba). helfet daher unseren Dl im und s)oalim, öic nach (frej Jimal mule™, «m W« verlassenen Boden des heiligen Landes ,nit ihrer Hände Arbeit in fruchtbare Kolonien umzuwandeln und dort ein der Thora geweihtes Leben erblühen zu lassen. Direktorium des Keren KazisiKurv. Mnah«s-EtM für Kerrsschlanh; Palästina-Zentrale der HguSaz 31 $m\ Jrankfurt am Main Postscheckkonto Frankfurt a. M., No 53 900. Jeschiwa von Sokolow erteilt. Der Redner verweist auf die Wichtigkeit des „Daf Jomi" und appelliert an die Jugend, sich eifrig dem Talmudstudium zu widmen. Hernach dankt der Vorsitzende den Rednern und schließt mit der Bitte an die Versammelten, daß sie eine „Agudas Jisroel" gründen sollen. Es wurden am selben Abend 90 Mitglieder für die Agudas Jisroel ausgenommen. Dnnn JdjyUj MW M MMWMlWg". Um l Uhr/ ttäM ging btt MeiyuWeMllpstgß Mksammlung unter chassidischen Rikudim und in gehobener Sümmung auseinander. Vor Peßach gründete sich hier eine „P o a l e Emune Jisro el". Die Initiative zu dieser Gründung ging von zwei hiesigen Fabrikanten, den Herren Samt und Hermann Wolf aus, welche sich bereit erklärten, in ihren Fabriken und Fabrikwerkstätten die orthodoxe Jugend zur Fachausblidung aufzunehmen, wofür ihnen die hiesige Agudas Jisroel den wärmsten Dank ausspricht. Es wurden folgende Abteilungen geschaffen: Weberei, Spinnerei^ SlppretNs, FgsKxM, Zlftfj» lerel nntz giekrotedjmf, und KllllslWosMßl. Nicht minderen Dank sind wir dem Gutsbesitzer A. Eisen schuldig, welcher der orthodoxen Jugend die Möglichkeit gab, auch landwirtschaftliche Kurse einzurichten. Vorläufig zählt die hiesige Organisation der „Poale Emune Jisroel" 60 Mitglieder, welche Zahl im Wachsen begriffen ist. New-Dork. Eine traurige Erscheinung im amerikanischen zionistischer) Leben ist die Hetzkampagne gegen Rabbi. Jurmann, der, seiner Ueberzeugung folgend, in der jüngsten Zeit Agudas Jisroel beigetreten ist und ihre Aufrufe unterzeichnet hat.. Daraufhin, hat sich eine , wilde Kampagne gegen ihn von zionistischer Seite eingesetzt. Nach dem Muster der russischen Jewsektia hat man ihn vor ein Richtertribunal geladen, wo er sich als Angeklagter zu.verteidigen hatte. Die Ueberraschung der Gerichtsverhandlung war es, daß Rabbi Jurmann erschien, und nach der rabulistischen Anklagerede von dem Zionisten A. Goldberg, die nach bewährtem Muster der zionistismen Phraseologie den Agudisten Volksverrat oorwarf, verteidigte sich der „Angeklagte", Rabbiner Jurmann, in einer glänzenden Rede, an deren Schluß Rabmner SsssssM M k8 fUk WÜM Lpenvsll Isst lll klllkk vkglllllstttion zu ]m, cm deren Spitze Männer wie der Chsfez Chmm, Czortkower und Gerer Rebbe sich befinden. Vor Schluß des Gerichtsverfahrens ergriff noch ein Zionist das Wort, um in maßlosen Beschimpfungen gegen alles Religiöse, im besonderen aber gegen die Aguda sich zu ergehen. Nach langwieriger stürmischer Beratung beschloß der „Gerichtshof", Rabbiner Jurmann aufzufordern, entweder aus der Aguda auszutreten, oder auf feine Rabbinerstelle zu verzichten. Kaum ist dieser Beschluß bekannt geworden, hat sich der Verband der orthodoxen Synagogen in einem öffentlichen Protest gegen diese VkrgMllMgllslg Ur GöMlssML. «ny MrinunMsielWl verwahrt. Untse dsm Druck der öffentlichen Meinung sah sich das „Gerichtstribunal" zur Revision des ersten Urteils gezwungen. In der zweiten Verhandlung wurde beschlossen, in einem höflichen Schreiben Rabbi Jurmann um Entschuldigung zu bitten. — Rabbi Jurmann ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen, auf den Peßach-Aufruf des Keren Hajifchuw, der von hunderzwanzig Rabbinen gezeichnet ist, auch feine Unterschrift zu setzen. Lodz. Die an der ersten Konferenz B'noth Agudas Jisroel gewählte Exekutive entfaltet eine energische Tättgkeit. Die Vorbereitungen zur Gründung eines Führerinnenkurses in Lodz sind bereits bis zum Abschlüsse gediehen. Es ist ferner gelungen, das Organ Yss BtztUHllülllkl grauentemegung, das «Uly das osslzielle Organ der B'noth Agudas Jisroel ist, in neuer vergrößerter Form herauszugeben. Die erst vor kurzem gegründete Schwesterorganisation in Amerika hat der Exekutive in Lodz die wärmste Förderung in Aussicht gestellt. Baltimore. Dr. S. Ehrmann, der Präsident der Palästinazentrale der Agudas Jisroel und Rabbiner Dr. Leo Jung besuchten aus Grund einer Einladung der Sheerith Jisroel Congregation Baltimore. Rabbiner Dr. Schaffer begrüßte die Delegation im Aufträge der Congregation uüd sagte, daß die Gäste nicht als einzelne Personen, sondern als die Repräsentanten einer großen heiligen Sache kämen. Dr. Salomon Ehrmann schildert das Werk der Aguda in Erez Jisroel. Er machte einen tiefen Eindruck und nnchdsm Herr Nclthcm Adler einen Äsisiöst IllllZüssii^nng j>er Ägub« an die Anwesenden gerichtet hatte, wurde eine' bedeutende Summe gezeichnet. Auch Dr. Jung und Mannes Strauß hielten Ansprachen. Die Gäste besuchten auch die Distrikts-Abteilung der Union orthodoxer Gemeinden, die gerade eine Sitzung hielten. Der Vorsitzende Gomberer bot den hervorragenden Besuchern einen herzlichen Willkommengruß. Herr Dr. Chrmann hielt eine bemerkenswerte Ansprache, in welcher er die Tatsache betonte, daß Aguda und die Vereinigung orthodoxer Gemeinden praktisch eine Einheit sei in Ziel unb Geist, d« sie ejemeinjam öatjin itte Snken zur Nernnrkk-chang Yks wahrkv SBCltC DCI Thora gu bringen. Er sagte u. a., die Aguda und die Vereinigung orthodoxer Gemeinden seien konzentrische Kreise, deren gemeinsamer Mittelpunkt die Thora sei. Ihm folgten Rabbiner Dr. Jung und Rabbiner Nabinowitsch, die die lokale Judenheit aufforderten sich der Sache der Agudas Jisroel anzuschließen. Daraufhin wurde eine lokale Abteilung der Agudas Jisroel gegründet und folgende Verwaltung gewählt: Präsident Mannes Strauß, Sekretär Leon Rifkan, Exekutive Nathan Adler, M. Flamm, Leon Strauß und B. Goldfinger. — Die furchtbare Nachricht von dem Hinscheiden Dr. Kleins erreichte die Delegation am Sonntag, so daß diese nach New-Uork zurllckeilre, um dem Führer der Aguda die letzte Ehre zu erweisen. Lakewood. Eine Delegation, bestehend aus Rabbiner Aron Rotberg und Herrn Pinchas Stern, machten einen kurzen Besuch in Lakewood im Aufrage der Aguda. An StatrOrr tourben fte r>on bem Örtöra&btn^jT Jjß* (cf SIr?e ßetmn, einem Arbeiter Der Aglwa, empfangen. Das Nefuliat zeigte den Eintritt vieler hervorragender Mitglieder der Gemeinde in die Aguda. Die Delegation hatte mehrere Konferenzen mit den Führern der jüdischen Bevölkerung abgehalten. Die Herren Bezalel Goldstein und Pinchas Levin unterstützten erfolgreich die auswärtigen Gäste. Die Delegation war auch erfolgreich im Landverkauf; insbesondere hat Rabbi Joseph Arye Klein eine große Fläche in der Kolonie des Czortkower Rebben in Palästina gekauft. Democndef Slguda-dtlavfeen * £t> ft äff Heft in allen Ortsgruppen.