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Der Israelit · 1926-05-18 · Heft 21 (18.5.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 21 (18.5.1926)
Date
1926-05-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 21 Der Israelit fammlung treten soll. Die Gründung des Verbandes wurde grundsätzlich und einstimmig beschlossen. Zweck und Ziele des Verbandes sind: 1. Wahrung des strengsten Kaschruth in allen die Schechita betreffenden Fragen; 2. die Wahrung der Interessen aller dem Verbände angeschlossenen Schochtim. Zum Zwecke der Ausarbeitung eines Statutenentwurfes wurde eine Kommission gewählt, der folgende Herren angehören: Wachtel, Freiburg i. B., Brünn, Schlüchtern, Gerstel, Wetzlar, Gerst, Karlsruhe und Langermann, Wiesbaden. Der provisorische Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: Herzberg, Herz, Rottenberg, Mostl aus Frankfurt und dem Schriftführer Isaak aus Mühlheim a. M. Ort und Zeit der ersten General-Versammlung werden durch den propijorijci^en 23orjtanb recfjt^eiti^ in ben großen jüdischen Wochenzmuugen delaumgegeden. Zuschriften sind vorläufig zu richten an Herrn Siegmund Herz, Frankfurt a. M., Hölderlinstr. 14 pt. Bund gesetzestreuer jüd. Lehrer Deutschlands. (Chiffuk Emunoh.) Frankfurt a. M., 16. Mai. Der Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands lädt zu der am 24. Mai 1926 (Pfingstmontag), 10 Uhr vrmittags in Frankfurt a. M., in der Turnhalle der Israel. Volksschule, Röderbergweg 29, stattfindenden Geneneralversammlung ein. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Rechenschaftsbericht, 2. Kassenbericht, 3. Referat des Herrn Studienrat M. Munk: Von jüdischer Psychologie und ihrer Anwendung auf die Erziehung, 4. Lehrprobe des Herrn M. Goldschmidt: Hebräischer Unterricht auf der Unterstufe im Sinne der Arbeitsschule, 5. Anträge, 6. Vorstandswahlen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Den auswärtigen Mitgliedern werden Zuschüsse zur Reise (25 Prozent) gewährt. Aus der Berliner Jüdischen Gemeinde. Berlin, 7. Mai. In der Märzsitzung der Repräsentantenversammlung bildete zunächst die Lage der jüdischen Erwerbslosen Gegenstand eines Berichtes, den der Leiter des Wohlfahrtsamtes, Herr Dr. Cafpary, erstattete: Die Gemeinde ist bemüht, das Los dieser Erwerbslosen nach Möglichkeit zu lindern. Alsdann kam es zu einem lebhaften Zusammenstoß zwischen Liberalen und Zionisten. Anlaß dazu bot eine in der Presse bereits bereits besprochene Erklärung der zionistischen Mitglieder des Gemeindevorstandes, die sich über den Fraktionszwang der Liberalen und über die angeblich parteiische anb^abung ber Stemterbefeijung durch die liberale Mehrheit beschwerten. Die konservative Fraktion übte bei diesem Kampf Zurückhaltung, da sie nicht unmittelbar beteiligt war. Das Ganze bot das typische Bild eines Parteistreites unter Koalitionsparteien, wie er im politischen Leben üblich ist. Die zweite Märzsitzung der Repräsentanten brachte eine Interpellation Goslars wegen probeweiser Einführung der hebräischen Unterrichtsmethode Dr. Daniel F i n k s. Die Religionslehrer der Gemeinde haben sich geweigert, eine Klasse für die Probe zur Verfügung zu stellen. Es soll trotzdem versucht werden, in der hebräischen Lehranstalt einen Kursus zu diesem Zweck zu veranstalten. Nach einer Auseinandersetzung über die von der Gemeinde vorbereitete Bibelübersetzung wandte man sich den F i n a n z f r a g e n zu. Das Jahr 1925 ergibt ein Defizit von Mk. 800 000.—. Es besteht eine Bankschuld von rund Mk. 500 000.—, die mit 8 Prozent zu verzinsen ist, und im neuen Jahre wächst das Defizit derart an, daß die Bankschuld binnen kurzem eine Million betragen wird. Zur Aufnahme einer größeren langfristigen Anleihe, die von amerikanischer Seite angeboten war, hat sich der Gemeinde-Vorstand nicht entschließen können. Aus der Versammlung heraus wird angeregt, die Eintreibung der Steuern den Finanzämtern abzunehmen und durch eigene Steuer-Erheber durchführen zu lassen. Starke Kritik fand das Vorgehen des Vorstandes hinsichtlich der Synagogen-Plätze. Die Preise der Plätze von Mk. 30.— aufwärts sollen um 10 Prozent herabgesetzt werden, was natürlich im Widerspruch mit dem Finanzbedarf der Gemeinde steht. Auch MMN TtcO mcorcrc Htcöncr gegen Die vvm BöWlitz vorgenommene Zentralisation der Platzvermietung, die unpraktisch sei und auch zugleich eine unzulässige Beschränkung der Kompetenzen der Synagogenvorstände bedeute. Es wurde beschlossen, die Preise der Synagogenplätze einer Nachprüfung zu unterziehen. Vereinigung gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. Berlin, 9. Mai. Die Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands hält ihbe General-Versammlung am 12. und 13. Siwan 5686 (25. und 26. Mai) in Leipzig (Zoologischer Garten, Pfauensaal, Pfaffendorferstraße) ab. Eine Vorbesprechung findet am Dienstag, vormittags 10—12 Uhr statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Berichte des Vorstandes und der Kommissionen (Wahl von Revisoren), 2. Halachischer Vortrag über «'iio 'S'i (Referent: Schlesinger Halberstadt). 3. ..Zusammenarbeit der Sijoralreuen uni> tlpre (RßjöPßklkösl? II stillst Mannheim, Bondi-Mainz), 4. „Religionsunterricht in höheren Schulen" (Referenten: Wohlgemuth-Berlin, Kohn-Ansbach). Daran anschließend Beratung über „Prüfungskommissionen für Religionslehrer und -lehrerinnen" (1. Richtlinien, 2. Bildung von Kommissionen für die verschiedenen Landesteile, soweit erforderlich). 5. „Apologetische und praktische Abwehraufgaben des deutschen Judentums" (Referent: E. Munk-Berlin), 6. Anträge, 7. Neuwahlen des Vorstandes und der Kommissionen. Eventuell findet noch zum Schluß ein halachisches Referat von Kaatz-Hindenburg über mivv mm» (Baba kamma 13b) statt. Das Ergebnis der Repräsentantenwahlen in der Jüdischen Gemeinde. (Telegr.) Berlin, 17. Mai. Die Wahlen haben den Liberalen Erhaltung ihres Bestandes, im übrigen keine Veränderung der Machtverhältnisse gebrächt. Es erhielten Liberale 24 245 Stimmen (10 Mandate), Zionistische Volkspartei 16 370 Stimmen (7 Mandate), Mittelpartei 5540 Stimmen (2 Mandate), Konservative 2900 Stimmen (1 Mandat), Sozialisten 2140 Stimmen (1 Mandat). Die beiden letztgenannten Mandate erhalten M. A. L o e b und Dr. Oscar Cohn. Haupttagung des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz. Köln, 4. Mai. Die erste Hauptversammlung des jungen Verbandes Verbandes in Köln sollte zeigen, was der Verband in der kurzen Zeit seines Bestehens unter den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen geleistet hat. Nach der Begrüßung der auswärtigen Vertreter, insbesondere der Herren Dr. Segall. Berlin und Marx, <§aarl>rü«^en, gat £>er ö!orsi^Stt>ds JjßPP B. Feilchenfeld den Geschäftsbericht. 10 Versammlungen und eine Reihe von einzelnen Besprechungen, Zeitungsartikeln, Propagandaschreiben klärten die Gemeinden und Vereine über die Notwendigkeit der Arbeit des Provinzialverbandes auf. Was bisher in dieser Beziehung geleistet worden ist, muß in diesem Jahre durch weitere Verbreitung der Idee in den Kleingemeinden fortgesetzt werden. Eine Reihe von Anstalten, Kinderhorten, Einzelpersonen erhielten durch Vermittlung des Provinzialverbandes größere und kleinere finanzielle Unterstützungen. Seit Anfang 1926, aus dem Kassenbericht nicht ersichtlich, wurden auch vom Verbände selbst zahlreiche Unter-, stützungen gewährt. Durch die Hilfstätigkeit konnten alte Leute in Altersheimen untergebracht werden. Erholungskuren wurden gewährt, Zuschüsse für Tuberkulose- Kranke gegeben. Durch die Arbeit des Verbandes werden zahlreiche bedürftige Kinder die Freude eines Ferienaufenthaltes genießen können. Ein großes Stück positiver Arbeit. Nicht geringer ist die Arbeit einzuschätzen, die dadurch geleistet wurde, daß der Verband die Gemeinden darauf hinwies, in welcher Form Mittel zu erreichen sind. Mitarbeit an der Aufwertung, an der Beschaffung von Material für die Gesolei waren andere Gebiete der Tätigkeit. Hoffentlich werden auch die weiteren großen Ziele, die die Möglichkeit der Schaffung eigener Heime ergeben, in absehbarer Zeit durch intensive Propaganda erreicht werden. Allerdings bedarf es hier noch größerer Mitwirkung der Gemeinden. Nach dem MrfMlWil nn? <?e[(*jäp6eri^t öurd? ^errn Feilchenfeld nahm als Vertreter der Zentralwohlsayrisstelle Herr Dr. Segall zu einem glänzenden- Referat das Wort. 18. Mai 1926 An Hand von gutem statistischen Material zeigte Herr Dr. Segall die wirtschaftliche und berufliche Stellung der Juden vor und nach dem Kriege. Er beleuchtet die Entwicklung der Wohlfahrtspflege die aus den gegebenen Verhältnissen sich zu dem' heutigen Stande empor gearbeitet hat. Die konfessionelle Wohlfahrtspflege, heute gleichberechtigt neben der amtlichen, wird zu ganz anderen Leistungen fähig sein als früher Das oft gefallene Wort von Ueberorganisation ist absolut nicht angebracht. Im allgemeinen wird das Wort nur von denen gebraucht, die nur in geringer Weife ihren Pflichten Nachkommen. Die Gliederung ist doch eine sehr einfache und und natürliche. Die Zentrale in Berlin, die Prooinzverbände, die örtlichen Zentralen. Nach ausgiebiger Diskussion wurden die Vorstandsimä AllMuWMsn 8SMNÜNIMM. Akk V. FßiWtst selb nahm den Vorsitz an und dankte im Schlußwort den Vertretern, insbesondere Herrn Dr. Segall für das ausgezeichnete Referat. Er führte aus, daß hoffentlich im neuen Jahre der Aufbau des Verbandes vollendet fein wird um weit mehr noch als bis heute, helfend eingreifen zu können. Die Beteiligung war außerordentlich groß. Ueber 30 Gemeinden mit 110 Vertretern waren erschienen, darunter die Vertreter zahlreicher Kleingemeinden. Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden im Volkssiaat Hessen. Mainz, 2. Mai. Am 2. Mai fand in Mainz die gesetzgebende Versammlung des neu gegründeten (liberalen) „Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden im Volksstaat Hessen" statt. Der Verband erstrebt den Zusammenschluß aller Gemeinden, um durch die Vereinigung aller Kräfte das religiöse Leben, das in den Klein- und Landgemeinden durch die aus Not unmöglich gewordene Ausstellung von Lehrkräften zu erliegen droht, neu zu beleben. Der Landeslehreroerband, di e Vereinigung aller hessischen Lehrer, hat sich zur Förderung des Verbandes bekannt und auf seinen Boden gestellt. Die Verfassung sieht einen Oberrat von 15 Mitgliedern vor, unter ihnen 2 Rabbiner, 2 Lehrer, 3 Vertreter von Gemeinden unter 50 Zensiten. Jede Gemeinde muß 3 . Prozent ihres Umlagesolls, unter Umständen auch 5 Prozent der Verbandskasse zuführen. Generalversammlung jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure. Cassel, 12. Mai. Der Verein jüdischer Hotelbesitzer teilt mit: Am 13. April fand eins Mitgliederversammlung des Vereins Jyotelters unJj siteslauralsure slall. Qn Jemerii Bericht wies der Vorstand aus die vielseitgie Tätigkeit hin, welche er im Interesse des Vereins entfaltet hat, durch Zeitungsreklame, Versendung von aufklärenden und propagandistischen Notizen an die jüdische Presse, In ausgedehnter Aussprache wurde sodann in Gegenwart eines Herrn vom Vorstand des „Vereins zur Förderung ritueller- Speisehäuser" in Hamburg über die geplanten Aenderungen bezüglich der Bedingungen für die Aufnahme und für die Aussicht usw. verhandelt. Wenn auch nicht über alles Einigkeit erzielt wurde, so gelang es doch, die meisten Punkte in einer, beide Teile zufriedenstellenden Weise zu regeln, nicht zuletzt, dank der Haltung des Delegierten des Hamburger Verein, welcher es verstand, bei völliger Wahrung seiner Grundsätze, doch auch unseren Interessen gerecht zu werden. Unter anderem wurde beschlossen, daß jeder, dem Hamburger Verein unterstellte Betrieb ein mit dem Zeichen des Vereins versehenes Schild erhält, welches bei Erlöschen oder Ruhen der Aufsicht zurückgezogen wird. Auf diese Weise ist es jedem Interessenten sofort möglich, festzustellen, ob der Betrieb sich derzeit unter Aufsicht befindet oder nicht. Auf Anregung des V. j. H. u. R. soll auf dem Schild darauf hingewiesen werden, daß der jüdische Gast im jüdischen Hotel nicht nur essen, sondern auch wohnen kann. Einer Aufforderung zwecks offizieller Teilnahme unseres Vereins an der Gesolei konnte wegen der Kürze der Zeit und der Schwierigkeit der Beschaffung passenden Materials nicht nähergetreten werden. Jedoch ist es jedem Mitglied freigestellt, sich persönlich zu beteiligen. Auskunft erteilt ber 33orf±cmb- -311 Punkt 6 „Nuchruuchs" wurde darauf hingewiesen, wie wünschenswert es wäre, .Nachwuchs heranzuziehen. Es wurde jedoch von verschiedenen Seiten betont, daß es außerordentlich schwer-

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