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Der Israelit · 1926-05-13 · Heft 20 (13.5.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 20 (13.5.1926)
Date
1926-05-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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13. Mai 1926 1V e r Z s r a e l k! Nr. 20 Seite 5 uns noch einmal der Wortlaut der Resolution in Sachen des Sports mitgeteilt wird. Die Resolution lautete: „Der R. j. F. als neutrale Vereinigung treibt eine weitgehende sportliche Propaganda zur Erfassung der jüdischen Jugend für die Sache der Leibesübung. Er sucht dieses Ziel dadurch zu erreichen, daß er überall, wo nicht die körperliche Ertüchtigung der gesamten jüdischen Jugend in paritätischen oder in jüdischen Sportvereinen gewährleistet ist, und die örtlichen Verhältnisse es gestatten, Sportgruppen errichtet, in welchen die jüdische Jugend im Geiste des Frontbundes (Disziplin und innerjüdische Neutralität) zwecks Ertüchtigung herangezogen werden soll. Die Zusammnearbeit mit den jüdischen Jugendvereinen soll mit allen Kräften gefördert werden." Dieser Wortlaut der Resolution kann unsere Ausführungen im besagten Artikel über die.Stellung, die der <S|3ojriibee im «Programm bes N. j_ F. eirtgeräumt mirb, nur bestätigen. Ein Synagogenkonzert. Hannover, 3. Mai. Sie haben in Ihrer heutigen Ausgabe unter „Brief- Fasten" einem Herrn A. in Hannover bestätigt, daß ein Konzert in der Synagoge auch durch den guten Zweck nicht gerechtfertigt werde. Die Kürze Ihrer Bestätigung veranlaßt mich, auf die Angelegenheit einzugehen. Nicht nur die kleine Zahl der gesetzestreuen Juden in Hannover hat es als einen Schlag ins Gesicht empfunden, daß das Gotteshaus durch dieses Konzert und nicht zuletzt durch die Mitwirkung eines gemischten Chors und einer Opernsängerin entweiht wird, sondern auch ein erheblicher Teil der liberal eingestellten Gemeindemiglieder war über die Genehmigung des Vorstands der Synagogen-Gemeinde .mehr als überrascht. Gar nicht zu begreifen ist es aber, daß ein der Achduth ungehöriger und sich selbst gesetzes- Ireu nennender Landrabbiner im Amt es unterlassen konnte, sein Veto einzulegen. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß ein bestimmtes Wort des amtierenden Rabbiners den ganzen Plan umgestürzt hätte. Die jüdischen Zustände in Hannover haben sich in den letzten Jahren merklich verschlechtert. Eines der unter Aufsicht stehenden Restaurants ist nicht mehr rituell zuverlässig; die Jugend hat jüdisches Interesse und ruft immer mehr nach einem geistigen Führer, der ihre Interessen in die richtigen Bahnen lenkt. Der von der Jugend verlangte Jugendgottesdienst wird vermutlich zustande kommen, aber nicht allen rituellen Vorschriften entsprechen. Der zuständige Landrabbiner läßt das alles göWW. ohne selvfl lomglMW kNWMM, den liberal eingestellten, aber dem tzesötzSStköUSN ZUDMlUM sympathisch gegenüber stehenden Kreisen, die führend in der Gemeinde sind, hört man auf Einwendungen immer wieder: „Wir können nicht päpstlicher sein, als der Papst." Gewiß: das Landrabbinat schreitet nicht ein, warum soll die Gemeindeverwaltung in all diesen Dingen, sei es die Veranstaltung eines Konzerts in der Synagoge (nicht etwa Synagogen-Konzert), bei Ueberwachung der mangelhaften Kaschruth-Angelegenheiten, bei Errichtung eines Jugendgottesdienstes, bei Aenderungen und Einfügungen in den Hauptgottesdienst, anders entscheiden als der gesetzestreue Rabbiner? Es wäre eine dankenswerte Aufgabe, wenn die Achduth einen ihr ungehörigen Raw in die richtigen Wege leiten wollte oder ihm nahelegen würde, den fraglos streng gesetzestreuen Charakter der Achduth wenigstens Nicht zu schädigen. GesteweiH. Dr. Maximilian Pfeiffer s. A. Wien, 1. Mai. In dem dieser Tage verstorbenen deutschen Gesandten in Wien, Dr. Maximilian Pfeiffer, verschied ein Mann, den man rückhaltlos zu den Chasside umaus hoaulom zählen konnte. Er war, wie selten ein Mensch, über jeden Rassenhaß erhaben und war ein gründlicher Kenner der jüdischen Geschichte, der jüdischen Sitten und der jüdischen Religion. In seinem Roman „Kyrie eleison", der in der Zeit der Judenverfolgung in Speyer spielt, hat er den Märtyrern jener Zeit ein wundervolles Denkmal der crls ^gcorbncier xr»te ctxxcf> auf dem hühsn Posten, Sen er Bis zu femem Lebensende bekleidete, zeigt er warmes Interesse für alle jüdischen Fragen und half, wo immer er helfen konnte. palS^intt. Große Volksversammlung auf dem Skopusberge. Jerusalem, 27. April. Am 21. dieses füllte den Amphitheaterplatz auf dem Skopusberge vor der Universität eine wogende Menschenmenge, die an die Feierlichkeiten auf diesem Platze vor einem Jahre stark erinnerten. Man schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 6000. Alle zionistischen Aemter und Behörden waren vertreten. Vom Oberrabbinate war Rabbi Jakob Meier erschienen, Oberrabbiner Kuck hat der Einladung keine Folge geleistet. Unter den Gästen fiel Lady Samuel auf, der die Menge rauschende Ovationen darbrachte. Nach einer Begrüßungsrede des Leiters des Ansiedlungsbüros, K a p l a n s k i, sprach Rabbi Jakob Meier in klassischem Hebräisch em paar Ssgensworte, Darauf ergriff, stürmisch begrüßt, Dr. e! jmann tzas Söorl: ili ÄllstÜllßlMll DtlU serctte. Das im Ganzen eine Moralpredigt an Palästirras Juden war. Die Krisis, über die so geklagt wird, sei nicht Privileg Palästinas, sondern ist eine Weltkrisis als natürliche Kriegsfolge. Die britische Regierung tue vollauf ihre Pflicht dem jüdischen Nationalheime gegenüber, weniger aber das jüdische Volk. Statt der Proteste mögen Aufrufe zu kräftiger Mitarbeit ergehen. Die Menge sang das Hatikwahlied und zerstreute sich in nichts weniger als gehobener Stimmung. Aus der jüdischen Sladk. Tel-Awiw, 29. April. Tel-Awiw glich vor einem Jahre einem Riesenbauterrain. Ganze Stadtteile wurden auf die Sandhügel hingezaubert. 8000 Chaluzim hatten in der Bauindustrie Beschäftigung. In der ganzen Stadt war kaum eine Wohnung unvermietet; nur mit Mühe konnte man ein Zimmer finden, und dann kostete es vier Pfund den Monat. Heute ist Tel-Awiw eine stille Stadt geworden. In den großstädtischen, schönen Straßen stehen viele Wohnungen leer. Die Bauindustrie hat keine Arbeit, und die Stadt hat eine bedeutende Einnahmequelle eingebüßt. Die Hausbesitzer sind froh, wenn sie pro Zimmer zwei Pfund bekommen. Die Chaluzim, die nicht in der Landwirtschaft Beschäftigung gefunden haben, sind zum großen Teil beschäftigungslos und hungern. So hat die Weltkrise gewirkt. ' Wi Umcvtfa. Die Jfauen gspn pik ^9^«fenftveU;una- New-Wrk, 25 ApNl. In Amerika, dem Lande der Organisationen, gibt es eine Föderation der Jiddischen Frauenvereine, die alle jüdischen Frauen-Orgamsationen in den Vereinigten Staaten, über 100 an der Zahl, umfaßt. Auf ihrer letzten Versammlung hat diese Föderation beschlossen, mit aller Energie den Kampf gegen die Sabbat entweihung aufzunehmen. Es ist hoch erfreulich, einen solchen Beschluß aus Amerika zu hören, und es sei dieser Beschluß der tapferen jüdischen Frauen Amerikas ihren Schwestern in Europa und nicht zuletzt in Palästina zur Nachahmung bestens empfohlen. Personalien. David Ehrmann Vst. Berlin, 18. Jjar. Gestern durchlief den Kreis der hiesigen d’kt die Schreckenskunde: David Ehrmann ist eine Stunde vor Eingang des nav urplötzlich an einem Herzschlag verschieden. Mitten im besten Mannesalter, im 48. Lebensjahre herausgerissen, ein nvi" ein a'vvrri', ein mmtj nno Vsa main* wie sie unsere Gemeinde in diesem Ausmaß nur wenige zu den ihren zählt. In Neutra, Neuhäusel und Preßburg viele Jahre ausschließlich sich dem Lernen widmend, von imo am -r-nna mit der wn geehrt, hat er uns allen gezeigt, wie man unter den schwierigsten Verhältnissen und mag man noch so sehr um sein Brot zu kämpfen haben, gestützt auf ein felsenfestes pnva und ausgerüstet mit einem eisernen Willen und einer hinreißenden Liebe zur Tauroh, nicht nur für sich dem Lernen Zeit zu gewinnen, sondern auch seine Kinder zu echten Jehudim zu erziehen vermag. Täglich hat er mit ihnen gelernt und war in a'mr'v noch waia nmnJa, mit Beschämung müsse^ vke nur in 2>e«t|c^ranb sc> niete Ents-Huldigungen Tür Den imri 71VS gu finten Ivlsstn, grstshrn; Es ist Doch etwas anders um den Osten, mag er Ungarn, Polen, Litauen usw. heißen. Wer da den Jeschiwohgeist so recht und voll in sich ausgenommen, der wird zu einer vollendeten jüdischen Persönlichkeit, zu einem Mittelpunkt, der Thoraliebe und Thoralernen, Gottesfurcht und Herzensgüte ausstrahlt, der wird zur Krone und Zierde eines jeden jüdischen Kreises, wohin er auch gestellt sein mag. Unsere ganze Adaß Jisroel und alle die nur irgendwie einen nun rrn haben, waren heute versammelt, ihn zu Grabe zu geleiten. Um des nnwa willen mußten die Hespedim für das Trauerhaus in der rrn» aufgespart bleiben. Aber es bedurfte der Hespedim nicht, wo tiefe Trauer auf jedem Gesichte lagerte, wo nicht nur die Anverwandten, sondern jeder, der ihn gekannt, seine Tränen nicht meistern konnte. Hat die Familie doch in den letzten Wochen ein furchtbar tragisches Geschick getroffen, hat die Gattin doch im Verlauf von wenigen Monaten die Nichte, die Schwester, die Mutter, den Gatten verloren. Und auf aller Lippen schwebte das inbrünstige Gebet, das einst zu R. Akibas Zeit an diesem Tage ErhLrung gefunden: in' tpn nasnv Daß David Ehrmanns Andenken nicht aus unserer Mitte schwinden wird, dafür wird sein Leben und sein Wirken bürgen, nicht zum mindesten seine würdige Gattin und die Kinder, die er zu so prächtigen und wackeren Jehudim erzogen, deren Leben er — leider immer noch eine Ausnahme — noch besonders dadurch genaei ba^ er ihnen nllßsr hem täglichen Schiur noch das V9ff? f«r ausfck»lle^l!ches ^eschjwählemen gewahrte.n-nm- 3- W. Grotzrabbiner Moses Hager Czernowitz, 28. April. In Suczawa verschied nach langem schweren Krankenlager der dortige Großrabbnier Moses Hager im Alter von 63 Jahren. Er entstammte der berühmten Rabbinerdynastie Hager und war ein Sohn des Wifchnitzer Großrabbiners Baruch Hager. Unter seinen Brüdern genießen der jetzige Wifchnitzer und der Ottyniaer Großrabbiner in der chassidischen wie in der nichtchassidischen Welt großen Ruf. srn- Fulda, 2. Mai. Am 28. April beging Herr Emanuel Stern dahier sein 35jähriges Jubiläum als Gemeindeältester der hiesigen Gemeinde. Es ist wohl eine Seltenheit, daß ein Vorsteher sein Amt mit 35 Jahren antrat und 35 Jahre im Dienst blieb. Eschwege, 2. Mai. Am 1. Mai beging die Firma K a tz e n st e i n u. C o. ihr 50jähriges Bestehen und gleichzeitig der Senior Michaelis Katzenstein seinen 70. Geburtstag. Briefkasten. Hannover. Betrag eingegangen und richtig verbucht. Nachnahme Irrtum. Kreuzberg und vieleAndere. Wir danken Ihnen verbindlichst für die liebenswürdige Mitteilung. Daß das „Hamburger Familienblatt", das sich über das Israelit.Inserat unter der Ueberschrist runtttt na so sittlich entrüstet hat. das gleiche Inserat mit der ominösen Ueberschrist in Nummer 17 seiner Ausgabe vom 29. April auf Seite 13 selber bringt und dann dasselbe schamhaft mit einem Zettel über die „Organisation Lebensbund" schlecht überklebt, ist wirklich hoch interessant. Wir möchten nun unter nirwi na die vier obligatorischen Fragen stellen: 1. Warum soll man einen hebrätschen Ausllrurlli Pkt Ucisikm hekkkvet entnommen ist, nicht allM Mr AMüuMgung von Wnm g^cherr dürfen? 2. Warum nennt dieses eine Zeitung eine „Verletzung der Religion" in der gleichen Nummer/ in der sie F e r k e l m ä r k t e und noch Schlimmeres anzeigt? 3. Warum bringt sie dann selbst das Inserat, das sie zwei Wochen vorher als Sakrileg bezeichnete? 4. Was hat die „Organisation Lebensbund" mit niNVi na zu tun, daß erstere letzteres decken muß? G. E. Besten Dank für die Mitteilung. Es wird viele interessieren, daß nun, wie die „Frankfurter Zeitung" vom 1. Mai mitteilt, medizinische Fachmänner herausgefunden haben, daß das hutlose Umher gehen für Augen- und Kopfneroen durchaus schädlich ist. Familiennachrichken. Barmizwo: Paul, Sohn des Herrn Adolf Worms, Mainz, Walhausstratze 1 III. UV2 'S* — Fritz, Sohn des Herrn Karl Goldschmidt, Fulda. Severiberg 8. xm 'S* Jubiläum: Am 12.Mai feiert Frl.R.Blumenthal ihr 30jähriges Jubiläum als Stütze bei Familie L. Mainz. Fellnerstraße 11. z. Zt. Villa Mainz. Königstein. L. BARBARINO Frankfurt a.M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tabake feinste Hamburger und Bremer Fabrikate Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaisspstvaßs 7 Kaiserstr 81 T*““ """ Zeil 88 Versand nach auswärts

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