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Der Israelit · 1926-04-29 · Heft 18 (29.4.1926) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 18 (29.4.1926)
Date
1926-04-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 18 Der Israelit unverbindlichen Berichtes benützen würde, um mir eine derartige Aeußerung zu unterstellen, bloß um einen heiklen Passus in einer Kanzelrede nachträglich zu rechtfertigen. Ich glaube nunmehr alles getan zu haben, um den wahren Sachverhalt auch den blödesten Augen darzulegen. Sollte Herr Dr. Biberfeld seinen Irrtum auch jetzt noch nicht einsehen, so muß ich die Bemühungen, ihm meine Einstellung zur „Reform" klarzulegen, als hoffnungslos einstellen. Moritz A. Loeb. Sehr geehrte Redaktion! In Nr. 15 Ihres Blattes polemisieren Sie gegen einen Artikel, den Herr Rabbiner Dr. Emil L e o y, Berlin, in der „Jüdischen Rundschau" als Entgegnung auf den Melzerfchen Aufsatz „Zionismus und Orthodoxie" veröffentlicht hat. Es liegt uns fern, in diese Polemik zwischen Ihnen und Herrn Rabb. Dr. Levy einzugreifen, von unseren Freunden hat im Uebrigen Herr Lazarus Barth sich zu den schwebenden Fragen im „Jüdischen Wochenblatt" geäußert. Auch ist es nicht unseres Amtes, darüber zu urteilen, daß Sie es vermeiden, in Ihrem Artikel den Namen von Herrn Rabbiner Dr. Emil Levy Oll «?«(] üiejen aber als SDlisrac^i jten bezeichnen, nötigt uns zu der Frststkungltung, datz Herr Rabbiner Dr. Emil Levy, trotz wärmster freundschaftlicher Beziehungen zu unserer Organisation und uns persönlich, nicht bei uns organisiert ist. Aus diesem sachlichen Grunde — um von anderen Dingen zu schweigen — hätte es sich empfohlen, den Autor bei Namen zu nennen. Mit vorzüglicher Hochachtung Misrachi Zentralbüro für Deutschland Dr. Oskar Wolfsberg. Berlin, den 20. April 1926. (Wir wüßten nicht, was in diesem Falle der Name zur Sache tut, und welche Rolle es spielt, ob der betreffende Herr misrachistisch „organisiert" ist oder nicht. Red.) Scheidungszexemomen. In seiner Nr. 14 brachte das „Hamburger Familienblatt" einen Artikel, der den Akt der jüdischen Ehescheidung ins Lächerliche zieht. Ich habe dem Blatte zur Entgegnung folgende Zuschrift gesandt: Den Artikel „Scheidungszeremonien im Wiener Kultusamt" in der letzten Nummer Ihres gefch. Blattes kann ich mir eigentlich nur so erklären, daß ihn sein Verfasser als einen verspäteten bösen Aprilscherz geschrieben hat. Mit Heiligem soll man aber nicht scherzen. Ich möchte auch annehmen, daß der Aufsatz sich nur durch einen unglücklichen Zufall in die Spalten Ihres Blattes eingeschlichen hat, ich kann nämlich nicht annehmen, daß Sie einem Elakyrat Aufnahme gewähren könnten, das da eigentlich einen jeden Juden, selbst wenn er liberaler Anschauung wäre, in seinen tiefsten Gefühlen verletzen muß. Abgesehen von der ganz falschen verkehrten Darstellung ist auch der ganze Ton der Darlegung so unfaßlich, pietätlos, daß doch niemand an ihr recht Gefallen finden kann. Die bespöttelten, als „lächerliche und possenhafte Hokuspokusse" bezeichneten Scheidungszeremonien im Wiener Kultusamt sind — der Verfasser scheint dies nicht zu wissen — Gesetz und Norm allenthalben, in dem biblischen Gesetz (Deuteron. 24,1—4) begründet und gerade wegen ihrer Bedeutung von den Dozisoren mit besonderer Ausführlichkeit behandelt. Ueber ein Thoragesetz also, das in vollster Geltung ist, wagt der Artikelschreiber die ganze Schale seines Spottes zu ergießen. Er tut aber noch mehr — er gibt, wie wir zu seiner Ehre annehmen wollen, unbewußt — leider den Antisemiten auch durch die falsche Deutung der einzelnen Abschnitte des Scheidungsaktes eine gar willkommene Handhabe zur Verunglimpfung unserer Thora und zu unserer Herabsetzung. Es würde uns gar nicht wundern, wenn demnächst dieser Artikel in jenen Kreisen zum Abdruck käme und man dort auf das Groteske dieser Uebungen hinwiese und auch einen Beweis brächte für den Materialismus dieser Juden, die sich aus allem einen Erwerb verschafften. Wo in aller Welt, mein lieber N. N., haben Sie es erlebt, daß „die Orthodoxen den Scheidebrief mit grimmigen Gebärden auf die Frau schleudern"? (Von mir gesperrt wiedergegeben.) Von wem haben Sie die Deutung, daß die Frau mit demütig gefalteten Händen das Dokument entgegennehmen muß? Die Hände legt sie aneinander, um den Get aufnehmen zu können, den ihr bisheriger Ehemann in diese gleiten läßt, um sie dann zur vollständigen Besitznahme des Scheidungsbriefes ganz zu schließen. Und so ist alles, was Sie von dem „eigenen Schreibzeug", von den „Künstlern", die den Scheidebrief Herstellen usw. schreiben, raiKD nerftanom unD Darum aum in einer un&Fprt «er letzenden Weise dargeflellt. — Lassen Sie es sich sme gesagt sein. Nicht jeder braucht unter allen Umständen die heiligen Scheidungsgesetze zu kennen und zu verstehen. Aber das muß man fordern, niemand soll über das, was er nicht begriffen hat, urteilen geschweige denn langatmige Artikel schreiben und witzeln und spötteln. Und was bringt nun das Familienblatt in seiner neuesten Nummer zur Sache? Die goldene Brücke, die ich dem Blatte gebaut habe, hat es nicht beschritten, vielmehr sich voll und ganz mit dem Artikelschreiber identifiziert. Das Bedauern der Redaktion ist unbedeutend und nichtssagend gegenüber ihrem starren Festhalten an der Berechtigung der Darstellung. Dr. M. Lewin. Briefkasten. Kopenhagen. Wer hat an Fa. I. Kauffmann für uns dän. Kr. 10.- eingezahlt? Wir bitten um genaue Adressenangabe. M. N. 100 Diersburg. Wir können Ihre Anzeige nicht äufnehmen, bevor Sie uns Ihren genauen Namen und Ihre Adresse Mitteilen. Wlh- und Andere. Wir freuen uns. daß unser Artikel gegen die Uebertreibung des Sportes so sehr aus Ihrer Seele gesprochen ist. Wenn es so ist, daß sich die Schäden des Sportkultes auf dem Lande noch bemerkbarer machen als in der Stadt, so ist es auch Pflicht der Lehrer, dem Treiben entgegenzusteuern. Dr. S. in K. Betrag für R. M. b. H. verbucht. A. in Hannover. Ein Konzert in der Synagoge, noch dazu in den Togen des nay kann auch nicht durch den guten Zweck, dem es dienen soll, gerechtfertigt werden. A. B. M. O. -,oiv arm starb am 25. Tischri 6600 (1839.) AUmMennachrichten. Barmizwo: Marcel, Sohn des Herrn Julius Nordmann-Bamberger, Basel. frankfurter Berichte. Aus dem Jahresbericht der Synagogengememde «Israelitische Religionsgesellschafk". (Fortsetzung). Ein Jahr schwerster Sorge liegt hinter der Thora-Lehranstalt. Die Beiträge fließen nicht genügend, die gesteckten Ziele beanspruchen jedoch erhebliche Aufwendungen, und die Einnahmemöglichkeiten sind sehr zusammengeschmolzen. Dank der göttlichen Hilfe und gefördert durch die eifrige Hingabe der Kurationsmitglieder ist es ihr gelungen, die drückende Schwere des Jahres zu überwinden, wenn auch ein erheblicher Teil des Bedarfs ungedeckt blieb und als Fehlbetrag in das neue Rechnungsjahr mit herübergenommen werden mußte. Möge die Jeschiwa als lebensnotwendige Institution unserer Kehilla immer mehr Verständnis und Gönner finden. Unser Bestreben war unter äußerster Anspannung aller Kräfte darauf gerichtet, die Thora-Institutionen unserer Gemeinde trotz sorgenvollen Anwachsens des Gemeinde-Etats im Berichtsjahre keine Not leiden zu lassen. Ein Blick auf die weiteren Gebiete des Gemeindewesens auf Awaudo und Gemilus Chafodim, zeigt, daß sie trotz der sich in den Weg stellenden zeitlichen Schwierigkeiten ich fortentwickelt haben. Der geistige Mittelpunkt unserer Gemeinde, unsere Synagoge, erfreute sich in der Berichtsperiode eines guten Besuches. Die Plätze der Frauensynagoge sind ganz, vergeben und darüber hinaus liegt eine erhebliche Anzahl Anmeldungen vor, die aus Mangel an verfügbaren Plätzen nicht berücksichtigt werden kann. In der Männerynagoge ist ein kleiner Teil unvermietet, welcher Tatache jedoch keine symptomatische Bedeutung beizumessen ist. Der Chor hat zur weihevollen Hebung des Gottesdienstes beigetragen. Dem Chor sowie dem Chorleiter ei an dieser Stelle für ihre Hingabe und für ihr Opfer an Zeit und Mühe der Dank der Gemeinde und des Vorstandes ausgesprochen. Einen schweren Stand hatte im Berichtsjahre die Fürsorgekasse. Der Kreis, der die Hilfe der Fürörge in Anspruch nehmenden Personen ist in der Berichtsperiode in erschreckender Weise gewachsen, und die Kasse war kaum in der Lage, auch nur die Hälfte der Unterstützungsgesuche zu berücksichtigen. Die Not ist maßlos gestiegen, während der Kreis der Spender sich leider ehr verengte. Gar manche, die früher freudig an den MgMn Der MMe lvemäm mturusen; rmo \m\i verarmt, und die Kasse kst aus Mangel an ausrsjchöndön TUtteln leibet nid)t imftanbe, ben an sie herantretenden Sjilfsgefudjen wirksam zu entsprechen. Die Tätigkeit der Fürsorge erstreckte sich hauptsächlich auf die Behandlung diskreter Fälle. Von der Not im Verborgenen kann sich der Außenstehende kaum eine Vorstellung machen. Unere herzliche und innigste Bitte ergeht daher an alle, der Fürsorgekasse in ihrem Gemillus Chesed-Werk beizu- 'tehen und ihrer bei jeder Gelegenheit zu gedenken. Allen hochherzigen Spendern von nah und fern, allen, die sich im Dienste des Gemillus Chesed betätigt haben, 29 Kpril 1926 ,, sei an dieser Stelle der wärmste Dank des Vorstandes und der Gemeinde ausgesprochen. Das Georgine Sara v. Rothschildsche Hospital konnte im abgelaufenen Jahre trotz großer Schwierigkeiten seinen Betrieb in vollem Umfange aufrecht erhalten. Obwohl die Aufwertung des Stiftungskapitals noch keine greifbare Form angenommen hat, sind wie bemüht, das Hospital technisch und medizinisch weiterhin auszugestalten, und es besteht die Absicht, Jsolierräume für Patienten mit ansteckenden Krankheiten sowie Zimmer einzurichten, die auch höheren Ansprüchen genügen. Das Hospital war trotz der vermehrten Bettenzahl fast das ganze Jahr hindurch voll belegt. Wie im letzten Jahre möchten wir auch diesmal auf den Verein „Schäumer M i z w o" die Aufmerksamkeit lenken, der es sich zur Aufgabe macht, sowohl in den Häusern als auch auf dem Beth Hachajim den Wachdienst im Sinne des altjüdischen Chewra-Geistes auszuüben. Ber biefer dJelecjerifjeie t>errt>etfert bdra.u.f, bci^ sich vor einiger Zeit auch eine Yrauen-Chcwro „Schäumer Mizwo" gebildet hat, die dem gleichen Zwecke dient, wie der bestehende Schäumer Mizwo-Verein. Beide Vereine verdienen, durch Erwerb der Mitgliedschaft gefördert zu werden. Dankbar sei erwähnt, daß Frau Adolf Stern zum ehrenden Gedächtnis ihres in Gott ruhenden Gatten« dessen Denken, Wirken und Streben der Förderung und Festigung unserer Kehilla stets gegolten, einen „A dolf Stern-Fonds" mit einem Grundkapital von Mark 5000.— ins Leben gerufen hat. (Fortsetzung folgt.) Keren Hathora. Die Thora muß zur Wahrung ihres alten heiligen Inhalts sich auch moderner Kunst und Technik bedienen. Der Keren Hathora vertreibt einen ebenso kunstvoll wie sinnig hergestellten Briefbeschwerer, der, in leuchtendem Schwarz gehalten, den ganzen Ernst und die Tiefe der Aufgabe dieser Organisation für ganz Israel symbolisiert. Das Bild (entworfen und hergestellt von m Herrn Leo Horooitz) zeigt eine aufgerollte Thorarolle, mit der Aufschrift niwn iip und mit der Mahnung darunter laiw, wm* Wer seine Korrespondenz, seine Mkllr feine MMtlW ans MMW M Diesem Embleme besannen, Ejat seine täglichen Anliegen unter das Banner der Thora gestellt, in ^heilige Bindung gebracht, die uns höchste Freiheit bedeutet. Gedenket der Thora, gedenket der Thoralehranstalten in Ost und West, in denen die Zukunft unseres Judentums blüht! Und steuern wir mit, daß diese Pflanzstätten, mit denen unser Judentum steht und fällt, erhalten, betreut und ausgebaut werden können. Diese Aufgabe stellte sich der Keren Hathora, im Schoße der Agudas Jisroel Weltorganisation geboren, aber die heiligsten Angelegenheiten des gesamten Judentums verwaltend. In keinem jüdischen Hause, auf keinem jüdischen Schreibtisch darf der Briefbeschwerer des Keren Hathora fehlen. Er ist gegen den geringen Betrag von 3 Mark, der in kaum

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