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Der Israelit · 1926-04-22 · Heft 17 (22.4.1926) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 17 (22.4.1926)
Date
1926-04-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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511.0 TMS 3 22. April 1926 » genaue Abgrenzung der Anschauungsgebiete; und k alle feige, verderbliche Vertuschung von Gegen- I sätzen hört auf. Im vorliegenden Falle sind es » zwei Lager, die in Gottesfurcht und Thora-Liebe szu einander gehörten und nun durch einen k großen, folgenschweren Widerstreit getrennt sein s müssen. Dort bei der Achduth wird für das öffenti lich jüdische Leben die Thora-M i t Herrschaft erk strebt; hier bei uns gilt als unerläßliche Vork bedingung jeder Zusammenarbeit die Alleinherrschaft der Thora. Dort bei der Achduth sind im Hinblick auf das (uns gemeinsame) Hochziel mit Ausnahme persönlicher Gesetzesverletzung alle Mittel recht und alle Wege gangbar, die von den AWtUMMreM eigener Ernstst wechselnd gewiesen werden; hier Bel uns finp nur die von der Thora kraft Gottes Einsicht bestimmten Mittel zulässig, ist nur der von ihr gebahnte Weg einzuschlagen. Dort bei der Achduth sind die Mittel von sekundärer Bedeutung, bei uns von entscheidender. Dort bei der Achduth ist die Erreichung des Zieles das Ausschlaggebende, bei uns bleibt die Erreichung des Zieles dem Lenker unseres Geschickes anheimgestellt. Dort schaut man nur auf die Folgen jeder Handlung, bei uns nur auf die Thora-Gemäßheit jeder Handlung und nicht auf ihre Folgen, weil wir diese nicht zu scheuen haben. joicf>et: llttfttmmtg ieiten (es gibt deren mehr), die keineswegs eiom nur ittkiischö Abweichungen darstellen, ist die Aussprache um so nötiger, damit die Befehdung von Einzelperfönlichkeiten aufhört, damit anstelle des Mißtrauens das Einanderverstehen kommt, damit an- Melle der Aechtung die Achtung tritt, damit einer rden anderen wohl als irrend ansieht, aber nur Iden Irrtum verurteilt und nicht den Irrenden. ] In der Aussprache werden auf beiden Seiten die Gedanken zw'Ende gedacht; das Trennende hebt sich sch«rs uwrisftn &br mu es um Der lauteren Wahrheit willen sein muß. Hiermit aber ist letzten Endes wirkliche Friedensarbeit getan. Dys Einende kommt dann mit zur Geltung, und persönlich rücken einander näher die Menschen, die vorher in halber und unklarer "Erkenntnis des Wesenskernes ihrer Uneinigkeit.'gegen einander ergrimmt waren. Aus solcher Erwägung heraus müssen beide Teile Herrn Professor Fraenkel dafür danken, daß kk Kbrt gejunbert ^öt, bas nicht zetert, sondern forscht. In solcher Absicht auch chw stus den einen Einwand geantwortet, den er gegen das Achduth-Referat erhebt. Die von Herrn Professor Fraenkel voll gewürdigte und als erträglich erklärte Stellungnahme der Agudas Jisroel ist: Unbeirrbare Ablehnung der Achduth-J d e e bei ungeminderter Hochschätzung der von dem Achduth-Jrrtum befallenen thoratreuen Personen. Der Achduth- Gedanke ist für uns ein mit Entschlossenheit zu entwurzelnder Wahn, aber die jüdische Ehre seiner MsLflipchteM mimwi ift uns MMMkk, Wiederholt werden die Herden Teile disser agn-! gistischen Grundsatzes hervorgehoben, weil damit für den Denker Adolf Fraenkel und für jeden anderen denkenden Leser der geltend gemachte Einwand schon behoben ist. Einem prominenten Vertreter der Achduth-Jdee konnte die Freie Vereinigung neben dem prominenten Vertreter der aufrechten Orthodoxie einen Platz im Vorsitz mit brüderlich ausgestreckter Hand anbieten. Sie tat es und konnte es tun, obwohl jener 81' in Achduth-Jdeen befangen ist. Nicht aber, weil er der Träger i^rer Idee t|±; darin läge v)"1N die Anerkennung brr Achduth- D d s s U« Freie Vereinigung. Daraus ergibt sich: Wohl kann und will die Freie Vereinigung alle tw in Deutschland sammeln, auch diejenigen/die jetzt der Achduth angehören. Aber die I n k a r n a t i o-n der Achduth-Jdee, ihr Hort und Herd und Sinnbild, ihr weithin sichtbarer Vertreter kann i n d i e s e r Eigenschaft der Verkörperung eines von der Freien Vereinigung abgelehnten Prinzips nicht zu ihrer Mitführung eingeladen werden. Hier siH bex: gfojge Un±er|cf)teb Zttllschsrr „pbwohl" uud^,well" bemerkbar, klar und Brr ö?^e* Blatter lich. Hier kommt die Zweiteiligkeit der orthodoxen Stellungnahme zu den Achduthisten einerseits und zu Achduth andererseits praktisch zur Auswirkung. Das darf Herr Professor Fraenkel, das dürfen feine engeren Gesinnungsfreunde, bitte, nicht übel aufnehmen. Nachdem er einmal in brüderlicher Absicht unsere unterschiedliche Beurteilung von Achduth und Achduth-Mitgliedern ohne Widerspruch hingenommen hat, wird er seine dankenswerte Tat nicht im Entstehen durch eine unmögliche Forderung wieder zerstören wollen. Es wäre schade. Herr Professor Fraenkel möchte, ich bitte ihn darum, in dem Augenblick seiner Entscheidung des Ausspruches unseres gemeinsamen weisen Meisters ri2 eingedenk sein: BeLmrrerlich ist Mi lSmnDung Dos WDlltDMcr.- eins, er wäre besser ungeschaffen geblieben; jetzt, da er besteht, kontrolliere er sorgsam seine Handlungen. WSWS' 8132V l'ttOjn 8132V» INI' 8132 8*?W 1*7 N12 -1'VV»3 (V»V»') Bei dieser Gelegenheit seine zwei Ungenauigkeiten im Achduth-Referat (Blätter Nr. 5) richtig gestellt. Ein hochverehrter älterer Freund, der sich während des Krieges an der großen Versandstätte der Freien Vereinigung durch erstaunlich großes Dispositionstalent und schier rastlose Arbeit ein unvergängliches Verdienst erworben, hat darauf aufmerksam gemacht: Die Praxis, aber Mlsit D8Z 8?** bem Rabbiner der Frankfurter orthodoxen Gemeinde Den Vorsitz in der Freien Vereinigung; und Dr. Anton Nobel s. A. hat ihr nicht bis an sein Lebensende angehört, sondern hat sich, wenn auch nicht offiziell, (durch den oben erwähnten verehrten Gewährsmann) abmelden lassen. nnr natsm fi*Vnr “irp»« 0» OrVp Q’Vnn) nicht Jc<rn§<hoL<rFriirs und Gedenket bei alle» feierlichen Anlässen des Kmn (Palästina-Aufbaufond der Agudas Jisroel). _Direktorium des Keren Kajischuw. Annahme-Stelle für Deutschland.- paiarllna-Lenttale ller AguSar ZlSt-el Ffankfurt am Main Postscheckkonto Frankfurt a. M., No. 53 900. Es sei ferner bei dieser Gelegenheit der Schriftleitung des Achduth-Organes auf ihren heftigen Angri^ ge^en bas Nsfer-at mit ein paar Sätzen geautrourtet. Der Neformgemeinde wäre im Referat bestimmt unterdrückt worden, hätte der Verfasser eine verstimmende Wirkung vorausgeahnt. Jahrzehnte lang hat man allseitig damit eine Gemeinde bezeichnet, die thorawidrige Reformen einführte. Daß das in der seinigen geschehen ist, wird der Herr Redakteur des Wochenblattes nicht bestreiten. Eine Verunglimpfung der daneben seit 1876 (dem Jahr des preußischen Austrittsgesetzes) in seiner Gemeinde wieder zugelassenen jüdischen Institutionen war gewiß nicht beabsichtigt. Mit Um WlMblill Der LIM Dal Der flerr richtig erkannt, baß öas Referat nichts NöNSS auftat. Den Mangel entschuldige er damit, daß die Ausarbeitung nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt war, sondern nur für die Aguda-Jugend, geren größerem Teil die geschichtliche Entwicklung unbekannt gewesen ist. Erft lange nachher folgte auf mehrseitig geäußerten Wunsch der Abdruck in den „Blättern", wie das daselbst durch eine Fußnote bemerkt war. Demgegenüber wolle das Wochenblatt auch feine Bemerkung über- Unhnr mfmi Mm nur W von MkD; liebenden Redewendungen", womit man den Verdacht einer Scheinheiligkeit auf den Referenten lenken kann, als wolle er in der Oeffentlichkeit von Friedensliebe triefen und im geheimen etwa die Jugend erst recht gegen die Achduthisten hetzen. Daß dem Referenten als Knalleffekt das ^zionistischerfeits patentierte Wort Verrat an den Kopf geworfen. wird, „Verrat an der Sache des gesamten gesetzestreuen Judentums" (in schneidigem Sperrdruck), läßt auf eine neunationalistische Feder schließen. Plus ca change, plus c’estlamemechose.— Vielleicht aber versöhnt den streitbaren Herrn die Mitteilung, daß den Verfasser des Referats eine etwa dreißigjährige Freundschaft mit Dr. Anton Nobel s. A. verbunden hisst. Diese TaisaHe, damit klinge ber Gruß «n Professor Fraenkel aus, zeigt auch ihm, daß man bei scharfer prinzipieller Gegnerschaft einander im Herzen zugetan sein kann, wenn man keine Opfer der Ueberzeugung von einander verlangt. Chissuk hakhora! (Lin Vorschlag von Sally Geis in Tel-Awiw. In den letzten Jahren habe ich verschiedentlich in Artikeln Gelegenheit genommen, auf die Notwendigkeit hinzuweisen, daß Agudas Jisroel und Misrachi auf praktischen Gebieten zusammenarbeiten. Politisch kann der eine den anderen doch nicht überzeugen, während in der jüdischst Qsbsnsbstätigung keine Unterschiede bestehen. Iran weiß in Uv AMZZ SÜPflöI fflfjF MM Dfl| M Misrachi Mitglieder hat, denen gleichfalls die Erfüllung der Thora höchste Aufgabe ist, und es ist darum nicht einzusehen, warum diese Gemeinsamkeit nicht fruktifiziert werden soll. Die thoratreue Judenheit ist für die Erfüllung ihrer Zibburaufgaben nicht so reich an geeigneten Persönlichkeiten und an finanziellen Mitteln, um sich eine Dezentralisierung ihrer Institutionen leisten zu können. Ihre Institutionen müssen durch die Zersplitterung Schaden erleiden. An einigen Beispielen sei dies beleuchtet. Irr Tel-Arnirn gibt es eine Arbeiterküche der Agudas Visrvki «nt. eins les MtetE Möß Iflfflon Allen sich in bescheidenem Rahmen. Wären sie vereinigt, dann ließen sie sich zu einem Klubhaus vergrößern, das den jungen Leuten nicht nur Essen, sondern auch einen angenehmen Aufenthalt gewährt. Ein Heim bedeutet aber für manchen jungen Mann Rettung vor Lockerung der religiösen Pflichten und vor Entgleisungen sittlicher Natur. Ein anderes Beispiel: Die Agudas Jisroel war so vernünftig, in der Hafenstadt Tel-Awiw, die für die Einwanderer das Eingangstor nach Erez Jisroel bedeutet, ein Wirtschaftsamt zu errichten. Der Misrachi bat jedoch diese Institution nicht, trotzdem er sie gleichfalls DrnotifltC; unö trsMm n w* aut Whists innerhalb m ZwnWsHm Organisativn <s»nd^- wege geht. So hat er eine eigene Arbeiterorganisation, da die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation nicht nur Berufsorganisation ist, vielmehr auch einen starken geistigen Einfluß auszuüben sucht, und dieser Einfluß gegen Thora und Tradition tendiert. Des ferneren hat die Macht der Tatsachen den Misrachi veranlaßt, eigene Kolonien zu gründen, um auf diese Weise durch ein thoratreues Milieu die Erhaltung der Thora zu schützen. Er hat also das getan, was die Agudas Jisroel tut. Hat nun der Misrachi selbständige wirtschaftliche Institutionen, dann sollte ein Amt informativen und regulierenden Charakters das Nächstliegende für ihn sein. Der: eine Beamte der Agudas Jisroel kann unmöglich „Liuuim LlufMM üiß Das mnimtwam im tereffe her thoratr-susn JudsuhSÜ ÄSS LüNböS ZU ßlfllQeil hat, überblicken. Würde aber auch der Misrachi ein Wirtschaftsamt errichten und es würde dann eine Vereinigung der Wirtschastsämter der beiden Organisationen stattfinden, so würde dieses Amt von zwei kollegialen Beamten geleitet werden und an Bedeutung gewinnen. Noch ein drittes Beispiel. Es fehlt eine Landwirtschaftsschule für Chaluzim und eine für Chaluzoth aus thoratreuen Kreisen; die letztere ist nötig, damit unsere Bauern Frauen bekommen, die die Arbeit einer Bäuerin kennen. Unter den heutigen Verhältnissen werden manche junge Menschen aus thoratreuen Kreisen veranlaßt, sich den Kewuzoth anzuschließen, was in der Regel einen Bruch mit ihrem bisherigen jüdischen Leben zur Folge hstt. Sartbcoirt|c^afisjcf)uten mit tfjoratreuem ßei}f-- personul und faes ^niemals uttfc üttidr rücksichtigung Des jüdischen Gesetzes in den t«nbw!r-tf«hastlichen Unterrichtsfächern würden für Erez Jisroel einen großen Segen bedeuten. Das Geld für diese und andere Institutionen ist nur dann in kürzester Zeit und in genügendem Maße aufzubringen, wenn nicht Agudas Jisroel oder Misrachi — jeder allein —, sondern das orthodoxe Judetttum vor die jüdische Oeffentlichkeit tritt. Aus diesem Grunde schlage ich eine „Arbeitsgemeinschaft der Agudas Jisroel und des Misrachi" unter dem Namen „C h i s s u k H a t h 0 r a" vor. Ich übergebe meinen Vorschlag den Kreisen der Agudas Jisroel und des Misrachi zur Deüam HflD EU WklttW kMWll

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