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Der Israelit · 1926-04-22 · Heft 17 (22.4.1926) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 17 (22.4.1926)
Date
1926-04-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 2 Nr. 9 Der ästaem ■ Blätter 22. Avril 1926 „In Kongreßpolen gibt es 379 jüdische Gemeinden. Von der gesamten Zahl der Mandate der Gemeindeverwaltungen haben die Orthodoxen allein 1458 Mandate, während die linken Parteien, die Zionisten, Misrachisten, Poale Zion, Volkisten und Bund zusammen nur über 509 Mandate verfügen. Also besitzt Aguda in ganz Polen zwei Drittel Mehrheit." Wenn dennoch den polnischen Juden eine Trennung empfohlen wird, so sträubt sich dagegen nicht nur das weiche, gute Herz, sondern auch der gesunde Menschenverstand. Doch wir wollen nicht allzusehr vom eigentlichen Thema abrücken, denn nicht das polnische Wroülan soll uns Dm M SMtiMn stkhkll, dsrn das palästinensische. Seine Bedeutung sur die Diaspora ist unermehbar und es verdient wahrlich mehr Bedetuung, als es nur auf „einem Fuß" zu behandeln. „Zion und Jerusalem sind die köstlichen Diademe, mit denen Gott sein Volk geschmückt und nochmals zu schmücken verheißen hat", so schreibt begeistert Dr. Isaak Breuer. Der köstliche Schmuck ist aber nur dann wertvoll, solange er vollständig ist. Zerbricht er aber in Stücke, dann geht sein Wort völlig verloren. Wieso können wir nun solchen Gedanken in unserem Innern Raum gewähren, dieses teure Kleinod in Stücke zu zerreißen? DkwMWm, -jx Qm Gxttk? E der^udenheit, die Leuchte der ganzen Menschheit, Jeruscholajim, die einstige Burg unserer Könige, der Priester und Leviten, die Stätte des heiligen Tempels und des Thrones der göttlichen Majestät, der Mittelpunkt der heiligen Lehre und der Sanhedrin das heißersehnte Ziel aller jüdischen Pilger an den drei Hauptfeiertagen die dann, wie eine treue, liebevolle Mutter, all ihre Millionen Kinder umarmte und bei der alle geräumig Platz finden; Jerufchalajirn, unsere erstrebte Glückseligkeit, sollst du heute neucröings cm Uv N«nnnen wn& der innereis Streitigkeit werden? Sollst du vor unesren Augen durch unsere eigene Schuld zerstückelt werden? Sollen Zion und Jeruscholajim, deren Bande der Liebe und des Friedens die brüderlich geeinigte Menschheit umschlingen sollten, heute der jammervolle Schauplatz innerer Verwirrung und Zersetzung sein? Muß nicht dann die Außenwelt, die zum Richter angerufen wurde, denken, daß es um Israel nicht gm vestelll fein rannwenn es schvn betm Betreten fernes Bodens vön ZüNk ttttd Streit zerrissen wird? Die Thora verbietet uns, gehauene Steine als Altar zu gebrauchen n^rmi N'bv ns:n *p*in '2 (8'2 mnw) den wenn du mit deinem Messer darüber fährst,wirst du es entweihen." Tote, stumpfe Steine können das Messer oder den Hammer nicht ertragen, ganz müssen sie sein und bleiben. Doch einst versuchte König Salomon die Steine für den Tempel mit einem Schomir (das ist ein kleiner Seetwum, her, tuenn er über einen (Sietlt geführt wird, denselben spaltet), gu gcrs'^nciUn. Dieser Versuch kostete ihn seinen Thron. (Traktat Gitin 68) Und wir sollen noch schlimmer als die Steine sein? In den Tefillin des Allmächtigen steht geschrieben: pah INN '11 ^15?’ '2- Der Ewig : verherrlicht das geeinte Volk Israel, worauf der Sohar hinzufügt: prrb pn rhi nnx ■»w nrw prw- „In Erez Jisroel kann Israel als ein geeintes Volk gepriesen werden, nicht aber im Golus". DsMltchsv kann wohl niöjt meDr Magt und vk; wiesen werden, öaß Ur Geist der Spaltung und Zerrissenheit mit dem göttlichen Geiste und mit demjenigen von Erez Jsroel unvereinbar ist. Heute nun, da sich unsere tausendjährigen Hoffnungen erfüllen wollen, und wir bereits an der Schwelle zum Eingang nach Erez Israel stehen, sollen wir die jüdische Seele auslöschen und das jüdische Herz zerbrechen? Es braucht ein erhebliches Maß von Naivität, die ich dem klugen H. Goldschmidt keinesfalls zumute, wenn er behaupten wollte, daß Friede und Eintracht wohl das Ziel seien; Mittel und Weg aber dahin zu gelangen, sei die Trennung. Ich kenne keinen Fall aus der jüdischen oder sonflrzeü MschjchtL, m husch TKMUlig eine vollständige Einheit geschaffen wurde, wohl aber das Gegenteil. Zerbricht ein Gefäß, so kann es nie mehr ganz werden und so wird auch die Trennung ein fpnb b2i' nwrr nwn werden. Ein solches Experiment wäre für das jüdische Volk viel zu gefährlich, sein Herz könnte einen solchen Eingriff nicht ertragen. Drum laßt uns Mittel und Wege finden, die nicht zerstören, sondern binden und heilen. Ich halte mich kaum für berufen, der Aguda einen Weg zu weisen; das ist ja die Aufgabe unserer alten Führer und des rabbinischen Rates. Aber ich kann es mir nicht versagen, nachdem diese (fragen an Die Dtfftntticotcü mt MÄnWn gr tragen wurden, meiner Uederzeugung und meinem Glauben Ausdruck zu verleihen und aus Liebe zur heiligen Sache an die Führer das mahnende Wort ergehen zu lasten: Brüder ran1? O’rTXi-bebmtt euch im schweren Augenblick, wo es um das Geschick Israels und seines Landes geht. Lastet nicht weiterhin unerbittliche Jntrcknsigenz bei euch walten. Laßt euch nicht vom Verstände allein, der doch viel zu parteiisch ist und nur ein Teil des Harrten rxgefens ist^ leiten. Gemährt cm<f) ein Mitfpracherechl euren Gefühlen, die aus eurem Herzen hervordrängen und versperrt ihnen nicht den Weg, den sie sich bahnen wollen. Fast ist es bester, um nicht Zuschauer solcher Zersetzungen in Erez Jisroel sein zu müssen, noch im Golus zu verbleiben, denn wahrlich nicht für ein solches Erez Jisroel tragen wir eine zweitausendjährige Hoffnung in unserem Herzen. Laßt uns Mitleid haben mit Unserem Volk, bem Volk, bas nun nach seinem zprtzitausendjährigcn Äartyrmm hostt m Trog felW Heimat zu finden, wo sein Leben erträglich und lebenswert sei, laßt uns ihm Kampf Uno Streit, die. sein Leben im Golus genügend verbitterten, ersparen. Wir stehen in der Morgenröte einer neuen Zeit und so wollen wir alle der eintretenden Epoche mit dem traditionellen jüdischen Friedensgruß begegnen. Nach einer Deutung des Midrasch bekam vom Ewigen deshalb diesen Namen, m\i is am Mi SSßftsn üöjWti IirahrMvlvm. Es gebe kein Jiroh ohne Scholom und kernen Scholom ohne Jiroh. und nK*r müssen die Fundamente sein, auf denen die ganze Zukunft Erez Jisroels aufgebaut werden soll. Aber keinen Frieden eines Friedhofs, wie er aus einer Trennung hervorgehen kann, sondern ein Friede gebaut auf Eintracht und gegenseitiger Achtung und Liebe. Montreux, 23. März. 8. Nissan. (Schluß folgt.) Achdukh und Achdukhisten. Von Gottfried Goldfchmidt. Das „Jüdische Wochenblatt" Nr. 13 brachte die folgenden Auslassungen des Herrn Professors Dr. Adolf Fraenkel-Marburg: „In Nr. 5 der '„Blätter" der deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroel vom 18. Februar 1926 ist ein Leitartikel „Ächduth" erschienen, der schon vorher intern innerhalb der Jugendorganisation verbreitet worden war und Aufmerksamkeit wie Stellungnahme seitens der Achduthkreife verdient. Um es kurz vorwegzunehmen: Der Aufsatz ist, vom Standpunkt des überzeugten Austrittsanhängers aus geschrieben, dis mahrhaft ideale, sachlich-brüderliche Stellungnahme eines solchen. Niemer llebergengung nnch würden, wenn alle seine Gesinnungsgenossen in solchem Denken und Fühlen gesprochen und gehandelt hätten, die gegensätzlichen Richtungen innerhalb der Orthodoxie nie den Rahmen einer vv!? rr-nv npVn» überschritten, nie einen persönlichen oder gehässigen Anstrich von der einen wie von der anderen Seite gewonnen haben. Wie mir scheint, wäre es unter solchen Umständen auch niemals zur Gründung der „Achduth" gekommen, die ich selbst nur als eine an sich unerfreuliche Notwendigkeit betrachte. Der zweifelsfreien Klärung halber, die eine Vorbedingung der so wünschenswerten Entspannung der Atmosphäre unter gesetzestreuen Brüdern ist, sei zu der in großen Zügen auch mir richtig erscheinenden historischen Darstellung des besprochenen Aufsatzes eine kritische Bemerkung gestattet, die als 2rr pa für den ganzen Fragenkomplex zu betrachten sein dürfte. Der Verfasser begründet irr SESorten^ beiten unter Berücksichtigung der Imponderabilien m. C. auch von unserer gemeindeorchodoxen Einstellung her zuzustimmen ist, den Anspruch, daß den Vorsitz in der „Freien Vereinigung" der Rabbiner der Frankfurter Austrittsgemeinde zu führen haben, unbeschadet der grundsätzlich gleichberechtigten Mitarbeit der Gemeindeorthodoxie innerhalb der Mitgliederschaft wie auch an leitender Stelle. Ganz recht! Aber dieser durchaus annehmbaren bedingten Parität entspräche es dann doch wohl nicht, daß einem von der Austrittsseite aus gewählten „tonangebenden Gemeindeorthodoxen das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden angeboten" wurde, sondern daß die Vertretung der Gemeindeörthodoxie in Sfiftmg??n AksH Mfl, Msisk Mk Ws m nnmm Sem, gestelll sei unv vatz nameulttch das erwayme Amt aus naheliegenden Gründen von dem Rabbiner der. orthodoxen Kehilla innerhalb.der Frankfurter Gesamtgemeinde bekleidet würde» Jeder der bisherigen Inhaber dieses Rabbinates> wärssry. W. zu brüderlicher Mitarbeit an solcher Stelle freudig bereit'gewesen. Bei einem ent-' sprechenden Verfahrest üüch innerhalb der (mindesten' deutschen) Aguda und voller Ehrfurcht vor dem — nicht minder aus minn nnns fließenden — Gründen der Gegenseite, wie sie aus dem Artikel „Achduth" Heraus-, strahlt, wäre Zersplitterung und Verunglimpfung ver-. meidbar. Sind doch auch unter 'den heutigen - Umständen ptele ©emeinbeortijoboge und 9J£tsrcühifien (auch 3. 9S_ ‘Uv Reifen) in : Är^än^llchkett an Ln Ägudagedanken, wie er. Louis Feist er und seinen Mitarbeitern oorschwebte, durch alle Stürme hindurch Agudamitglieder geblieben, und ist doch tiefster Grund für die Achduthschöpfung, wie im besprochenen Aufsatz richtig bemerkt, letzten Endes das allmählich unerträglich gewordene „beschämende Gefühl, man acht sie (die Einheitsanhänger) persönlich als Gesetzestreue zweiten Grades". So sei denn unser Motto, dem dann praktische und organisatorische Folgen ganz von selbst m. G. H. entspringen werden, hüben wie drüben: Achtung der ehrlichen, grundsätzlich an Jüdischkeit gleichwertigen religiösen Motive des Gegners und bei der sachlichen Austmurn Dar ffingenfaße mmmunn mtfönimr m> griffe? Wir muffen uns bsfHsrden, dis Diskrepanz zwischen Trennungsstandpunkt und Zusammenarbeit (in Gemeinde und nationaler Organisation) als vorläufig unentschieden und unentscheidöar — auch nicht durch einseitige- Jssurim entscheidbar — zu betrachten und unter brüderlicher gegenseitiger Anerkennung zu harren, bis vielleicht auch diese Frage gleich vielen um Jahrtausende älteren: ihre Entscheidung erst finden wird mit mraa ‘wan rw’a >2'»'a". Diese Ausführungen tragen das sichtbar ehrliche Bestreben, die von uns versuchte Klärung zu dem Zwecke zu fördern, den jede Aussprachehaben sollte: bei unbeirrbarem Festhalten an der eiferten e^rlil^en Itefcergeugxtrtg diese dem (Begrtetr verständlich zu machen. Die Folge davon ist Mt Gedenket desKerenHatorah Poslscheck>Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg Nr. 24753 (T: Bäh Ni flgffl&Hffli Keren HatoraH*Koininissanat Frankmu a. M. ttr, ncoo tr* Ssü, a, mmm Keren Hatorali-Kftöu»issMi&l Nürnbftfg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nfirntjerfl Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70 147 (P. Sch. A. Leipzig) *^01IU1^SSar*at Berlin^ P, Sch. A. Berlin Nr. 12594 für Abraham» Keren Hatoraü-Kominissariat örrsi»«, 59h, a. B«sim Nr. 60510 Kriwan msucc Keren Hatorah-Kommissariat’Hamburg P. Sch. A.“Nr. 40953 . für Dr. Julius Baer

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