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Der Israelit · 1926-04-15 · Heft 16 (15.4.1926) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 16 (15.4.1926)
Date
1926-04-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 4 Seite 3 15. AM 1926 Der Israelit Weisung von Lebensmitteln, Kleidern, Stiefel, Wäsche, Feuerung, Möbel und Bettzeug, Kur- und Mietbeihilfen angewiesen sind. Das ist fchtvsrsr Qisbssdisnst, ber rmr mt± gröjjier Krcr^t- «nftiengung burtf)gefüt)rt werden kann. Wir müssen und wollen nicht aufhören, das Los ungezählter Hilfesuchender zu erleichtern und die Not zu lindern da wo sie am höchsten ist, außerdem haben wir uns in 42 Fällen beim Unterstützungsausschuß der Zentrale beteiligt. 2. Hier steht uns die N ä h st u b e mit ihren tapferen Damen treu und fleißig zur Seite, wenn es gilt, Kleider und Wäsche jeder Art aus Stoffzuwendungen und Resten für die allernotwendigste Bekleidung unserer Schützlinge anzufertigen, denen ein Ankauf solcher Dinge unerschwinglich ist. Allen Damen heißen Dank für kßpA IteiUUüJÖi Albert im Dienste der grsten 3. Die Geschirrverteilung zu Peßach des vergangenen Jahres konnten wir wieder in die Hand nehmen. Liegt uns doch viel daran, daß auch in ärmsten Familien der Tradition gefolgt und ihnen die Möglichkeit, Peßach in altjüdischem Sinne begehen zu dürfen, möglichst weitgehend erleichtert wird. Es fehlte an Kochtöpfen, an Porzellan und Bestecken und da meist keine eigene Wasserzuleitung vorhanden, an Eimern und Schüsseln: Dank dem Entgegenkommen einzelner Flrmm Nnrch Gpende und IjMs, errnäßlgungen konnten wir 50 Familien gerecht werden und erfolgte die Verteilung durch unsere Damen in den uns gütigst überlassenen Räumen des Jüdischen Heims. 4. In der Stellenvermittlung ist es im Verhältnis zum Vorjahr lebhafter geworden und konnten wir 42 Stellen mit brauchbarem Personal besetzen, darunter 12 Köchinnen, 2 Kindergärtnerinnen, 2 Aushilfen und 5 Stützen. Wir bittsn unsere Mtiglisber, möglic^t viel oon biejer Einrichtung Gebrauch m machen, um rituell les bende Hausangestellte in rituell geführten Häusern unterbringen zu können. 5. Eine aufblühende Schöpfung unserer Vereinigung ist der „Hort für jüdische M ä d - ch e n", der allerdings auch unsere größte Sorge bildet. Aber es ist Zukunftsarbeit und wir erfüllen eine heilige Ausgabe, wenn wir annähernd 100 Mädchen Heim, Erziehung, Pflege, Liebe und Erholung bieten, was auf ihre Entwicklung fürs ganze Leben von entscheidender Wirkung M: Mer Wille, sie zu gssundm, mrnm^rn unb anständigen Menschen zu erziehen und den armen Eltern in dieser Weise zu helfen, hat uns schon viele Freunde geschaffen, die mit Genugtuung beobachten konnten, wie gesittet und beglückt unsere Hortkinder bei jeder Gelegenheit sich zeigten. So auch bei ihrer Chanukafeier, bei ihrer Ferienabschlußfeier usw., die wir ihnen trotz schrnerer Zeit boten^ bamit au(| SüU Kindkrfrcuve tu ihr vsi freudloses Leben hineingebracht wurde. Bei vielen dieser Kleinen zeigten sich ungewöhnliche Talente und Begabungen, die zu pflegen mit zu unserer Aufgabe gehören und bitten wir unsere Freunde, uns weiter zu stützen und durch großzügige Zuwendungen das Erziehungswerk im Hort für jüdische Mädchen zu fördern. 6. In ähnlicher Weise hat sich die H e r - mannLehmann-Schulein Offenbach, die stark unter der Kriegsunb sjiacfjfriegsgeit litt^ [4r gkhvöen. Mit Hilfe des Keren Hathora war es möglich, in Herrn Rothenberg einen Lehrer zu finden, der es verstand, die Schülerzahl mit Lust und Liebe zur heiligen Ueberlieferung zurück zu leiten. Die zirka 58 Kinder werden in vier Abteilungen in zusammen 48 Stunden wöchentlich in jüdischen Fächern unterrichtet, so daß wir die Hoffnung hegen, mit Hilfe des Gönnerkreises die wichtige Stätte jüdischer Erziehung im Sinne des Gründers zu erhalten und weiter zu pflegen. 7. Daß mir unsere spezielle 2fu|mer(|am(eit 91« 4 \ H f f Ü u i'e r l \ tfj I für slylMHör begabte Kinder zuwenden, dürfte manche unserer Damen dazu anspornen, sich einer Reihe opferbereiter Lehrkräfte aus unseren Kreisen, die diese Nachhilfe selbstlos erteilen, anzuschließen. Es ist so wichtig, Kindern, die möglichst rasch vorwärts kommen müssen, in dieser Weise zu helfen, wenn die Mittel zu sonstigem Nachhilfe-Unterxiäji festen. Wis Jflgffl LSlNklst DtC slllj selbstlos viefer Aufgabe widmete», heißen Dank, speziell einer Schülerin der ersten Klasse, die einem Kinde der vierten Klasse viermal wöchentlich vorzüglich nachhalf. Wir gedenken gerne auch unserer Blumen- und Telegramm-Ablösung, die wir weiten Kreisen in freundliche Erinnerung bringen möchten. 9. Ermöglicht doch diese, unsere E r - holungsfürsorge materiell zu stärken, denn hier gilt es, noch weit mehr zu leisten, da der Gesundheitszustand unserer Kinder durch die Not der Zeit sehr gelitten hat; es gilt, sie tsor her immer meJjr üSer^onbne^menb^|| inlose gu schützen, sie durch geeignete Erholung auf dem Lande oder in Heimen widerstandsfähig und kräftig in eine gesunde Zukunft hinüber zu retten. Daher sandten wir im Jahre 1925 nach Bad Dürheim 8 Kinder, nach Bad Kreuznach 5 Kinder, nach Hofheim 15 Kinder, nach Ostseebad Kolberg 6 Kinder, nach Bad Nauheim 8 Kinder, und auf dem Lande brachten wir 25 unserer Schützlinge unter. Nach all diesen sozialen Sorgen brachte das Winterprogramm erhebende Vorträge des Herrn Rabbiner Dr. Josef V r e u e v ÜeWnfweife in bcn Dämmerstuuveu des Lebens". Herr Studienrat Max Munk erfreute uns mit einer eindringlichen Darlegung über Ethik und Judentum. Warmes Interesse brachten unsere Mitglieder den gemütlichen Nachmittagen entgegen, die abwechselnd ernste und heitere Vorträge, Rezitationen und musikalische Darbietungen brachten. Besonders fesselte der Bericht von Fräulein Judith Rosen bäum über die Veth-Jakauw-Schulen. Wir danken allen plk Barmt unsere Ziele förDorten. QUtfi oll Dßll DÜWIÖH und Heeren, die gum Gelingen des Wohltätigkeitsfestes, das wir Ehanuka gemeinsam mit der Aguda-Jugendgruppe veranstalteten, beitrugen. Wir haben auch im Laufe des Winters versucht, unsere jungen Mädchen zu einer Gruppe zusammenzuschließen. Sind doch sie berufen, dereinst die Interessen der jüdischen Frauen-Vereinigung zu wahren und sollten sich daher in freier, zwangloser und gemütlicher Art für diese Aufgabe vorbereitsn w gum Tchlusse heute all unseren Mitgliedern danken für ihr Mitwirken, so tun wir das mit der innigsten Bitte, uns weiter zu stützen und uns im Kampfe gegen Not und Verzweiflung weiter Kreise durch Anspannung allergeistigen und materiellen Kräfte zu helfen und zu fördern, damit das Programm der Jüdischen Frauen-Vereinigung zum Segen der Allgemeinst öllmmuhtt imö ausoßöam wMsu?«»«. Aus dem Bericht der Agudas Iisroel'Zugendgruppe. Erstattet in der ordentlichen Generalversammlung am 2. Nissan 5686. Zu Infang unseres Berichtes möchten wir betonen, daß durch die im Laufe des letzten Geschäftsjahres in Angriff genommene und durchgeführte Renovierun.g unserer Lokalitäten gewiß etwas erreicht wurde, Mas wesentlich zum Fortschritt unserer Strbeit beitrug. M auch Mzrzrue r rt rt c r e U 8 «r t h n g Unsrer- Qruppenarbelt gu einem System der mehr persönlichen Erziehung unserer einzelnen Mitglieder, die wir schon lange erstrebt hatten, bedeutet ein Vorwärtsschreiten auf dem Wege, der uns zum Ziele führen soll. Es sei zur genauen Orientierung über die Arbeit in unseren einzelnen Gruppen erwähnt, daß dieselben sich zum größten Teil nur aus einer geringen Anzahl hiesiger Mitglieder zuammensetzen, deren Hauptbestand auswärtige junge Leute sind, wie überhaupt im letzten Jahre das Hauptgewicht unserer Arbeit auf die Heranziehung der auswärtigen Jugend gerichtet wurde. Es sind in den Gruppen zirka 60 junge Leute vereinigt, die von bewährten Kräften geführt werden. Die Arbeitsmethode dieser Gruppen besteht im Erteilen von «rim, irr MlHU, ite her Leiter auf Trund von Quellenangaben von den Gruppenmitgliedern halten läßt. Es hat sich gezeigt, daß durch diese Arbeitsmethode wir andere Menchen heranbilden können, als dies die Möglichkeit ist, .. ... __a.„. . wenn in einer großen Gruppe wie der unferigen durch j glieber — eine gerne besuchte und beliebte Veranstaltung Schiurim und Vorträge größeren Stils die Mitglieder' Es gebührt hier der Dank vor allem den verehrlichen belehrt werden. Ueberhaupt das regere Interesse an der Arbeit in. unserer Jugendgruppe haben wir vor allem dem durchgreifenden Erfolg dieser Gruppen-Arbeitsmethode zu verdanken. Als Ergänzung zu der internen TMMllMii WM MS W m^m einen „SrienliökUNALäßend" überben Hicrnd der Bewegung ins Leben gerufen, der unter Leitung des Herrn Joel Sänger die Aufgabe hat, die Jugend über die Ziele unserer Agudo-Bewegung zu orientieren und sie überhaupt mit den neuzeitlichen Bestrebungen im Judentum bekannt zu machen. Es hat sich gezeigt, daß das Interesse an dieser Einrichtung ein großes ist und es ist gewiß, daß bei planmäßiger Durchführung dieses Kurses — dem der neue Vorstand vor allem sein Augenmerk zuwenden möchte — uns eine Jugend ersteht, die einen würdigen Nachwuchs unserer Agudo-Organisation erhoffen läßt. Wir haben mit Hinblick auf die Wichtigkeit und Dringlichkeit dieser Einrichtung diese Aufgabe in unserem neuen Statut in Z 2a als unabänderlich verankert, das besagt, daß unserer Gruppe die Pflicht ersteht, die Jugend pesitiu agubipfc^ gum Untefftfjjfg rgg lllMtkll lltgMst fatumen gn erziehen. Wir möchten M dieser Stelle den Leitern und Leiterinnen sowie dem Leiter der Orientierungsabende im Namen unseres Vorstandes den innigsten Dank anssprechen für ihre wirklich vorbildlichen und zielbewußten Leistungen. Unserem oerehrlichen Dozenten-Kollegium fei unser wärmster Dank an dieser Stelle ausgesprochen. Zum wissenschaftlichen Programm unesrer Gruppe gesellen sich seit letztem Jahre eine Anzahl von Kursen, so der Ge - schi chtskurs des Herrn Redakteur S. Schachnowitz, der — wie bekannt — eine große Anzahl von Mitgliedern des öfteren im Winter Sonntag abends in unserem Vereinslokal versammelte, gleichfalls der hebr. Ppro^ut5 unter jfg Mlll gtnitEtll: bn äs Mitglieder unserer Gruppe (Damen und Herren) dreimal wöchentlich vereint. Es ist zu hoffen, daß diese Kurse, deren Besuch wir jedem Agudisten aufs Wärmste empfehlen, auch weiterhin einen Aktiv-Posten in unserer Jugendgruppe darstellen werden. Einen Stenographie-Kurs richteten wir in den letzten Wochen ein, der schon jetzt zum mindesten 30 Mitglieder zählt und der im Laufe des Sommerhalbjahres aller Voraussicht nach wegen der großen Inanspruchnahme geteilt werden muß. Ein Literaturkurs unter Leitung des Herrn Dr. Harry A b t wurde am Anfang unseres letzten Sommer-Programms eingerichtet. Ein T'n a ch . S ä) t u r fartb unter Leitung des ^ftTTI iÜBfl £= " nufnngs bes ftüttl mit der Inangriffnahme einer intensiven Palast ina-Arbeit durch Agudas Jisroel eröffnete sich auch für unsere Gruppe ein neues Arbeitsfeld. Im ver-, gangenen Jahre konnten nur die Grundlagen geschaffen' werden, auf denen auszubauen Aufgabe des neuen Vorstandes sein wird. Es war unser Bemühen zunächst einmal, Interesse und Verständnis für Erez-Jisroel-Arbeit zu erwecken. Es geschah dies vor allem durch die neu eingerichteten Rausch-Chaudesch-Feiern (laut Beschluß des letzten Würzburger Bundestages), in denen allmonatlich seit Marcheschwan zum Teil von führenden Persönlichkeiten der Agudas Jisroel Erez-Jisroel-Probleme behandelt wurden. Auch in den sogennnnten Mltt.lllWtUULsVs'SHr-AKeni.e, au\ 1?|? WiT im weiteren zurückkommen werden, wurde verschiedenilrch dieses Thema besprochen. Auch hatten wir Gelegenheit, der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel mehrfach Hilfe zu leisten und deren Aktionen zu unterstützen. Wir sind uns bewußt, daß nur das Allernotwendigste auf diesem Gebiete von uns bisher geleistet wurde, glauben jedoch, daß es bis zum Moment nicht möglich war, mehr als die Grundlagen für zukünftige Erez-Jisroel-Arbeit zu schaffen. Die Mittn,o^-Lk«ssj's^Ex-Ngxmrx M beten «ne im LvMtzlcu Luhrr einen wesenilichen Bestandteil unseres Winterprogramms. Dieselben wurden durch fortgesetzte Bemühungen des Vorstandes bis vor kurzem durchgeführt. Es war unsere Pflicht und unser Ziel, das auch zum Teil erreicht wurde, in diesen Abenden in unserer Jugend Verständnis zu erwecken für wichtige Fragenkomplexe und Probleme, die das Judentum — insbesondere jedoch unsere Agudas Jisroel — bewegen. Die Aussprachen sollten unseren Mitgliedern Anregung geben über den Kern der angesöhnittenen Fragen nachzulenken, und wir dürfen es gewiß als Erfolg dieser Ausprache-Abende bezeichnen, wenn in den Reihen der jugendlichen — vor allem auswärtigen — Mitglieder das Snterefle an diesen lMttMMM MMlM MW. VS muß Pslichl her Jugentzgruppö sein, die Bösti-ebUttgeu aus diesem Gebiete auch weiterhin zu vertiefen. — Den Herren, die sich in dankenswerter Weise uns aus diesem Gebiete zur Verfügung stellten, sei herzlichst gedankt. Wie jedes Jahr, so wurde auch im vergangenen Jahr das Lernen während der Omerzeit (y2 Stunde vor Nacht) durchgeführt. Gleichfalls sei nicht unerwähnt, daß wir unseren Mitgliedern Gelegenheit gegeben haben — die noch heute besteht — jeden Tag während der Vormittagsstunden unter der Leitung des Herrn Herz Holpern zu lernen. Diese Einrichtung sowie diejenige des Schiur DafJaumi — der alltäglich gelernt wird — veranstalten wir gemeinsam mit der Agudas Jisroel Ortsgruppe. Es sei insbesondere Herrn Äerz garpern, Oer in WM Mg M für bw Anfügung ytcüt, m uuiiBTtQ Donf Jugendgruppe ausgesprochen. Die gemütlichen Zusammenkünfte gm Freitagabend im Winterhalbjahr waren auch dieses Jahr — dank der aufopfernden Tätigkeit einzelner Mit-

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