Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 16 (15.4.1926)
- Date
- 1926-04-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 Nr. 4 Der Isr a e l i t 18. April 1928 Die Gesamteinnahmen betrugen im Berichtsjahre Wh. 535 500.—, davon entfallen: auf Steuern Mk. 137 OOO.-rauf Sesselmieten Mk. 98 400.— auf Schulgelder Mk. 80 000.— aMf Mö KüWrUW Mk. M 000.— aus Erundstücke . Mk. 20 000 — auf 2JM3nmus, Chijuwim usw. Mk. 38 200.— auf Friedhof Mk. 10 000.— auf Spenden Mk. 2 800.— auf sonstige Einnahmen Mk. 106 600.— Mk. 535 500, Ist auch das finanzielle Bild der Gegenwart wenig erfreulich und der Ausblick in den vor uns liegenden Ab schnitt von Sorge umdüstert, so vertrauen wir doch, daß es uns mti Hilfe des Opfersinnes der Gemeindemitglieder sowie in der einträchtigen, verständnisvollen Zusammen arbeit der für die Gemeindeverwaltung verantwortlichen Gremien geülWii wird unsküL Kchilln ihr- Lnsü tuttonen, die auf eine ruhmvolle Vergangenheit zurück blicken, auf der Höhe zu erhalten Wir sind heute unter dem Einfluß der Kreditnot und des Geldmangels dringender denn je auf den pünktlichen Eingang der aus den Steuerumlagen veranschlagten Ein nahmen angewiesen, wenn wir in der Lage sein sollen die Gehaltszahlungstermine einzuhalten und unsere übrigen umfangreichen Verpflichtungen pünktlich zu er füllen. Wir richten daher an alle die dringende Bitte, die Zahlungstermine, die auf den ihnen zugegangenen Zah fgs gteuern. stfeiräten und Schulgelder angegeben sind, aufs pünktlichste eingu hatten. Wir besitzen leider keinen Betriebsfonds, und so werden Sie, sehr geehrte Herren, sich leicht vorstellen können, mit welchen Sorgen wir oft im Jahre darüber erfüllt waren, ob die erforderlichen Gelder für Gehaltszahlungen und Sachaufwendungen pünktlich vorhanden sein werden. Wir mußten teure Bankkredite in Anspruch nehmen, um den Verpflichtungen nachzukommen. Lassen Sie daher unseren Appell an Ihre Pünktlichkeit mcht wirkungslos verhallen. Jedem von uns muß das Ge tzöitzüll (Qemelrtbe nm ll^gIUl Inniger Dank gebührt dem Finanzausschuß, der uns auch in diesem Jahre mit seinem erfahrenen Rat und seinen, durchdachten Anregungen wertvolle Dienste geleistet hat. -Zwar sind die besonderen Vollmachten und Verantwortlichkeiten, die dem Finanzausschuß in den außerordentlichen Zeiten der Jnflations katastrophe erteilt wurden, inzwischen glücklicherweise entbehrlich geworden, so daß die eigentliche zentrale Verantwortlichkeit für die Gestaltung des Finanzwesens wiederum allein beim Vorstand und Gemeinderat ruht. Wr. Ipaben ind-s^ WllWUMUß aW WltMiN als ständige Kommission der Gemeinde bestehen lassen und wiederholt im Laufe der Berichtsperiode Gelegenheit genommen, seinen sachverständigen, bewährten Rat in allen wichtigen Finanzangelegenheiten von Fall zu Fall einzuholen. (Schluß folgt.) Aus Gemeinde» u. vereinsledon. (Aus dem Sommerlehrplan des Alekor Lhajim.) Der Verein Mekor Chajim begann seine Sommerarbeit nach dem neuen Lehrplan am Mittwoch, den 7. April. Es ist wiederum Gelegenheit geboten. Tag für Tag, nach Vorbildung und Geschmack, nach Lust und Liebe, unter der Leitung bewährter Dozenten in kleinerem wie in größerem Kreise, in früher wie in später Abendstunde, am Sabbat wie am Sonntag, Thora zulernen. Drei Gemoroschiurim von je 2 Stunden in der Woche (Traktat Sabbat, Montag und Mittwoch abend 7 .Uhr, von Rabbiner Dr. Josef Breuer; Chulin, Sonntag vormittag 9.45 Uhr und Dienstag nachmittag eine Stunde N. A, H, WM: Nllkia Kama. M«. mg und DonnersW abend 8.15 Uhr, Dr». Slkfär Posen) sorgen für die Talmudbeflissenen, wozu noch allabendlich 8.45 Uhr das o"v-Lernen des Herrn H. Holpern kommt. Jeden Morgen nach Beendigung des Frühgottesdienstes wird Mi sch na gelernt, mit Ausnahme von Sonntag und Mittwoch, da Herr 'Redakteur S. Schachnowitz aus „Mizwas Haschem" vorträgt. Daran schließt sich das jeweilige Jahrzeitslernen an. Am Sabbatmorgen „nach Schul findet der übliche Dinimvortrag des Herrn Dr. E. Posen statt, am Nachmittag 4% Uhr hält Herr Dr. Willy Hosmann im Vereinslokale den Mikrovortrag und der Sabbat schließt. mit einem Midraschvortrag eine Stunde vor Nacht mit abwechselnden Dozenten. Es sind außerdem vorgesehen fii, Sabbat mittaa 12.15 Uhr MMgg gW M MUIM w äsrrn Prüf-. A. Wkyl in Dm Klsur und am Sonntag nachmittag gelegentliche Vorträge wie Pijutim und dergleichen. Alles in allem kommt wieder jeder auf seine Rechnung. Von Zeit zu Zeit sollen auch Vorträge in Gemeinschaft mit dem Liw jath Chen, der seine eigenen allsabbatlichen M i d r a s ch ö o r hr ä g e nach Mincho im Hörsaale bei überfülltem Hause abhält, stattfinden. (Neues aus der Aguva.) Das Sommerprogramm 5686/1926 ist fertig bearbeitst und mtrb im Soufe ber lliMM WoA UfillülK QB't^rieLra (gUc^geUig mit ÖSO Statuten) zugesiellt werden. Es tritt mit Schabbos den 24 d. Mts. in Kraft und wir bitten die Freunde und Gönner unserer Bestrebungen herzlichst, an den verschiedenen vorgesehenen Veranstaltungen und Schiurim recht zahlreich teilzunehmen. Eine Anzahl Ausflüge ebenso andere Veranstaltungen geselliger Natur sind vorgesehen; wir werden Genaueres hierüber jeweils in der Presse und durch Veröffentlichung in der Jugendgruppe bekannt geben. Mit Beginn dieser Woche beginnen wir mit dem Inkasso unserer Mitgliedsbeiträge für das dritte Quartal 5686 und bitten alle unsere Mitglieder, auf prompte Einlösung der Quittungen bedacht zu sein, damit uns unnötige Kosten in einer Zeit der schweren Krise erspart bleiben. De" riäctjjte LfsMjkMgZMliD Wer Den lslanD Hur aguyistiskyen Bewegung unter Leitung des Herrn Joel Sänger findet am Mittwoch, den 21. d. Mts., 8.45 Uhr abends im Vereinslokale statt. Adressenänderungen und Stellenwechsel sind dem Vorstand unverzüglich bekannt zu geben, dieselben können auch dem Verwalter allabendlich mitgeteilt werden. (Lichtbildervorkrag über die Ägudo-Kolonie „Machnei Jisroel" in Emek-Iisroel.) Die Agudas Jisroel Jugendgruppe ruft alle Mitglieder und Freunde zu einem Vortrage des Herrn Jakob Landau von der hiesigen Palästina-Zentrale am Dienstag, den 20. d. Mts., abends %9 Uhr in die Aula der Herderschule, Wittelsbacher Allee 10. Das vielseitige Referat, an Hand von Lichtbilds, Öen neuesten Ms LlMWst. M hau und Fortentwicklung Der Kolonie, mutz Jedem der Interesse an Erez Jisroel hat, interessieren. Die naturgetreuen Aufnahmen, die nur mit großen materiellen Schwierigkeiten hergestellt werden konntendienen dem Referenten als Unterlage zu einem höchst lehrreichen Referat, zu dem er durch seine Tätigkeit innerhalb der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel besonders befähigt ist. Da ein großer Andrang zu erwarten ist, empfiehlt es sich, sich zeitig mit Einlaßkarten zu 50 Pfg. (reservierte Plätze Mk. 1.—) einzudecken. Vorverkauf nur im Vereinslokale, Hanauerlandstraße 17 (geöffnet allabendlich ab %7 Uhr, sowie Sonntag den ganzen Tag) und an her Abendkasse. Saalunb Kafsenöfsllllna fi UNr, ÜTnfamj pü^lMdf ^9 ufjr, TÄstt ~ 2an\tn unö Herren sind herzlichst willkommen- (Aguoo-Esra-Tukstkurs) Der Turnkurs unter Leitung des Herrn Friede hat wieder begonnen. Der Kurs indet Montag abend 8% bis 10 Uhr in der Turnhalle der Realschule, Am Tiergarten 8, statt. Neue Teilnehmer können sich während des Unterrichts anmelden. Preis: Mk. 1.50 pro Monat. (Mathilde von Rothfchildsches Kinderhospital, Frankfurt a. M., Röderbergweg 109.) Es dürfte weite Kreise interessieren, daß die vor ungefähr 30 Jahren durch die verewigte Frau Baronin Mathilde von Rothschild iys Leben gerufene und bis zu ihrem Tode von ihr selbst verwaltete Stiftung durch die hochherzige 3mtia±i„e b« Mau Baronin üömunä uz» MiWtt. In P«r!?, gleichzeitig das tyahomt übernommen hat, wieder reaktiviert wurden. In dem idyllisch gelegenen, mit großem Garten umgebenen Stistungsgebäude sollen vorerst jeweils 12 erholungsbedürftige und unterernährte Mädchen aus hieigen jüdischen Familien auf die Dauer von 6 Wochen Aufnahme finden. Kinder mit ansteckenden Krankheiten oder aus Häusern, in welchen solche festgestellt wurden, find von der Aufnahme ausgeschlossen. SWftanö läßt -- ydj MgMgM sein. Wahrtaten yes Ttistnng ln erster Linie Den Kreisen des jüdischen Mittelstandes, welcher durch die schwere wirtschaftliche Lage besonders notleidet, zugute kommen zu lassen. Aufnahmegesuche ausschließlich für Mädchen im Alter von 4 bis höchstens 15 Jahren sind unter Beiügung eines ärztlichen Ältestes an die Aufnahmekommission der Stiftung, Röderbergweg 109, zu richten. (Jüdische Frauenvereinigung.) Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß der „Jüdische Frauenverein", der im Inseratenteil in Nr- 15 des „Israelit" eine Ankündigung veröffentlicht hat, nicht identisch ist mit der „Jüdischen Frauen Vereinigung", deren Vorsitzende Frau H. Besthoff, Palmstraße 10, ist. Mische mnderfürsorge. Innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflege nimmt die Kinderfürsorge einen ganz besonderen Raum ein, und eine eigene Kommission läßt sich die Hilfsarbeit für diese unschuldigsten Opfer der Rot besonders angelegen sein. 450 Kinder genießen den Schutz dieser Kommission, die einen Monatsbedarf von Mark 10 000.— beansprucht. Die sind aber heute kaum aufzutreiben und darum ist das Werk gefährdet. Alle diejenigen, die es noch öinigorrnaßsn tonnen, dis noch im Stande m stH UüD lhiM KM öern ein angenehmes Dasein zu bieten, würden aber sehr in sich gehen, wenn sie einmal die Akten der jüdischen Kinderfürsorge in die Hand bekämen und zu ihnen daraus das tiefe, unverschuldete- Leid, das jammervolle Kinderelend spräche. Hier erzählen die Akten von sieben Kindern: im Alter von 4 bis 17 Jahren, deren Vater sich. -m? MHNNWMM m WstiM llmnschtunz Lsüen nahm, deren Mutter mit dem Hausiererpack in dieser kausunlustigen Zeit etwas zu verdienen sucht, aber nie soviel verdient, , um den. Hunger ihrer vaterlosen Kinder ganz zu stillen. In kleinen, feuchten Dachkammern liegen andere Kinder krank, siechen in Ermangelung von Luft und Licht und zureichender Nahrung dahin, verwelken Menschenpflanzen,, die bei mehr Sonne^ der Welt und dem Judentum vielleicht was werden könnten. In anderen Fällen ist die Mutter tot und der Vater zur Erziehung unfähig. Wiederum ands^s Akten IfreOfCT} WlllMNzwiMMtöN.. bei denen die Hauptleidtragenden, die unschuldigen Kinderchen sind. Nicht alle Nöte sind unverschuldet. Es gibt auch Trinker, moralisch verkommene Menschen unter ihnen. Aber die Kinder sind in allen Fällen unschuldig, und n o ch z u r e t t e n, wenn sie rasch genug aus dem Elende herausgerissen werden. In vielen Fällen rührt das Unglück von der Wohnungsnot her. Keine Häuslichkeit, kein Ofen, alles eng und ungesund, und die tu^ischen atmen und gesunden, solange es noch Zeit ist. Ueberall wird Tuberkulosegefahr konstatiert.. Auch, gelähmte, verkrüppelte und schwachsinnige Kinder flehen mit ihren unschuldigen Kinderaugen um Hilfe an. Viele von ihnen müssen in Anstalten untergebracht werden, andere aufs Land hinausgeschickt werden. All dieses kostet Geld, und die Kinder-Fürsorge soll es aufbringen, kann es aber nur dann, wenn sie aller Unterstützung fillstkl. Untbr DM 4b0 Kindern, die bie Amderfürsvrge zu retten hat, (hier ist der Ausdruck „r e 11 e n" chon eher angebracht als „helfen") befindet sich beispielsweise ein fünfjähriger Junge, der infolge Kopfgrippe stumm geworden ist, nachdem schon ein Sprachvermögen ganz gut entwickelt war. Dem Jungen wäre nach ärztlichem Gutachten in einer Anstalt zu helfen, daß er die Sprache wiederbekommt. Das kann aber nur geschehen, wenn das nötige Geld vorhanden ist. Ein anderer i'raffer Fall: (Sine fßhitter tno^nt mii adji JlU&ern m einer Wirtschaft, die nicht gerade ZU i)en besten gehört. Die Mutter ist seit Monaten im Krankenhaus und die armen Kinderchen sind allein und schutzlos dem Leben und dem Nachttreiben der Wirtschaft ausgesetzt. Ueberall Arbeitslosigkeit, Wohnungselend^ Krankheit. Wir müssen, wir wollen den Kindern helfen. Dieses Ziel setzte sich die K o rn - Mission für jüdische KinZ^sü-- v r g S in der Zenirake ber Jüdischen Lohlfahrtspflege, Langestr. 30 (Postcheckkonto Nr. 16651). Und wer sein menschlich und jüdisches Herz auf dem rechten Fleck hat„ ' o m m e u n d h e l f e m i t! Jahresberichk der Jüdischen Frauenvereimgung. Die Voraussetzungen, unter denen die M dstch? üYfftffiMraniöiiiiQ \m Malm MbMn seit dem vorjährigM Bericht ausführte, die Hoffnungen auf Besserung der allgemeinen Lage sind nicht in Erfüllung gegangen und nur der emsigen unentwegten Mitwirkung einer ganzen Reihe unerer Mitglieder war es zu danken, daß das Programm der jüdischen Frauenvereinigung nach eder Richtung durchgeführt, sogar, soweit es mögich war, erweitert und den Anforderungen derwirtschaftlich Schwachen und Erwerbslosen angepaßt werden konnte. 1. Unsere Unter st ützungskommis- " M Mfigrett ratit m MittMlüM: Tßisß himili llULdShUM Ulld Ullderub in unverchuldete Not mit allen zu Gebot stehenden Mitteln da eingreifen, wo Witwen und Waisen, Erwerbslose, Alte und Kranke mehr denn je auf Zu-