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Der Israelit · 1926-03-25 · Heft 13 (25.3.1926) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 13 (25.3.1926)
Date
1926-03-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1 Seite 3 25 März 1926 < erscheinen. Mögen sie sich der Verantwortung bewußt werden, die sie aus sich laden, wenn durch sie die Kenntnis unseres' heiligen Schrifttums verloren geht. Dieser Jndifferentismus, die Gleichgültigkeit gegenüber religiösen Dingen ist die größte Gefahr für uns. Ist nicht gerade in solchen Zeiten, wie wir sie jetzt durchleben, die Religion unser Halt und unsere Stütze, nicht die einzige Zufluchtsstätte, wohin wir uns aus den "sturmge peitschten Wogen der wirtschaftlichen Nöte retten, wo wir uns sicher und geborgen fühlen im festen Vertrauen auf Gottes schützende Hand, der uns wieder das Morgenrot einer besseren Zukunft leuchten lassen wird? Darum ergeht unser Ruf an alle: Erfüllet euch mit abrahamitischem Geist, lasset Euch von niemandem an Opsersreudigkeit übertresfen, wenn es gilt für Euch, Eure Kinder und das Judentum Opfer zu bringen, seid nicht engherzig, trage vielmehr ein jeder von Euch seinen Baustein zum Mischkon, zum Heiligtum bei. Was Ihr tut, tut Ihr ja für Euch und für die Kinder, die Euch ja einst alles entgelten werden, was ihr an ihnen getan. In der Sidroh heißt es: „Sohow Wokesief Unchausches", „Gold, Silber und Kupfer" sollt ihr verwenden für den Bau der Wohnung des Tempels. Lasset Euch nicht kleinmütig finden. Fanget Eure Spenden nicht mit Kupfer an, das Beste darf Euch nicht zu wertvoll fein, denn es gilt das Glück Eurer Kinder. Wer ihnen so mit gutem Beispiele vorangeht, der kann sich dereinst ruhig schlafen legen, er hat sich selbst ein Mischkon geschaffen, in dem fein Geist unsterblich leben wird. Sein Beispiel wird fortzeugend Gutes nur gebären, und Enkel und Urenkel und Generationen werden mit Stolz auf ihre Ahnen weisen. Groß, meine Damen und Herren, sind die Ausgaben unseres Vereins. Wollen wir sie erfüllen, so müssen Sie uns mit Ihrem Opfersinn unterstützen. SRifajoaus rrtiiy|ert toteher tjergefielli nnb V.eil geschussen, Lehrer und Ärhrkursr gu ihrer Weitem bildung gefördert, rituelle Speisehäuser eingerichtet werden. Unser Stipendienfond soll jungen Leuten die Ausbildung erleichtern, unsere Verfügungskasse Kranke und Alte, Witwen und Waisen unterstützen. Sage niemand, seine Kräfte reichten nicht aus und die Lasten könnten nur von starken Schultern getragen werden. Jeder einzelne hat die Pflicht, zum Gelingen des Ganzen fein Teil beizutragen. „W'osfu Araun". Alle sollen sich an den Arbeiten für die heilige Lade beteiligen, die das Zeugnis, die Tauroh, birgt. Wenn Jeder, von gutem Willen beseelt, seinen Baustein spendet, wird das Werk vollendet werden, in dem Einigkeit und Frieden, edler Wettstreit in der Ausübung der Mizwaus und guter Taten das Szepter führen. Meine Damen und Herren!' Flur und Wald, Wiese und Feld schmücken sich mit grünem Frühlingskleid, hoffnungsfroh reckt das Blürnlein, von der Sonne zu neuem Leben erweckt, sein Köpfchen aus harter Winterscholle zum Licht empor, jubelnd jauchzt nun bald die Lerche wieder ihr Morgenlied zum Himmel, alles, alles preist den Schöpfer droben, von Dank erfüllt über die Auferstehung der Natur. So lastet auch uns mit hoffnungsfrohem Blick der Zukunft entgegenschauen, und wenn wir uns s. G. w. im näMön Jahre zum w WNg?n stehen unseres Vereine wtödök hiök zllsllMMkNr finden, so mögen wir rückschauend freudig ausrufen können: Lajehudim Hojsso Auro Wssimehoh Wsoston Wikor! Reicher 'Beifall lohnte die mit Begeisterung vorgetragene, nach Inhalt und Form vollendete Rede des Vorsitzenden. Herr SMange-THsieldorf, Herr Victor Weyl- Köln und^Herr Carl Frank-Köln beteiligten sich an der Diskussion über die weitere Ausbreitung der Wirksamkeit des Vereins. Das Mitglied des Vorstandes, Herr Julius Weyl-Koln, regte sodann an, den Vereinsgemeinden nahe zu legen, wie es in früheren Jahren Jüdischer B o I k s f r e u n b häufig geschah, pflegebedürftige Kinder aus den Großstädten in ihren Familien aufzunehmen, und so auch Gemilluth Chested in großem Maßstabe zu üben. Herr Benno Hirsch- Köln übermittelt im Namen des Vorstandes der Synagogengemeinde Adaß Jeschurun dem Verein die besten Grüße und Wünsche zum Erfolg der Tagung. Desgleichen Herr Victor W e y l namens der Ortsgruppe der Agudas Jisroel. Hierauf nimmt der Rendant des Vereins, Herr Samuel G r ü n s f e l d -..das Wort zum Kassenbericht. Meine Damen und Herren! Seit dem 24jährigen Bestehen unseres Vereins war es im verflossenen Jahre das erste Mal, daß unsere Kassa mit einer Unterbilanz abschließen mußte. Es ist dies ein Zeichen der Zeit! Um unsere nötigsten Auslagen decken zu können, waren wir im' Dezember gezwungen, an alle Gönner unseres Vereins um Hilfe bittend heranzutreten. Leider haben sich viele Freunde unserem Notruf verschlossen. Unsere wiederholten Bemühungen um Bewilligung einer Subvention beim Keren hatauroh hatten leider keinen Erfolg. Kleinere Subventionen erhielten wir dagegen nur vom Halberstädter Gemeindebund, der Rheinlandloge und der Kölner Adaß Jeschurun- Gemeinde. Diesen Institutionen sei von dieser Stelle aus der wärmste Dank des Vorstandes, mit der gleichzeitigen Bllte ausgesprochen, uns auch im Jahre 1926 ihr Wohlwollen zu wahren. Es gingen in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1925 ein: Jahresbeiträge. 5759.23 Spenden. 1667.71 Aufsichterl. 3218.42 Rückvergütung für Religionsunterricht. 1270.— Subventionen . 550.— Diverse kleinere Einnahmen .... 232.95 hierzu kommt der Saldovortrag vom 31. 12. 24 . 1037.20 macht zusammen ... . . . IfiUfilüJ»! An Ausgaben hatten wir: Salcnre und Subventionen . . . . 10374.— Krankenkasse.162.07 Reisen .. 425.10 Portis, Telephon und Telegramme . . 658.14 Volksfreund.3:P — Beerdigungen . 304.10 Miete * 471.08 Religionslehrer-Ausbildung .... 450.— Inkassoprovisionen.140.10 Diverse Ausgaben. 795.25 zusammen Mk. 14098.84 Wir mußten demzufolge, statt des gewohnten Saldovortrages, eine Schuldenlast von Mark 363.33 mit in das Jahr 1926 hinübernehmen. Meine Damen und Herren! Wir müssen versuchen, die Mittel aus uns heraus aufzubringen, um unserem Verein das zu geben, was er unbedingt nötig hat, um bestehen bleiben zu können. Ich möchte Ihnen daher heute einen Vorschlag unterbreiten, der sicherlich dazu beitragen dürfte, unsere Finanzen zu heben, ohne daß Sie sich dabei wehe tun würden. Mein Vorschlag geht dahin, daß jedes einzelne Mitglied außer seinem Jahresbeitrag, täglich nur 5 oder 10 Pfg. für die Zwecke unseres Vereins beiseite legt und uns diese freiwillige Tagesspende, stets am Monatsende zu- SBerm alle uttfere 500 SJHiglteber bisse freiwillige Tagrssprnb? Wirern SWem bere'tstellen würden, so könnten wir den Fehlbetrag im diesjährigen Budget decken und vielleicht auch noch etwas Nützliches leisten. Ich bitte, dieserr meinen Vorschlag in Erwägung ziehen zu wollen, denn ich sehe keinen anderen Ausweg, der uns aus der leider bei uns schon sprichwörtlich gewordenen Finanzkrise heraushelfen könnte. Meine Damen und Herren! Der Inhalt unserer gestrigen Sidroh bedarf keiner weiteren Erläuterung. Satz für Satz ist wie für einen Rendantenvortrag geschaffen, ivx vx *?2 nx» n»rm '*? inp'i *?X2V m brr 222 m»i->n nx mpn 12b 1322' „Sprich zu den Söhnen Jisroel, daß sie für Mich eine Hebe in. Empfang nehmen. Von jedermann, den sein Herz zur freiwilligen Spende bewegt, sollt ihr Meine Hebe in Empfang nehmen. Dies die Hebe, die ihr in Empfang nehmen sollet, Gold und Silber und Kupfer." Der Zweck der Hebe 'st im achten Vers deutlich ausgesprochen wsn »21N2 '7132V1 V2j7» 'b„Sie sollen Mir ein Heiligtum schaffen, so werde Ich unter ihnen wohnen." Auffallend ist es, daß überall die Mehrzahl steht; dies will sagen, daß keiner von der Herstellung der heiligen Lade, die zur Aufbewahrung der Gesetzestafeln bestimmt ist, ausgeschlossen sein soll. Wir Alle, ohne Ausnahme, sind verpflichtet, für die Aufbewahrung unserer heiligen Tauroh zu sorgen, dafür zu sorgen, daß gelehrt und gelernt wird, daß Religionsschulen gegründet und diese auch erhalten werden können. Wir müssen ferner dafür Sorge tragen, daß alle jüdischen Einrichtungen, wo noch nicht vorhanden, neu ins Leben gerufen werden, damit wir als Juden leben können. „Die Lade muß mit reinem Golde innen und außen überzogen werden." Wir alle müssen, trotz der Not der Zeit, das Beste und Schönste geben, um zu ermöglichen, daß die Tauroh auch in unseren Kreisen ihren dauernden Wohnsitz habe. Geben, freiwillig geben müssen Sie und nicht erst warten, bis man bittend an Sie herantritt. 12b 122-7' 1VX *72 rx» Vom Herzen müssen die Spenden kommen und reichlich müssen diese fließen! Dann wollen wir unser Menschenmöglichstes tun, um ein Mikdosch 'n unserer Rheinprovinz zu bauen, welches innen und außen die Reinheit des Goldes besitzt, damit auch der Schlußsatz unserer gestrigen Haftauroh noch in unseren Tagen in Erfüllung gehe: bxiv '»y nx 2iiyx xbi bxiv '22 -pm '232VI „Und wohnen werde Ich in der Mitte der Söhne Jisroel und werde Mein Volk Jisroel nicht verlassen". Sy&rr (Earl Vier erstattet den Revisionsbericht nnk bennir-agl W klM RMÜMlöN. Die Diskussion wird bis nach bern Mittagessen ausgesetzt, das nach dem gemeinsamen Minchohgebet um 1.30 Uhr beginnt. Während desselben erfreuen die Teilnehmer mit Ansprachen: Herr Rabb. Dr. W e y l, Herr Rabb. Dr. W 0 l f, Herr Oppenheimer - Goch. Herr Hartmann-Mayen, der zum ersten Male bei einer Versammlung des Vereins anwesend ist, bedauert, daß der Verein noch immer nicht in allen Gegenden der Rheinprovinz genügend bekannt ist. Er bittet, auch seine Heimatgegend wieder in das Gebiet der Wirksamkeit des Vereins einzubeziehen. Aus der Diskussion über den Kassenbericht,an dem sich Herr Direktor Meyer- Düsseldorf- Herr Schwalbe- Rheydt und viele andere Herren veteüigen, geht der Beschluß hervor, den Jahresbeitrag von 10 Mk. auf 12 Mk. für das Jahr zu erhöhen. Hierauf erhält Herr Rabbiner Dr. Wolf das Wort zu seinem Referat. Meine Damen und Herren! Nim 2221 ,12122 2221 212b» *iro 02 »'222 2V*7V Drei Kronen gibt es, die Krone des Königtums, die Krone des Priestertums, die Krone der Tauroh. pbvM 21 7112b» -1712 Die Krone des Königtums wird durch den Tisch versinnbildlicht, denn bei seiner Beschreibung heißt es 2'2v 22t 21 ein golbener Kranz soll ihn umgeben, nnns nSTW,“ ürone bes lsirlestertnnrs t»tr£> krnrch den Äliar dargestelli mo 221 21 m 2M22- Die Krone der Tauroh erscheint bei der heiligen Lade. Auch sie zeigt 221 21 einen goldenen Reif, der sie wie ein Diadem umgibt. 2211 »NX »X -j*7 2Qlb X*7X 21 D'X2j?31 21 v'2223 2»*7?21 1X*7 »XI 21 V? »'VS73 Ein und dasselbe Wort bedeutet die Distanze der Ehrerbietung und der Entfremdung. 21 die Krone läßt aus Achtung fernbleiben, 21 der innerlich Fremdgewordene hält sich auch äußerlich fern. 2'vyi 2'22 112x21 i*? 2'vyi 2'22 1*7122 2» '2s»i D2X 221 1*712» 2711' 2*7137» 2212 2712V 12»*7*7 1'*737 221 21 1*7 T1'V3?1 lbl2b 221 22171*7

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