Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 13 (25.3.1926)
- Date
- 1926-03-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWMWVW* Nr 13 Seite t Bon Den Quellen der Pessachhaggada. Don Wernyard S. Sacoöson in Kamöurg. (Fortsetzung.) Der Text der Mischna lautet! mn frsfr^u pi UL» Hb riosa fr* a»iai nwbv las sto ba lais nvaiy an? noD mai nsanos p frsi mairi »t> frs33V an? by nxa •D'isaa i3»mas »na bv aipan "«n ns aman maw bny bv ma -ansa i3»mas ns .msfr di» 2"N 1111 111 *?aa -Dmaa i3»mas ai»a *|3afr;niahi* ias3i? amaa sx» sin fr»sa laxy p»fr D'iLaa »nsxn »v -nm nt naya ias^> sinn *rwfr aarfr iss^> nasfr bbnb mnn^ a»a»»n ums?a ns ia*?i u'mas*? nwyty »a1? cfrpfri vbyb pa1? nnav^ ]i3»a mvrfr nnaya ux'Lin frsn a»v3.i aVisab naywai ^113 nsV .fr'ssai aiv ai»V Vasai •mfr^n t»:s^ lasai In unseren Ausgaben steht: ni'ff mfr ias3i rnfr^n narm* Diese Lesart hat aber weder der jerusalemitische Talmud noch Maimonides. oj D i e e r st e n n - A b f ch n i t t.e. Wir folgen wie fast immer der Lehrmeinung von ma *frn und sagen die beiden ersten Abschnitte. a»3nn as iy a»iais »xav? ma lais sin p»n iy •a»a u»yaV V»a^n iy a»iais frn ma nnaw. p) D ie Beracha 13^X3 iVS- Ueber diesen Segensspruch herrscht eine Meinungsverschiedenheit in der Mischna. Unsere Lesart zieht oie verschiedenen Meinungen zusammen. Wir lassen die Lesart des Mifchnatextes im Jerufchalmi folgenda sie mit der unsrigen übereinstimmt. nsfrs3i uVs3 ittx lais ftsiv »ai nVis3a amm »ai amn u’si ntn .frfrn wjram a»ixaa i3»mas 13’nsipV a'san U'bxib I3y»3» i3’p^>x 'n p lais na»py n»a viinai imiaya d»ew p»y paa a»naV afrv^ rimra D»natn pi a'nvsn ja bini avi i«npa im i3»n^iX3 bs 1°? .11131 fiLi? inata i»p bv aai frsi^» Vss m nns Wls dsr Kommentar .fren jT>y mitteilt, soll es m <*{rxe ffirllärU«! fÜP ÜSN MM Dtßfgl Segensspruches geben, die besagt, er soll gewissermaßen a-v3N by ersetzen (vgl. nfrsnn isis Sette 987 n*oin ma nsxw nnsn isoa ana b"\ »"ini IBM a»v3 nwsny naia aipaa sm im .iaia.iv .(102 *]ia q) inan iisv. Hamburger, der für alle Teile der ni3.i Belegstellen ansührt, schweigt bei iisv inan und gibt nichts an, woraus sich auf die Einführungszeit jener Verse vor dem zweiten Teil von bbn schließen ließe. Maimonides scheint diesen Brauch nicht gekannt zu haben. Er schreibtnifrn) i»i3i »y»ai via 3tia pinsi :(»M n"sünxai pan „Darnach (d. h. nach dem Tischgebet) schenkt man öm ii Bktzrx sm um bbn.“ Abudraham kennt den Brauch, viese Verse zu sagen. Er schreibt "inan i'sw lai1? iM3v asv.u- (Seite 86). Es wäre interessant, wenn sich doch noch Näheres über die Einführung von pan iisv ermitteln ließe. rjDieübrigenHallelpsalme n. Die Vorschrift, ganz Hallet zu sagen, findet sich in der Mischna, Abschnitt 10, Mischna 7,. r^y iai3 »yai bbnn ns. Vor dem 4. Becher vollendet man das Sagen der Hallelpsalmen. 8j Ps. 1 36. a 1 a »a 'nb mn- Die Rezitation dieses PsalMes am Seder-Abend wird schon im Talmud erwähnt. Peßachim 118a wird eine Boraita gebracht, die die Ansicht des Rabbi Tarphon bringt, das große Halle! nach den Hallelpsalmen zu sagen. Der 136. Psalm wird dort als das große Halle! bezeichnet. Das große Loblied wird es aus zwei Gründen genannt. Einmal, weil im Verse 25 Gott damit gerühmt wird, daß er für die Ernährung aller Lebewesen sorgt und ferner entsprechen die 26 Verse des Kapitels mit dem ständigen Refrain „denn ewiglich währt seine Güte" den 26 Geschlechtern der Menschen, die lebten, bevor Gott der Menschheit die Thora gab und für die er dennoch gesorgt hat. Text der xn"ia und sias: bbn laisi Wnn ns lfr? iai3 »yai inai I3n nun' »ai Viisn tf>n p’.ia jisia »ai »lai ^ii3,n Wn.ia» sia: naVi •••Vaa mini iy mna lais bv iana avi» n^apnv »3aa nim» ’ai las ^?ii3n »3,i »fr p yvin» i"s .,i'ia bzb ni3ita p*?nai a^iy n^apn siav mm ra 133a »a 133a 111.1 nvvi a»ivy -iivna am» |ti nun an^ p3 sVi irfriya Wenn Rabbi Jehuda den Plagen mit a'3a»v, Zeichen, eine besondere Gruppierung gab, sie in kurze Merkworte zusammenfaßte, so war es mehr als die Absicht, eine Erleichterung zu schaffen, sich die 10 Plagen zu merken. Er wollte andeuten, auch Mose waren sie schon alle bekannt, ehe noch die erste in Wirklichkeit in Kraft getreten war, kk W8llt8 MfMkskfM auf bJe ©ruppe«, in Die sich bw Plagen uaMMchrrmcisc cmteilrn lassen. (Vgl. Malbim und S. R. Hirsch zu den betreffenden Pentateuchstellen.) Irj Aussprüche von RabbiJoseHagl i l i, R a b b i E l i e s e r und R a b b i A k i b a. Die hier in der Haggada ausgeführte Auseinandersetzung verschiedener Tanoim über die Anzahl der Plagen, die die Aegypter als Strafe zu erdulden hatten, findet sich ganz wörtlich in der xn^'aa zu rfrva, Abschnitt 6 zu dem Vers ,1^113 T.i 2. B. M. Kap. 14, Vers 31. niaiv ni^»^a na> Ueber die Abfassungszeit dieses Abschnitts läßt sich nichts Bestimmtes ausfagen. Aus der Tatsache, daß Maimonides bxefeir Abschnitt tlt hem »Ott ihm am bslHluß OOtt nsrai yran msVn Text ttlcht bvittgt. küNN nicht geschlossen werden, daß nfrya naa damals noch nicht abgefaßt war, da er auch die vorhergehenden Abschnitte über die Anzahl der ägyptischen Plagen, die aus der xn^aa stammen, nicht zitiert. R. David Abudraham bringt nfrya nv.a, erklärt es, sagt aber nichts über Entstehung und Alter des Liedes aus. Wäre es erst zu seiner Zeit aufgekommen, so hätte er dies höchstwahrscheinlich ausdrücklich bemerkt. Für ein recht hohes Alter dürfte der Umstand sprechen, daß die Teile der Haggada, die verhältnismäßig jung sind, nur als Schlußgesänge Aufnahme gefunden haben, naa nfrya steht aber in der Mitte. Eine eigentliche Quelle für dieses Lied im talmudischen Schrifttum läßt sich nicht Nachweisen. Wohl aber finden wir, wie Hamburger aufmerksam macht, daß im Sifre zu i3»isn. Kap. 32, Vers 48 auch das Motiv der Steigerung wie in unserem Lied ist. Dort soll der Ausdruck im Vers ntnai».iaLya begründet werden. a»v»3ia 13X as pi pa a»iais ^xiv» i»nv »rfryipi a’isaa i3x»Linv ais ims ]»n»3a 13s ]»s ia |an ns ifr mm nnnn ns ifr i»nm a»n ns i3> 138 ]»s nma3i a»v3 ifr nvyi i'^vn nx 13^ t»3m> »Lna niya^ iv»3aa^ 13'in aipan las ims a»n»3» asya nass ^b nna»i sia» na ia v'v »a Vai ai»s •mt.i ai»n „Israel sagte, wie dem auch sei, wenn wir es merken sollten, wir werden es nicht zulasten, (daß Moses in die Höhle geht, um dort zu sterben). Er ist doch jener Mensch, der uns aus Aegypten geführt hat, der uns das Meer gespalten hat, uns die Thora gebracht, Manna vom Himmel kommen ließ, Wachteln uns verschaffte, viele Wunder und Heldentaten für uns ausgeführt hat, wir lasten ihn nicht gehen. Da sprach Gott: „Am hellen Mittag werde ich ihn in die Höhle hineinführen. Wer die Möglichkeit hat, kann mir ja wehren." Dies ist der Grund, weshalb Gott sprach „an diesem Tage selbst." M!^«sch ist es Msft uhB in unfßrßm Liede ist es Gott, von dem jene für Israel so segensreichen Dinge ausgesagt werden. 6 Aussagen im Midrasch sind in nfry» naa in Anlehnung an die ISnfryan'i'vzu 15 e^veitert worden. inix Vx»ba3 | a i* Dieser Abschnitt findet sich in der,!3va in a»nvv im zehnten pia. Mischna 5. Nur fehlen dort die Schriftverse, die in unseren Ausgaben als Beleg für die Erklärung sich finden, ferner spricht der Mischnatext noch von Zeiten, in denen das nvo-Opfer noch dargebracht wurde. Maimonides bringt den Text dieses Abrajim Und wenn sich nun abermals wie einst vor Jahrtausenden jüdische Familien »max rnfr nv v»s n»a^ nv, aus dem weiten Erdenrunde um den Sederttsch reihen, um die Fülle des Glückes zu genießen, die unsere Familienfeste spenden, dann wird uns das Bewußtsein dafür ausgehen, daß b'LN I3»na nx» die Innigkeit und Reinheit jüdischen Familienglückes in seinem Kern unversehrt erhalten geblieben und daß wir, indem wir froher Zuversicht den frv aia S»33,i 1,1frX kredenzen, jenes greßen Sabbats harren, von dem verkündet ist: ,Siehe, ich schicke euch den Propheten Elija, bevor der große und furchtbare Tag des Herrn kommt. Und er wird zurückwenden das Herz der Eltern zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Eltern!" Kleines Feuilleton. Eine italienische Lhelemiade. Die Geschichte dürste sich im weltberühmten L h e l e m, dem östlichen Schilda, abgespielt haben oder in Kaßrrelewke, der durch Scholaum Alechem zum Ruhme gelangten „Stadt der Weisen". In Wahrheit ereignete sie sich aber in einem italienischen Dorfe mit Ramen L i v r i. An einem schönen Tag kamen fünf kräftige Männer in etwas seltsamer Kleidung ins Dorf. Es war um die Arbeitszeit, da die Männer alle im Felde waren. Die Fremden sperrten weit den Mund aus und gaben durch Zeichen zu verstehen, daß sie Hunger hätten. Man gab ihnen reichlich zu essen und glaubte, daß sre dann weiter ihres Weges gehen würden. Sie begaben sich aber gemächlich zur Ruhe und zeigten gar keine Eile. Als die Bauern von der Arbeit heimkehrten, waren sie nicht wenig überrascht, in ihrem weltvergessenen Neste, wohin sich nur selten ein Fremder verirrte, gleich fünf Gäste auf einmal begrüßen zu dürfen. Mit dem Begrüßen war es aber nicht so einfach. Die Fremden sprachen kein Wort, gaben nur durch Zeichen ihre Wünsche kund, atzen und tranken gut und ließen es sich Wohlergehen, angestaunt von den Dorfbewohnern, die sich das Benehmen der stummen Gäste nicht erklären konnten. Nachdem sie acht Tage lang die Gastfreundschaft des Dorfes in reichlichster Weife genossen hatten, fingen sie plötzlich an, fließend italienisch'zu sprechen und erzählten den Dorfbewohnern von ihrer Art und ihren: Ziele. Sie seien Bewohner des Mars und sprächen die Sprache dieses Planeten. Nun aber, da sie acht Tage lang im Dorfe geweilt und aufmerksam zugehört hatten, hätten sie die Svrache der Bewohner erlernt. Es gehöre zu den Eigenschaften der Marsbe- »Bljnai!, daß Tie Wk ttcme WillA, «füll ireßj s? fö®«,!tt spätestens acht Tagen gründlich nlvmm. Das schien den biederen Dorsteuten um so glaubhafter, als die Fremden allabendlich den Himmel anstarrten und rätselhafte Zeichen hinaufgaben, als würden sie sich mit den Sternen unterhalten. Man fürchtete ste ein wenig wie Zauberer und hielt ihnen die Kinder fern, auf der anderen Seite aber hatte man doch grenzenlose Verehrung für die hohen Gäste aus dem Mars, von dem man km Dorfe wohl etwas gehört hatte, ohne sich davon eine richtige Vorstellung zu machen. Die Marsbewohner gaben an, ihre Mission sei, die Planeten miteinander und mit der Erde zu verbinden, und die Bewohner von Livri waren nicht wenig stolz daraus, die himmlischen Gäste zuerst auf ihrem Erdenwallen beherbergen" zu dürfen. Noch mehrere Wochen blieben die Gäste da, taten sich gütlich an Speise und Trank aus Kosten der Bauern. Einer ehelichte sogar eine schöne junge Bäuerin, die er mit hinausnehmen wollte. Dann aber kamen sie eines Tages mit einem an sich begreiflichen Anliegen. Sie hätten von hier aus noch die ganze Welt zu bereisen. Nun aber hörten sie, daß es in dieser Welt ein blödes Ding gäbe, das man Geld nenne, ohne welches ma« nicht vorwärts komme. Oben auf dem Mars kenne man so etwas nicht. Dort gibt es Gold und Silber in Fülle, die Häuser sind aus Gold gebaut, die Kinder spielen mit Goldklumpen, aber Geld kenne man nicht. So mögen die Bauern ihnen alles Bargeld hergeben, wogegen sie, sobald sie wieder auf dem Mars sind, Säcke voll Gold direkt auf Livri herablassen werden. . Und die biederen Dörfler wollten sich das glänzende Geschäft nichts entgehen lassen, gaben alles her bis zur letzten Lira, schickten die Gäste mit Segenswünschen hinaus und warteten auf das Gold. Als aber gar lange Zeit verstrichen war, ohne tzüß 111811 t8H nii ^Sf*enJ Dom ©olbe uub oom 2TJars etwas hörte, schickten sie ein? «om, um der Sache auf den Grund zu gehen . . . Vielleicht war die Verbindung mit dem Mars bereits schon soweit hergestellt, daß sich dort auf diplomatischem Mige etwas, erreichen ließe. Was aber die Herren in Rom erreiicht haben, war nur ein homerisches Gelächter, das nun durch, ganz Italien schallt. Das italienische Chelem muß nun zum Schaden auch noch den Spott tragen. Bitteres Lachen. Sogar die humoristischen Beilagen der jüdische« Zeitungen in Polen stehen unter dem Eindruck der bitteren Not. Die mehr oder weniger gelungenen Anekdoten