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Der Israelit · 1926-03-18 · Heft 12 (18.3.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 12 (18.3.1926)
Date
1926-03-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 12 D e r- I s r o e I i t 18 März 1926 Scders für die Armen, so daß sie garnicht nötig haben, um Unterstützung bittend, von Haus zu Haus zu gehen. Den Brauch des Hochhebens übt inan aber in alter Weise." (x"v *]i amnax)- In gaonäischer Zeit also dürfte xanb Kn die Fassung erhalten haben, die es heute hat. Im Talmud wird uns als eine besonders hervorzuhebende Tugend von Raw Huna erzählt, daß er beim Anschneiden eines jeden Brotes auszurufen pflegte: "birnbi »mb psi jxa b:» Wer bedürftig ist, komme und esse mit. ('a nay '2 *p mayn xia:)- b) nant?a na- Schon die Mischna pis amos n natya '» bringt eine Formulierung der Fragen, die, mit Ausnahme der auf das nvO- Opfer bezüglichen, die gleiche ist, wie bei uns. (Die Textangaben, die im wesentlichen auch in unserer man oorfommett, lassen imr urtüberfeijt, da ihr Inhalt als jedem verständlich gelten kann.) nib'bn baav rnb'bn baa rnn nb'bn nantya na« baat? ns» ibi2 mn nb^bn nsai yan pbaix nx baaV ma m nb’bn mpm ixt? pbaix lax rnb’bn m nb’bn btviaai pibt? ’bs m?a paix iax rnb’bn nb’bn nnx östq j’b’naa iax rnb’bn baat? ’bs ibia •amys rnt? am c) ia”n a’iay und nau nbnna niT nnay. Die eben zitierte Mischna fährt dann fort: b’nna naba l’ax |a bt? myi ’öbi» -"nava a”oai maaa „Der Fassungskraft des Kindes entsprechend belehrt es der Vater, er soll mit der Schmach oder der Erniedrigung (unseres Volkes) beginnen und schließen mit Preis und Lob." Im Talmud babli 'x 'yv^yizur Stelle versteht ein Talmudlehrer, munter maa den Haggadaabschnittiarniax i’n a’biba n-nn37 ’iaiy nbnna und ein anderer, bxi.at?- den Abschnitt' a’iyy la^’n- In unserer man folgt als Antwort auf ,iant?a na der Abschnitt ia".i B’iay- Einige kleinere Stücke werden eingeschoben und dann erst folgt ... d) . . . iry’bx ’aia ,it?ya-Eine ähnliche wie die hier erzählte Begebenheit von dem Eifer der großen Gesetzeslehrer, mit dem sie die Sedernacht lernend und lehrend begingen, erzählt die xnsom zu B’Hdd im zehnten ,713'. nt?ya nb’bn ba noo mabna pioyb aix 3”n» pair 72 vin’a N'22 paioa 1’rn? D*»apn bx’baa pia nx’ip iy nb’bn ba nosn mabna ppviy vm uba -"Viian mab jnb 1ab.11 nyiai amasba imaan man „Mit den Peßachvorfchriften soll man sich die ganze (Seder-) Nacht beschäftigen. . . . Einmal sahen Rabbon Gamliel und die Gelehrten im Hause von Beituß, dem Sohne des Sunin in Lydda. Sie beschäftigten sich die ganze Nacht bis zum Hahnenschrei mit den Peßachvorfchriften. Dann gingen sie von dort weg und begaben sich gemeinsam ins Lehrhaus. e) n’iry ]2 irybx ’31 iax- Dieser Abschnitt ohne jede Veränderung findet sich in der Mischna '.1 nat?a 'x pis man-Nur dort trägt er die Ueberschrift: rnb'ba a’is?a nx-s’ pmaia» „Auch jede Nacht soll man sich des Auszugs aus Aegypten erinnern." Im Sifre zu nxi und in der xnb’aa zu X3 wird diese Kontroverse auch gebracht. tj 3ipan ]n: und D’ia n aaaa- Betreffs der Verwendung von öipa als Bezeichnung für Gott sei erinnert an .131 Erna zu xs’i, Abschnitt 68 na ’aaa lax ’ax '1 at?a xain av laipn xint? oipa inix pxiipi n"3pn bu iat? paaa -"inipa tabiy pxi abiy btr Rab Huna im Namen des Rabbi Ammi sagte: „Warum umschreibt man den Namen des Heiligen, gelobt sei Er, und nennt ihn aipa? Weil er der Ort der Welt ist, aber nicht die Welt sein Ort." Der Sinn des Ausspruchs ist: Der Begriff Gott ist umfassender als der Begriff Welt, die Welt ist nur eine Emanation des unendlichen Gottes. Der Satz ist ein Protest gegen jeden Pantheismus, der einen außerweltlichen Gottesbegriff nicht anerkennt, aipa im Sinne von Gott findet sich in der na??a beispielsweise: Abot 2,9 aipan ]a niba mxn ja mbn inx- Zu dem Abschnitt über die vier Typen ist heranzuziehen der ’abtyii’ zu arnoa- Perek 10, Halacha 4 mm'man a’aa nyaix iaaa ”n 'i ’an Ü3n ]□ -blXlPb yTP 13Wp''PB’D.p'TO1 |3 D3n f3 ms ittx 3'vsVarn Q’pnm miyn na» naix xin na n larrnin t» pnna» ib iiax nnx *]x namx 'K m na» naix xin na y^i p "nnay nna ansaa pnaa Dnxw mn rnivn na "vab nixin miayn?ban p iasy nx xmnty pna navi naiy bpa ia'by mixb ntyy ’b "'b m ntyy nr naya» ib nax nnx yx mn xb onsaa irnxn inix nm ib'x *nw» xb irnxn *]Xi "nxi na» naix na fsö -abiyb mya bxanb 'ixi ]aip’sx nosn inx pmasa pxw nosn mabn iiab nnx 13’xty ]a -ninx mianb oaaai it nnana iaiy xm xbiy •nbmn ib nns nx biXV'b yiT> Der Unterschied zwischen unserem Text und dem des Äeruschalmi besteht vor allem darin, daß Fragen und Antworten anders verteilt sind als bei uns. Der Ordner unserer man ist dem Wortlaut der xnb-aa Parschah 18 zußiniav Kap. 13. Vers 14 roo o^rte jebcn Unter)ck^ied unser Text findet. An dieser Stelle der xnbna findet sich auch die Quelle für den Schluß von irm anay für den Satz: D'yiv iaba D-»aiaa iibi ^aman iaba ib’sxi» ♦"önsa nxn'a isob la^bv msa mmn nx In der [xnb’aa lautet eine Erklärung des Rabbi Elieser zu dem Vers rnian nnrn ax^ iaix nnx paa noD mabna pioyb tränst? o^mabn bi? ix aman bt? miyn na laxa -jab msn iy „Woher kann man wissen (d. h. aus dem Wortlaut" - - - miyn der Thora entnehmen), daß sogar eine Gesellschaft von Weisen oder Talmudschülern sich mit den Peßachvorschriften bis Mitternacht (des Sederabends) beschäftigen muß?" Die Antwort lautet, weil es die Schrift in dem Vers, der beginnt, „was bedeutet der Dienst usw." vorschreibt. Es sei gestattet, hier einen Erklärungsversuch vorzutragen. Ist die eben angeführte Stellender xnbna wirklich die Quelle für den Satz ib'axi iaba, so erhält der abschließende Satz naian bai nat?a m nn onsa nxn’n nenb einen neuen Sinn. Die eigentliche Pflicht des Lernens der Peßachvorschriften und des Erzählens vom Auszug aus Aegypten fordert diese Beschäftigung nur bis Mitternacht, wer sie aber über diese Zeit ausdehnt, tut mehr als die Pflicht, ist lobenswert. Dann wird ein Beispiel von Gesetzeslehrern gebracht, die über Mitternacht hinaus bis zum Morgen hin sich mit.der man beschäftigten. g) Ueber nbnna siehe unter cj. bs Voniabi xs bis maa n?y. Schon die Mischna kennt diesen Abschnitt. Pefachim X, 4 nba mznsn ba naa^t? *r* ->ix iaix wx« tyrn „Dann soll er von dem Satz „Ein umherirrender Aramäer war mein Vater" beginnend den ganzen Abschnitt vortragen und auslegen." Diese Auslegung findet sich mit nur sehr geringfügigen Unterschieden im Sifre zu V. B. M. Kap. 26, Vers 5—8. Die Unterschiede sind zu gering, als daß eine wörtliche Anführung des Sifre notwendig wäre. i) 3" nX 3 2?" 1 y N" 21- Der Satz mn mim n 3"nxa t?"iy “j"S7 maa’O Dna jma findet sich wörtlich als Abschluß im eben erwähnten Sifre. Es ist interessant, hier einen Midrasch zur Ergänzung heranzuziehen. Im nai t?na zum V. B. M. Parschah 8 Nr. 3 heißt es: yxm ib lax iaaa yism “]b» *|T3 npn mn naan nxi ib lax man it?y r>by xnx pansao bt?i ,im nxv 'n ibpt?a nvan miir 'i lax amxa t?wiy y'si ppnaia iiby mpipn mra "i nn •"maan nx r»by xan nm v'vava n"apn b"x „Gehe hin und führe die Strafe an ihm (Pharao) aus (sprach Gott). Da entgegnete er (Mose), wie kann ich über ihn die 10 Plagen bringen? Gott antwortet ihm darauf, diesen Stab sollst du in die Hand nehmen. Rabbi Jehuda bemerkt dazu, der Srab hatte ein Gewicht von 40 Soo und war aus Saphirstein. Die 10 Plagen waren abgekürzt auf ihm eingraviert und zwar in der Form t?"iypsi 3"nx3- Gott sagte zu Mose, mit dieser Waffe wirst du über ihn (Pharao) die 10 Plagen bringen können." .; (Schluß folgt.) Korrespondenzen « nachricbien. S>«utfd?e* Aeiei» Reichsangehörigkeitsgeseh. B e r l i n , 12. März. In der Sitzung des Haushalts-Ausschusses des deutschen Reichstags sprach nach der.Programmrede des Ministers Külz der Führer der Deutschen Demokratischen. Partei und frühere Reichsminister, Abg. K 0 ch , u. a. auch über die Forderung nach einem R.pichsangehörigk e i t s g e s e tz. Bekanntlich kann man in Deutschland lilchl m Dcutfüjt meißjmQefflMQmt motrüm, slttwem nur die 6lüülSütigehürig?eit eines der Staaten. Man kann Preuße, Sachse, Bayer werden, aber nicht Deutscher. Bei der Naturalisation in einem der Gliedstaaten müssen aber sämtliche Länder angefragt werden, eine Prozedur, die zunächst außerordentlich viel Zeit in Anspruch nimmt, häufig aber auch durch Einspruch an sich unbeteiligter Länder zu peinlichen Komplikationen führt. Abg. Kvch führte aus, daß der gegenwärtige Zustand, wonach Personen, die Deutsche werden wollen, oft jahrelang auf die Zustimmung der Länder warten müssen und inzwischen womöglich zu ausländischem Militärdienst eingezogen werden, unerträglich sei. Wie von informierter Seite der ITA. mitgeteilt wird, spielt bei der Naturalisation jüdischer Ausländer die Frage der Zustimmung der Länder eine besonders unangenehme Rolle. In früheren Jahren pflegte bei ausländischen Juden, die um ihre Naturalisation einkamen, Bayern zu protestieren. In neuerer Zeit haben sich gelegentlich die Einsprüche von Württemberg gehäuft. Naturalisationsanträge ausländischer Juden, die nicht mindestens annähernd 20 Jahre in Preußen leben, sind, wenn nicht ganz besondere Umstände vorliegen, so gut wie aussichtslos. Ein Reichsangehörigkeitsgesetz wütde unter allen Umständen geeignet sein, die zumindest verwaltungstechnisch schwierige Situation erheblich zu erleichtern. Der Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums. E e r l i n , 8. März. Der „Verein zur Erhaltung des überlieferten Judentums" hielt in letzterer Zeit mehrere Versammlungen ab, in denen, in Befolgung des Statutes, die Bildung von Bezirksgr uppen durchgeführt wurde. Bei der Gründung der Gruppe Ost sprachen die Herren Dr. Sega l l, Gemeinderabbiner Dr. L ö w e n t h a l nud Moritz A. L 0 e b. Rabbiner Dr. Löwenthal gab einen historische« Ueberblick über, die Verhältnisse in Berlin seit Michael Sachs und bezeichnete die Erfolge der Konservativen in der Gemeinde als indirekte Wirkung der Adatz I i s r 0 e l, die ein mahnendes Gewissen für die Großgemeinde darstelle. Die Besserung begann, seitdem mehrere Rabbiner, dre aus dem Berliner Rabbiner-Seminar hervorgegangen sind, als Gemeinderabbiner berufen wurden. Aufgabe des „Vereins zur Erhaltung des überlieferten Judentums" ist es, die konservativen Rabbiner in ihren Bemühungen zu unterstützen. Herr Moritz A. L 0 e b sprach über die Bedeutung der bevorstehenden Repräfentantenwahlen, die eine Erneuerung des gesamten Repräsentanten-Kollegiums bringen werden. Er ging besonders auf die S ch u l f r a g e ein und betonte die Notwendigkeit der Gründung eigener jüdischer Schulen. Eine völlige Gleichberechtigung der traditionellen Richtung in der Gemeinde muß unter allen Umständen erreicht werden. In einer späteren Versammlung in Berlin-Mitte hielt das einleitende Referat Herr Rabb. Dr. Singerm a n n. Er legte den Versammelten ans Herz, die Tätigkeit des Vereins mit allen Kräften zu fördern. Auch hier prach Herr Moritz A. Loeb und zog Vergleiche zwi-' chen den religiösen Verhältnissen von einst und jetzt. Dem Vereine ist es u. a. auch zu verdanken, daß die drohende Eingemeindung der Sonntagsreform-Gemeinde verhindert wurde. Die Besserung setzte'mit dem Momente ein, da Vertreter, des Vereins in Vorstand und Gemeindeverwaltung eingezogen sind. Er gedachte auch der Mitarbeit der „Volkspartei" und der „Konservativen Mittelpartei". Die Arbeit des ErhaltungsverestndS' bleibe aber nach wie vor unentbehrlich.

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