Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1926-03-11 · Heft 11 (11.3.1926) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 11 (11.3.1926)
Date
1926-03-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450388-2450399--72968-2530351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 11 Sette 8 liefern wir einen eleganten Kneifer mit Gläsern, Double ohne Fassung, der eigens für Nase und G esichtsbildunt hergerichtet wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpassenden Gläsern, falsch und schief sitzenden Kneifern behelfen, die Augen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fach* lauten ohne Kaufverpflichtung, wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert' Lieferung für alle Kassen Orthozentrische Kneifer-Gesellschaft, Operaplatz Für die Reise Feldstecher, Operngläser von 20.— Mk. an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Farbe .40 m werden, falls eine Aenderung di.eses Beschlusses nicht baldigst erfolgt, unsere Mitglieder anweisen und die gesamte Kantorenschaft Deutschlands aufsordern, sich dem geforderten „rabbi Nischen Gutachten über ihre Eignung" keinesfalls zu unterwerfen. D&l ^fnafsbutgct MMWeil Maubsns» Berlin, 8. März. Am Montag begann die Hauptversammlung Ides Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und als Auftakt fand Samstag abend im Plenarsaal des Reichswirtfchaftsrates eine große Kundgebung Patt unter dem Titel: „Wege zum inneren Frieden im deutschen Vaterland". Den Vorsitz führte Justizrat Dr. •3. Brodnitz. Das Hauptreserat hielt Reichstagsabgeordneter Dr. Ludwig Haas, der sehr scharf gegen die antisemitische Hetze ins Feld zog. Das deutsche Volkstum beruht nicht auf der Raffe, sondern auf der gemeinsamen Kultur und Arbeit, die einen gemeinsamen deutschen Geist geschaffen haben. In der Eigenart der .Konfessionen liegt eine Quelle der deutschen Kraft. Jeder sei stolz auf sein eigenes Wesen und es wäre undeutsch, seine jüdische Abstammung zu verheimlichen und sich als Jude zu verbergen. Der gemeinsame Kampf muß allen Kräften der Zerstörung und Auflösung gelten. Es sprachen Dr. Friedrich Brodnitz und der Direktor des Zentralvereins Ludwig H o l l ä n - Die Tagung des Zetttralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Berlin, 9. März. Die sachlichen Beratungen der Hauptversammlung wurden Sonntag morgen vom Vorsitzenden, Justizrat Dr. Brodnitz, mit einer kurzen Ansprache eingeleitet/ worauf Dr. Ludwig Holländer den Geschäftsbericht i klWllklk Hft? über ffbie Arbeit unb Ziele des Z. V." refskiskw. Die Arbeit des Zcntralvsrkine -irre vorbeugende fein und darf nicht warten, bis Gefahren abzuwenden find. Das Volksganze muß von der Gemeinsamkeit des Deutschtums und Judentums überzeugt werden. Gerade jetzt, in Zeiten der Ruhe, da die völkische Bewegung abgeebbt ist, ist es Zeit, die Welt über das Judentum aufzuklären. Wichtig fei die Aufklärungsarbeit auf dem Lande. Es muß auch Kampf geführt werden gegen manche Bünde, die verkappt und versteckt die Juden aus dem Staatsleben hinauszudrängen suchen. Er klagt über die Presse, die, soweit sie nicht j u d enfeindlich, überwiegend unangenehm neutral ist. Die Losung sei: treu, deutsch und jüdisch. In der Aussprache entwickelt sich eine erregte Debatte über die Stellung zum Keren Hajessod, an der sich auch der Führer der Keren Hajessod-Freunde innerhalb des Z. V, Dr. Fürder, Breslau beteiligt. Justizrat Brodnitz hast einen neutralen Keren Hajessod für eine Utopie. Andere verlangen sogar eine Gegenaktion des Z. V. Dr. Jacob, Dortmund sagt, der Z. V. sei nicht gegen den Palästina-Aufbau, aber dagegen, daß dieser in den Dienst der national-jüdischen Bewegung gestellt wird. Nach werterer lebhafter Aussprache wird mit Stimmenmehrheit eine eingebrachte 'Resolution, angenommen, die eine Besiedlung Palästinas als Ziel der national-jüdischen Politik ablehnt und ihr die Förderung und Unterstützung versagt, insbesondere auch mit Rücksicht auf die Not im Lande. Nach weiteren sachlichen Verhandlungen und Beschlüssen wird der Vorstand gewählt.. Als Ehrenmitglieder wurden bestätigt Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer, Frau Henriette May, Prof. Dr. Julius Schneider, Justizrat .Hugo Sonnenfeld, Geheimer Sanitätsrat Dr. O. Wiesenthal. Neugewählt wurden zu Ehrenmitgliedern: Generalkonsul a. D. Ernst Hirsch-Berlin, Frau Sophie Horowitz- ' Berlin, Justizrat Martin Lewinsohn. Das Schächten im Verfassungsausschuß. München, 5. März. Der in der jüngsten Nummer des „Israelit" unter Berlin gebrachte Bericht über eine Schächtdebatte im Verfaffungsausschuffe bezieht sich auf den Verfaffungsausschuß ^des bayrischen Landtages in München,?n ] welchem die völkischen Abgeordneten Glaser und Drexler ihren Antrag auf Schächtverbot eingebracht hatten. Die Verhandlung schloß mit Ablehnung des Antrages. Ehrung des Oberrabbiners. H a m b u r g, 5. März. Aus Hamburg twirb uns geschrieben: An einer Empble ijamfmrser EhlM des hier anweseichen Reichskanzlers veranfiattsls, nahm Herr Oberrabbiner Dr. Spitzer als Vertreter der HamburgerJudenheit teil. Es berührt auf alle Fälle angenehm, wenn die führenden nicht jüdischen Kreise in dem Repräsentanten der Thauro den Vertreter der jüdischen Gemeinschaft sehen, im Gegensatz zu vielen jüdischen Gemeinden, die. wie der Hindenburg-Empfang das erweist, entgegen den anderen Konfessionen, nicht einen Geistlichen, sondern einen Gemeindevorsteher delegierten. Das Schechitaprobtem in Norwegen gelöst. Oslo, 5. März. Die Gefahr, die der Schechita in Norwegen drohte, nunmehr glücklich abgewendet. Den Bemühungen des Herrn Oberrabbiners, Dr. Friediger aus Kopenhagen, der gemeinsam mit dem Gemeindepräsidenten, I. Gittelsen, mit der norwegischen Regierung verhandelte, ist es zu verdanken, daß der Staatsrat, der am 26. v. Mts. stattfand, das für die Schechita gefährliche Schlachtgesetz verwarf. Die Vorträge, die Herr Oberrabbiner Dr. Friediger vor einigen Wochen in den einzelnen Ministerien hielt, haben eine entscheidende Bedeutung gehabt. Einen besonders starken Eindruck machten die Beweisführungen, die sich auf die eminent religiöse Bedeutung der Schechita bezogen. Doch haben zu dem günstigen Resultat auch die wissenschaftlichen Beweisführungen, darunter ein neuestes Gutachten des berühmten Physiologen in Kopenhagen, Professor Krogh, beigere". Personalien. Paris, 2. März. Dieser Tage beging Rabbi W e i s - köpf, der älteste Rabbiner Frankreichs, seinen 90. Geburtstag. Er wurde aus diesem Anlaß von dem jüdischen Konsistorium zu Paris in einer besonderen'Veranstaltung begrüßt. ' Treysa, 7. März. Der im 87. Lebensjahre stehende Rentner Siegmund S t r u p p beging am 7. ds. mit seiner Gemahlin Minna geb. Wertheim das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten erfreuen sich noch körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Cassel, 7. März. Seinen 73. Geburtstag begeht am 10. März Kommerzienrat Moritz Gottschalk dahier. Der Jubilar gehört zu den namhaftesten Industriellen unserer Stadt und gehört dem Vorsteheramt der Israeliten feit vielen Jahren an, ebenso dem Kuratorium des Waisenhauses. Vermischtes. Bad kiffingen» 9. März. Der unter Leitung des Distriktsrabbiners Dr. Bamberger stehende Verein „Israelitisches Kurhospiz" eröffnet am 3. Mai d. Js. einstweilen in kleinem Maßstabe in gemieteten Räumen des Hotel Adler hierfelbst ein Hospiz für Kurbedürftige. Die Insassen erhalten gegen einen geringen Ersatz der Verpslegungskosten Logis und volle Verpflegung. Die vom Vereine geleisteten Larunterstützungen kommen von jetzt an in Wegfall. Ein Hauskauf oder Neubau soll erst nach vollständiger Bereitstellung der erforderlichen Mittel erfolgen, die Eröffnung des so notwendigen Hospizes sollte jedoch nicht länger verschoben werden. Die Mittel zum Hauskauf bezw. Neubau sollen durch Ausgabe von zinslosen Darlehensscheinen zu 25 Mk^ erlangt werden. Gemeinden, Vereine und Privatleute haben bereits durch Abnahme von Scheinen zur Begründung des Bausands beigetragen, und es ist zu hoffen, daß die übrigen Gemeinden und Wohltäter ebenfalls das edle Werk, das ganz Deutschland interessieren dürfte, fördern. Druckfehler im Rödelheimer Luach. Die Angabe, der Moled von Chodesch Nissan sei Sonnabend vorm. usw..muß dahin richtig gestellt werden, daß der Moled auf Sonntag vormittag 8 Uhr 18 Minuten fällt. Briefkasten. A. B. in A. Wer den Artikel rech eles hat, konnte keineswegs den Eindruck gewinnen, als bedeute er eine Sympathiekundgebung für Heine.* Es handelt sich um eine Buchbesprechung und es liegt kein Anlaß vor, das Buch oder den Dichter, den es zum Gegenstand hat. zu verschweigen. M. B. Abonnement bis 1. 7. 26. bezahlt. Ger wetofchow. Es liegt kein Grund vor, Leute, die Freude haben an solchen harmlosen Geburtütaasseierlichkeiten. darin zu stören. Es darf nickt alles, was nicht jüdisch ist, gleich als UNtüdijck dMNgMllt wklVkN. , . QftiüMftöe Derklinguns Ihre Ueberempfindlichkeit mulel orolesk an. Der Gruß „Mahlzeit" ist so sinnlos, daß in der Anekdote eher eine „Verhöhnung der Westtuden" gesehen werden könnte. Aber diese find gegen einen Purimwiß nicht empfindlich. Familiennachrichlen. Darmizwo: Martin, Sohn des Herrn Louis Strauß. Würzburg. Therestenstrotze 9. 20. Mürz, xipm rottf. — Leo, Sohn des Herrn Kaltusbeamlen Offowskt und Frau Frieda geb. Schwarzbard, in der Alten - Synagoge Hetdereatergasse 4, Berlin, 'Tips Vinn mns- Frankfurter Berichte. Karoline Diefenbronner rry- . Cs sind kaum drei Monate ins Land gegangen, daß das Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft einen herben Verlust zu beklagen hatte in dem Heimgange von Frl. Elise Stuhrmann, jener hochbegnadeten Lehrerin, deren ganzem Sein und Wirken ein ästhetisches Gepräge eigen war, die es darum in so hervorragendem Maße verstanden hat, die Gemüter der Jugend dem Schönen zu öffnen, die als Andersgläubige, was in unserer von Religionshaß erfüllten Zeit ganz besonders hervorgehoben zu. werden verdient, in idealer Weise in das Seelenleben der jüdischen Jugend sich einzufühlen wußte. Nun standen wir am 16. Adar schon wieder an der Bahre einer um das Lyzeum hochverdienten Lehrerin: Karoline Diefenbronner rry hatte 18 Jahre im heiligen Dienste der Schule gestanden, bis Gesundheitsrücksichten c "»rzettrzsrn Abgangs WlllMN. (Einem lrsmmktt Clternhause m Karlsruhe entstammend. Hütte sie in ihrem hehren Berufe, den sie als religiöse Pflicht betrachtete, ihren ganzen Lebensinhalt gesehen. Ihrem bescheidenen Wesen war jeder Ehrgeiz fremd. Strengste Rechtlichkeit, peinlichste Gewissenhaftigkeit, unermüdlicher Fleiß, waren ihre charakteristischen Eigenschaften. Sie, die bei gering-? sten Ansprüchen an das Leben die größten Anforderungen an sich stellte, versuchte in beharrlichem Streben ihre hohe Pslichtbewußtseinsauffaffung auf ihre Schülerinnen zu übertragen, wie es ihr höchster Wunsch war, die Kinder zu tüchtigen, zuverlässigen Menschen zu erziehen. Dieses Treue kam auch in dem Verhältnis zu ihrem Familien-- tind Freundeskreise'zum Ausdruck. Stets hilfsbereitstand'' sie allen zur Seite, jeden Dank von sich weisend^ Am Grabe schilderte Herr Studiendirektor Dr. Fink in warmen, von Herzen kommenden Worten dag Leben der allzufrüh ihrer Tätigkeit entrissenen verdienstvollen' Lehrerin. Frau Hedwig Freirich geb. Goldschmidt rry- Von einem herben Schmerz ist eine hochgeachtete Familie unserer Gemeinde betroffen worden, der allgemeine aufrichtige Teilnahme hervorrief. Frau Hedwig Frei-- rich, Tochter des Herrn Sally Goldschmidt, (Tiergarten) ging in jungen Jahren nach schwerer kurzer Krankheit von dannen, wurde in blühendem Alter ihrem Gatten, ihren zwei jungen Kindern und. ihren Eltern jäh entrissen, just da sie zu Besuche hier bei ihren Eltern weilte. In der Stadt, wo die'sonnigen Gefilde ihrer Kindheit und ersten Jugend lagen, fand sie nun die ewige Heimat und die ewige Ruhe. Ein sonniges Wesen, eine echte Frohnatur war Hedwig Goldschmidt schon als Kind und später im Kreise ihrer Freundinnen, in ihrem Elternhause, wo sie die besten und höchsten sittlichen Werte fürs spätere Leben erhielt. Vor etwa sechs Jahren folgte sie ihrem Gatten nach Berlin, wo sie . ein echt jüdisches Heim, Wochenkalender. vom 13— 20. März 1828. vom 27. Adar bis 8. Nissan 6686 Samsrag 13 ^p->i Ylj?D 27 -nk Rausch Ehaudesch bensche-. Mauled. Sonntag Morg.d"» Sonntag 14 28 Ennn 'Enn Montag 1 15 29 svj? TIEO DT Dienstag 16 1 p'2 Enn pto Mittwoch 17 2 Donnerstag 18 3 Freitag 19 4 Samstag 20 5 )

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.