Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 11 (11.3.1926)
- Date
- 1926-03-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. -1 Der Israelit 11. März'1926 geschmückt mit Liebe und Anmut, durchtränkt von Thorageift, gründete. Zwei Kinder schenkte sie ihrem Manne, und die glückliche Frau und Mutter durfte hoffen, sie mit liebender Hand ins Leben zu führen. Wie stand sie tapfrr dem Manne zur Seite bei der sozialen Wirksamkeit, die er in den schweren Kriegsjahren zu Gunsten seiner leidenden Brüder entfaltete! Und Männer von Ruf und Namen in der jüdischen Geisteswelt verkehrten in diesem Hause und fühlten sich heimisch darin. Ein kleines Heiligtum ist zerstört, und mit dem trauernden Gatten, mit den bestürzten Eltern und Geschwistern trauert eine Gemeinde, ja zwei Gemeinden, um ein kostbares Leben, das Sönne und Segen um sich verbreitet hat, bis nach dem unerforschlichen Willen des Höchsten sich geneigt hat der Tag und die Sonne vor der Zeit unterging. Ungemein viel Liebe, Verehrung und Teilnahme zeigm W öki BST WslNttUNtz Ms SW WsSykss??Y UfTSr Mischen Neligwnsgesellschasl am MeiMg oornnnag und fanden in verschiedenen Reden ihren Ausdruck. Nach einem tiefempfundenen Hefped des Herrn Dajan Posen nahm ein Bruder, Dr. Carl Goldschmidt, ergreifenden Abschied von der geliebten Schwester. Darauf hielt Herr V. Rachels.ohn eine mit Thoraworten reich durchwirkte Rede zu Ehren der Verstorbenen. Möge?r all den Trauernden Trost spenden, "mr- Aguda-Purimfeier. An die Feste von früher, in der Zeit des „Nachalas Zwi", da man die große Aufmachung, die Revues, die sogenannte „große künstlerische Linie" noch nicht kannte, erinnerte wohltuend das Purimfest der Aguda am letzten Sonntag Abend im schönen, trauten Festsaal der Herderschule. Das Programm war nicht überladen, war homogen und gediegen und vor allem von Anfang bis zu Ende echt jüdisch, wofür man der Festleitung dankbar sein muß. Ernst und Humor klangen zusammen. Es sprudelte Heiterkeit, entwickelte sich nachträglich echte Purimstimmung, und dahinter stand doch der heilige Ernst des Agudastrebens, der jüdischen großen Ausgabe der Zeit. In dieser harmonischen Mischung lag der Erfolg des Abends. Mit hübschen Musikstücken, bei denen sich junge Künstler, die Geschwister Oppenheimer, auszeichneten, begann die Sache, worauf ein Kauplet von unserem bekannten Lokaldichter „Nora" folgte. Eine Ansprache suchte in heiteren Wendungen post festum dem Purimcharakter gerecht zu werden, ohne den ernsten Untertan zu verleugnen, der mit Hinsicht auf die Erfolge der Aguda in Amerika eine recht optimistische Perspektive eroffnete. Nach einem Rundgesang rollte sich ein allerliebstes Theater st ückchen ab, dem Megilla- Texte entnommen, aber mit einer Fülle von heiteren aktuellen Variationen ausgestattet, daß die Hörer nicht aus dem Lachen kamen. Als Verfasser zeichnete Mordechai, nicht der aus der Megilla, sondern Mordechai ben Schimaün, unter dem sich, wie aus früheren Anlässen schon bekannt, unser Manfred Neuberger versteckt. Neben dem Autor spielten vortrefflich die Hauptrollen die Herren Moses Birnbaum, Nathan Bing und Seckbach und als Königin Esther Fräulein Seckbach aus Halberstadt. Die Pause zog sich in die Länge, doch war sie nötig, um die Berge von Kuchen, Torten und allerlei Leckerbissen in den Wandelgängen zu Gunsten der Aguda an den Mann zu bringen. Dann setzte der zweite Teil mit' einem Allegro ein, gespielt von den gleichen jungen Künstlern. Eine „interessante Unterhaltung" interessierte so sehr, daß die Beifallssüchtigen mit ihrem Beifall gar nicht bis zum Schluß abwarten konnten. Einen lieblichen Anblick boten die Aguda-Akrobaten. Das hätten wir unserer Aguda-Jugend wirklich nicht zugetraut. Der Abend schloß mit einem tiefernsten Stücke, das man sich Vrsllsrcht rticht fürguleijt fjäiie a« ff)e£>CTx foltert,, toolfi-e matt bte ijettere SrureJsfliirtmung £>eU üü>en£s etfealiett. hieß „^|5urm^=^a^meea^^ uttb mürbe fachim?> fachmännisch, gut artikuliert, mit vortrefflicher Mimik gespielt von M. Sakaschansky und seiner kleinen Truppe. Ein tragisches Bild aus dem Leben, aus der Unnatur den Assimilation heraus geboren. Mordechai oder Marschak lebt in Moskau mit seiner modernen, der Assimilation vollkommen verfallenen Frau in leidlichem Frieden, die Stimme des Gewissens tritt immer mehr in den Hintergrund. Da läßt er den alten Vater aus Litauen kommen, und mit ihm kommen die' alten Erinnerungen. Heilige totgeglaübte Gefühle leben auf. Der Frieden zwischen Mann und Frau ist gewichen. Da, im letzten Momente,— es ist auch inzwischen halb ein Uhr. nachts geworden, — lenkt auch die Frau ganz unvermittelt, ohne jede Motivierung, ein und alles löst sich in Wohlgefallen auf. Bis auf diesen unkünstlerischen, gewaltsamen Abschluß erweckte das Ganze, trotzdem es in unverfälschtem Jiddisch gespielt wurde, starkes Interesse, löste tiefe Spannung aus. Man lernte ein fremdes Milieu kennen und das alte Problem „Vater und Söhne" lebte auf, das in anderer Form auch dem Westen nicht unbekannt ist. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe darf den Abend als großen Erfolg buchen. Neues aus der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die ordentliche Generalversammlung unserer Jugendgruppe am Mittwoch, den 17. ds. Mts., abends 8.45 Uhr in den Räumen des „Mekor Chajim", Langestr. stattfindet. Unsere Mitglieder sind zu dieser Versammlung eingeladen und werden höfl. ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Die gemütlichen Zusammenkünfte Unserer. Jugendgruppe (am Freitag abend) im „Mekor Chajim".finden ab diesen Schabbos nicht mehr statt. Der Zudrang zu unserer sozialen Kommission bat, wie alljährlich vor Peßach, stark eingesetzt. Wir bitten unsere verehrlichen Gönner herzlichst, uns auch dieses Jahr beim Durchsetzen ihrer Bestände vor Pesach mit gut erhaltenen Kleidungsstücken zu bedenken. Dieselben werden auf Wunsch in der Wohnung abgeholt. Mitteilungen werden erbeten an unsere Adresse Hanauerlandstr. 17. Der Schachkurs hat begonnen; nähere Veröffentlichungen sind in unserem Vereinslokal ersichtlich. Wir sind im Moment mit der Zusammenstellung unseres Sommer-Lehrprogramms beschäftigt und nehmen gerne Anregungen von Freunden unserer Bestrebungen entgegen, die wir nach Möglichkeit verwerten wollen. Wir erbitten schriftliche Vorschläge an den Vorstand unserer Äugendgrupps. Sjanauertanbftr- 17 mit bee Aufschrift: KSt?. EkMkMlölMlllN. Helfet! Die Nähstube der Jüdischen Frauenvereinigung, die während des Krieges und in der schweren Nachkriegszeit so viel Segen gestiftet, so viele Liebespakete ins Feld, hinausgeschickt, so viele verschämte Arme mit Wäsche und Kleidungsstücken versorgt hat, ist in Not, schwebt in der Gefahr, ihre Hilfstätigkeit ein stellen zu müssen. Just zu einer Zeit, da diese Hilfstätig fett dringender wäre als je zuvor, da nachweislich in Frankfurt a. M. hunderte jüdische Wöchnerinnen, Kranke und Kinder auf der bloßen Matratze liegen, ohne Bettuch, ohne Kopfkissen und Bettzeug. An alle guten Menschen ergeht nun die Bitte um Ueberlassung brauchbaren Bettzeuges oder einiger Meter Stoff, um Bettwäsche anzufertigen. Niemand überhöre diese Bitte! Wer Abends sich seines sauber bezogenen Bettes freut, denke an den Schrecken derer, die gar kein oder nur ein Bettuch haben und sich nicht den Luxus frischer Wäsche leisten können. Darum helft und sendet Bettwäsche oder Stoffe an die Vorsitzende der Jüdischen Frauenvereinigung, Frau H. Besthoff, Palmstraße 10. Warnung. Der Leiter der Schneiderschen Jeschiwa teilt uns mit, daß in letzterer Zeit wiederholt junge Leute im Namen der Jeschiwa an Privatleute herantraten, ie um Spenden für sich oder im Aufträge der Anstalt ersuchten und solche auch erhielten. Die Leitung der Jeschiwa erklärt, daß sie keinen der Jünger mit Geldsammlungen betraut hat und warnt die wohltätigen Thorafreunde vor Schwindlern, die den Namen der Jeschiwa zu Bettelzwecken mißbrauchen. Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgens nach Schul ,Dinim", HerrDr. C. Posen. — nachm. 33/4 Ubr im Dereinslokrale. ,Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. Sonntag morgen (auchMittwoch) Dtzmnixs, Herr 9MT©.' Schachnowitz. — vorm. 9l/4 Uhr (auch Dienstag abend 6", Uhr» .Gemoro", Herr R. A. ©. Po fett. - abends 1/27 Ubr lieber die Hagada Peffach*, Herr H. Holpern. Mont a g abend 7 Ubr (auch Mittwoch) -Gemoro", Herr Rabb. Dri Jos. Breuer. - abends 8luUhr (auch Lwnnerstag) „Gemoro-, Herr Dr. E. Posen, Jeden Morgen Mischna. Jeden Abend 8»/» Uhr v"V-Lernen. Herr H. Halpern Iohrzetts-Stiftungen: 13. - März. Direktor Dr. Mendel Hirsch-Stftg. 86111110111 ii. mm. 8Bits TM gs&.Qf&frstTig! 9IVB01 3III0II»3üI!IlDlTUPUI. Sonntag, 8—9 Uhr morgens^ nnnn b» 'VN. Herr Leop. Oppenheimer. —1 Std. vorniu». Gruppe % Herr Jacob Landau. — 6—7 Uhr abends, Gruppe 2 Herr Saul Munk. — 6-7 Uhr abends, Gruppe 6 Herr Carl Zunz. — 8—9 Uhr abends, Gruppe 3 Herr Gerson Schnerb. Montag, 7«9—ValO Udr abends, »vn» »33 »im. Herr Hirschberg (Hegelstr.). — V89—V»10 Uhr abends. Gruppe 3, Herr Gerson Schnerb. — 7-9— 7M Uhr abends. Gruppe 4; Herr Willi Strauß. Dienstag, 8—9Uhr abends, Gruppe 6, Carl Zunz. — 7-9-l/,10 Uhr abends, pp isn» »im, Herr Dr- W. Hofmann. — 7i9-7al0 UI)r abends. Gruppe 1, Herr Jacob Landau. — 1k9—1/810 Uhr abends, ntf»2 »im-’ ©etr Leo Schnerb. — 9—10 Uhr abends, Gruppe 8» Herr Theodor Spiegel. Mittwoch; 7-9—10 Uhr abends , Turnkursus (Lehrer' Friede), Realschule, Tiergarten 8. — 7*9—lfti0 Uhr abends, Aussprache-Abend 14täg.. — 9—10 Uhr abends, v"N rsn Herr L. Oppenheimer, Bärenftr. Donnerstag. 7s9—7,10 Uhr abends. »72 Nim »v'2», Herr Hirschberg,Hegelstr. - VM Uhr abei ds. Gruppe 2, Herr Saul M unk. — V29-72IO Uhr abends, Gruppe 3, Herr Gerson Schnerb.— Udr aben&jL_^ünppe 4, Herr Willi Strauß. — «Aonds, »ö? »22 »im (nraio), Herr L"U»5zweil. — 2/49—10 Uhr abends, Gruppet, Herr Theodor Spiegel. N3V. 10—11 Uhr morgens. j'Bni'p »im, Herr Dr. Posen. Am Tiergarten. - 10—11 Uhr morgens. 1117 frr^v nx’p, Herr L. Kahn. - 12—1. Uhr mittags, niva, Herr Lehrer Hirschberg. — 12—1 Uhr mittags, '»v «p, Herr H a lpern. — 12-1 Uhr mittags. Gruppe 6, Herr Carl Zunz. - 1 Uhr mittags. - 723—7*4 Uhr nachmittags, niio. Herr Halpern. - 7-3-724 Uhr nachm., Gruppe 4. Herr Willi Strauß. - i/24—VaS Uhr »121. Herr Dr. Hofmann. — 724—725 Udr nachm., Kirn. Herr Halpern. — 723 -1,2, Uhr nachm, Gruppe 5, Herr Theodor - 723-724 Uhr nachm., «rrm, Herr Aofes Stern.--3-4 Uhr nachm., Gruppe 2. Herr Saul Munk. — 4-5 Uhr nachm-, Gruppei. Herr Jacob Landau. — 4—1/26 Uhr, ,is*»2 »im, Herr Leo S ebnerb — 4i/2--5V2 Ubr abends. ÄDppnm(BjM Ml L. KllizwöN. - lJß - 7310 um flDenös. GruvVe 1. Herr Jacob Landau. Bon Sonntag dis Freitag täglich morgens o. 8—12 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeder Art Herr Herz Halpern. gemeinsam mit der Agudas- Jisroel-Ortsgruppe, ferner täglich von 12—1 Uhr Dass» Iaumi-Schiur gemeinsam mit der Ortsgruppe. Agudas Jisroel MSdcheugruppe. Sonntag. 728—726 Uhr abends, Herr Lehrer H irs dbö erg. — 726—10 Uhr abends, Literatur, Herr Dr. Harry Abt. Won tag, 1/28-7210 Uhr abends, Gruppe 9, Frl. Bertha Kotz. - 9-10 Uhr abends. Herr S. Una, Kl. Obermainstr. 30. ' Dienstag '/O—974Uhr. v'i'i, Herr Dr. Weger. — 9^4—10Uhrabos., iVp-'in. Herr Dr. Weger. E w0 ch, 1/26—72l0 Uhr abds., Ausspracheabend (14 tägig), Redner wird noch bekannt gegeben. — 729-10 Uhr abds., Handarbeitsabend, 14 tägig. Donnerstag, abends 729 Uhr, Gruppe 7. Frau Dr- Rosenbaum, Grünestraße 42. morg. nach Schluß der Synagope,, ^»iTm'»* Frl. Martha Markus. - H-12 Uhr. nm 'vis, Herr Herrn. Frankenthal. — 4-5 Ahr nachmittags niltt. Herr Lehrer Hirsch der g. - 729—V2IO Uhr abends. Gruppe 8, Frau Brünn. Kl. Obermainstratze 19. Veshamldrafch. Ostendstraße ir. Gemoroschiur des Herrn Dr Jfaac Breuer. Sonntag vorm. 729 Uhr. Montag. Mittwoch, Donnerstag abends 7r8 Uhr. Bon Sonntag bis Donnerstag einschl. allabendlich von %8 -9Uhr man m Herr Rabb. M. Karpel. V"V-Vereln Ostendsiraße 18 Rabbiner S. Weber, mmr D» von Sonntag bis einsch.ießlich Donnerstag abends nach uvr3 3'iy». Llwjaltz Cheu-Verelu. Samstag, nach Minch-, (3/46 Uhr) im Hörsaal Friedberger Anlage. ..Midrasch", Herr Red. S. Schachnowitz. Lernverein UnterUndau (vpi '211). Vereinsräume: Unterlindau 231. Täglich mit Ausnahme von Montag und Donners ag. unmittelbar nach dem n'inV-Gebet rii'i«». Herr Rabbiner Dr. H 0 r 0 0 itz. Montags und Dienstags abends 9 Uhr, Kim D3V D». Herr Rabbiner Dr. Hor0vitz. 4 Am Mittwoch abends 87» Uhr ''jw, Herr Dr. M ay. Kommenden Sonnabend, nij?s 'ö 'p 713V naiH mittags 8 U!(r. 20.5nrf fe^una bet Vortragsreihe Ä8I Ä8HH fL ilüft @i«8R ÜB« ..MtMllNS uhb ssMmma ■»» jdbhäsr mmp. Sonntag, den 14 März, findet nachmittags im Anschluß an das Minchah-Gebet ein Dortrag des Herrn Bankier >acob Wolfs statt. Thema: „Die 13 Grundlehren des Judentums'. Gebetzeiten. '11PL ^.1j?'l 113V Freitag Abend 5.50 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.30 Samstag abend 7.10 IVochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6.—- Tefilm-Legen am Morsen 5.30 Familiennachrlchken. Barmizw o: Lallmann Heuberger/ Zögling der Israelit. Waisenanstalt. Waisenhaussynagoge. bnp'l 'UPS. — Mendel, Sohn des Herrn Aron Freimark, Wollgraben :2. Synagoge Friedberger Anlage. 'lij?s H3V- — Leo, Sohn des Herrn Nastali Blumenthal,''am Tiergarten 18. Synagoge' Ftiedbergev Anlvge. —' Max, Sohn > des Herrno Philipp Heinrich, Mainstratze 23. Synagoge Frtedberger Anlage.