Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 10 (4.3.1926)
- Date
- 1926-03-04
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Die Schule. In den Zeiten der Not, wenn Israel vom <5turm umtobt tourbe^ ^tüdjtete es ins Qetjrtjaus; Dort fand öS Schutz vor allen Qualen, von ward sein Mut gestärkt, dort seine Kraft gestählt. Die Errichtung von Lehrhausern und jüdischen Schulen ist deshalb in Zeiten des wirtschaftlichen Niedergangs eine Lebensaufgabe des Judentums. Es erübrigt sich daher, über die Bedeutung .einer Schule mit solch erhabener Vergangenheit wie die Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft ein Wort zu sagen, denn es ist doch unbestreitbar, daß eine Fülle von Segen und erziehlicher Kraft von ihr ausgeströmt ist. Was dem Gründer unserer Schule vorgeschwcN Dat; M ScrDtnöimg Wll min unö geWemer VildüNg &U sich gägäUsäUtg und in einheitlicher Durchdringung zu pflegender Geisteswerte, haben unsere Unterrichtsanstalten getreulich verwirklicht, nun-Kenntnis und allgemeine Bildung wurden allezeit in unseren Wie unsere Schule sich ständig den gesunden Reformbestrebungen im allgemeinen Unterrichtswesen anzupassen verstanden hat, so ist sie selbst- STsWnWH Hn W-lMll NllttssW unter Aufrechterhaltung ihrer travmonellen Vergangenheit methodische Verbesserungen durchzuführen. So hat man z. B., um den Talmudunterricht nachdrücklichst gestalten zu können,, finanzielle Opfer nicht gescheut, um kleinere Abteilungen zu bilden; und in dieser Richtung wird weiterhin alles Mögliche geschehenum zu immer größeren Ergebnissen im hebräischen Unterricht zu gelangen, sei es durch Bildung von Begabtenklafsen, sei es durch Umstellung der Pensenverteilung. — Die profanen Fächer mit jüdischem Geiste zu durchdringen und die wissenschaftlichen WsMUMtMlUss? MW?s,BaN? g« sshen, betrachtet unsere Schule als eine sewstverständliche Pflicht. Auch eine Fortbildung der schulentlassenen Jugend hat die Schule als eine Ehrenaufgabe im weitgehendsten Maße sich angelegen sein lassen. Es fei hingewiesen auf den Israelitische Religionsgesellschaft zu sein, sondern ist weit darüber hinaus die Erzehungsstätte weiter Kreise des gesetzestreuen Judentums geworden unb Ijät es auctj vev^tanben^ die fernen J^erort» zuziehen. Große Aufgaben stehen ihr noch bevor,' Wir denken nur an den Ausbau zu einer Vollanstalt, der ja schon einmal der Verwirklichung nahe war und nur durch die Ungunst der Zeiten zurückgestellt werden mußte. Wir werdende wieder in Angriff nehmen, sobald die wirtschaftlichen Verhältnisse sich bessern. Wie so manche schwere Lage wird die Schule auch diese schweren Zeiten überstehen, und wenn je der Satz gilt: nv 1122 prr so gilt das besonders von einer Schule, in deren Bestand die Lebenskraft unserer Gemeinde veranieri ist. Line Stunde Hebräisch in der Israelitischen Volksschule zu Frankfurt am Main. llPiSl [W'Ci '/ j|fi' WWW mm Direktor Dr. Mendel Hirsch ^7, leitete die Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft von 1877 bis 1900. Direktor Dr. Gerso« Lange Vrsr, wirkte. als Leiter der Realschule und des5- Lyzeums der Israelitischen Religtonsgesellschaft von 1900 bis 1923. Einer Einladung folgend, wohnte ich einer Unterrichtsstunde im HebräifcherHin der untersten Klasse der Israelitischen Volksschule bei, und es &r«ngt midji ietij nmiu gll Wkll, w«? ich fjm empfunden und erlebt habe, was mir an Hoffnungen für die Zukunft diese Stunde gegeben hat. Anschauungsunterricht, Arbeitsschule, Verlebendigung des Unterrichts, schöne bekannte Worte, deren Wert für die Vermittlung der hebräisch e n Spräche an die Kleinsten der Kleinen ich erst hier kennengelernt habe. Der Lehrer, in dessen Augen das unvergleichliche Glück dss erfolgreichen Jngendbildners wpWj MnrfiM fintn Engeren Irei'rmschen in Quadratschrift an die Tafel, unpunktiert. Und. die Sechsjährigen, 35 an der Zahl, die die Bänke füllen, können den Satz fließend lesen, ja noch mehr, zerlegen, Wort für Wort entziffern, Stamm und Beiwerk auseinanderhalten, mit einer Routine, mit einem Eifer, mit einer Freude, wie ich sie selten bei Kindern gesehen. - An der Tafel prangen die Worte amn nm», und viele andere Sätze. Alle . strecken die Finger, springen in die Höhe, zittern. vor Gier, die Worträtsel lösen zu dürfen. Und die Glücklichen, die dran sind, wissen es nicht allein zu iejenj jonbetrt a>i||en au^ bajj im nar» das nar likgl und daß das n des nmn nicht zum Golde gehört, sondern sich ihm nur angehängt hat. Sie wissen, wie man aus „unser König" und aus 3K „mein Vater", „unset Vater" macht; nicht nach mechanischen Deklinationsregeln, sondern aus dem lebendigen Gefühle heraus. Dann holen sie auf ein.Zeichen des Lehrers ihre S t ä b - ch e n hervor und beginnen die vorgeschriebenen WMls m t D a u ö u. W Mlldellb au der laset sind inzwischen verschwunden. Sie bauen nach d<M Gedächmis, nach dem Empfinden. Und kein einziger vom diesen drei Dutzend Knirpsen hat nm» mir-einem v als zweiten oder einem 7 als letzten Buchstaben gebaut. Keiner hat im Worte ]win das n ausgelassen, weil jeder an das V8N 'im denkt. Sie vergleichen und bilden Mehrzahl aus Einzahl,' treffen stets das richtige, wie in sicherem Tästgefühle. Diese Jungen werden, vorausgesetzt, daß auf diesem Fundament Anstalten mit derselben Hingebung gepflegt. Daß dabei unsere Schule den Anforderungen in den profanen Fächern vollauf genügt, dafür sprechen ftk AUkttMUllUtzW Vkk UUtkMÜjMkhMkU VillV vor Leiter jener Schulen, in die Unsere Absolr venten zwecks Abschluß ihrer Bildung übergegangen sind. Unsere Schüler wurden daher besonders gern von ihnen ausgenommen und bildeten für sie von jeher ein gutes Schülermateriäl. Daß unsere. ^Schule für mm gewirkt hat, dafür sind jene zahlreichen Männer und Frauen die beredtesten Beweise, die nicht nur die Grundsteine unsWW Ssmemds feinen, svndsrn dis Saat such hlnau-ffgetragen haben in weite Kreise bes Bn- und Auslandes. - Unsere Anstalten gliedern sich in eine Realschule und. ein Lyzeum. Die bisher mit unserer Schule verbunden gewesene Äyrschule Mußte Infolge reichsgesetzlicher Regelung aufgelöst werden, und die in., innigem Konnex mit uns. stehende Israelitische Volksschule hat ' hie ^VotberritUNg für Unsere höheren Unterrichtsanstälten übernommen. Fortbildungskurs für Mädchen, ferner auf die jüdischen Fortbildungskurse für Schüler, welche die oberen Klassen der. weiterführenden höheren M»l?n Mch ft? teftiftms gwusleyroriuueu lM sich unsere Schule augelegeu sein. Die gesundheitlichen Verhältnisse unserer Schule unterstehen einer Kontrolle seitens des Schularztes. Unter tätiger Assistenz einer mit Jugendpflege vertrauten Lehrerin wird das Elternhaus auf Schäden in gesundheitlicher Beziehung hingewiesen. Ebenso wird mit allem Nachdruck dafür gesorgt, daß eine Reihe ErholungsfmöurftiQQr durch dis in Mtracht kammsudon Vereine einem geeigneten Landaufenthalt ober Kurort zugeführt werden. Andere Kinder; welche die Ferien in Franfkuxt verbringen, machen täglich unter fachmännischer Führung Ausflüge in die nähere. Umgebung Frankfurts. Andere wieder werden den in Betracht kommenden Luft- und Sonnenbädern. zUgefuhrt. Unsere Schule hat bei allen ihren Bestrebungen unter Wahrung ihrer Weltanschauung ihre Äufgabe nie dahin beschränkt, nur die Schule für die